Aki
Ich
wehre mich nicht dagegen, erwidere aber auch nicht. Ich prüfe erst, ob nicht
doch noch ein bisschen Pilzgeschmack in seinem Mund ist, auch wenn er ausgiebig
die Zähne geputzt hat. Erst, als ich lange genug gewartet habe und festgestellt
habe, dass er pilzfrei ist, erwidere ich.
Lauri
Aki lässt
sich Stunden Zeit, bevor er erwidert, aber ich gehe nicht weiter darauf ein,
schiebe ihm lieber meine Zunge in den Mund. Auf in den Kampf. Zudem schließe
ich nun auch meine Augen und lege meine Arme um ihn.
Das habe ich
jetzt seit Stunden vermisst... ein paar Stunden ohne Drogen sind wirklich
schädlich!
Aki
Oh Gott!
Ich wünschte Pilze würden mir so gut bekommen, wie seine Küsse. Dieses Mal
zögere ich nicht, zu erwidern. Und zum Glück hält mich auch kein Pilzgeschmack
davon ab. Ich genieße es einfach, dass er mich wieder küsst und ich ihn küssen
kann.
Lauri
Nach etwa einer halben Stunde lösen wir uns wieder und sehen uns einige Minuten lang nur schweigend in die Augen. Das Tor zur Seele, die Offenbarung des Inneren. Was gibt es schöneres als die Augen eines anderen Menschen? Als Akis Augen...
Draußen dämmert es bereits und es wird dunkel im Wohnzimmer.
„Irgendwelche Vorschläge für heut Abend?“, frage ich schließlich.
Aki
Ich schüttle den Kopf. "Keine Konkreten... irgendwelche Wünsche für heute Abend?", starte ich stattdessen die Gegenfrage und blicke ihn forschend an.
Lauri
„Nicht, dass ich wüsste...“, erwidere ich und erhebe mich von seinem Schoß. „Und welche unkonkreten Vorschläge hast du?“
Ich grinse ihn an und schalte eine kleine Lampe an, um den Raum wenigstens etwas zu erhellen. Dann fällt mein Blick auf das Telefon, noch hat niemand heute angerufen, wirklich erstaunlich.
Aki
"Leider auch keine Unkonkreten...", erwidere ich. Ich setze einen leidenden Blick auf, will ihn wieder nahe bei mir haben. Die Lampe ist mir definitiv zu weit weg! Einladend klopfe ich auf meinen Schoß.
Lauri
Ich folge seiner Einladung und nehme meinen vorherigen Platz wieder ein, sitze ihm somit in Angesicht zu Angesicht gegenüber. „Aber anscheinend hast du ja irgendwelche Vorstellungen und Wünsche...“, meine ich und sehe ihn auffordernd an.
Übrigens ist die ganze Wohnung angenehm warm und ich bin froh, dass es keinerlei Grund gibt, zu frieren.
Aki
"Ich? Nöö... ich möchte nur bei dir sein, das ist alles... und das bin ich ja..." Ich lächle ihn an und verschränke meine Hände hinter seinem Rücken. Dann grinse ich ihn an und wackle mit den Beinen. Nebenbei singe ich hoppehoppe Reiter.
Lauri
Wie war das noch mal mit den Erwachsenen? Irgendwann kommt die Sehnsucht nach der Kindheit in ihnen wieder hervor? Wenn ich mir Aki so anschaue, schenke ich dieser These jedenfalls großen Glauben.
Nun wackelt er mit den Beinen und ich werde jeweils einige Zentimeter nach oben und nach unten befördert. Zumindest bis ich auf die Idee komme, ihn meinerseits auch zu umarmen und mein Gewicht nach rechts zu verlagern, so dass wir einfach zur Seite fallen. Ich schaffe es sogar, uns nicht vom Sofa herunterzuwerfen...
Aki
Ich grinse ihn an. "Hast DU vielleicht noch irgendwelche ungeäußerten Wünsche und Bedürfnisse für heut Abend?" Ich drücke ihm meine Lippen auf, bevor er antworten kann, löse den Kuss aber relativ schnell wieder, damit er die Antwort nachholen kann.
Lauri
„Ich...? Ich bin nur dazu da, den Wünschen und Vorstellungen meines Herrn und Meisters nachzukommen...“, erkläre ich betont unterwürfig und warte eine Erwiderung ab. Dabei fällt mir auf, dass das Sofa schon ein wenig schmal ist für Zwecke jeglicher Art und Weise.
Aki
Ich hebe meine Augenbrauen an. "Ach... so ist das also?! Dafür bist du da?!" Interessante Sichtweise der Dinge. Nicht, dass mich das nicht schon irgendwo anmacht... aber ich will nicht, dass er mir nur als Sklave dient.
Lauri
„Joa... ich bin immerhin einfallslos und unwürdig...“, angestrengt versuche ich, mir das Lachen zu verkneifen. Wäre ich in diesem Augenblick Aki, würde ich vermutlich anfangen zu lachen bei meinen Worten. Allerdings lacht dieser nicht, stiert mich lediglich an. Und was soll mir das jetzt sagen?
Aki
Ich sehe, wie er sich das Lachen verkneift. Gut, ein Spiel also. Dann spiele ich eben mit. "Du bist also einfallslos und unwürdig ja?!", hake ich nach. "Und du bist nur dazu da um meinen Wünschen und Vorstellungen nachzukommen... sozusagen... wie ein Sklave?!"
Lauri
„Ein freiwilliger Sklave...“, berichtige ich seine Ausführungen, „... und meine oberflächlichen Menschenrechte würde ich auch gerne behalten.“ Daraufhin rücke ich ihm noch einige Zentimeter näher mit meinem Gesicht und sehe ihn eingehend an: „Und hat der Herr heute irgendwelche Wünsche und Vorstellungen, denen sein Fischstäbchen Folge leisten sollte?“
Aki
"Vielleicht ist es besser, wenn der Herr freiwilliger Sklave seine 'oberflächlichen Menschenrechte' die er gerne behalten würde... etwas näher ausführt... bevor ich meine Entscheidungen treffe..."
Lauri
„Also...“, ich setze zur Aufzählung an, „ich möchte nicht umgebracht werden, möchte kein sm machen und gefoltert werden möchte ich auch nicht... aber das war es so im großen und ganzen. Jetzt triff deine Entscheidungen.“
Gespannt blicke ich Aki an, warte seine Antwort ab, zu der er nun ansetzt.
Aki
"Kein sm? Wie schade!", witzle ich und warte seine Reaktion ab. Ob er mittlerweile gelernt hat, nicht alles wörtlich zu nehmen oder ob ich gleich losprusten kann, da er mich total entgeistert ansieht? Wir werden es sehen.
Lauri
„Tjaha... für sm musst du woanders hingehen“, ich grinse etwas merkwürdig, „aber dann werde ich meinen Beruf hier kündigen!“
Nachdenklich blickt er mich im Gegenzug an und ich frage erneut, welche Entscheidungen er nun trifft. Immer dieses Hin und Her. Ist das ein menschliches Problem?
Aki
"Okay... ich glaub dann... verzichte ich besser auf sm...", sage ich gespielt enttäuscht. "Darf ich... dich mit Gummibärchen füttern? Oder hast du eine natürlich veranlagte Abneigung gegen diese Gummiteddys?"
Lauri
„Nein... das ist erlaubt“, sage ich grinsend und sehe zu, wie Aki aufspringt und das Zimmer verlässt. Ich hingegen lege mich wenig bequemer aufs Sofa und frage mich, ob Aki wirklich enttäuscht ist, dass ich ihm seinen Wunsch nach sm verweigere. Aber irgendwie gibt es Dinge, die ich mir nicht vorstellen kann, das gehört dazu.
Wenig später kehrt Aki jedoch zurück aufs Sofa...
Aki
Mit Gummibärchen gerüstet grinse ich ihn an. Seit wann hat der eigentlich Gummibärchen im Haus?! Und vor allem... WOHER wusste ich das???? Egal! Jetzt werden erst einmal Gummibärchen gefüttert. Ich reiße die Tüte auf und fische irgendein Bärchen heraus. Ein Grünes. Dann setze ich mich auf seine Hüften. Selber Schuld, wenn er sich auf einmal so auf dem Sofa ausbreitet!
Lauri
„Du bist schwer...“, maule ich und bekomme schon ein grünes Gummibärchen in den Mund geschoben. Woher hat er die Dinger eigentlich? Sind das die, die Eero mir letztens geschenkt hatte, weil er sie nicht leiden konnte? Was hat Eero eigentlich gegen Gummibärchen...?! Ich versuche mich dem zu entsinnen und erinnere mich, dass er fest überzeugt ist, dass die enthaltene Gelatine mit BSE verseucht ist. So war das.
Aki
"Wie? Ich bin schwer? Soll das etwa heißen, ich bin dick?!?!?!?!", sage ich beleidigt und gehe von seiner Hüfte runter. Tss... da will man ihm was gutes und dann... bekommt man zu hören, dass man zu schwer ist. Ich dachte er ist das Naivchen... aber im Moment scheine ich die Rolle gepachtet zu haben... wie konnte ich nur annehmen, dass jemand erkennt, wenn ich ihm etwas Gutes tun will?! So optimistisch und naiv konnte ja wieder nur ich sein.
Lauri
Entrüstet starrt Aki mich an, nein, dick ist er nicht. „Nein, du bist nicht dick. Ich bin nur so zerbrechlich. Außerdem, wenn du jetzt wegrennst, verhungere ich hier und laufe bald als Stock durch die Gegend“, erkläre ich belehrend und habe meine Arme um ihn gelegt, ziehe ihn zurück aufs Sofa.
Aki
Ich verschränke die Arme. "Und wenn ich hier bleibe breche ich dem armen, kleinem, gebrechlichem Lauri noch aus Versehen etwas.. und das wäre Folter... das wollte er doch nicht..."
Lauri
„Ich geb dir gleich Folter...“, meine ich und blicke höchst offensichtlich in Richtung Fenster. Inwieweit überlebt man es, wenn man aus dem vierten Stock springt? Vielleicht? Oder eher weniger?
Er scheint meinen Gedanken folgen zu können.
„Das nenne ich Folter. Aber wenn ich so einsam und allein bin...“
Aki
"Dann habe ich dich aber nicht geschubst... und ich habe weder den Drang dazu, dir was zu brechen, noch dir die Luft mit meinem Gewicht abzudrücken...", grummle ich.
Lauri
Wie sehr kann man sich eigentlich auf manche Sachen versteifen? Ich glaube, Aki ist ein Meister, was diese Dinge betrifft. Also stehe ich seufzend auf, lasse ihn los und gehe mit den Worten „Dann gehe ich eben schlafen“ in Richtung Schlafzimmer. Ich habe absolut keine Lust auf solche Diskussionen und anstatt mich noch aufzuregen, gehe ich lieber.
Aki
"Tu das! Ich nehme dir auch kein Platz weg und penne hier!",
rufe ich ihm noch nach und mache es mir sogleich auf dem Sofa bequem. Und ich
bin doch zu dick! Ich weiß es... ich habe zugelegt in letzter Zeit. Ich wiege
jetzt schon ganze 90kg auf meinen 1,70 Metern! Und das sind sicher nicht alles
Muskeln vom drummen!
Lauri
Ich weiß
nach wie vor nicht, welche Komplextabletten Aki heute schon wieder geschluckt
hat. Es ist mir auch egal!
Enttäuscht,
wütend und in gewissen Maßen beleidigt gehe ich ins Bett, ohne die Kleidung zu
wechseln, ziehe die Decke über mich und starre die Decke an. Es ist einsam
hier.
Dieser
merkwürdige Satz kommt mir nach etwa zehn Minuten einsamen Starrens in den
Sinn. Plötzlich vernehme ich auch das Geräusch von Schritten, wende mich zur
Seite und sehe Aki in der Tür stehen.
Aki
Er hat mich also 'ertappt', Aber vermutlich bei etwas anderem als er dachte. Ich gehe zum Schrank und fische mir eine kleine Wolldecke heraus. "Guten Nacht...", murmle ich und verschwinde dann wieder auf das Sofa. Und ab morgen mache ich Diät! Und Sport! Mir egal, ob ich das hasse wie die Pest! Ich bin fett!
Lauri
Nachdem Aki verschwunden ist, setze ich meine Glotz-Odyssee fort und werde einige Stunden später langsam ungehalten. Ich kann einfach nicht schlafen, verdammt! Die Uhr tickt lediglich unerbittlich weiter und sagt mir, dass Mitternacht bereits vorüber ist. Und ich muss weg hier!
Mit einem Ruck stehe ich auf, ziehe mir einen Jogging-Anzug über und verlasse das Haus. Aki scheint mich zum Glück nicht gehört zu haben und so begebe ich mich in den Park und jogge. Und jogge. Und breche nach drei oder vier Stunden fast zusammen. Dennoch bin ich nach wie vor nicht wirklich müde.
Lediglich meine Restvernunft zwingt mich wieder zurück nach Hause, lässt mich schwer atmend die Treppen in den vierten Stock hinaufsteigen und lässt mich einfach umkippen, nachdem die Tür aufgeschlossen ist. Soviel zum Schlafen! Aber Bewusstlosigkeit war damit eigentlich nicht beabsichtigt.
Aki
Irgendwann gegen 8 Uhr am Morgen erwache ich. Mein Nacken ist total verspannt und schmerzt und auch mein Rücken wurde nicht verschont. Ich hasse Sofas zum pennen! Ächzend erhebe ich mich und tapse in den Flur, um im Bad zu verschwinden. Doch ein im Flur liegender Lauri hält mich auf. Wieso liegt Lauri im Flur? Ich nehme ihn einfach hoch und trage ihn ins Schlafzimmer. Er scheint einen ziemlichen tiefen Schlaf zu haben, denn er erwacht nicht. Nicht einmal, als ich ihm die Schuhe ausziehe. Schuhe?! Nachdem auch das erledigt ist, decke ich ihn einfach zu und verschwinde endlich im Bad. Die heiße Dusche tut meinem Rücken und meinem Nacken verdammt gut.
Lauri
Ein traumloser Schlaf ereilt mich, vielleicht aber auch eine traumlose Bewusstlosigkeit, so genau vermag ich das nicht zu definieren. Jedenfalls wache ich erst viel später auf, finde mich in meinem Bett wieder und blicke Aki an, der vor dem Bett steht.
Nebenbei bin ich unfähig mich zu rühren. Scheinbar ist Sport doch eine Form von Mord. Oder Kreislaufzusammenbrüche sind doch nicht gesundheitsfördernd.
Aki
Nach Jahrzehnten, das bedeutet um 11 Uhr, erwacht er auch mal wieder. "Kann man dich auch wieder zu den Lebenden zählen?", erkundige ich mich und sehe ihn dabei an.
Lauri
„Nope... mir tut alles weh“, erkläre ich und rühre mich nicht weiter, bin nicht groß in der Lage dazu. Wirklich freundlicher als gestern Abend klingt Aki nicht, aber viel kann ich in diesem Augenblick auch nicht dazu sagen. Vielmehr fühle ich mich, als hätte jemand den Vorschlaghammer ausgepackt und ihn statt an einem Denkmal an mir ausprobiert. [*]
[*] Hinweis auf „Denkmal“ von Wir sind Helden
Aki
"Dann solltest du wohl heute im Bett bleiben... soll ich dir was bringen? Tee oder so? Möchtest du was essen?", erkundige ich mich noch, auch wenn ich irgendwie daran zweifle, dass er etwas möchte.
Lauri
„Ja, dich...“, sage ich nur und ernte einen etwas merkwürdigen Blick. Mir steht allerdings wirklich nicht der Sinn nach etwas Anderem, habe keinen Hunger und keinen Durst. Aki und ein wenig Schlaf... das reicht aus, um diesen Tag heil zu überstehen. Jedenfalls bin ich fest davon überzeugt!
Aki
Toll. Super, klasse. Mich. Hätte er nicht etwas anderes sagen können?! Wie soll ich jemals abnehmen, wenn ich für ein - pardon, MEIN - Fischstäbchen den Babysitter spielen soll?!
Lauri
„Dann will ich eben nichts...“, erkläre ich leicht beleidigt und drehe mich aufgrund seines absolut begeisterten Blickes zur Seite. Starre ich eben wieder die Decke an, auch eine Beschäftigung, die den Tag vorbeigehen lässt. Und wenn Aki etwas Besseres zu tun hat, als bei mir zu sein... bitte... ich möchte ihm da nicht im Weg stehen.
Aki
Okay! Wenn der Herr schmollen will! Bitte! Kann er haben! Ich hätte ihm seinen Wunsch ja erfüllt, aber wenn er mir so kommt! Pah! Kann ich ziemlich gut drauf verzichten! Ich stapfe aus dem Zimmer, ziehe mir meine Jacke über und knalle dann hinter mir die Wohnungstür zu.
Lauri
Aki verlässt die Wohnung und knallt zum Abschluss die Tür zu. Schweigend starre ich einige Zeit die Decke an, bevor der Wut das Selbstmitleid weicht und ich... einfach anfange zu flennen. Nichts, aber auch gar nichts funktioniert! Ständig dieser unterschwellige Streit seit gestern und Aki ist im Grunde ziemlich genervt von mir...
Ob er wohl zurückkehren wird...?
Erst nach langer Zeit weicht das Selbstmitleid schließlich der aufkeimenden Müdigkeit und ich schlafe ein.
Aki
Ich steige in mein Auto und knalle auch hier die Tür. Ich fahre los und fast einen Maulwurf über. Aber ich bin ja nicht doof und kann noch ausweichen. Irgendwann komme ich vor meiner Wohnung zum Stehen und steige aus, schließe den Wagen ab und gehe in meine Wohnung. Zuerst heißt es, einen Plan ausarbeiten.
Lauri
Viel später erwache ich wieder und draußen hat bereits die Dämmerung eingesetzt. Aki ist nicht hier. Und ich habe Hunger! Ächzend und unter größter Anstrengung erhebe ich mich und schleiche in Zeitlupe in die Küche. Dort öffne ich den Kühlschrank und finde nichts außer einem verdammten Kinder Pingui. Woher kommt das überhaupt? Stammt das auch von Eero? Ist da auch BSE drin?
In diesem Moment ist mir das reichlich egal und ich öffne etwas mühselig die Verpackung und esse es auf. Jetzt habe ich erst recht Hunger... und nichts zu Essen... außer Fischstäbchen. Ausgerechnet die Teile sind noch im Überfluss vorhanden.
Aki
Kaum ist mein Plan fertig, stürze ich mich ins Abenteuer. Oder soll ich besser gleich sagen Suizid?! Trotzdem fange ich mit Liegestutzen und Kniebeugen zur Aufwärmung an. Dann gehe ich ne Runde joggen, bevor ich wieder nach Hause sprinte um meine Schwimmsachen zu holen.
Lauri
Da ich es nicht übers Herz bringe, die Fischstäbchen zu braten, begebe ich mich stattdessen schlurfend ins Wohnzimmer, lasse mich auf dem Sofa nieder und schalte den Fernseher an. Nichts Interessantes ist trotz des Satelliten-Anschlusses aufzufinden, so dass ich mich einfach hinlege und versuche ein wenig zu schlafen... bis das Telefon klingelt und ich es schwerfällig vom Tisch nehme. 100 Punkte an mich, dass es hier noch lag. Dann nehme ich den Anruf an und frage mich, warum mich Aki jetzt anruft.
Aki
Nachdem ich aus dem Schwimmbad zurück bin geht es in Runde zwei vom Joggen. Joggen um den See. Schwimmen war ich in der Halle! Nicht, dass man mich für total crazy erklären kann. Mitten im Joggen fällt mir ein, ich könnte mich ja mal bei Lauri melden. Also rufe ich ihn einfach mal an.
Lauri
Auf einen Gruß erwidere ich nur mit „Hei“ und frage auch zugleich, wohin er gegangen und was vorhin los gewesen sei. Dabei klinge ich –wie ich feststelle- ein wenig verunsichert. Nebenbei richte ich mich nun vollends auf und stelle fest, dass ich in der Dunkelheit sitze und telefoniere. Ist mein Leben so ereignislos geworden?
Aki
"Ich bin nach Hause gegangen und hab meinen Plan... er... erstellt..." Das dieser verfluchte See auch noch Hügel drum herum haben muss! Wenn auch nur flach aber ich merke jede noch so kleine Ansteigung und fange gleich an zu hecheln.
Lauri
„A...aha... und was für einen Plan bzw. was machst du da?“, erkundige ich mich, denn Aki klingt relativ abgekämpft. Im nächsten Augenblick bereue ich die Frage. Wer weiß, was für einen Grund er hat...
Wofür ich mir schließlich gegen den Kopf haue. Es ist doch nicht normal, sich ständig irgendwelche merkwürdigen Sachen auszudenken!
Aki
"Ich lauf grad um den Seeeeeeaaaaah!..... Sorry... um den See..." Scheiß Steine! In der Dunkelheit ey! Wer soll die denn da bitte sehen, hääää?
Lauri
„Alles in Ordnung?“, frage ich daraufhin und bin beruhigt, meine merkwürdigen Vermutungen waren völlig haltlos. Stattdessen joggt Aki nur eine Runde um den See... seit wann joggt Aki eigentlich? Irgendetwas muss ich verpasst haben.
„Und was machst du danach?“
Aki
"Erinner... mich... bloß nicht... nicht daran! Danach... esse ich! Salat!"
Lauri
„Öhm... und danach...?“ Aki isst Salat? Irgendetwas habe ich wirklich verpasst!
„Beziehungsweise... willst du nicht herkommen nachher? Ich.. ähm... habe nichts mehr zu Essen hier...“, kläre ich ihn auf.
Aki
"Wenn ich Zeit hätte... nach dem Essen muss ich in meinen Keller... Boxen und danach an der dort neu angebrachten Stange Klimmzüge..."
Lauri
„Gut, dann frage ich eben Matti, ob er vorbeikommt und etwas zu Essen mitbringt!“, das klang unfreiwillig wieder ein wenig ungehalten. Und wer ist überhaupt Matti? Kenne ich einen Matti? Scharf muss ich darüber jetzt nachdenken...
Aki
"Na dann... hoff ich für dich, dass er dir was Leckeres bringt!" Ich hechele wieder eine Erhöhung hoch. Dann habe ich meine drei Runden endlich rum und ich jogge nach Hause. Das Handy noch immer an meinem Ohr und auf Lauris Reaktion wartend.
Lauri
„Das hoffe ich allerdings auch!“ Ich könnte mich ohrfeigen! Und Aki könnte ich auch ohrfeigen! Mir reicht es hier und jetzt!
„Das ist alles so was von bescheuert! Und ich habe es so was von satt! Außerdem kenne ich keinen verdammten Matti und ich vermisse dich!“
So. Habe ich etwas vergessen?
Aki
"Och Mann... Lauri... ich vermisse dich doch auch..." Ich hasse es, wenn er diesen Mitleidston drauf hat. Ich könnte auf der Stelle heulen, wenn er so redet.
Lauri
Jetzt fang nicht an zu flennen, Ylönen! Du bist alt genug!
„Dann... komm her, wenn du Zeit hast...“, bringe ich schließlich hervor, ohne groß zu präsentieren, dass ich gerade lieber den Egozentriker spielen würde. Immerhin bin ich wirklich alt genug und musste mich jetzt nicht als Kleinkind darstellen.
Aki
Noch immer mit dem Telefon am Ohr mache ich meinen Salat. "Lauri... du bist... wie alt?! 26 oder leb ich in der Zukunft?", frage ich ihn, während ich Salat aus dem Kühlschrank nehme und abwasche.
Lauri
Trotzig, kindlich wie ich bin, antworte ich dieses Mal ehrlich: „Ich weiß auch, dass ich kindisch bin. Mir auch egal! Ich kann’s auch nicht ändern! Und ich vermiss dich trotzdem!“
Irgendwie bin ich heute wirklich merkwürdig. War ich schon immer so? Ich denke, dass ich das einmal überdenken sollte. Aber besser nicht jetzt.
Aki
"Mensch Lauri... ich hab zu tun... aber soooooo unmenschlich weit weg wohnst du auch nicht... und durch die Band leben wir auch nicht in dem Armenstatus, dass du dir kein Taxi leisten könntest... komm doch einfach her, wenn du mich so vermisst... ich würde ja kommen... aber du hast keinen Boxsack..."
Lauri
„Dann komme ich eben hin...“, erkläre ich schließlich und verabschiede mich schnell, bevor du noch groß etwas erwidern kannst. Anschließend begebe ich mich ins Schlafzimmer, ziehe mich um, kämme kurz die Haare und verlasse nach einem Telefonanruf die Wohnung. Unglaublich, in welcher Geschwindigkeit ich das trotz meines Ich-sterbe-Gefühls geschafft habe.
Aki
Ich mache extra den ganzen Salat, auch wenn ich nicht sicher bin, ob Lauri ausgerechnet dressinglosen Salat essen möchte, aber bitte sehr. Probieren geht über Studieren! Ich schneide den Salat klein und auch ein paar Gürkchen rein.
Lauri
Der Taxifahrer sieht mich etwas argwöhnisch an, doch ich beachte ihn nicht weiter, nenne ihm stattdessen deine Adresse und sage ihm, er solle sich doch beeilen. Genervt fährt er an und bringt mich tatsächlich relativ schnell zu dir.
Zum Dank drücke ich ihm zwanzig Euro in die Hand und bin auch schon verschwunden. Mir auch egal, dass eine Fahrt zu dir normalerweise nicht mehr als zehn Euro kosten dürfte. Aufgeregt klingele ich an der Haustür und ohrfeige mich in Gedanken mal wieder. Fehlt nur noch, dass ich demnächst mit Teddybär die Gegend unsicher mache.
Aki
FUUUUUUCK! Das kann ja nur wieder Lauri sein! Wer sonst klingelt fast Sturm um diese Zeit und sorgt dafür, dass ich mir in den Finger säbele??? Ich stecke mir den schmerzenden Finger in den Mund und betätige den Türöffner. Da ich voraussehe, dass Lauri eh schnell hier sein wird, öffne ich auch gleich meine Wohnungstür.
Lauri
Aki öffnet und ich springe die Treppen hoch zu seiner Wohnung... ähm... seit wann springe ich mit der Kondition im Ich-Sterbe-Status die Treppen irgendwo hoch? Ich weiß es wirklich nicht, tue es dennoch und begrüße Aki lautstark.
Habe ich sie eigentlich noch alle?
Aki
Lauri begrüßt mich lauthals und ich habe noch immer meinen verstümmelten Finger im Mund. Lauri scheint mich aber wirklich vermisst zu haben. Er geht nicht mal auf Abstand! Dabei müsste ich stinken wie die letzte Wildsau... apropos stinken... vielleicht will Lauri ja mit mir duschen?! Dann ist er nicht mehr so allein... und wenn ich ehrlich bin... fände ich seine Hände auf meiner Haut jetzt durchaus eine willkommene Abwechslung!
Lauri
Ausnahmsweise lächelt Aki mal wieder, auch wenn er seinen einen Finger im Mund stecken hat. Was soll das werden? Verletzung? Besorgt sehe ich ihn an und frage mich, weshalb sein Grinsen plötzlich ein wenig anrüchig wird. Habe ich etwas verpasst? Schon wieder?
Langsam mache ich meinem Brot-Image wieder alle Ehre.
Aki
Ich führe ihn erst einmal in die Küche. Wenn ich mich nicht irre, hatte da einer Hunger. Und mit Essen im Magen, fällt mir gerade so ein, ist es leichter, Leute zu überzeugen. Das ist in Paulis komischen Computerspiel auch immer so! Ich glaube das heißt Sims... oder so... jedenfalls kann man da die Leute nur heiraten, wenn sie gegessen haben, sonst kommen Sätze wie 'Solche Entscheidungen kann ich nicht auf leeren Magen treffen', also muss eben erst gegessen werden. "Sorry, gibt heute nur Salat...", nuschle ich und habe noch immer meinen Finger im Mund.
Lauri
„Salat ist besser als...“, ich halte inne, ich kann ihm doch nicht sagen, dass Salat besser ist als Fischstäbchen, er würde mich hochkant rauswerfen, „...ähm... nichts.“
Das scheint ihn zu freuen, zum Glück bin ich trotz des derzeitigen Brot-Images noch halbwegs zurechnungsfähig und so erkläre ich Aki, dass er sich endlich ein Pflaster holen solle. Nicht, dass er mir hier noch irgendwann verblutet...
Scheinbar folgt er meiner Anweisung und so mache ich mich daran, ein wenig von dem Salat auf einen Teller zu füllen und mich anschließend mit dem Teller an den Küchentisch zu setzen.
Aki
Mit einem Pflaster am Finger tapse ich zurück in die Küche und nehme mir missgelaunt ein wenig Salat. Ich hasse Salat! Ich bin doch keine Kaninchen! Aber was soll’s?! Ich setze mich gegenüber von Lauri an den Tisch.
Lauri
Ob Aki keinen Salat mag? Er sieht beim Essen aus, als hätte er in eine extrasauere Zitrone gebissen. Mir schmeckt es jedenfalls vorzüglich, wie ich ihm auch zugleich mitteile. Dafür ernte ich allerdings nur einen ungläubigen Blick, bis ich ihm erläutere, dass ich bisher nur ein Kinder Pingui zu mir genommen habe.
„Wozu isst du neuerdings eigentlich Salat, wenn du ihn nicht ausstehen kannst?“
Aki
"Weil Fischstäbchen gebraten werden... mit Fett... und fett macht dick... und ich bin dick genug!", erkläre ich ihm und schlinge wiederwillig mein letztes Salatblättchen runter.
Lauri
„Dick?“, erstaunt mustere ich ihn. Gut, als Bohnenstange würde er nicht durchgehen, aber ich empfinde ihn nun wirklich nicht als dick. Und wenn er dick ist... was ist Pauli dann? Rettungslos verloren?
Aki nickt jedoch nur auf meine rhetorische Frage hin. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir alle verweiblichen. Woran liegt das?!
„Ich verstehe dich nicht...“
Aki
"Du musst mich auch nicht verstehen... ich bin einfach dick... und da habe ich kein Bock mehr drauf... das will ich ändern...", erkläre ich weiterhin und frage ihn noch nebensächlich, ob er noch etwas essen möchte.
Lauri
„Nein danke...“, Aki benimmt sich wirklich etwas merkwürdig. Warum sind die Menschen immer so figurbetont? Und überhaupt... wen interessiert es, ob Aki ein oder zwei Kilo mehr wiegt? Mich jedenfalls nicht!
„Aber wenn du abnehmen möchtest... vielleicht solltest du dich sexuell aktiver beteiligen.“
Aki
Ach, und so was kommt von ihm. "Klar doch... nein danke... dann komm ich mir vor, wie der letzte Arsch!", kontere ich. Ich bin doch nicht verrückt. Ich will nicht, dass unsere Beziehung nur noch auf Sex beruht, damit ICH abnehmen kann.
Lauri
„Wieso denn? Haben doch beide Seiten etwas von?!“
Und jetzt reiche man mir möglichst schnell einen Fotoapparat um Akis entgeistertes Gesicht zu fotografieren. Ob er es auch verkraftet, dass ich mit solchen Vorschlägen ankomme? Gut, es ist nicht typisch für mich. Aber was ist schon typisch für mich?!
Aki
Seit wann kommt so was von ihm? Tickt der noch ganz richtig? Ich schüttle jedenfalls den Kopf. "Nein... das reduziert unsere Beziehung auf Sex... das finde ich nicht in Ordnung...", sage ich ihm ehrlich. Nicht, dass ich wirklich etwas gegen mehr Sex mit ihm hätte. Aber ich will ihn nicht für meine Diät nutzen.
Lauri
„Ich spreche nicht von reduzieren, nur von erweitern...“, anscheinend habe ich heute einer meiner erleuchteten Momente und weiß, wovon ich eigentlich rede. Und wovon rede ich?! Im Grunde möchte ich auch nur durchsetzen, dass ich endlich nicht mehr die Decke meines Schlafzimmers anstarren muss. Ich hasse die verdammte Decke!
Aki
Ich ziehe eine Augenbraue hoch. "Weißt du, wie viel Sex es braucht, bis ich das abgenommen habe, was ich will?! Lauri, ich weiß ja nicht wie potent du bist, aber... sooooo potent bin ich nicht..." Wieso weigere ich mich eigentlich so dagegen? Ich wäre mehr Sex doch nun wirklich nicht abgeneigt und Lauri scheint es wirklich zu wollen. Wo genau liegt also wirklich mein Problem?!
Lauri
Wieso läuft eigentlich alles immer auf seltsame Diskussionen hinaus? Ich meine, ich weiß wirklich nicht, aus welchem Grund ich jetzt über meine Potenz diskutieren sollte. Gut, das ist Aki, macht ja nichts. Dennoch...
Mir ist schließlich auch bewusst, dass Männer das ganze etwas problematischer handhaben als Frauen. Aber wo ist denn nun sein Problem? Wir reden immerhin nicht davon, einen 24-Stunden-Job durchzuführen. Und das sage ich ihm auch.
Aki
"Okay... okay... es ist ganz einfach so, dass ich dich nicht für meine Diät ausnutzen will... wenn du mehr Sex willst okay... gerne... aber nicht für meine Diät... dabei komm ich mir einfach nur scheiße vor! Als würde ich dich nur dafür benutzen! Und das will ich nicht!"
Lauri
„Wir reden nicht von benutzen“, belehre ich ihn, „außerdem könntest du es auch als einen nützlichen Nebeneffekt betrachten!“
Was bin ich doch für ein Fan des Pragmatismus. Ich liebe diese nützlichen Nebeneffekte im Leben und den Sinn und Zweck der einzelnen Dinge. Außerdem hätte so ein Diätplan durchaus vorteile. Er ist endlich nicht mehr damit beschäftigt, mit säuerlicher Miene Salat in sich hineinzufuttern und ich müsste die Decke nicht mehr anstarren. Hätte das nicht was?!
Aki
"Wenn ich es als einen positiven Nebeneffekt sehe, dann bringt mir das aber auch nichts... dann brauche ich Jahre, bis ich mit meinem Gewicht wieder runter bin... ich glaub, ich geh ins Fitnesscenter...", meine ich trocken. Er tut ja so, als würde Sex alles ausbügeln, als wäre ich innerhalb von zwei Tagen dann entweder dünn genug oder nicht mehr auf dem Diät-Trip...
Lauri
„Warum willst du eigentlich abnehmen? Was bringt dir das?“, langsam nervt mich das ganze hier. Ich schwöre hiermit feierlich, dass ich niemals auf die Idee komme, Diätpläne umzusetzen. Diäten sind nervtötend, sinnlos und sowieso völlig überholt. Außer man sieht aus wie eine wandelnde Tonne, aber das kann Aki nun wirklich nicht von sich behaupten.
Aki
"Frag dich mal?! Du warst doch der, der Jahre lang zwei Mal im Jahr eine Gemüsediät gemacht hat... das wird wohl auch seine Gründe gehabt haben...", weise ich ihn drauf hin.
Lauri
Gemüsediät? Wo? Achso... das meint er.
„Das war nur, weil ich gelesen hatte, dass sich das gesundheitlich positiv auswirken soll. Aber es war keine Diät in dem Sinne und ich habe mehr gegessen als Salat. Außerdem habe ich beim Essen nicht aus der Wäsche geschaut, als würde ich Zitronen essen!“
Aki
"Ich mag eben kein Salat... aber der macht wenigstens nicht dick! Im Gegensatz zu... Fischstäbchen...", murmle ich niedergeschlagen. Warum müssen Fischstäbchen auch dick machen? Obwohl... ich könnte die ja mal im Backofen machen... dann sind die nicht so fettig... vielleicht... schmecken sie dann ja trotzdem noch...
Lauri
„Vielleicht solltest du dich einfach über Weight Watchers informieren, wenn du unbedingt abnehmen willst. Dort musst du keinen Salat essen und nicht bis zum Zusammenbrechen joggen. Das wäre doch was, oder?“, erzähle ich. Ich kenne einige Bekannte, die das gemacht haben und die wirklich zufrieden waren.
Aki
Ich sehe ihn geschockt an. "Ich will doch nicht mein Leben lang Diät machen!!! Hast du schon mal welche von da gesehen? Du kennst doch sicher meine Nachbarin... die... na ja man kann sie schon fett nennen... die WAR mal da... sie war wirklich super schlank! Dann hat sie das Essen abgesetzt... nicht ungesund gegessen, aber halt nicht mehr nach diesem Plan und jetzt ist sie das Doppelte von damals..."
Lauri
Langsam bin ich doch genervt. Aber das sagte ich schon?!
„Bei Diäten musst du immer mit einem Rückschlag rechnen, das ist immer so. Egal, was du machst. Wenn du dauerhaft aussehen willst wie eine Bohnenstange, musst du schon deine gesamte Ernährung umstellen und Sport machen oder so...“, erwidere ich.
Noch ein Wort über Diäten und ich verschwinde wieder!
Aki
"Aber ich war vorher auch nie dick! Und habe kein Sport gemacht oder mich gesund ernährt! Das einzige was war, ich war öfter mal schwimmen... aber da hab ich auch mehr geplanscht! Das heißt, ich muss nur erst mal wieder runter kommen auf mein Wunschgewicht und kann dann gucken, wie ich es halte..."
Lauri
„Wie du meinst...“, in Gedanken füge ich noch ein „das ist mir so was von egal“ hinzu. Dann räume ich den Teller in die Spülmaschine und begebe mich ohne ein weiteres Kommentar ins Wohnzimmer. Und jetzt? Obwohl es im Grund ja ausreicht, bei Aki zu sein... das ist sicherlich vorteilhafter als GAR NICHT in seiner Nähe zu sein.
Aki
Ach man! Scheiße! Ich verlasse die Küche und spähe ins Wohnzimmer. "Bin im Keller, falls du mich suchst..." Wieso schaffe ich es denn einfach nicht mehr normal mit ihm zu reden? Seit wann wage ich es nicht mehr direkt zu sagen, was ich denke und fühle. Gerade zu ihm? Nie habe ich ihm irgendwas verschwiegen... dabei hab ich schon weitaus peinlichere Sachen gebracht in meiner Karriere als Direkto. Ich tapse in den Keller. Wie gut das man hier immer seinen eigenen Kellerraum hat. Ich tapse in die hinterste Ecke und ziehe mein T-Shirt aus.
Lauri
Bilde ich mir das ein oder wird Aki immer verschwiegener? Werde ich noch zum aktiven und offenen Teil der Beziehung? Wirklich alles sehr merkwürdig...
Dann stehe ich auf und gehe ihm hinterher in den Keller, dort steht er, wirft gerade sein T-Shirt in eine Ecke. Und das soll ich mir jetzt ruhig ansehen?! Unfairer Kerl... Ich seufze hörbar.
Aki
Ich ignoriere Lauris Seufzen und ziehe meine Hose aus. Wenn ich boxe, dann eh immer nur in BOXERshorts... logisch, oder?! Dann drehe ich mich zu Lauri um und tapse zu dem Regal. Dort ist ein bisschen Verband. Den binde ich mir um die Hände und ziehe dann meine Boxhandschuhe an.
Lauri
Aki möchte mich foltern. Ich weiß es ganz genau! Er ist wütend, weil ich kein sm will! Das wird mir in diesem Augenblick schmerzhaft bewusst... ansonsten würde ihm sicherlich nicht einfallen, sich hier so vor mir armen Decken-Anstarrer zu präsentieren.
„Du bist echt gemein, Aki...“
Aki
Ich gehe auf ihn zu und streiche ihm mit dem Boxhandschuh über die Wange. "Ich hab dich nicht gezwungen mir zuzusehen... ich hab dir lediglich gesagt, wo ich zu finden bin...", weise ich ihn drauf hin und weiß, dass ich Recht habe und er weiß das auch.
Lauri
Wieso hat dieser Typ auch noch Recht, obwohl er eigentlich Unrecht hat? Alles regt mich hier auf. Dennoch bleibe ich schweigend sitzen und sehe zu, wie er vor sich hinboxt...
Einmal... zweimal... 798 Mal... irgendwann hört er doch tatsächlich auf und ich schrecke aus meinem Halbschlaf hoch.
Aki
Lauri scheint nicht mehr wirklich anwesend zu sein. Ich hocke mich vor ihn. Scheiße ist mir heiß! Und ne Dusche brauche ich jetzt erst recht! Überall an meinem Körper sind Schweißperlen. Ich blicke Lauri an. "Lebst du noch?"
Lauri
„Hm...?“, ich sehe auf und Aki sitzt vor mir, fragt, ob ich noch lebe. Jetzt schon. Mit einem Schlag ist die Müdigkeit auf und davon und ich frage mich, was jetzt passieren wird. Endlich einmal irgendetwas? Ich glaube, dann könnte ich ernsthaft vor Freude heulen.
Aki
"Ich habe gefragt, ob du noch lebst... du wirkst so abwesend...", erinnere ich ihn an seine Haltung, die er bis eben vorwies. Nebenbei ziehe ich meine Boxhandschuhe aus und wickle wie in Zeitlupe den Verband ab.
Lauri
„Hm... ja... ich habe auf dich gewartet...“, erkläre ich und ringe mich zu einem Lächeln durch. Endlich ist er fertig. Interessiert sehe ich zu, wie er im Schneckentempo den Verband entfernt.
Aki
Aki... du machst einen Fehler. Mir ist schon wieder so verdammt warm und das liegt weder am Klima in diesem Raum noch an dem Sport, den ich bis eben betrieben habe. Diese Wärme ist anders. Ich erhebe mich und lege den Verband und die Boxhandschuhe weg. Dann gehe ich in die hintere Ecke und nehme meine Hose und mein T-Shirt in die Hand.
Lauri
Für einen Moment sieht er mich verklärt an, dann erhebt er sich und holt Hose und T-Shit wieder aus der Ecke hervor. Was sollte dieser Blick? Gedankenverloren starre ich ihn an. Weiß auch nicht so genau, was ich erwarte, worauf ich eigentlich warte. Oder ist es mir doch bewusst? Ich denke, wenn ich mir jetzt in die Augen blicken könnte, würden sie die einfache Sehnsucht wiederspiegeln...
Aki
Ich hocke mich wieder vor Lauri und merke augenblicklich, wo die Wärme herkommt. Also erhebe ich mich wieder. Und gehe an ihm vorbei die drei Stufen hoch. Dort warte ich. "Möchtest du hier sitzen bleiben oder mich begleiten?"
Lauri
„Wohin?“, frage ich, stehe dennoch auf und folge ihm. Egal, wohin es geht, ich würde trotzdem folgen, vor allem heute und jetzt. Mein sehnsüchtiger Blick weicht einem Lächeln und ich reiße mich zusammen, nicht einfach nur grundlos breit zu grinsen. Manchmal überkommt mich das Verlangen danach. Ein wenig Kontrolle wäre schön...
Aki
Irgendwas komisches liegt in seinem Blick, als er mich anlächelt. Ich sehe ihn nur verplant an. "Na zurück in die Wohnung?!" Wohin soll ich schon wollen? Nur in Boxer? Etwa raus?! Auf die Straße?! Wer bin ich denn?
Lauri
Ich nicke zur zustimmend und folge ihm zurück nach oben. Dort angekommen bleibe ich mit fragender Miene im Flur stehen und sehe Aki auffordernd an. Ich weiß nicht, was er jetzt tun möchte, also erwarte ich irgendeine Anweisung. Da fällt mir ein... wie spät ist es eigentlich? Sicherlich doch schon später...
Aki
Ich will gerade in meine Wohnung, als ich hinter mir ein Pfeifen vernehme. Dann begehe ich einen Fehler. Ich drehe mich um. Eine junge Frau mit Einkauftüten, die von draußen kam, grinst mich breit an. "Na Aki, wieder dabei Leute zu verführen?" Dieses Mal gibt’s Konter! Was tut die ständig so, als würde ich wollen, dass die mich immer so sieht? Nur weil sie komischerweise jedes Mal wie abgepasst die Treppe hoch oder runter kommt, wenn ich in Boxer vom Keller in meine Wohnung gehe. Ja, tue ich öfter. Eigentlich immer zum Waschen, weil dort unten meine Waschmaschine steht. Deswegen wasche ich meine Klamotten bis auf die Boxer dann immer gleich mit und tapse halb nackt durchs Haus. Eigentlich sollte ich aus Schaden auch mal klug werden... "Jaah, wollte ich... hast ein Problem damit, dass ich nicht dich an der Angel hab oder was?" Sie zieht eine Augenbraun hoch. "Dich fetten, hässlichen Kerl? Will doch eh niemand haben! Ich glaub kaum, dass jemals irgendwer auf deine komischen Anmachversuche reinfällt!" Ich ziehe eine Augenbraun hoch. "Bist doch nur neidisch, dass ich noch nie die Mühe gegeben habe, DICH mal zu verführen!" Sie sieht mich spöttisch an. "Du wirst NIE jemanden erwischen!" Okay, jetzt reicht es mir! Tut mir leid, Lauri! Ich gehe auf ihn zu und ziehe ihn aus meinem Flur. Er leistet auch keinen Widerstand als ich ihn einfach küsse. Ich löse mich auch erst nach einigen Minuten von ihm. Eigentlich sollte es nur ein kurzer Kuss werden, damit ich das lästige Mädel schnell los werde, aber Lauri wollte ich dann wieder gar nicht los werden. Dann starrt sie mich fassungslos an. Erst als sie sich gefasst hat, gibt sie ihren Kommentar ab. "Jetzt hast du es also schön nötig, arme, unwissende Männer zu verführen, was? Das ist arm, Hakala!" Ich lächle sie an. "Ja... du tust mir furchtbar leid, dass ich schon immer nur an IHM interessiert war und nicht an dir... zu schade... du hast keine Chance... du musst mir auch nicht mehr nachsteigen und mich abpassen, wenn ich vom Wäsche waschen in Boxer die Treppe hochkomme... denn so notgeil, dass ich DICH nehmen muss... werde ich NIE sein!" Sie sieht mich nur verdattert und auch irgendwo ertappt an und ich schließe die Wohnungstür hinter mir und sehe Lauri an. "Tut mir leid... ich wollte dich nicht für meine persönliche Rache missbrauchen..."
Lauri
Mit einem Mal geht alles Schlag auf Schlag und ich lausche ohne Kommentar Akis „freundliche“ Unterredung mit seiner merkwürdigen Nachbarin. Welchen Sinn und Zweck hat das ganze eigentlich?! Ich verkneife es mir, ein Kommentar abzugeben oder Protest einzulegen. Immerhin ist Aki NICHT fett und er bekommt sehr wohl jemanden ab. Mich persönlich nämlich, oder bin ich niemand? Oder bin ich gerade wieder zu narzisstisch? Auch eine dieser Fragen, die ich mir ab und zu stellen muss...
Und was soll das jetzt?!
Im nächsten Augenblick zieht Aki mich wieder in Treppenhaus und küsst mich einfach. Habe ich etwas verpasst? Doch ich lasse mir nichts anmerken, erwidere einfach und warte ab, bis er den Kuss von selbst wieder löst. Endlich mal etwas Positives an diesem verdammten Tag, scheinbar mag Aki mich doch noch.
Danach sagt er noch irgendetwas zu der merkwürdigen Frau und zieht mich schließlich in die Wohnung, um sich für sein Verhalten zu entschuldigen. Entschuldigen? Hm? Wofür eigentlich?
„Stört mich nicht weiter... aber machen wir jetzt weiter?“, freundlich lächelnd sehe ich ihm in die Augen.
Aki
Ich sehe ihn etwas verplant an. Damit habe ich nun echt gar nicht gerechnet. Aber ich schüttle den Kopf. Ich kann jetzt nicht mit ihm ins Schlafzimmer und da weiter machen, wo ich eben am liebsten nicht aufgehört hätte. Aber ich erwidere sein Lächeln. "Vorher... musst du mit mir duschen..."
Lauri
„Einverstanden“, sage ich nur und folge ihm ins Badezimmer. Dort entkleidet er sich unter meinen Blicken vollständig und mit einem leisen Schlucken folge ich seinem Beispiel. Ich weiß immer noch nicht, aus welchem Grund der sich zu fett findet, aber ich möchte es auch gar nicht wissen. So sieht er jedenfalls sehr ansprechend aus. Habe ich das schon einmal erwähnt?
Aki
Ich entkleide mich ganz und verschwinde schon in die Dusche. Und jetzt steht mein Entschluss. Ich werde täglich Boxen! Boxen macht irgendwie Spaß, auch wenn es Sport ist. Ich stelle das Wasser schon einmal an und warte auf Lauri, der nicht viel später bei mir steht. Wieso fällt mir erst jetzt auf, wie sehr ich seine Nähe vermisst habe?
Lauri
Das Wasser prasselt in einer angenehmen Temperatur auf uns nieder und ich stelle fest, dass Akis Dusche durchaus geräumiger ist als meine eigene, das ist wirklich positiv. Zudem kann ich endlich wieder in seiner direkten Nähe zubringen und ziehe ihn somit zur „Eröffnung“ erst einmal in einen etwas längeren Kuss. Wir werden schon nicht verbrennen und haben viel Zeit. Nicht wahr, Aki?
Aki
Wir stehen noch nicht lange unter der Dusche, da zieht er mich in einen längeren Kuss. Seit wann ist er so aktiv? Bin ich ihm zu passiv? Hat er so großen Notstand, dass er gar nicht anders kann? Oder hat er vielleicht Angst, dass ich wieder mehr auf Abstand gehen könnte? Ich weiß es nicht. Aber es kümmert mich auch nicht weiter. Ich will nicht wieder auf Abstand aber ich genieße, was er tut.
Lauri
Nach kurzer Zeit erwidert Aki auch, dennoch sieht er mich etwas nachdenklich an. Ob er wohl denkt, dass ich ihn unterbuttern möchte oder so? Dieses Gefühl beschleicht mich bereits seit einiger Zeit. Aber warum sagt er dann nichts?
Oder bilde ich mir das alles nur wieder ein? Erwartungsvoll blinzele ich ihn nun an. Mal sehen, ob er dieses Mal die Initiative ergreift...
Aki
Am liebsten würde ich ihn hier und jetzt nehmen, aber ich glaube, dafür ist auch meine Dusche zu klein. Ich will ihm ja auch nicht weh tun. Also wiederstehe ich diesem Drang und schnappe mir das Duschgel. Aber statt mich damit einzuseifen, seife ich ihn ein.
Lauri
Nun greift Aki nach dem Duschgel und beginnt, mich einzuseifen, was ich mit einem leisen Seufzen quittiere. Intensiv spüre ich seine Berührungen auf meiner Haut und merke, wie er einen Augenblick innehält, um einen Kuss zu geben, den ich zu gerne erwidere. Dann ist es an mir, es ihm gleichzutun, eine stumme Bitte, die ich natürlich mit Freude erfülle...
Aki
Mit jeder Berührung, die er mir schenkt frage ich mich immer mehr, wie ich es so lange ohne eine einzige Berührung von ihm ausgehalten habe, wie ich es geschafft habe, auf dem Sofa zu pennen, obwohl er in meiner Reichweite war und mich vermutlich nicht einmal von der Bettkante geschubst hätte.
Lauri
Sichtlich genießt Aki mein Tun und ich fange an zu grinsen, wenn ich daran denke, dass ich heute wohl keine Decken anstarren werden müsse. Lieber sehe ich ihn an, sehe ihm beim Schlafen zu, höre seinen gleichmäßigen Atem. Irgendwann in der Nacht. Doch jetzt wasche ich ihm erst einmal die Haare, denke ich mir, greife nach dem Shampoo und verteile es in seinem Haar.
Aki
Ich weiß nicht, was plötzlich mit mir los ist, aber irgendwie überkommt mich plötzlich eine Angst. Nein, schon fast eine Panik. Davor, dass Lauri plötzlich weglaufen könnte. Dabei gibt es nicht einmal Anzeichen für ein derartiges Handeln seinerseits. Trotzdem drehe ich mich zu ihm und klammere mich an ihm fest, drücke ihn an mich.
Lauri
„Hm... was ist los, Aki?“, erkundige ich mich verwundert, als Aki sich plötzlich zu mir umdreht und sich an mir festklammert. In der ersten Verwirrung mache ich gar nichts, beobachte nur stumm diese Szene, bis ich mich durchringe und auch meinerseits die Arme um ihn lege.
Aki
Ich fange an zu schluchzen und sogar zu weinen. Ich weiß nicht einmal warum, bin zu schwach irgendwas dagegen zu tun, kann mich einfach nur weiter an ihn krallen. "Es... es tut mir leid, was ich getan hab... ich... ich liebe dich! Und ich... ich will bei dir sein... ich... will dich nie wieder los lassen müssen Lauri..."
Lauri
Ekstatisch weinend krallt sich Aki bei mir fest und sagt mir schluchzend, dass es ihm leid täte. Es? Was tut ihm leid? Ich verstehe ehrlich gesagt kein Wort, habe keinen Bezug, kein gar nichts, habe lediglich meine Arme um ihn gelegt und spüre, wie ich langsam aber sicher von seinen Tränen durchnässt werde.
„Was hast du denn getan...?“ Er sieht auf.
Aki
Das fragt er noch? Das müsste er doch am Besten wissen. Er hat doch auch bemerkt, dass ich auf Abstand gegangen bin, dass ich teilweise sogar kalt zu ihm war. Und dann fragt er noch, was ich getan habe? Er hat doch unter meinem Handeln gelitten. Aber antworten kann ich ihm nicht, kann ihn einfach nur ansehen. Er muss es doch selber wissen, was an meinem Handeln falsch war... er war doch nicht umsonst verletzt. Ich hätte auch nie auf diesem Sofa schlafen dürfen.
Lauri
Entgeistert blickt er mich an, scheint nicht glauben zu können, dass ich scheinbar unwissend bin. Nun gut, ich habe auch meine Vermutungen, also lasse ich das ganze Gefrage auf mich beruhen, verstärke den Druck meiner Umarmung: „Ich liebe dich auch... und ich werde niemals gehen...“
Gibt man eigentlich gerne Versprechen für die Ewigkeit? Oder was ist Ewigkeit? Jedenfalls glaube ich in diesen Augenblicken, sie definieren zu können.
Aki
Ich kuschle mich mehr an ihn, will einfach seine Nähe, seine Wärme spüren. Will ihn für immer so bei mir haben und weiß zugleich, dass das nicht geht. Irgendwann werde ich ihn loslassen müssen und sei es nur, um auf die Toilette zu gehen. Aber ich will es nicht. Warum kann der Mensch nicht von Luft und Liebe leben? Dann könnte ich mich wirklich für immer einfach nur an ihn kuscheln und seine Anwesenheit genießen.
Lauri
Stumm, bewegungslos verharren wir und das Wasser prasselt auch weiterhin unablässig auf uns nieder...
Das Shampoo löst sich langsam aber sicher aus seinen Haaren, doch er unternimmt nichts. Dennoch könnten wir langsam diese Duschzeremonie hier beenden. Langsam aber sicher weichen wir auf und ich wollte nicht als Wasserleiche durchgehen. Die sind immer so abartig und...
„Lass uns rausgehen...“, sage ich somit nur.
Aki
Nein. Warum? Ich will nicht raus. Dann müssen wir uns abtrocknen. Das bedeutet, ich muss ihn loslassen. Das bedeutet, wir werden durch Handtücher getrennt. Warum muss es jetzt schon unterbrochen werden? Trotzdem komme ich seinem Wunsch nach. Ich stelle das Wasser aus und ziehe ihn mit mir aus der Dusche, lasse ihn dennoch nicht eine Sekunde los. Hier draußen ist es kühl im Vergleich zu der Dusche. Doch es interessiert mich nicht weiter. Das Einzige, was mich im Moment interessiert ist er und die Nähe zu ihm.
Lauri
Aki wandelt sich zum Klammeräffchen, kommt dennoch meinem Wunsch nach und wir steigen aus der Dusche. Kalt ist es im Badezimmer, Heizungen sind auch nicht mehr, was sie einst waren. Leise seufze ich und nehme ein Handtuch herunter, möchte es ihm reichen, doch er nimmt keine Hände nicht von mir. Na dann, denke ich und trockne mich meinerseits ein wenig ab, ziehe ihn dann anschließend in bester Polynesen-Manier ins Schlafzimmer, wo ich eine Decke über uns lege. Mir ist kalt, verdammt. Eiskalt...
Aki
Ich lasse ihn noch immer nicht los. Ich muss mir selbst eingestehen, dass ich Angst davor habe. Ich habe Angst, ihn loszulassen. Diese Angst ist eigentlich unbegründet, dennoch habe ich sie und sie scheint nicht von mir weichen zu wollen. Ich spüre, dass Lauri leicht zittert. Ist ihm etwa kalt? Oder ist ihm meine Nähe auf einmal unangenehm? Oder hat er Angst vor meinem Verhalten?
Lauri
„K...kalt...“, bringe ich nur hervor und rücke Aki etwas näher, soweit das möglich ist. Vielleicht sollte ich mir auch mal etwas anziehen... aber dann müsste ich die Decke verlassen, also bleibe ich hier und friere ein wenig, aber nicht soviel, wie ich es tun würde, würde ich jetzt aufstehen.
Langsam aber sicher geht nun Akis Wärme auf mich über und mein Zittern lässt ein wenig nach...
Zufrieden schleicht sich ein Lächeln auf mein Gesicht.
Aki
Ihm ist also doch nur kalt. Er kuschelt sich noch etwas näher an mich. Wie schön. Kann es nicht für immer so bleiben? Damit mein Fischstäbchen nicht weiter friert, streichle ich über seine Haut. Wieso ist ihm eigentlich kalt? Er ist doch angenehm warm.
Lauri
Aki
findet anscheinend Gefallen an der Situation und auch ich weiß mich nicht zu
beklagen. Ruhe, es wird warm und es ist dunkel draußen. Wie spät es ist, vermag
ich nicht zu sagen, möchte es vielleicht auch gar nicht. Auch die Müdigkeit hat
mich noch nicht ergriffen, bin relativ wach. Womöglich liegt es daran, dass ich
heute schon halb geschlafen habe beim Zuschauen...
Aki
Lauri scheint noch ziemlich wach zu sein, während ich langsam aber sicher in einen komaähnlichen Zustand verfalle. Ich bin so verdammt müde. Aber das könnte daran liegen, dass ich heute unmenschlich viel Sport gemacht habe und so was einfach nicht gewohnt bin.
Lauri
Langsam
aber sicher nickt Aki ein und sein Kopf sinkt auf meine Schulter. Scheinbar ist
hier jemand müde...
Also
lege ich mich nun mit ihm hin, kuschele mich an ihn und hauche ihm einen
Gutenacht-Kuss auf die Brust. „Zeit zu schlafen“, sage ich nur. Breitwillig
nimmt er diesen Vorschlag und schließt seine Augen, während ich ihn noch einige
Zeit beobachte, bis sein regelmäßiger Atem mich auch in den Schlaf wiegt...
Aki
Ich sinke endlich in die Welt der Träume. Träume von einem Land voller Regenbogen und viel Sonne. Der Regen fehlt irgendwie. Doch ich will hier weg. Alle sind glücklich. Aber mich regt das hier alles nur auf. Ständig hüpft Lauri locker von einem Regenbogen zum anderen und ich komme nicht an ihn heran! Scheiß Höhenangst! Ich traue mich da einfach nicht rauf!
Lauri
In dieser
Nacht schlafe ich traumlos. Keine Leichen, keine Zombies, die mich verfolgen,
kein komisches weißes Männchen, das sich als Gott bezeichnet und mich in die
Hölle wirft. Endlich mal nichts davon!
Auf der
anderen Seite allerdings auch kein Aki, der da ist, der mich küsst und mich...
Ich sollte
die Augen öffnen, ansonsten habe ich noch Probleme am frühen Morgen. Oder
vermutlich habe ich sie bereits... Halbschlaf kann gefährlich sein.
Aki
Jetzt habe ich den Regen gefunden. Ich kann kaum noch anderes sehen als den strömenden Regen, der mich umgibt. Und ich bin allein. Ich stehe allein im Regen. Mir ist so kalt. In der Ferne sehe ich noch Lauri fröhlich über die Regenbögen hüpfen. Er scheint sich für mich gar nicht mehr zu interessieren. Die Regenbögen sind einfach schöner und interessanter als ich. Als ich erwache, bin ich allein. Draußen regnet es.
Lauri
Selig schläft
Aki vor sich hin und ich löse mich vorsichtig, springe durch die eisige Kälte
der Wohnung, die mir entgegenschlägt und schließe die Badezimmertür hinter mir.
Schon ist es etwas wärmer.
Aber zu früh
gefreut, denn wer kalt duschen möchte, dem bringt die Wärme auch nicht viel...
zitternd drehe ich also den Wasserhahn auf, stelle mich unter die Dusche und
springe nach etwa fünf Minuten wieder hinaus. Kalt, es ist kalt. Einen anderen
Gedanken habe ich derzeit nicht, also nehme ich mir einen Bademantel, ziehe ihn
über und verlasse leicht zitternd das Bad.
Aki
Ich
seufze und ziehe die Decke höher. War es schon die ganze so verdammt kalt hier?
Ich rolle mich zusammen. Wo ist eigentlich
Lauri? Warum ist er nicht bei mir? Ist es vielleicht deswegen so kalt?
Weil er nicht hier ist? Ich will ihn wieder haben! Jetzt sofort!
Lauri
Als ich
zurückkehre, ist Aki aufgewacht und rollt sich mit missgelaunten
Gesichtsausdruck in der Decke zusammen. Was ist denn los? Muskelkater von
gestern? Ich sehe ihn fragend an und steige wieder zurück ins Bett, kuschele
mich wieder zitternd in die Decke. Kalt... ich will heute nicht noch einmal
aufstellen. Man könnte meinen, wir würden draußen schlafen und nicht in einer
beheizten (?) Wohnung...
Aki
Wie jetzt? Was ich mir wünschte passiert oder wie? Na das wollen wir doch mal sehen... ich wünsche mir, dass Lauri näher kommt... ich möchte geküsst werden... ob das geht, wenn ich es mir gaaaaaaaaanz fest wünsche? Ich versuche es einfach. Ich möchte von Lauri geküsst werden... ich möchte von Lauri geküsst werden...
Lauri
Was ist
eigentlich mit Aki los? Mit manischem Blick stiert er mich an und scheint mich
zu hypnotisieren wollen. Fragend stiere ich zurück und mir fällt ein, dass ich
ihn noch gar nicht begrüßt habe, also rücke ich ein wenig näher und küsse ihn
kurz mit den Worten „Guten Morgen“. Reflexartig verändert sich sein Blick,
entgeistert sieht er mich an. Hm? Was ist denn los?
Aki
Oh mein Goth (oder meinte er doch Gott?)... okay Aki... ruhig. Das war alles nur Zufall... "Morgen...", sage ich etwas irritiert. Ich versuche es halt noch einmal. Aber an was denke ich? Okay! Ich weiß... ich möchte, dass Lauri mich an sich drückt... ich möchte näher bei ihm sein. Ich schließe meine Augen und konzentriere mich ganz und gar auf meine Gedanken.
Lauri
Ob irgendetwas
nicht in Ordnung ist? Dieses Mal schließt Aki seine Augen konzentriert und ich
blicke fragend in seine Richtung, rücke noch ein wenig näher. Dann lege ich
meine Arm um ihn und nähere mich mit meinem Gesicht seinem Ohr: „Was machst du
da, Aki?“
Aki
Das darf doch jetzt nicht wahr sein. Langsam habe ich Angst vor mir selbst. Wenn er immer genau das tut, was ich mir wünsche... liebt er mich dann vielleicht gar nicht? Bildet er sich die Gefühle für mich vielleicht nur ein, weil ich ihn irgendwie manipuliere? Ich seufze. "Ich... teste ein bisschen was..." Vielleicht war das ja auch noch immer Zufall. Ich habe irgendwie Angst, weiter zu machen. Was, wenn ich Recht habe? Wenn ich ihn wirklich nur manipuliere? ...Obwohl... wie wahrscheinlich ist das schon? Vermutlich mache ich nur wieder die Pferde scheu... ich möchte trotzdem, dass er mir durch die Haare streicht...
Lauri
„Und was
testest du so?“, frage ich mit einem Lächeln und streiche ihm einige Strähnen
seines Haars aus dem Gesicht, das nun wieder erstarrt scheint. Ob ich ihm
irgendetwas getan habe?
Nun erfriert
auch mein Lächeln und ich setze zu einer neuen Frage an: „Habe ich irgendetwas
getan?“
Aki
Ich kann nur den Kopf schütteln. "Nein... du hast... gar nichts getan jedenfalls... nicht direkt...", antworte ich ihm. Das kann doch jetzt einfach nicht sein. Ich gehe weiter. Ich wünsche mir einfach etwas, was er nicht einfach so aus heiterem Himmel macht. Wofür er eigentlich einen Grund braucht. Ich wünsche mir... ich wünsche mir... hmm... ich wünsche mir, dass er meinen Namen keucht... bin ich jetzt pervers? Ach egal! Aber normaler Weise tut man so etwas nicht aus heiterem Himmel.
Lauri
„Nicht
direkt? Aber indirekt?“, ich kann mir einfach keinen Reim daraus machen, denke
aber angestrengt darüber nach. Was könnte ich indirekt getan haben? Ihn frieren
lassen? Ihn auf Entzug gestellt?
Gut,
Letzteres klingt noch relativ wahrscheinlich...
„Du kannst
ruhig mit mir reden, wenn du dir eine aktivere Beziehung wünscht.“
Nicht, dass
ich jetzt etwas dagegen einzuwenden hätte... Angestrengt hüte ich mich davor,
jetzt allzu zweideutig zu grinsen.
Aki
Danke! Das war meine Rettung! Ich strahle ihn an. "Ist schon okay... ich war nur mal wieder zu paranoid für diese Welt..." Ich kuschle mich mehr an ihn. Aber wie war das? Aktivere Beziehung? Mal scharf nachdenken... was habe ich über Kommunikation gelernt? Eine Nachricht hat auch immer einen Appell... wenn auch nicht immer eindeutig... aber ist hier der Appell nicht: 'Ich will eine aktivere Beziehung, also pass dich bitte an!' Klingt mir danach. Und wenn ich mal darüber nachdenke. Ein Problem habe ich damit sicherlich nicht.
Lauri
Er war also
paranoid? Ich denke, dass wir alle mal diese Phasen haben... wenn ich zum
Beispiel daran denke, wie ich drei Tage lang ununterbrochen versucht habe, die
Decke einstürzen zu lassen... und nichts ist passiert. Nicht einmal ein kleiner
Riss ist entstanden! Aber das dazu, jetzt sieht er wieder nachdenklich aus und
ich frage mich nach wie vor, ob er mich eben einfach nur nicht verstanden hat.
Na egal...
„Und jetzt?“
Aki
Vielleicht war diese Frage seinerseits in eben diesem Moment genau falsch. Vielleicht aber auch genau richtig. Auf jeden Fall hat sich durch gewisse detailliertere Gedanken an eine aktivere Beziehung etwas in meiner Mitte versucht zu regen... und genau aus diesem Grunde quittiere ich seine Antwort auch mit einem stürmischen, gierigen Kuss.
Lauri
Ich wusste
doch, dass seine Vorschläge schon immer gut waren. Also erwidere ich das ganze
und schleiche mich mit meiner Zunge in seinen Mundraum, suche die seine und
fordere sie auf, sich aktiv zu beteiligen...
Und ich
wusste auch, dass er mich versteht...
Plötzlich
stelle ich auch fest, dass sich Aki über mir befindet... und mir fällt wieder
auf, dass er nach wie vor keine Kleidung trägt.
Aki
Sag
mal, mustert er mich etwa? Ich spüre, wie sein Blick über meinen gesamten
Körper schleicht und bekomme eine Gänsehaut. Noch angenehmer wäre, wenn er mich
nicht nur angucken, sondern auch anfassen würde. Wieso liegt der Kerl
eigentlich in einem Bademantel unter mir? Was soll der überflüssige Fetzen
Stoff da???
Lauri
Auffordernd
sieht Aki mich an und ich spüre ein kleines Zusammenzucken seinerseits, als ich
ihn von unten an mich heranziehen, meine Lippen über seine Brust wandern lasse.
Übrigens der reinste Sport, eine Verbindung aus Aufwärmübungen. Fehlt nur noch,
dass sie das auch in der Schule unterrichten. Doch ich möchte mich nicht weiter
an diesem Gedanken aufhängen, fahre lieber fort, tauche mit der Zunge in seinen
Bauchnabel ein, was er mit einem leisen Keuchen quittiert.
Aki
Er ist mir definitiv Überlegen! Scheiß Bademantel! Wäre der nicht da, hätte ich weit aus mehr Möglichkeiten. Also nehme ich meine Hände zur Hilfe. Wozu sind die auch sonst da? Also öffne ich seinen Bademantel und lecke mir über die Lippen. Ich liebe seinen Körper und ich liebe das Gefühl zu wissen, dass er nur mir zum vernaschen und ihm zum existieren dient. Also nur uns beiden!
Lauri
Ungeduldig
und sich die Lippen leckend öffnet er nun also meinen Bademantel und betrachtet
mit lüstern. Ich lasse also ein wenig von ihm ab und meine Hände krallen sich
ein wenig in seine Oberarme, als hätte ich Angst, mich aufzulösen oder der
Realität entzogen zu werden. Mit halbgeöffneten Augen sehe ich ihn an, mein
Atem nimmt sich aus der Vorfreude heraus das Recht, seine Regelmäßigkeit
aufzugeben. Mein Inneres, mein Äußeres reagieren auf ihn.
Aki
Er hält sich jetzt also etwas zurück. Na wenn er meint. Ich jedenfalls lasse mir den Spaß nicht nehmen. Gierig küsse ich seine Brust, umspiele mit meiner Zunge seine Brustwarzen, beiße sanft hinein, genieße es ihn so zu spüren, ihn zu schmecken.
Lauri
Aki überfällt
mich mit einer Mischung aus Zärtlichkeit und Ungeduld, ich vermag es schwer zu
deuten, vermag schwer zu reagieren. Bin ihm und seinem Tun ausgeliefert, gebe
mich ihm hin und keuche leise auf, seufze unter seinen Berührungen. In mir regt
sich der Wunsch danach, es zu genießen... obwohl gleichzeitig die Ungeduld, der
Hunger nach ihm in mir hochkommt.
Aki
Schön zu wissen, dass es ihm gefällt. Und sein leises Keuchen bestätigt mich eindeutig in die Annahme. Ich küsse seine heiße Bauchhaut, versuche daran zu saugen, doch scheitere. Er hat einfach kein Gramm Fett zu viel und so habe ich auch keine 'Angriffsfläche' zum Saugen.
Lauri
Erfolglos
versucht er, an meiner Bauchhaut herumzusaugen. Nach kurzer Zeit gibt er es
jedoch auf und sieht zu mir, was ich mit einem flehentlichen Blick quittiere.
Verstärke den Druck auf seine Arme ein wenig, möchte ihn zurück zur Aktivität
bringen.
Aki
Jetzt
fängt er wieder damit an sich nur verwöhnen zu lassen. Ganz toll. Ich will auch
mal! Ich genieße es doch genauso wie er! Wie gemein! Trotzdem verbaue ich mir
jetzt nicht einfach alles, indem ich stoppe, sondern ich mache einfach weiter,
küsse seine Seiten und finde endlich etwas zum Saugen.
Lauri
Nun
wagt sich Aki an meine Seiten heran, was ich erneut mit einem Keuchen
quittiere, anschließend werde ich im Gegenzug aktiv, folge seinem
Beispiel und ziehe ihn auch in einen längeren Kuss hinein, den wir wenig später
schwer atmend wieder lösen. Er raubt mir meinen Atem und nun lasse ich meine
Hände zu seinem Rücken wandern, möchte ihn spüren und fühlen.
Aki
Langsam stellt sich bei mir wieder die Geduldsfrage. Wie lange halte ich es noch aus, ihn zu verwöhnen, verwöhnt zu werden, ohne mich ohne Hemmungen auf ihn zu stürzen? Die Phase wird jedenfalls immer kritischer. Sehr lange halte ich das nicht mehr aus. Ich küsse über seinen Bauch und lecke über seine Hüfte, hinterlasse meine feuchten Spuren auf seiner Haut.
Lauri
Ein wenig
zögert er, bevor er sich nun meinem Bauch und meinen Hüften wieder widmet,
wandert tiefer, macht mich nervös. Meine Finger verstärken ihren Druck, meine
Nägel schneiden ins Fleisch hinein, werden sicherlich Kratzer hinterlassen, doch
er scheint es nicht zu bemerken. Doch ich sehe, dass auch er seine Ruhe
verliert, langsam aber sicher seinen Verstand verliert...
Aki
Verdammt. Ich kann nicht mehr warten. Will nicht mehr warten. Muss nicht mehr warten. Ich lasse mich einfach auf ihn sinken, dringe dabei in ihn ein und versuche nicht einmal das gestöhnte 'Lauri' aufzuhalten, das rau meine Lippen verlässt.
Lauri
Mit einem Mal
durchzieht mich für einen Moment ein Schmerz, Aki kann scheinbar nicht abwarten
und dringt mit dem Stöhnen meines Namens in mich ein. Auch ich stöhne kurz auf
mit einer Mischung aus Schreck, Schmerz und Lust. Er scheint das zu hören,
beginnt sich zu bewegen, während ich mich mehr und mehr festkralle, der Schweiß
langsam aber sicher in Strömen beginnt zu fließen. Alles verzerrt sich langsam,
geht in einen Rausch über.
Aki
Ich sehe Lauri an. Sein Blick ist verschleiert, ich scheine ihm mit meinem Tun den Verstand zu rauben. Gut so. Er soll ruhig spüren, wie sehr ich ihn will und wie sehr er mich anmacht, indem er einfach nur unter mir liegt, keucht, stöhnt und sich in meine Arme krallt. Das Problem ist, dass ich meine Lust nicht mehr unter Kontrolle habe. Was, wenn ich ihn ins Koma vögle? Ist das überhaupt möglich?
Lauri
Aki wird
immer schneller, wird härter, tritt an meine Schmerzgrenzen heran, die nur noch
von der Sucht nach diesem Lustgefühl überflügelt werden. Scheinbar hat nun auch
er die Grenzen seines Verstandes überwunden und ich spüre, wie ein Ende naht.
Eine Ende vom Schmerz, den ich in die Welt hinausschreie, von der Lust, mit der
ich es gleichtue...
Aki
Wenn
ich nicht aufpasse, vögele ich hier nicht nur ihn, sondern mich gleich mit ins
Koma. Aber warum auch nicht? Liegen wir eben beide im Koma beide aufeinander im
Bett und irgendwann kommt Eero und will uns zu den Proben holen... und wir...
liegen wie tot, nackt, übereinander im Bett. Dieser absurden Gedanken treiben
ein Lächeln auf mein Gesicht.
Lauri
Ein leichtes
Lächeln schleicht sich auf Akis Gesicht, bin nicht in der Lage, es zu erwidern,
kenne die Gedanken nicht, die er in diesem Augenblick hat. Doch in meinen
Gedanken ist nur er und aus diesem einen Grund stöhne ich in diesem Namen laut
seinen Namen. Gleich ist es vorüber, ist es vorbei. Unser Schweiß vermischt
sich zu einem, wir sind eins, bis mich der Wirbel von Farben, Licht und der
letzten Instanz fortträgt...
Aki
Dann
weichen meine Gedanken von unseren bewusstlosen Körpern und Eero ab. Was heißen
soll, sie werden abrupt unterbrochen. In meinem Kopf geben sich die Gedanken
die Hand, aber sie alle haben etwas gemeinsam. Sie haben nur mit Lauri zu tun.
Bis ich das Gefühl habe von ihm in die Unendlichkeit befördert zu werden und
schließlich laut und mit seinem Namen auf den Lippen komme.
Lauri
Heiß ergießt
er sich nun in mir und auch ich folge seinem Beispiel, rufe ein letztes Mal
heiser seinen Namen. Danach sinkt er hektisch atmend auf mir zusammen und wir
verharren einen Augenblick, bevor wir uns voneinander zurückziehen. Vorbei.
Etwas Anderes fällt mir dazu nicht ein...
Schenke ihm
nur ein Lächeln, bevor mich nun erst einmal die Erschöpfung und Müdigkeit
überrollt. Es ist noch früh am Tage, dennoch würde ich es jetzt vorziehen,
einen Augenblick zu ruhen.
Aki
Lauri scheint jetzt ruhen zu vollen und wenn ich ehrlich bin, habe ich weniger als gar nichts dagegen. Für mich war das Lösen schon mehr Sport und Erschöpfung als mein gesamter letzter Tag.
Lauri
Mein
Vorschlag scheint angenommen und so sinken wir in einer währenden Umarmung
–klebrig wie wir sind- in einen kurzen, tiefen Schlaf der Ermüdeten.
Erst einige
Stunden später öffne ich wieder langsam meine Augen, stelle fest, dass es
draußen nach wie vor hell ist... und dass Aki fort ist.
Aki
So ewig schlafe ich nicht. Lauri hingegen beobachte ich noch eine halbe Stunde und er schläft... und schläft... und schläft... und dann hab ich keine Lust mehr und stehe auf. Ich gehe duschen und esse auch etwas. Lauri habe ich auch etwas zu essen gemacht, aber als ich wieder ins Schlafzimmer tapse, schläft er immer noch wie ein kleines Kind. Und mindestens genauso tief wie ein Stein. Plötzlich klingelt mein Handy. Na ja, es ist lautlos, aber durch Zufall stehe ich gerade daneben und bekomme es mit. Nach dem Gespräch verlasse ich das Haus. Ich weiß zwar noch immer nicht, was Pauli von mir will und was so dringend sein soll, aber bitte.
Lauri
Ich setze
mich, stelle fest, dass das Bettlaken erst einmal nicht mehr zu gebrauchen ist
und stehe schließlich auf, ziehe den Bademantel von vorhin über und mache mich
auf die Suche nach Aki... der nicht da ist. Die Wohnung ist leer und weder im
Bad, in der Küche noch in der Abstellkammer befindet er sich. Auch im
Kühlschrank... kein Aki. Nur ein paar kalte und einsame Pfannkuchen stehen auf
dem Tisch, sehen aus, als seien sie für mich gemacht.
Etwa die
Hälfte von ihnen nehme ich zu mir, bis ich wieder aufstehe, kurz dusche, mich
anziehe und mich ins Wohnzimmer begebe. Bald dämmert es und von Aki keine Spur.
Wo ist er nur?
Aki
Ich fahre also mit meinem Auto zu Pauli. War der nicht eigentlich im Krankenhaus? Aber er hat gesagt, ich soll zu ihm kommen. Nach Hause. Also klingle ich keine 20 Minuten später bei ihm und er öffnet auch. Er grinst mich verschwörerisch an. Ich schlucke. Was hat der vor? Er bittet mich rein zu kommen.
Lauri
Kein Aki.
Nicht am Handy. Kein Zettel. Nicht bei Eero. Pauli nimmt nicht ab. Aber was
sollte er bei denen auch? Bei seinen Eltern ist er auch nicht. Ist nicht im
Park. Nirgendwo...
Und ich sitze
auf dem Sofa und sehe in die Leere. Was hat ihn dazu bewogen, wortlos zu
verschwinden? Auch noch aus seiner eigenen Wohnung? Ich kauere mich ein wenig
mehr zusammen, schlafe nicht, warte nur. Warte, dass er wiederkehrt.
Aki
Pauli schließt die Tür hinter mir ab. Was zum Teufel soll das werden. Er grinst mich breit und verschwörerisch an. "Aki-Schatzie?" Wie jetzt? Ich will hier weg! Ich weiche bis zur Tür zurück und dann kommt er mir näher und... drückt mir einen Besen in die Hand. Total verpeilt starre ich zwischen dem Besen und Pauli hin und her. "Putzt du bitte für mich meine Wohnung? Ich kann das mit meinem Arm nicht..."
Lauri
Immer noch
niemand. Überhaupt niemand. Nicht mal eine Fliege. Es wird nur dunkel und das
regelmäßige Ticken der Uhr beginnt, mich aufzuregen. Halt die Klappe, rufe ich
der Uhr zu, die weitertickt. Also stehe ich auf, nehme die Batterien heraus und
setze mich wieder hin. Es wird dunkel hier. Dunkel... dunkler... nur noch nicht
am Dunkelsten. Aki, verdammt, wo bist du? Er wird doch nicht aus seiner eigenen
Wohnung verschwinden, wenn er feststellt, dass ich im Bett nichts tauge oder was
weiß ich...
Aki
"Pauli ich bin doch nicht dein---" Doch er unterbricht mich mit einem Satz, der mich ihm sofort Untertan macht. "Du putzt meine Wohnung oder ich sage Eero, du möchtest fünf Extrastunden Yoga-Kurs ganz für dich allein! Pro Woche!!!!" Das Problem bei Eero ist, dass er einem danach nicht mehr zuhört. Ich wäre verpflichtet diese Yoga-Stunden durchzustehen. Und bevor ich mich DAZU herablasse, putze ich täglich bei Pauli!
Lauri
Nach wie vor
nichts. Zum dritten oder vierten Mal wähle ich Eeros Nummer, der bereits
genervt aufstöhnt, als ich meinen Namen nenne und mir aufgebracht erklärt, dass
er nicht wisse wo Aki sei. Ob Pauli was weiß? Doch bei Pauli meldet sich
niemand. Kein Anrufbeantworter, nichts.
Seufzend lege
ich das Telefon wieder weg und denke darüber nach, warum er wohl fortgegangen
ist. Entweder hat er erkannt, dass ich doch nutzlos bin. Oder es ist etwas
passiert. Oder vielleicht liegt er jetzt in irgendeinem Straßengraben dem Tode
nahe... Eine Träne läuft meine Wangen hinab und tropft zu Boden. Wo ist er?
Aki
Ständig bimmelt Paulis Telefon und der Typ geht nicht mal ran! Hat Angst, es sei seine Ex. Er hat keine Lust mit ihr zu reden. Ja schön... mich nervt das Gebimmel aber tierisch! Und das ich rangehe, möchte er auch nicht. Ich bin ja nur da, um aufzuräumen. Endlich, so gegen 22 Uhr entlässt er mich aus dem Sklaventum. Bevor er es sich noch anders überlegt, verlasse ich fluchtartig seine Wohnung. Als ich auf mein Handy gucke, welches im Auto lag, sehe ich die ganzen Anrufe in Abwesenheit. Alles Lauri. Ich seufze. Wenn das irgendwelche negativen Auswirkungen hatte, wenn Lauri sich irgendwas angetan hat, dann bringe ich Pauli eigenhändig um! Aber zu erst, nehme ich mein Handy und rufe Lauri an.
Lauri
Das Telefon klingelt. Warum klingelt das Telefon? Ich hebe meinen Kopf, erblicke verschwommen das Telefon, denn meine Tränen, von denen ich nicht weiß, weshalb sie eigentlich fließen, verschleiern mir die Sicht. Wer ruft hier an? In unendlicher Langsamkeit nehme ich das Telefon, hebe ab, sage leise meinen Namen. Dann erstarre ich. Aki, er ruft mich an. Was möchte er? Ist er inzwischen hinter der Grenze und möchte mir sagen, dass er nicht mehr wiederkehren wird?
Aki
Mir kommt es vor wie Ewigkeiten, als er endlich abnimmt. "Lauri... es tut mir leid...", beginne ich denn schon an seiner Stimme erkenne ich, dass es ihm nicht gerade bestens geht. Ich fahre bereits los, schalte mein Handy auf Freispruch. Ich möchte so schnell es geht wieder bei ihm sein. "Ich bin gleich wieder da... ich erklär dir dann was los war... okay?"
Lauri
„J...ja...“, scheinbar ist er doch noch nicht in Schweden oder Russland oder so. Nach dieser Antwort legt er erst einmal wieder auf und ich bleibe in meiner bisherigen Haltung auf dem Sofa setzen. Was kommt jetzt? Das Ende? Die Abrechnung? Ich weiß nicht, ob ich das wissen möchte. Vielleicht sollte ich jetzt einfach meine Sachen nehmen und verschwinden. Einfach nur verschwinden...
Doch ich bleibe, höre, wie sich die Tür öffnet.
Aki
Verdammt! Was ist mit ihm? Sein stockendes 'j... ja...' hat mich total verunsichert. So schnell wie möglich, fahre ich nach Hause, fahre sogar über eine rote Ampel und flitze dann in meine Wohnung. Ich haue die Tür laut ins Schloss, schleudere meine Jacke unsanft in die Nächst beste Ecke und kicke meine Schuhe gegen die Wand, die abprallen und in der Mitte des Ganges zum Liegen kommen. Ich beeile mich, um ins Wohnzimmer zu kommen, wo Lauri auf dem Sofa mehr oder minder kauert.
Lauri
Aki betritt das Wohnzimmer, sieht aus, als hätte er sich sehr beeilt. Um es möglichst schnell zu beenden? Ich sehe nicht auf, ich will nicht aufsehen. Denn wer weiß, was ich dann sehen werde. Nur noch ein Restfunke meines Bewusstseins ringt sich zu der folgenden, bedeutungsschwangeren Frage durch:
„Wo warst du? An dein Handy ist du nicht gegangen. Eine Nachricht gab es nicht. Bei Eero warst du nicht. Pauli hat nicht abgenommen. Und draußen warst du auch nirgendwo.“
Ruhig, aber mit eisiger Stimme verlassen diese Worte meine Lippen.
Aki
Ich schlucke schwer. Soll ich es jetzt noch wagen, zu ihm zu gehen? Ihn einfach zu umarmen, wie ich es eigentlich wollte? Wie soll ich eigentlich anfangen, es ihm zu erklären? Wird er mir überhaupt glauben, wenn ich sage, ich habe bei Pauli AUFGERÄUMT? HALLO? Wie krank ist das bitte?! Das wird er mir doch nie glauben. Und das Schlimmste ist, dass ich das nicht einmal verdenken kann. Ich würde es vermutlich auch nicht glauben. Tränen laufen meine Wangen runter. Ich muss zumindest versuchen, es ihm zu erklären. "Lauri... bitte es tut mir leid... ich... ich war bei Pauli... mein Handy lag im Auto und er ist nicht ans Telefon gegangen, weil er dachte es wäre seine Ex und er wollte nicht mit ihr reden..."
Lauri
Er weint, ich höre seine tränenerstickte Stimme, die etwas von Pauli und seiner Ex erzählt. Deshalb hat Pauli nicht abgenommen? Gut, das würde vielleicht Sinn ergeben... Langsam hebe ich meinen Kopf, sehe ihn an, sehe ihm die Verzweiflung an. Sagt er die Wahrheit? Ich möchte es ihm glauben, doch...
„Und du bist nicht gegangen, weil ich so nervtötend bin... oder eine Null im Bett... oder...“ Mir gehen die Ideen aus.
Aki
"Nein! ...Ich bin nicht gegangen, weil ich... weil ich... aufräumen musste..." Ach scheiße! Das wird er mir nie und nimmer glauben! So was Dämliches wie DAS, hat er sicher noch nie gehört! Verdammt! Ich hasse Pauli! Ich breche zusammen, meine Beine halten mich nicht mehr. Wieso habe ich mich nicht doch auf den Yoga-Kurs eingelassen? Dann wäre ich früher zu Hause gewesen dann hätte ich immerhin mit Lauri jetzt keine Probleme.
Lauri
Er musste
also bei Pauli aufräumen... bei Pauli aufräumen? Das klingt so idiotisch, dass
es einfach wahr sein muss... glaube ich, hoffe ich inständig. Wenn nicht, habe
ich immer noch die Möglichkeit aus dem Fenster zu springen, mir eine Magnum zu
kaufen oder mir ein Butterfly zu suchen. Also keine Panik, Lauri!
„Warum hast
du dann keine Nachricht hinterlassen?“, frage ich weiter, löse mich aus meiner
Haltung, stehe auf, stehe ihm direkt gegenüber.
Aki
Er steht mir nun direkt gegenüber und ich kann nur wie ein reumütiger Hund zu ihm aufblicken und beten, dass er mir glaubt. "Weil... weil Pauli meinte, ich... ich soll schnell zu ihm kommen ich... ich dachte es... wäre was Wichtiges... und... er... er hat mir mit... mit 5 Stunden Yoga-Einzelkurs bei Eero pro Woche gedroht!" Oh Gott! Ehrlich viel mehr Schwachsinn konnte ich nicht erzählen! Obwohl es ja stimmt...
Lauri
Ich ziehe eine Augenbraue hoch und sehe ihn skeptisch an. Fünf Einzelstunden Yoga? Das ist so gut wie Suizid, aber: „Und du hattest trotzdem keine Möglichkeit, mal zu sagen, dass du noch lebst?“
Er senkt seinen Blick zu Boden. Und ich seufze hörbar, bevor ich nun meine Arme um ihn lege: „Ach egal... jetzt bist du ja wieder da.“ So muss man das sehen.
Aki
Ich klammere mich an ihn. Wieso passiert so was immer mir? Gestern wollte ich ihn nie mehr los lassen und heute hätte ich ihn fast nie mehr anfassen können. Jetzt kann mich nichts mehr von ihm… ich höre ein Grummeln. Ein ziemlich lautes Grummeln. Aus Richtung meines Magens.
Lauri
Er hat Hunger, stelle ich grinsend fest und frage ihn, ob er Hunger haben würde. Anschließend ziehe ich ihn –ohne die Antwort abzuwarten- in die Küche und sehe ins Kühlfach. Nichts als Fischstäbchen. Argh, DAS hatte ich im Eifer des Gefechts ganz vergessen! Dennoch greife ich nach einer Packung, öffne sie und bereite die Pfanne vor.
Aki
Normalerweise würde ich ihm die Fischstäbchen sofort entreißen. Wer weiß, was er den armen Köstlichkeiten antut. Fischstäbchen zu braten ist eine Kunst! Entweder, brennen sie an oder sie zerfallen! Aber jetzt ist mir nicht danach, ihm die Fischstäbchen zu entreißen. Im Gegenteil. Ich hänge mich an meins, lasse ihn einfach nicht los.
Lauri
Mit Aki als Anhängsel ist es gar nicht so einfach, Fischstäbchen zu braten. Ich schaffe es dennoch irgendwie und wirklich... sie sehen annehmbar aus. Von Akis strengem Blick verfolgt, nehme ich sie aus der Pfanne, verteile sie gerecht (d.h. drei für mich, sieben für Aki) auf zwei Teller und stelle das ganze auf den Tisch. Nach Beilagen oder Ähnlichem ist mir heute nicht und Aki sieht auch nicht aus, als würde er noch gerne Pommes dazuhaben. Also lasse ich mich zufrieden auf einen Küchenstuhl fallen und beginne mit der Mahlzeit.
Aki
Lauri stellt sich ziemlich gut an. Das einzige, was mir missfällt ist, dass ich mich von ihm lösen muss, als er sich hinsetzt. Aber so leicht wird er mich nicht los! Ich rücke meinen Stuhl direkt neben seinen und lege meinen Kopf auf seine Schulter. Erst dann genieße ich die Fischstäbchen.
Lauri
Auch weiterhin rückt mir Aki auf die Pelle, aber bitte, ich habe nichts dagegen und so essen wir in stillem Einverständnis zusammen unsere Fischstäbchen. Irgendwie ist es doch schöner, Aki mit einem kindlichen Lächeln seine Fischstäbchen essen zu sehen, als ihm zuzusehen, wie er missgelaunt und halb verhungert Salatblätter schluckt. So sieht meine Ansicht aus.
Nach einiger Zeit stellen wir unsere Teller beiseite und in erneut bester Polynesen-Manier gehen wir ins Wohnzimmer und setzen uns aufs Sofa. Ich schalte nebenbei auch den Fernseher an.
Aki
Lauri schaltet den Fernseher an doch das interessiert mich nicht. Es kann laufen was will und wenn eine Sondersendung nur über Fischstäbchen läuft, es interessiert mich nicht! Obwohl... eine Sondersendung über Fischstäbchen... okay! Aber nur das! Ansonsten interessiert mich nur eins! Und das ist Lauri! Dem bin ich auch schon wieder so auf die Pelle gerückt, dass ich schon fast auf seinem Schoß sitze.
Lauri
Niemand von uns hegt Interesse für die Darbietungen im Fernseher, stattdessen hat sich Aki mir zugewendet und befindet sich beinahe auf meinem Schoß. Mit einem Lächeln im Gesicht nähre ich mich dem Seinen, blicke ihm tief in die Augen und bedecke schließlich seine Lippen mit den meinigen, beginne, an seinen zu saugen. Streiche irgendwann mit meiner Zunge über seine Lippen, bettele um Einlass...
Aki
Ohne Zögern gewähre ich ihm seinen Einlass, den er fordert. Empfange seine Zunge neckisch mit meiner. Wie ich seine Nähe liebe. Ich will nicht, dass dieser Kuss endet. Ich lege meine Hand in seinen Nacken, kraule ihn und drücke ihn sanft näher an mich.
Lauri
Näher zieht er mich an sich, woraufhin ich meinerseits auch meine Hand in seinen Nacken lege, um ihm ein wenig näher zu sein. Der Kuss hält an, eine Verbindung, die keiner zu lösen wagst, als würde das Lösen das Ende bedeuten. Immer wilder wird unsere Darbietung, leise keuchen wir auf in unserem Spiel, verlangen nach Luft und doch mehr nach der Zunge des anderen.
Aki
Ich lasse mich fallen, ziehe ihm mit mir, so dass er über mir liegt, wage es nicht den Kuss zu lösen, auch wenn meine Lunge nach Luft verlangt. Ich will sie ihr nicht geben, will nur noch ihn spüren, mit seiner Zunge spielen, würde sie zu gerne noch ganz woanders spüren, doch glaube ich nicht, dass er das für gut empfindet.
Lauri
Liege jetzt über ihm, breche dennoch nicht ab, spüre nur, wie unsere Luft uns abhanden kommt, wie wir dennoch nach dem jeweils anderen lechzen, nicht von ihm lassen können. Meine Hände fahren unter seinen Pullover, als für uns für einige Sekunden lösen, um nach Luft zu schnappen.
Bis wir erneut in einen Kuss versinken, der der Leidenschaft des vorherigen in nichts nachsteht...
Aki
Ich seufze, hätte mir eigentlich nie denken können, dass dieser Toast je so heiß und leidenschaftlich sein kann, bevor ich es am eigenen Körper erfahren durfte. Und jetzt... bin ich süchtig danach, nach seinen Berührungen, nach ihm. Kann einfach nicht genug von ihm kriegen, nie mehr.
Lauri
Alles kann so
schön sein, wenn man nicht gestört wird. Und, werden wir gestört? Ihr habt es
erfasst, wir werden es... oder soll ich sagen „mal wieder“?
Als
Störfaktor erweist sich dieses Mal der Fernseher, in dem plötzlich die
Nachrichten laufen: „Guten Abend, meine Damen und Herren, mein Name ist Aira
Ikonen und ich begrüße Sie im Helsinki Journal. Zunächst komme ich zu einer
Meldung, die uns soeben erreicht hat: Laut offizieller Angaben kam es zu einem
Fall von Suizid nach der Bekanntgabe der Partnerschaft zwischen den beiden
Mitgliedern von The Rasmus. Ein junges Mädchen wurde mit einer darauf
hinweisenden Niederschrift Tod aufgefunden und...“
Ich
lasse von Aki ab und sehe hin zum Bildschirm, auf dem ein Bild von uns beiden
im Hintergrund zu erkennen ist.
Aki
Ich seufze. Wieso gibt es denn immer wieder diese
Verrückten?Ich finde es nun wirklich ernsthaft übertrieben. Ich meine, allen
wird die Liebe ihres Lebens gegönnt aber kaum ist man berühmt, darf man nicht
mehr glücklich sein, ohne einen Skandal auszulösen. Ich sehe es schon vor mir,
wie 10 nur leicht bekleidete Mädchen auf einer hohen Brücke stehen und dem
neusten Trend nachgehen. Suizid, weil irgendwelche Stars oder auch wir vergeben
sind.
Lauri
Irgendwie erschreckend, jemand der sich wegen uns
umbringt. Ist das nicht verrückt? Des weiteren höre ich, dass die Eltern des
Mädchens uns wohl auf Schadensersatz verklagen möchte und Ähnliches. Ist das
nicht noch verrückter? Aki seufzt nur hörbar und ich höre bereits das drängende
Geklingel des Telefons. Da hat scheinbar noch jemanden Nachrichten angesehen.
Ich möchte weg, auf irgendeine einsame Insel... „Aki?“, er sieht mich fragend
an, „Können wir nicht auswandern auf eine unbewohnte Südseeinsel?“
Aki
Ich gähne nur. Du willst auswandern? Machst du jetzt
witze? "Lauri... ich hasse Sauna... da unten is es noch wärmer..."
Lauri
„Dann eben nicht...“, das Telefon lasse ich klingeln,
es ist mir vollkommen egal, wer das ist. Und wenn es Eeros Schwiegermutter
höchstpersönlich ist, ich... „Wusstest du, dass Eero neuerdings so eine
neongrüne Strickmütze trägt mit Bommel? Die ist wirklich geschmacklos...“ „Wie
kommst du jetzt auf Eeros Strickmütze?“, frage ich und stimme dir insgeheim
dennoch zu. Neongrün. Wir sind eine Band, die vom düsteren Image lebt. Nicht
von neongrünen Strickmützen!
Aki
"Weil sie Noengrün ist. Ich mag sie nicht... sie
ist einfach nur... ja, ich würde fast sagen sie ist pervers! Sie ist
Pupillenkrebserregend und eine Netzhautpeitsche... und dieser Bommel ist...
ist... absolut kitschig!"
Lauri
„Na ja, Bommel mag ich eigentlich. Aber Federn sind
natürlich noch ein wenig besser. Wobei ich sagen muss, dass Eeros Mütze
wirklich schrecklich ist. Wusstest du, dass Pauli jetzt neuerdings versucht,
abzunehmen? Er meint, er habe nur noch Magermilch und Diätkekse im Haus.
Irgendwie glaube ich ihm das nicht...“
Aki
"Pauli? Der is doch total auf Gummibärchen!!! Der
isst doch fast nichts anderes mehr als Gummibärchen... das ist schon ne
Sucht... meiner Meinung nach müsste der auf Entzug... aber wusstest du, dass
ich neuerdings Reizwäsche trage?!"
Lauri
„Nein, DAS wusste ich nicht. Dass Eero Pauli das
durchgehen lässt... wo doch BSE-Gefahr herrscht bei Gummibärchen. Aber das
andere ist mir neu: Soll ich das jetzt als Aufforderung verstehen?“, ich
blinzele ihn an und denke kurz nach. Frage mich, ob ich mir Pauli rank, schlank
und durchtrainiert vorstellen könnte. Ich glaube, ich müsste mich übergeben...
Aki
"Tja... Eero weiß nichts davon... Pauli sagt ihm
immer er hätte die Pfoten von den Dingern gelassen... aber das stimmt natürlich
nicht... und ja, das war ne Aufforderung!"
Lauri
„Der Herr ist aber direkt heute“, stelle ich fest und
spreche es auch so aus. Meine Hand greift nach der Fernbedienung und Aira
Ikonens Gesicht verschwindet vom Bildschirm, er wird schwarz. Alles ist still,
hören nur noch unseren Atem, sehen uns in die Augen.
Aki
Kann der jetzt auch mal was machen. Wenn der schon so
reagiert, kann er jetzt auch wenigstens mal nachgucken! Und wird... überrascht
werden...
Lauri
Ungeduldig sieht mich Aki an, ich glaube zu verstehen
und greife nach seinem Pullover, streife ihm diesen über den Kopf. Dies
versuche ich zumindest, allerdings stelle ich mich ein wenig ungelenkig an und
bin froh, als ich es endlich fertiggebracht habe und den im Grunde lästigen
Stoff in die Ecke befördere.
Aki
Na das ist doch schon mal ein guter Anfang. Nur
weiter... aber es ist ja nicht so, als wäre ich untätig. Ich kralle mir
meinerseits sein Shirt und befördere es möglichst weit weg von uns. Ich sehe
mir seinen Körper an und lecke mir gierig über die Lippen.
Lauri
Eine Gänsehaut überkommt mich, als ich seinen hungrigen
und lüsternen Blick auffange. Ist der eigentlich je satt? Ich muss ein wenig
Lächeln, fahre mit dem Programm fort, um seinem Wunsch nachzukommen. Meine
Hände wandern zu seiner Hose, versuchen Knopf und Reisverschluss zu öffnen,
zittern ein klein wenig. Egal, wie oft es sich auch wiederholen wird im Leben,
diese Aufregung und Nervosität wird nicht dahinschwinden. Versuche, ihm die
Hose abzustreifen...
Aki
Endlich setzt er an, mich von dieser Qual zu befreien.
Eigentlich wollte ich von Anfang an nur darauf hinaus. Auch als ich das mit
Eeros komischer Mütze sagte, hatte ich genau das im Hinterkopf. Diese Hose
loswerden. Ausgezogen von Lauri, endlich von den Qualen erlöst werden. Denn
eine Jeans tut weh am Schritt, wenn meine keine Boxer trägt... und genau das
ist meine 'Reizwäsche' ich trage gar nichts als meiner nackte Haut unter der
Jeans und bete, dass mein bestes Stück noch nicht allzu rot und abgescheuert
ist.
Lauri
Das versteht der Mister Playboy des Jahrtausends also
unter „Reizwäsche“. Nur die Situation hält mich jetzt davon ab, zu lachen, so
bringe ich nur eine Art merkwürdiges Grinsen zustande und mein Gesicht färbt
sich in einem leichten Rot. Verharre in der Bewegungslosigkeit und brauche
einige Zeit, bis ich mich ihm erneut zuwende.
Aki
Ich scheine mein Fischstäbchen damit ziemlich
überrascht zu haben. so sehr, dass er nicht einmal merkt, dass ich ihn nun auch
total entkleide und er mir nackt, wie seine Mama ihn gebar, vor mir sitzt.
Lauri
Habe ich etwas verpasst? Verwundert sehe ich meiner
Unterwäsche nach, wie sie mit der Vase Bekanntschaft macht, die mir meine Tante
einst schenkte. Ob die Vase für diesen Zweck gedacht war? Doch dann reißen mich
Akis Handlungen wieder auf den Boden der Tatsachen und stelle fest, dass mein
Atem und Herzschlag bereits zusehend beschleunigt haben. Zudem bringt mich Akis
leicht verklärter Blick dazu, ihm nun meine Zunge in den Mund zu schieben ohne
um Einlass zu bitten.
Aki
Was geht denn mit ihm ab? Ich kann erst nach gewisser
Zeit diesen Kuss erwidern. Total baff bin ich von seiner Aktion. Kann es sein,
dass ich ihn süchtig mache? Egal, mich macht er jedenfalls süchtig und das
bekommt er auch zu spüren, denn ich bestehe auf einen heißen Kampf zwischen
unseren Zungen.
Lauri
So sehr sich Aki auch bemüht, heute verliert er einmal
unser tägliches Gefecht und ich bringe es fertig, ihn ohne ein Auflösen der
Verbindung auf Sofa zu drücken. Anscheinend ist er überrascht, doch ich lasse
ihm nicht allzu viel Zeit und stütze meine Hände neben seinem Kopf ab, löse den
Kuss und wandere mit meinen Lippen von den seinen über seinen Hals hinab gen
Süden.
Aki
Heute scheint er in Angreifer Stimmung zu sein. Aber
bitte, ich gebe mich ihm seufzend hin. Ich sehe kein Problem darin, auch mal
ihm zu unterliegen. Im Gegenteil ich finde es eher angenehm. Außerdem zeigt es
mir, dass ich nicht der einzige Sex-Junky im Haus bin. Aber ganz allein sein
Ding machen lassen, kann ich ihn nicht. Ich kratze über seinen Rücken, will auf
keinen Fall, dass er aufhört von daher kann ich nicht so viel machen. Er könnte
ja wieder mir die Initiative überlassen.
Lauri
Halte an, als ich bei seinem Bauchnabel ankomme und
versenke meine Zunge darin, woraufhin die Kratzer auf meinem Rücken an Tiefe
gewinnen und ich es mir nicht verkneifen kann, ihm schelmisch zuzulächeln.
Spüre den Schmerz, den die Kratzer verursachen, kaum, mache mich lieber daran,
ihn ein wenig zu quälen und mit meiner Zunge seinen Körper zu erkunden.
Aki
Toll, das hab ich nun davon. Er qäalt mich, setzt mich
einer zuckersüßen Folter aus und ich kann nichts anderes tun, als weiter über
seinen Rücken zu kratzen und mich ihm verlangend entgegen zu drücken. Trotzdem
foltert er mich auf diese Weise weiter. Der Schuft.
Lauri
Verlangend drückt er sich mir entgegen, doch ich nehme
mir die Zeit, verharre an der einen oder anderen Stelle, liebkose sie und
hinterlasse meine Zeichen. Spüre, dass er unruhiger wird, wandere wieder in
Richtung seiner Lippen und beginne, an ihnen zu saugen und anschließend an
seinem Ohrläppchen zu knabbern. Er schmeckt gut, macht mich süchtig und
steigert langsam aber sicher meine Euphorie.
Aki
Ich merke, wie mein Körper langsam beginnt vor erregung
zu zittern. Kann er jetzt nicht endlich ansetzen und mich erlösen? Ich kann
bald nicht mehr. Doch es scheint ihm spaß zu machen, mich so zu quälen. Ich
hätte nicht gedacht, dass er auch nur ein Fünkchen sadistisch sein könnte. Doch
wenn ich genauer darüber nachdenke, gefällt mir der Gedanke sogar.
Lauri
Flehend sieht Aki mich an und ich muss mir ein Grinsen
verkneifen, seine vorherige Selbstsicherheit ist erst einmal wie weggeblasen.
Apropos weggeblasen, das wäre auch eine Lösung, um ihm mal zu verdeutlichen,
wer hier die Oberhand hat. Also leiste ich dieser Idee Folge und spüre, wie er
sich mir immer weiter entgegendrückt.
Aki
Wie gemein. Er nimmt mir damit jegliche Chance,
irgendwas zu machen. Ich kann mich ihm einfach nur mehr und mehr
entgegendrücken und darauf hoffen, dass mein Rückrad das auch mitmacht. Wenn
nicht, hab ich ein Problem.
Lauri
Irgendwann lasse ich ab und stelle fest, dass Aki der
Schweiß bereits aus allen Poren zu laufen scheint, scheinbar ist da jemand
sehr... angeregt. Also schenke ich ihm ein Lächeln und tue ihm den Gefallen,
auf den er eigentlich wartet: Bringe ihn und mich in die richtige Position und
dringe schließlich in ihn ein, was er mit einem Stöhnen quittiert.
Aki
Endlich tut er das, wonach ich mich so sehne und dringt
in mich ein. Er hat mich ehrlich auch lange genug gefoltert! Wobei... er ist
ein sehr talentierte Folterknecht... bei ihm leidet man doch gern...
Lauri
Beginne, mich in ihm zu bewegen und mich und ihn an die
Grenzen des Bewusstseins zu treiben. Mir gefällt dieser Anblick, wie er
verschwitzt und leidend unter mir liegt, mich flehend ansieht... Steigere das
Tempo und genieße seine Anspannung, die Situation.
Aki
Er scheint es noch immer zu genießen, mich auf
irgendeine Weise zu quälen, mir den Verstand zu rauben und mich mehr und mehr
zum Schreien bringt, dazu zwingt meine Lust einfach in die Welt zu schreien,
kann schon lange nicht mehr klar denken. Aber ich muss es auch nicht.
Lauri
Das Ende nähert sich, auch ich schweige längst nicht
mehr und meine Stimme bricht sich, wird zu einem heiseren Krächzen, das wohl
seinen Namen darstellen sollte, bevor ich zum letzten Mal zustoße und mich
schließlich in ihm ergieße. Er folgt mir zugleich. Breche nun auf ihm zusammen,
fühle die klebrige Flüssigkeit zwischen unseren Körpern.
Aki
Zärtlich streiche ich ihm ein paar nasse Strähnen aus
dem Gesicht. Ich hauche ihm einen Kuss auf die Stirn. "Du bist so
wunderschön..." Ich sehe ihn verliebt an. Er ist wirklich wunderschön. Und
er gehört nur mir.
Lauri
„Nicht so schön wie du...“, hauche ich zurück und löse
unsere Verbindung. Anschließend lasse ich mich wieder auf ihn sinken und lege
meine Hand auf seine Brust, male etwas deformierte Herzchen mit dem Finger
nach. Seine Augen glänzen in der Dunkelheit und ziehen mich magisch an, kann
meinen Blick nicht von ihnen abwenden.
Aki
Bei seinen Worten breitet sich eine dicke Gänsehaut auf
meinem Körper aus. Ich liebe seine Stimme. So wie ich alles an ihm liebe. Aber
seine Stimme ist etwas besonderes. Glockenhell und doch irgendwie rau und
wunderschön. Sie hat manchmal einen beruhigenden klang... dann klingt sie auf
einmal wieder einfach nur anmachend und sexy. Ich liebe es.
Lauri
„Heute duschen oder lieber morgen...?“, frage ich und
ernte zunächst keine Antwort. Weiterhin malen meine Finger Herzen auf seiner
Brust nach, auch, wenn sie endlich ein wenig formierter werden. Es ist ein
schönes Gefühl, hier nun zu liegen, völlig entspannt, irgendwie sorgenfrei...
Aki
Also stimme ich einfach mal für morgen. Frei nach dem Motto: Was du heute kannst besorgen, verschiebe bloß auf morgen! Ich gähne und konzentriere mich auf seine Berührungen, die irgendwie kitzeln und doch schön sind. Fast so schön wie er. Aber dennoch nur fast.
Lauri
Langsam werden meine Berührungen langsamer, bis meine Hand schließlich auf seiner Brust ruhig liegen bleibt und ich wegnicke. Zu anstrengend der Tag und das Tun von eben. Aber irgendwie hat es doch wirklich etwas Schönes, wenn man abends sorglos und ruhig einschlafen kann, zur Ruhe kommt und weiß, dass dich morgen niemand für irgendwelche nicht erledigten Aufgaben erschlägt... ein Grund, weshalb ich die Schule nie beendet habe...
Aki
Lauri ist also eingeschlafen. Wie süß er doch ist, wenn er schläft. So friedlich, wie ein Fischstäbchen in der Gefriertruhe. Friedlich und trotzdem sehr verlockend. Ich muss mich richtig zusammenreißen, nicht noch mal über ihn herzufallen. Das gelingt mir dann auch, als ich endlich zu Lauri ins Land der Träume gleite.
Lauri
Meine Träume sind relativ ereignislos, ich träume von irgendeinem Amokläufer, den ich umbringe und von einem Fluss, den ich auf dem Rücken eines Hais überquere... bis dieser mich fressen möchte, was ich jedoch nicht zulasse...
Danach stellt sich langsam der Halbschlaf ein und ich frage mich, wo ich mich eigentlich gerade befinde. Mein Arm liegt auf irgendetwas. Oder irgendjemanden? Verschlafen blinzele ich... hm... ach ja, Aki...
Aki
Als ich aufwache, liegt Lauri halb auf mir drauf, so dass ich mich nicht rühren kann. Also schlafe ich einfach wieder ein. Als ich das zweite Mal aufwache, liegt nur noch sein Arm auf mir und er blinzelt noch verschlafen, scheint auch erst eben wach geworden zu sein. Wie süß er doch ist, wenn er so verschlafen ist und seine Augen noch ganz klein. Einfach zum knutschen!
Lauri
„Hm... morgen Aki...“, bringe ich hervor und kuschele mich gleich wieder in die warme Decke und an Aki. Es ist kalt da draußen und ich bin noch müde. Also kein Grund zum Aufstehen.
Außerdem... was sollte heute schon anstehen? Ich denke angestrengt nach, aber seit der Sache mit Paulis Hand ist unsere Band erst einmal außer Betrieb. Hm... das klingt, als wären wir ein Gerät.
Aki
"Morgen
Puschel...", erwidere ich und muss lachen, als ich seinen skeptischen
Blick bemerke. Aber wundern tut mich das nicht weiter. Ich habe ihn ja noch nie
'Puschel' genannt. Aber seine Haare erinnern gerade an das Nest eines
puscheligen Häschens, was ich ihm besser nicht sage, sonst wird er noch sauer.
Lauri
Puschel?
Bin ich zum Stoffhasen mutiert? Fischstäbchen, ok... aber Puschel? Das ist ja
noch schlimmer als Nalle!
Doch ich
schweige, möchte Akis Stimmung nicht trüben und widme mich lieber einer sinnvollen
Aufgabe:
Aki
küssen. Es gibt nichts Sinnvolleres (und Schöneres)!
Aki
Obwohl ich nichts über seine Haare gesagt habe, scheint Lauri etwas gekränkt zu sein. Er möchte wohl nicht 'Puschel' genant werden. Trotzdem sagt er nichts, sondern küsst mich nur. Auch eine Art, mich zum Schweigen zu bringen. Und vermutlich weitaus effektiver und schöner als andere. Ich erwidere jedenfalls.
Lauri
Nach längerer Zeit lasse ich von ihm ab und stelle fest, dass ich auch halbwegs wach inzwischen bin. Immerhin etwas. Etwas schwerfällig erhebe ich mich, setze mich auf und suche nach meiner Kleidung. Erst dann sehe ich an mir herunter und erinnere mich daran, dass wir duschen gehen wollten. Wäre wirklich angebracht. Also werfe ich die zusammengesuchte Kleidung wieder in den Raum und suche stattdessen nach einem Handtuch.
Aki
Ich sehe Lauri zu, wie er nach irgendetwas sucht, vermutlich ein Handtuch, denn wir wollten ja duschen gehen. Nachdem mir das auch mal wieder eingefallen ist, suche ich mir auch eins und finde es sogar schneller als Lauri.
Lauri
„Let’s go!“, rufe ich Aki zu und betrete mit ihm zusammen das Badezimmer. Dann lege ich das Handtuch über die örtliche Heizung und drehe in der Dusche das Wasser auf, warte bis auch Aki seinen Weg mit unter die Dusche gefunden hat.
Nun gut, es ist ein wenig eng, aber wen interessiert das?
Während ich nun das Duschgel von der Ablage nehme, erinnere mich daran, dass man auch das Bett nachher mal neu beziehen könnte...
Aki
In Lauris Augen sehe ich das typische 'ich-muss-aufräumen-und-putzen-Leuchten' und frage mich, was es dieses Mal ist, was er in Ordnung bringen will. Aber es ist schon erstaunlich. Die Augen sind das Tor zur Seele, sagt man und besonders Lauri glaubt daran. Aber er ist der einzige Mensch, aus dessen Augen ich wirklich lesen kann, wie aus einem Buch.
Lauri
Ausnahmsweise bringen wir das Duschen relativ schnell und ohne „größere“ Zwischenfälle hinter uns. Als ich aus der Dusche steige, reiche ich Aki sein Handtuch, nehme das meine und ziehe mich anschließend an. So, Zeit zum Bett beziehen! Ich werfe Decken und Kissen zur Seite und ziehe das Bett ab. Das Laken hat wirklich mal eine Wäsche nötig... ob es vielleicht so etwas wie Unterlegplatten fürs Bett gibt? Das würde zumindest den Verbrauch an Bettlaken eindämmen.
Aki
Wie ich mir gedacht habe, macht Lauri sich gleich wie ein Putzteufel ans Werk. Ich würde ihm ja helfen, aber wenn Lauri erst mal loslegt, steht man sowieso nur im Weg rum. Also schließe ich die Badtür von innen und widme mich meinen Haaren. Ich finde, sie könnten eine kleine Änderung vertragen.
Lauri
Schließlich befördere ich das Bettlaken in die Waschmaschine unten im Keller. Warum muss man eigentlich so weit laufen? Vor allem: Wie bedient man diese Waschmaschine?! Fragend besehe ich mir die Knöpfe und drücke auf Gut Glück irgendetwas.
„Was machst du denn hier?“
Och nee, bitte nicht Akis komische Nachbarin. Aki hatte Recht, die kommt wirklich nur in den beklopptesten Situationen angetapert.
Aki
Summend kümmere ich mich um meine Haare. Das wurde auch mal wieder Zeit. Eine neue Lebensphase gleich eine neue Frisur und das mit Lauri IST eine neue Lebensphase... ich bin mit meiner Frisur eh schon zu spät dran aber besser spät als nie!
Lauri
„Nach was sieht’s denn aus? Wäsche waschen...“, erkläre ich genervt und versuche, sie nicht auf Ideen zu bringen, was ich hier eigentlich wasche. Soviel Stil muss sein.
„Ach, und was wäscht du, honey?“, sie kommt näher und sieht mir über die Schulter. Was will die? Ist das die neuste Taktik?
„Das interessiert dich nicht...“, erwidere ich und möchte gehen, doch sie versperrt den Ausgang.
Aki
Erst mal färben, das allein hasse ich schon. Mit hässlicher Alufolie auf dem Kopf latsche ich durch die Wohnung. Noch immer nur im Handtuch. Und wo ist Lauri?! Hmm... bestimmt im Keller... der ist doch Wäsche waschen. Also mache ich mir weiter keine Sorgen und hüpfe summend durch die Wohnung. Ich unterstütze das ganze noch mit Musik. Wow, ich habe voll gute Laune.
Lauri
„Lass mich vorbei, ich muss rauf...“, sage ich genervt und möchte mich an der Frau vorbeidrängeln.
„Nein“, sagt sie bestimmt und grinst vielsagend, wenn du auf meiner Seite bist, erhört er mich bestimmt...“
„Bestimmt nicht“, nun stoße ich mit Gewalt beiseite und höre noch, dass sie sich an mir rächen will. Bitte, mir soll es egal sein. Erneut betrete ich Akis Wohnung und rufe ihm zu, dass seine Nachbarin doch einen Dachschaden habe.
Aki
Ich gucke mit meinem Alufolienkopf aus dem Wohnzimmer. Wie kommt er jez auf die? Und das sie nen Dachschaden hat, ist mir bekannt, seit sie hier wohnt, seit ich hier wohne, seit ich sie das erste Mal gesehen habe.
Lauri
„Die bedrängt mich beim Wäsche waschen, also nein...“, wütend setze ich mich im Wohnzimmer aufs Sofa und verschränke provokativ meine Arme. Danach greife ich nach der Fernbedienung und schalte ohne Sinn und Ziel durch die einzelnen Programme. Irgendwie hat mich das eben aufgeregt. Solche Frauen sollte man wegsperren...
Aki
"Ach, dich auch schon... und mich nennt sie Flittchen! Wäre ich mir nicht zu schade dafür, würde ich ihr den Hals umdrehen..." Grummelnd schnappe ich mir mein Deo und hüpfe singend durch die Wohnung. Sein Pech, wenn er fernsehen will. Er hat auch meine laufende Musik missachtet und die Glotze angemacht.
Lauri
Kein Wunder, dass ich kein Wort verstehe, wenn laut Musik läuft. Was hört der eigentlich für einen Blödsinn?
Somit schalte ich den Fernseher wieder aus und lege mich ausgestreckt aufs Sofa. Das ist doch einmal Entspannung pur...
Jedenfalls bis das Telefon klingelt und ich abnehme, da es neben mir auf dem Tisch liegt: „Ylönen bei Hakala, ja?“
„Hier ist Eero... Paulis Hand ist soweit erholt, wir wollten nachher unsere Yoga-Stunden nachholen...“
„Aha...“, das fehlt mir gerade noch.
„Bis dann Lauri“, und schon hat er aufgelegt. Verdammt. Ich will das nicht!
Aki
Es ist immer wieder erstaunlich, wie plötzlich man die Laune ändern kann. Eben noch liegt Lauri entspannt auf dem Sofa, dann klingelt das Telefon, er nimmt ab und innerhalb von Sekunden wechselt seine Miene von entspannt zu blassgrau und missgelaunt. Irgendwas scheint ihm gründlich zu missfallen und ich hake einfach mal nach, was es denn ist. Und die Antwort lässt mich nicht anders aussehen, als Lauri selbst. Blassgrau und missgelaunt.
Lauri
„Wenn man mir jetzt einen Hammer reichen würde, würde ich Eero erschlagen. Der nervt mich!“, erkläre ich dir und setze mich aufs Sofa, verschränke die Arme vorm Körper. Warum hat dieser Typ bloß nichts Anderes im Kopf, als uns von den vermeintlichen Vorzügen des Yogas zu berichten? Ich verstehe einfach nicht!
Außerdem hätte er sich nun wirklich einen Tag aussuchen können, an dem das besser passt...
Auch Aki scheint verstanden zu haben und schaut nun finster bis tiefschwarz aus der Wäsche. Das wird ein gutgelauntes Treffen...
Aki
Wunderbar. Als hätten Drummer und Sänger nichts besseres zu tun als Yoga mit einem übergeschnappten Bassisten zu fabrizieren. Er hätte dem armen Pauli ja auch echt mal ne Ruhepause lassen können! Der freut sich sicher auch nicht darauf, sich beim Yoga alles zu verrenken!
Lauri
Mit finsteren Mienen sitzen wir hier und starren in die Leere, bis ein Klingeln des Telefons ertönt, ich den Hörer nehme und mit Grabesstimme meinen Namen nenne.
„Ist irgendwas Lauri? Du klingst wie meine Tante auf der Beerdigung meiner Großcousine. Aber wie dem auch sei, ich bin gleich da und werde euch abholen. Seid bitte in fünf Minuten unten.“
Ich erwidere nichts und Eero hat bereits aufgelegt.
Schwerfällig erhebe ich mich, berichte knapp von dem Anruf und gehe meine Jacke suchen.
Aki
Ich kippe einfach nach hinten weg und bleibe auf dem Rücken liegen. "Wie tragisch, ich bin hingefallen und kann leider kein Yoga machen... und du musst mich leider pflegen..." Ich sehe Lauri an. "Ob Eero das als Entschuldigung annehmen würde?"
Lauri
„Ich denke nicht...“, meine ich und fahre fort, „und selbst wenn, dann würde er mich mitschleifen. Oder willst du mich alleine zurücklassen?“ Fragend und skeptisch blicke ich Aki an und gähne unter vorgehaltener Hand. Dieser Yoga-Kurs reizt mich in etwa so sehr wie drei Tage ohne Aki.
D.h. rein gar nicht!
Aki
Seufzend erhebe ich mich. "Nein, natürlich will ich dich nicht alleine lassen... ich verschwende doch nicht freiwillig Zeit, die ich mit dir verbringen könnte und schicke dich dann auch noch alleine leiden..." Ich hauche ihm einen Kuss auf die Lippen und gehe mich ebenfalls einkleiden.
Lauri
Kurze Zeit später stehen wir vor der Tür und sehen Eeros Ankunft, steigen schwerfällig und mit gesenkten Köpfen in sein Auto. Pauli ist auch bereits eingesammelt und auch er wirkt eher unglücklich und wir drei tauschen mitleidige Blicke aus, während Eero breit lächelnd eine CD anwirft.
„We are part of a story, part of a tale, we are
all on this journey, no one wants to stay...“
Hat der nicht ein wenig aufbauendere Lieder?
Aki
"Sag mal Eero, wollte deine Frau nicht heute mit dir essen gehen?!", versuche ich ihn davon zu überzeugen, dass er eigentlich etwas gaaaaaaaanz anderes vor hat als seine armen Bandkollegen mit Yoga zu quälen doch Eero, der das Auto gerade an einer Ampel hält, dreht sich nur zu mir um. "Nein, wie kommst du darauf Aki?!" Ich lächle ihn scheinheilig an. "Mir war so, als hättest du so was erwähnt..." Mit einem 'nö' zerstört er alle meine Hoffnungen und fährt weiter in unser Unglück.
Lauri
Akis verzweifelter Versuch scheitert und unsere Fahrt ohne Rückticket all inclusive in die Hölle setzt sich fort. Merkt Eero nichts oder will er nichts merken? Leise seufze ich und lehne mich gegen Aki, der neben mir auf der Rückbank sitzt. Pauli hingegen erkundet das Handschuhfach und zieht mit einem erstaunten Ausruf einen Gameboy hervor, den er kurzerhand anschaltet. Eero kündigt nebenbei an, dass wir noch zwanzig Minuten Fahrt vor uns hätten. Na schön.
Pauli spielt in neu aufgekommener Begeisterung „Die Schlümpfe im Albtraumland“ und ich und Aki steuern geradewegs auf unseren ganz persönlichen Albtraum zu...
Aki
Können wir denn echt gar nichts dagegen tun?! Das kann doch einfach nicht sein! Ich starte noch so einen verzweifelten Versuch uns hier rauszuholen. "Eeroooo...?!", beginne ich mit unterwürfigem Ton, der mir einen skeptischen Blick von meinem Fischstäbchen einbringt. Trotzdem warte ich erst einmal auf eine Reaktion des Fahrers.
Lauri
Mit unterwürfigem Ton in der Stimme wendet sich Aki nun an Eero, während ich schweigend zusehe und meinen Fischstäbchenfreak ein wenig skeptisch betrachte. Was soll das jetzt werden? Die letzte Instanz? Gespannt beobachte ich das Geschehen.
Aki
"Mhm...", höre ich endlich leicht genuschelt von vorne. Ich atme einmal tief ein und aus. "Du bist doch unser Freund, oder Eero...?!", sage ich nun noch unterwürfiger. Eero nickt. "Jaah... wieso?!" Ich grinse. "Und du hast und doch alle gaaaaaaaaanz ganz doll lieb, oder?!", mache ich weiter und Lauris Blick wird immer skeptischer und wenn ich mich nicht ganz irre, sehe ich auch ein klitzekleines bisschen Eifersucht darin.
Lauri
Gehört das zu Akis Plan, sich so bei Eero scheinheilig einzuschleimen? Ich denke nicht, dass das sein muss. Ein bisschen besitzergreifend wie ich nun einmal bin, lege ich meine Arme um seinen Arm und lehne mich noch ein wenig weiter zu ihm hinüber. Zumindest um die Besitzverhältnisse noch einmal zu verdeutlichen.
Aki
Ich muss unweigerlich grinsen, als Lauri meinen Arm und damit mich in Besitz nimmt. Er ist so süß! Trotzdem mache ich weiter. "Und du weißt doch, dass wir dich auch gaaaaaaaaaanz dolle lieb haben, oder?" "Mhm“, höre ich schon langsam genervt von vorne und langsam aber sicher scheint Lauri neben mir zu sieden.
Lauri
Ich verstärke den Griff ein wenig und sage mir in Gedanken, dass es mir noch fehlen würde, wenn Aki Eero lieber mögen würde als mich. Eigentlich völliger Blödsinn, aber die natürliche Eifersucht durchbricht Grenzen und Vernunft und ich kann mich nicht zurückhalten. Immerhin bringe ich noch soviel Selbstbeherrschung auf, dezent zu schweigen und auch mein Gesichtsausdruck befindet sich noch im Rahmen.
Aki
Ich grinse, so dass Eero es durch den Rückspiegel sehen muss. "Und du willst doch sicher, dass wir dich auch weiterhin so uuuuuuuuuuuuunglaublich lieb haben, oder?" "Mhm", brummt Eero. "Und du würdest uns, weil du uns so lieb hast, und wir dich so lieb haben..." Ich glaube Lauri bricht gleich aus sich heraus und drücke ihn deshalb an mich, versuche ihn damit zu beruhigen. „Doch niiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeemals irgendwas aufhetzen, was wir gar nicht wollen, oder? Du würdest und doch niemals quälen wollen, oder????" "Nicht das ich wüsste... aber was soll der Stuss?", fragt Eero mich jetzt deutlich gereizt.
Lauri
Langsam begreife ich, worauf Aki eigentlich hinauswill. Ob das Sinn und Zweck erfüllt? Ich zweifle daran... abgesehen davon nervt mich das alles hier nach wie vor. Ich möchte kein Yoga machen. Möchte hier nicht sitzen. Und ich möchte, dass Pauli endlich aufhört, wie wild zu kichern. Genervt trete ich gegen den Vorder- und somit Paulis Sitz.
Aki
Pauli beginnt sich lauthals über sein 'game over' durch Lauris Tritt zu beschweren, während ich versuche Eero zu erklären, wie wenig wir uns alle für Yoga interessieren und das er, wenn er uns wirklich lieb hat, doch so gut ist und es einfach bleiben lässt. Doch mein Versuch scheitert natürlich. "Aki, ich will euch nicht quälen, ich will nur euer bestes! Yoga tut euch gut! Vertraut mir!", erklärt er mir und an seiner Stimme kann ich erkennen, dass die Diskussion für ihn beendet ist.
Lauri
Kamikaze-Aktion à la Aki ist schon einmal misslungen. Ich lasse etwas lockerer und rufe Pauli zu, dass er seine Klappe halten solle. Wenn der nervt braucht er mich nicht noch für sein Gamoeover verantwortlich machen. Jetzt wende ich mich Eero zu:
„Ich habe keinen Bock mir diesen Blödsinn anzuhören. Ich will nach Hause, verdammt!“
Was für ein Ausbruch. Der geht noch in die Geschichte von The Rasmus ein.
Aki
"Das ist kein Blödsinn Lauri! Du bist einfach nur ein Kunstbanause und weißt nicht, was gut für dich ist!", faucht Eero ihn an. Ich hebe nur meine Augenbraun. Hat er grade allen Ernstes MEIN Fischstäbchen als 'Kunstbanausen' beleidigt??? Das kann ich so nicht auf ihm sitzen lassen! "Er ist kein Kunstbanause! Musiker sind Künstler! Und er ist ein Sänger! Und dazu noch ein Guter! Und er weiß sehr wohl, was gut für ihn ist und das ist sicher kein Yoga sondern das bin eindeutig ich!!!", fahre ich ihn nun meinerseits an und ernte Schweigen von Eero.
Lauri
Kunstbanause. Doch bevor ich auch nur etwas erwidern kann, ergreift nun Aki Partei für mich und ich freue mich innerlich darüber, bleibe aber augenscheinlich aufgebracht. Das verstärkt sich nur noch durch Eeros Worte: „Wer weiß, ob du gut für ihn bist. Am Ende wird er genauso gestört wie du. Ich weiß nicht, ob wir uns das leisten können.“
„Mir reicht’s, ich steige aus!“, rufe ich Eero zu und funkele ihn wütend an. Dich beleidigen. Soweit kommt das noch. Du bist deines Lebens nicht mehr sicher, mein Lieber Ingwerfreak!
Aki
Ich muss lachen. "Ich und gestört? Ich bin nicht dauerbekifft von verdammten Ingerdämpfen und ich verrenke mich auch nicht gerne und glaube auch noch, dass es gut für mich ist! Wenn hier einer gestört ist, dann bist das du! DU trägst immerhin nicht einmal Unterwäsche! Und ich bin garantiert aber Millionen mal besser für Lauri als dein scheiß Yoga und sechs Kannen Ingwertee zusammen! Und im Gegensatz zu deinem Yoga WILL LAURI MICH!" Ich merke, wie Pauli zusammen zuckt, als ich lauter werde und entschuldige mich bei Pauli. Er kann ja nicht wirklich was dafür.
Lauri
In weiser Vernunft schweigt Pauli und nickt nur bei Akis Entschuldigung. Aber jetzt hat auch er den Gameboy beiseite gelegt.
Ich hingegen bin ziemlich geladen und bin fast schon froh, als Eero endlich anhält.
„Bis dann“, bringe ich noch hervor und ziehe Aki aus dem Auto heraus und mit mir mit. Wo befinden wir uns eigentlich?
Eero starrt uns mit aufgerissenen Augen nach, doch ich beachte ihn nicht weiter. Soll er bleiben, wo der Ingwer wächst!
Aki
Ich halte Lauri, der Eeros panischen Blick ignoriert, auf und ziehe ihn an mich. Das hätte wirklich schief gehen können. Wir stehen direkt vor einem Abgrund, der nur durch einen spärlichen Zaun gesichert ist. Um ein Haar wäre Lauri genau dort hinein gestürzt. Ich schlucke und beginne zu zittern. Ich kann dort unten nur Schwärze sehen, keinen Boden. Ich sacke zusammen. Hilfe. Holt mich hier einer weg. Bitte! Das ist mir eindeutig zu hoch!!!
Lauri
Erschrocken sehe ich hinunter, vermeintliche Bodenlosigkeit lässt sogar in mir die Angst hinaufsteigen. Aki, der mich aufgehalten hat, sinkt zu Boden und fängt an zu zittern. Nach den ersten Schockmomenten drehe ich mich um, hocke mich zu ihm und lege meine Arme um ihn, versuche, ihn erst einmal ein wenig zu beruhigen...
Nach kurzer Zeit versuche ich dann, ihn vom Abgrund fortzuziehen, gar nicht so einfach...
Aki
Ich würde Lauri gerne bei dem Versuch unterstützen, mich von dem Abgrund weg zu ziehen doch mein Körper streikt. Ich kann nur zittern und mich nicht weiter rühren. Meine Glieder sind schwer und in meinem Kopf breitet sich eine Panik aus. Ich will einfach nur weg! Doch vermutlich ist es genau diese Panik, die es Lauri noch schwerer macht, mich hier fort zu bewegen doch ich kann nichts dagegen tun.
Lauri
Meine gesamte Kraft muss ich aufwenden, um Aki ein Stück von dieser Klippe wegzubekommen, aus welchem Grund muss seine Angst ihn auch derartig blockieren? Ich verstehe es nicht...
Nachdem ich ihn ein Stück wieder in Richtung Auto geschleift habe, flüstere ich ihm zu, dass er nicht mehr bei der Klippe ist und sich beruhigen kann.
In der Zwischenzeit haben Eero und Pauli das Auto verlassen und sehen uns mit undeutbarer Miene an.
Aki
Ich blicke absichtlich nicht zu dem Abhang, denn er wird mir auch aus der Entfernung nicht gefallen und hier irgendwo zitternd und schwer wie Blei mitten auf der Straße zu hocken ist wohl auch nicht das richtige. Ich kralle mich an Lauri und richte mich auf. Noch immer zitternd verstecke ich meinen Kopf an seiner Brust.
Lauri
„Ist ja gut...“, beruhigend streiche ich Aki über den Rücken und halte ihn mit dem anderen Arm nach wie vor fest, damit er nicht erneut zu Boden sinkt. Derzeit wirkt er nämlich noch nicht allzu standfest.
Nebenbei fällt mein Blick wieder auf Eero und Pauli.
„Ist irgendwas?“, frage ich und stiere in dem Moment Eero an. Dieser schweigt und antwortet mir nicht.
Aki
Gerade jetzt, in diesem Moment frage ich mich, warum? Warum ich? Warum wir? Warum hier? Warum können Lauri und ich jetzt nicht einfach zu Hause sein? Ich will nicht hier sein, irgendwo im Nirgendwo an irgendeinem Abgrund und von Eero dumm angestarrt werden. Und noch weniger will ich zurück in dieses Auto, was mich in die Hölle bringt. Ich will einfach nur allein sein. Allein im warmen. Und das einzige, was mir Gesellschaft leisten darf, sind Fischstäbchen aller Art. Köstliche, goldbraune, die in der Pfanne brutzeln und das, in dessen Armen ich gerade liege bzw. stehe.
Lauri
Schweigen, nur das vorbeifahren der Autos an dieser Autobahn bringt Geräusche ins Spiel. „Was ist denn jetzt? Aki sieht aus, als könnte er etwas Entspannung vertragen...“, meint Eero schließlich.
„Mag sein, aber sicher nicht in Form von Yoga“, erwidere ich trotzig und Pauli nickt zustimmend, auch er möchte keinen Yoga-Kurs mitmachen.
„Wenn ich euch jetzt zurückfahre... kommt ihr nächste Woche aber mit!“, Eero gibt sich geschlagen. Ob er weiß, dass es dieses „Mal“ nächste Woche nie geben wird?
„In Ordnung...“, erkläre ich und ziehe Aki wieder in Richtung Auto.
Aki
Innerlich erkläre ich Lauri für verrückt, da einzuwilligen. Ich will nicht zum Yoga-Kurs! Heute nicht, morgen nicht, übermorgen nicht, nächste Woche nicht, NIE! Ich lasse mir aber nichts anmerken und steige wieder ins Auto, wo ich mich sofort wie eine Klette an Lauri hefte.
Lauri
Wie eine Klette hängt Aki an mir und ich lasse es mir gefallen. Ist es nicht schön, wenn die Leute so an einem hängen? Lächelnd lege ich die Arme meinerseits um ihn und Eero kehrt schweren Herzens um. Pauli vertieft sich seinerseits wieder in das Schlümpfe-Spiel und erzählt Eero begeistert, dass er es geschafft hätte, den Tortenschlumpf in der Küche zu besiegen.
Bald sind wir wieder zu Hause...
Aki
Je näher wir unserem zu Hause rücken, umso mehr überkommt mich das verlangen nach Fischstäbchen. Köstlichen, goldbraunen, gebratenen Fischstäbchen. Verraten tut meine Gedanken nichts, außer mein Magen der mir in den Rücken fällt und unüberhörbar laut knurrt.
Lauri
Ein lautes Magenknurren lässt mich aus meinen etwas entfernten Gedanken, scheinbar hat da einer Hunger. Grinsend sehe ich zu Aki und spreche ihn an: „Was essen wir denn heut? Fischstäbchen?“ Seine Augen beginnen zu leuchten und ich genieße diesen Anblick, während Eero und Pauli betont unwissend in eine andere Richtung sehen.
Aki
Plötzlich fällt es mir ein. Ich nehme mir vor ein paar mehr Fischstäbchen zu braten, denn wenn sie kalt sind, kann ich Fischstäbchen von meinem Fischstäbchen naschen! Das muss milliardenfacher Genuss sein!!!
Lauri
Akis Grinsen wird mir langsam schon wieder unheimlich. Was denkt der sich jetzt schon wieder aus?
Mit einem „Wir sind da“ reißt Eero mich aus den Gedanken und ich lehne bestimmt seinen Vorschlag ab, dass er mir zum nächsten Geburtstag das Kamasutra-Buch schenkt. Wozu schenken was ich längst besitze?!
Mit Aki zusammen erklimme ich Stufen zu seiner Wohnung.
Aki
Fröhlich summend und überglücklich endlich wieder aus diesem Auto raus zu sein, schließe ich meine Wohnung auf und schiebe Lauri sogleich hinein. Dann ziehe ich meine Schuhe und meine Jacke aus und bin dann auch gleich halb in der Gefriertruhe versunken und angle mir ein paar Fischstäbchen. Ein paar mehr, um genau zu sein.
Lauri
Ich folge Aki zur Kühltruhe hin und stelle mit Erschrecken fest, dass dort nichts Anderes zu finden ist als Unmengen von Fischstäbchen. Was wäre Aki ohne The Rasmus geworden? Fischstäbchentester? Fischstäbchenfabrikant? Zumindest hätte das zu ihm gepasst...
Grinsend und pfeifend nimmt er einige bis mehrere Fischstäbchen aus der Truhe hinaus und spaziert zum Herd. Meine Ernährung wird immer einseitiger. Na ja, besser, als wenn Aki seinen Diät-Trip auslebt.
Aki
Beim Braten wandert mein Blick auf meine Wampe. Okay, das war jetzt doch übertrieben. Ich hab ja keinen Bierbauch aber trotzdem... abnehmen muss ich! Allerdings... werde ich es wohl aufgeben müssen, dafür Fischstäbchen einzubüßen. Ich kann ohne Fischstäbchen nicht leben, Weder ohne die Verführung in der Pfanne noch ohne die Verführung in Person.
Lauri
Während Aki am Herd steht, beobachte ich ihn interessiert, bis mich das Verlangen überkommt und ich mich kurzerhand an seinen Hals hänge. Einfach so, grundlos. Aus dem puren Wunsch heraus, ein wenig an ihm zu kleben.
Dabei bin ich bemüht, ihn nicht groß einzuschränken. Nicht, dass am Ende noch alles verbrennt...
Aki
Mit Lauri am Hals nehme ich die fertigen Fischstäbchen und verteile sie auf drei Tellern. Einer für Lauri, einer für mich und einer für später zum naschen! Hrhr!
Lauri
Warum verteilt er die Fischstäbchen auf drei Teller? Fragend sehe ich ihn an, sage jedoch nichts und widme mich kurze Zeit später lieber meinem Teller.
Das Essen ist von Schweigen gekennzeichnet und ich lasse es mir nicht nehmen, noch etwas Salat zu verspeisen. Vegetarier müssen gesund leben und ich sollte auch gesund leben, wenn ich schon Sport nicht leiden kann.
Aki
Ich genieße das Schweigen und stelle mir schon jetzt vor, wie es ist die kalten Fischstäbchen von Lauris durchaus heißem Körper – sei es nun vom Aussehen oder der Temperatur her - zu naschen. Diese Kombination von Lauri und essbaren Fischstäbchen muss einfach göttlich sein. Total in meine Gedanken vertieft esse ich meine Fischstäbchen auch nur noch in Trance.
Lauri
Geistig abwesend schaufelt Aki die Fischstäbchen in sich hinein und ich beobachte ihn belustigt. Woran er wohl denkt? Möchte ich das wissen? Werde ich es noch erfahren?
Laut muss ich lachen, als er versucht, Fischstäbchen zu essen, obwohl sich der Bestand auf seinem Teller bereits auf 0 reduziert hat.
Verwirrt blickt er mich an und ich frage ihn schließlich, was er gedenkt, mit dem dritten Teller anzufangen...
Aki
Wissend grinse ich ihn an und beschließe ein bisschen mit ihm zu spielen. "Tjaha, das wüsstest du wohl gerne, hm?", versuche ich ihn zu locken und einfach weiter nachzufragen. In der Hoffnung, dass er auch wirklich anbeißt und nicht abblockt.
Lauri
„Wüsste ich wohl gern, denn bald sind sie eiskalt und du hast sie umsonst gebraten“, erkläre ich und frage mich innerlich, worauf er hinauswill. Nebenbei nehme ich seinen und meinen Teller und stelle diese in die Spülmaschine. Ferner schalte ich diese an und setze mich wieder zu ihm an den Tisch. Was ist denn nun?
Aki
"Fischstäbchen schmecken auch kalt...", kläre ich ihn auf. "Und kalte Fischstäbchen von einem heißen 'Teller' schmecken sicher ungeheuer gut, glaubst du nicht auch?!" Ich warte einfach auf ein 'ja', denn so naiv wie er ist, wird er eh nicht kapieren, dass ER der Teller ist.
Lauri
„Willst du den Teller jetzt aufwärmen?“, mein Blick fällt auf den Backofen und irritiert nehme ich Akis Grinsen wahr. Falsch geraten? Wovon sollte ich er sonst reden? Mit großen, fragenden Augen sehe ich ihn an und versuche, seine Blicke zu deuten.
Aki
Ich nehme seine Hände in meine, drücke ihn gegen die Wand und halte seien Hände neben seinen Kopf. Ich küsse seinen Hals. "Ich glaube, du gibst einen wunderbaren Teller ab... auch ohne in den Backofen zu müssen...", sage ich ihm ins Gesicht und betrachte mit Genugtuung sein Erstaunen.
Lauri
Akis Gedankengänge will einer verstehen, ich tue es nicht wirklich. Ich als Teller? Was ist denn das für eine neue Idee? Dennoch blicke ich ihn weiter interessiert an und warte ab, was er nun genau vorhat.
Aki
Er scheint der Idee schon mal nicht abgeneigt zu sein. Das freut mich. Ich küsse weiter seinen Hals. Irgendwie muss der Teller ja auch heiß in noch einer Hinsicht werden. Also wandern meine Hände auch gleich unter sein Shirt.
Lauri
Eine Gänsehaut durchzieht mich und das Blut findet seinen Weg vom Kopf in die unteren, eventuell wichtigeren, Regionen. Aki macht sich nun daran, wir das störende Shirt zu entfernen und streift es mir ab, um es irgendwohin zu werfen. Ich sehe ihm nicht nach und konzentriere mich lieber auf Aki und seine Hände...
Aki
Ich verkneife es mir, meine Hände auch noch woanders 'ihre Arbeit' verrichten zu lassen, damit ich auch noch dazu komme meine Fischstäbchen zu essen und zwar die, die verschimmeln könnten, wenn ich sie zu lange liegen lasse.
Lauri
Plötzlich hält er inne und ich öffne meinen Augen wieder, die ich genießend für einen Moment geschlossen hatte. Er nimmt nun die Fischstäbchen und ich sehe ihn fragend an, verstehe nicht so ganz, was jetzt passieren wird. Doch ich vertraue ihm einfach einmal und lasse mich aufs Sofa sinken. Wieso sind wir eigentlich plötzlich im Wohnzimmer?
Aki
Ich schiebe ihn ins Wohnzimmer, er scheint nicht einmal zu bemerken, wie ihm geschieht. Doch als ich mich löse, um die Fischstäbchen zu holen, blickt er verpeilt um sich.
Lauri
„Was wird das?“, frage ich und erhalte jedoch keine Antwort, ernte nur Schweigen und ein vielsagendes Grinsen.
„Bist du immer noch nicht satt?“, wieder keine Antwort und irgendwie ist es doch abstrus, sollte ihn plötzlich der Hunger überkommen haben. Ich verstehe einfach nichts...
Aki
Ich nehme meine Fischstäbchen vom Teller, als wären sie aus Glas. Ganz sachte lege ich sie auf Lauris Bauch. Oh mein Gott... da sehen sie ja gleich noch leckerer aus! Lauri sieht mich nur misstrauisch bei meiner Aktion an.
Lauri
Fischstäbchen auf dem Bauch des Fischstäbchens? Was soll das werden? Aki sieht ganz begeistert aus und so schweige ich und halte mich zurück in meiner Skepsis. Erst einmal abwarten und Tee trinken... solange es sich nicht um Eeros Gesöff handelt, auf das ich wunderbar verzichten kann.
Aki
Irgendwie sind die Fischstäbchen ja zu schade, um gegessen zu werden. Andererseits sind sie erst recht zu schade dafür, einfach vergessen zu werden. Also beuge ich mich über Lauris Bauch und beginne die Fischstäbchen zu verspeisen.
Lauri
Nun beugt sich Aki über mich und beginnt, die Fischstäbchen zu verspeisen, dabei liebkost er absichtlich oder unabsichtlich mit seinen Lippen meine Bauchdecke und beschert mir erneut eine Gänsehaut. Irgendwie bin ich heut ein wenig aufgedreht und angeregt.
Aki
Irgendwann habe ich leider schon alle Fischstäbchen verschlungen. Schade. Aber von Lauri ablassen, kann ich nicht. Ich küsse und lecke weiter über seinen Bauch, schmecke noch die Reste der Fischstäbchen.
Lauri
Auch nachdem die Stäbchen aufgegessen sind, lässt er nicht ab und setzt seine Odyssee fort, was dazu führt, dass sich mein Atem langsam aber sicher beschleunigt. Fühle mich ein klein wenig ausgeliefert und hilflos...
Drücke mich ihm weiter entgegen...
Aki
Ich verwöhne seinen Körper weiter und erstarre plötzlich. Was soll ich eigentlich machen, wenn wir auf Tour und im Bus sind? Wir sind selten in Hotels, weil wir alle den Tourbus lieber mögen, er hat sowas familäres und außerdem ist es besser, über Nacht zu reisen. Aber wie soll ich im Tourbus Lauri verführen? 1. Die Kojen sind viel zu klein für zwei und 2. EERO und PAULI STÖREN!
Lauri
Mit einem Mal hält er inne und denkt angestrengt nach. Was ist denn jetzt schon wieder los? Hat er die nicht vorhandenen Kondome vergessen? Noch mehr Hunger? Das vermag ich nicht zu bestimmen, also frage ich einfach nach. Schließlich kostet Fragen ja nichts. Hoffentlich...
Aki
Also erkläre ich ihm, was er wissen will. Und warte darauf, was er sagt. Hoffe, dass er auf irgendeine Art und Weise eine Lösung parat hat, doch irgendwie zweifele ich daran.
Lauri
Angestrengt denke ich nun nach und erkläre ihm, dass man mehr Hotels aufsuchen könnte oder Eero und Pauli aussperrt oder in die Kneipe schickt, oder...
Nun ja, im Grunde fällt mir auch nichts Großartiges ein und... verdammt noch mal ist das hier ein schlechter Zeitpunkt um über diesen Kram nachzudenken!
Aki
Irgendwie scheint Lauri das Thema extrem zu missfallen oder aber der Zeitpunkt gefällt ihm nicht. Also begrabe ich das Thema erst einmal und kümmere mich wieder um seinen Bauch und seine Brust. Was schmeckt der Kerl auch so unverschämt gut?
Lauri
Genießerisch schließe ich wieder die Augen, bis mich plötzlich ein lauter Schrei aus den Aki-bezogenen Gedanken reißt. Bitte? Doch bevor ich etwas sagen kann, zerstört ein weiterer Schrei die eben noch währende Stille. Aki springt nun auf und begibt sich zum Fenster, während ich ihm kurzerhand folge.
Aus dem Fenster blickt man auf die Straße, auf der eine junge Frau steht und erneut schreit. Was soll das werden? Ich betrachte die Straße, entdecke keine weitere Person, bis...
Die Frau plötzlich mit einem weiteren markerschütternden Schrei zu Boden geht. Sieht nicht aus, als würden sie Scream 4 hier inszenieren...
Aki
Ich habe keine Ahnung, was da genau passiert aber ohne auch nur einen weiteren Gedanken an irgendwas zu verschwenden, verlasse ich die Wohnung und laufe auf die Straße, will wissen was los ist und ob ich helfen kann.
Lauri
Als wir unten ankommen, liegt die Frau immer noch regungslos auf der Erde. Ich erstarre, als ich das Blut sehe, dass sich seinen Weg bahnt, die Straße dunkler färbt und mich erzittern lässt. Die Vorstellung, dass sie womöglich bereits tot ist und ich eine Leiche vor mir habe, erschüttert mich. Meine Knie werden weich und ich sinke zu Boden, während Aki den Kopf schüttelt, nachdem er sich kurz zu ihr heruntergebeugt hat.
Aki
Ich sehe mich um, niemand außer mir und Lauri ist in der Nähe. Wir haben niemanden weg laufen sehen, keine Schüsse oder son etwas in der Art gehört. Kann ein Mensch denn aus heiterem Himmel sterben und auch noch verletzungen haben? Blutet man bei einem Herzinfakt? Ich wende mich jetzt trotzdem besser Lauri zu denn der sitzt mittlerweile auf dem Boden und hat eine unnatürlich helle Gesichtsfarbe.
Lauri
Ich bekomme nicht mehr viel mit, bin gefangen von diesem Anblick... tot... bis plötzlich eine Gestalt neben mir steht und ich kaltes Metall im Nacken fühle. Aki? Doch Aki steht vor mir und ist ebenfalls erstarrt.
„Ihr seid zwei zuviel hier...“, erklärt die Person hinter mir, ein Mann mit dunkler Stimme. Zwei zuviel? Ich verstehe nicht. Ich möchte nicht verstehen...
Aki
Ich schlucke und blicke zu der Person auf, er ist größer als ich. Aber ich bin auch nicht groß. 1,70m ist nicht groß. Ich schlucke, kann kaum sprechen. Ich habe angst. Weniger um mich als um Lauri. Mir ist in diesem Moment egal, was mit mir passiert, so lange der Kerl Lauri nichts antut. "W... wir... wissen von gar nichts...", bringe ich heraus.
Lauri
„Und aus welchem Grund seid ihr dann hier und seht mich an? Das ist euer Wissen und das ist zuviel! Und wenn ihr eure hässlichen Klappen haltet überlebt ihr eventuell oder könnt noch im Familiengrab beigesetzt werden...“, er lacht laut. Leider hört ihn auch niemand außer uns beiden, denn niemand ist in der Nähe. Nur ich, Aki, der Typ und die Panik, die immer mehr Besitz von mir ergreift. Todesangst.
Aki
Stumm blicke ich den Typen an und knie mich langsam hin. Wenn ich daran denke, dass dies eventuell meine letzten Sekunden mit Lauri sind, bin ich definitiv zu weit von ihm entfernt. Ich knie mich ganz langsam hin, achte auf jede noch so kleine Bewegung von dem Typen und nehme dann vorsichtig Lauri in meinen Arm. Bin endlich wieder nah bei ihm und bete stumm, dass es nicht endet.
Lauri
Der Typ lässt Aki gewähren und ich fühle mich zugleich ein wenig sicherer in seinen Armen...
„Ihr müsst nicht so panisch sein, ich brauche euch noch...“ Die Betonung liegt auf noch, stellt mein Galgenhumor fest und der Mann erkundigt sich bei Aki nach einem Auto, woraufhin der verhalten nickt.
„Dann unternehmen wir jetzt einen kleinen Ausflug!“, erklärt der Mann und ich frage mich, was er getan haben mag, dass wir jetzt als Geiseln fungieren.
Aki
Das ist doch jetzt nicht sein Ernst. Der will MEIN Auto? Und mit ihm MEINEN Lauri entführen! Gehts noch? Und am besten soll auch noch ICH fahren! Trotzdem wage ich mich um keinen Einwand und führen ihn zu meinem Auto, nicht ohne irgendwie auch nur im geringsten von Lauri abzulassen.
Lauri
„Du fährst...“, er zeigt auf Aki, „und du steigst auf den Beifahrersitz...“ Dementsprechend steigen ich und Aki vorne ein, während der Typ sich hinter uns setzt und uns klarmacht, dass wir keine Chance haben, ihn zu überwältigen. Na wunderbar. Die Angst sitzt mir nach wie vor in den Knochen und auch Aki bewegt sich eher wie ein Roboter, als er den Wagen anspringen lässt und losfährt.
„Richtung Lahti“, höre ich noch und so beginnt unsere Reise ins Ungewisse.
Aki
Ich lasse wirklich den an und kann nicht glauben, dass ich das tue. Und ich zweifle ehrlich gesagt daran, dass wir heil ankommen. Hätte der sich nicht denken können, dass ich NICHT die Ruhe selbst bin. Ich fahre schlimmer als zu meiner Fahrschulzeit, sobald das überhaupt möglich ist, denn unter uns bin ich 8 mal in Folge durchgefallen.
Lauri
Mit Schlangenlinien und anderen denkwürdigen Fahrmanövern schafft es Aki, uns aus Helsinki hinaus zu buxieren. Der Mann verliert kein Wort und die Stille ist erdrückend. Zum ersten Mal in meinem kurzen Leben denke ich an den Tod und frage mich, was wird, wenn ich das hier nicht überlebe. Oder was wäre, wenn Aki nicht überlebt? Ich möchte gar nicht daran denken...
Aki
Ich fahre irgendwo hin, folge den Straßen ins Nichts. Warte eigentlich auf Anweisungen, doch nichts. Ich darf weiterhin ganz auf mich gestellt fahren. Ist der dahinten eingeschlafen?
Lauri
Aki wirft einen Blick in den Rückspiegel zu dem Typ, der uns aufmerksam beobachtet. Nichts deutet darauf hin, dass er abgelenkt ist und die einzige Anweisung steht weiterhin im Raum. Nur, was möchte der Typ in Lahti? Ich verstehe es nicht...
Dennoch frage ich nicht nach und starre stattdessen aus dem Fenster. Was Aki jetzt wohl denkt?
Aki
Eigentlich könnte ich genauso gut einfach aussteigen. Er wird uns sowieso umbringen. Der will nach Lahti. Aber seit ich den Wagen angeschmissen habe, fahre ich IRGENDWO hin und sicher nicht nach Lahti. Ich war noch nie in Lahti. Jedenfalls nicht, als ICH gefahren bin. Ich weiß nicht mal, ob Lahti im Norden, Osten, Süden oder Westen von Finnland liegt, geschweige denn, ob es ÜBERHAUPT in Finnland liegt.
Lauri
Aki sieht etwas planlos aus und unsere Fahrt verläuft stillschweigend, bis der Typ plötzlich Aki zuzischt, er solle die nächste abfahren, scheinbar bewahrt dieser Mann ein wenig den Überblick.
Ich versuche, mich etwas zu beruhigen, nicht, dass ich hier und jetzt noch an einem Herzkasper sterbe...
Plötzlich spricht der Mann erneut: Nächste abfahren!
Eine Raststätte, ein McDonalds, ein Gedanke...
Aki
Also fahre ich dahin, wo er es will und frage mich, ob ich etwa doch zufällig auf dem richten Weg war. Würden vielleicht doch noch nicht Sterben? Vielleicht haben wir ja noch ein paar Tage... so einen oder zwei...
Lauri
„So, du gehst jetzt da rein und holst uns dreimal die Juniortüte! Das Spielzeug und Getränk kannst du dir selbst aussuchen!“, erklärt der Mann uns todernst und drückt Aki ein paar Euro in die Hand. „Wenn du irgendwelche krummen Dinge vorhast, werde ich dein Freundchen hier in die nächste Welt geleiten...“ Wieder spüre ich das kalte Metall im Nacken und sehe zu, wie Aki den Wagen verlässt und zu McDonalds läuft.
Aki
Ich laufe so schnell ich kann zu dem McDonalds. Und was soll ich jetzt dabei nehmen? Er hat mir nicht gesagt, ob er Hamburger oder irgendwas anderes dabei haben will. Also entscheide ich mich für einen Hamburger, einen Cheeseburger und einmal Chicken Mc-Nuggets. Die Spielsachen lasse ich die Verkäuferin aussuchen, die mich irgendwie komisch ansieht. Zu Trinken bestelle ich uns allen Fanta.
Lauri
Nach kurzer Zeit kommt Aki zurück und reicht mir eine Tüte mit Fanta, Pommes und Hamburger. Hamburger ist gut, ich habe ewig keinen gegessen und freue mich wie ein kleines Kind. Ist das die Flucht aus der ausweglosen Situation? Ich denke nicht weiter darüber nach und ziehe stattdessen das Spielzeug heraus: Ein Spielzeugauto. Die hatten auch schon einfallsreichere Sachen, wenn ich da an meine Kindheit denke...
Aki
Ich steige ins Auto und reiche eine Tüte nach hinten. Dann widme ich mich meiner. Cheeseburger. Say cheese... also mir ist eher nicht nach lachen zu Mute aber was soll’s?! Lustlos kaue ich auf meinem Burger rum.
Lauri
Eine Weile kauen wir auf unserem Essen herum, bis die Anweisung zur Weiterfahrt gegeben wird und wir in stiller Manier etwa ein- bis zweihundert Kilometer zurücklegen. Meine Hoffnung schrumpft von Meter zu Meter. Plötzlich erfolgt wieder eine Anweisung und kurze Zeit später befinden wir uns in einem Waldstück.
„Aussteigen“, wird uns befohlen. Was jetzt?
Aki
Ich öffne die Autotür. Vielleicht setzt er uns ja nur aus? Und wir vergammeln in diesem Wald?! Wäre doch sicherlich ne absolut positive Sache. Wer stirbt schon nicht gern schnell und schmerzlos? Man liebt es doch viel mehr, qualvoll und langsam irgendwo in einem abgelegen Waldstück zu verrecken.
Lauri
„Also... ich mag euch wirklich gerne, aber...“ Ich erstarre, das klingt gar nicht gut, ich möchte das Ende des Satzes nicht hören, ich...
„...ich muss mich jetzt leider von einem von euch verabschieden.“ Er kommt auf mich zu und ich weiß, dass nun mein Ende bevorsteht. Nur, weil ich nie den Führerschein gemacht habe. Ich glaube, ich hätte einst den Rat meiner Eltern annehmen sollen. Andererseits muss ich so nicht zusehen, wie Aki stirbt. Ich will ihn nicht tot sehen...
Aki
Ich schlinge meine Arme um Lauri. "Nein!" Ich sehe dem Typen fest in die Augen. "Entweder keiner, oder beide! Wenn Sie ihn umbringen, fahre ich keinen Millimeter mehr! Eher sterbe ich!"
Lauri
Einen Augenblick denkt der Typ nach, bevor er die Waffe erhebt und auf uns beide zielt. Sterben jetzt doch wir beide? Zusammen im Wald? Wie romantisch und idiotisch... sterben für etwas, von dem wir rein gar nichts begreifen...
„Habt ihr noch einen letzten Wunsch?“
„Ja... ich möchte vor Aki sterben...“, sage ich und lasse meinem Egoismus freien Lauf in der Hoffnungslosigkeit der Situation.
Aki
Wenn es nicht der komplette Gegensatz zu meinem vorherigen Satz wäre, würde ich jetzt sagen, er soll Lauri gehen lassen. Ich klammere mich an Lauri, in der Gewissheit, dass es gleich vorbei ist. Ich blicke dem Typen fest in die Augen. "Ich will nicht, dass du mein Auto beschmutzt!"
Lauri
Nun wird die Waffe gehoben und ich beobachte den Finger, der sich um den Abzug legt, schließe die Augen und...
Nichts.
Stille.
Gelächter.
Gelächter?
Als ich die Augen wieder öffne steht Aki immer noch neben mir, während sich der Typ zusammenkrümmt vor Lachen. Ich verstehe nichts.
Unter Lachen bringt er nun hervor, dass wir wirklich einmalig gewesen wären als unbewusste Statisten.
Bitte?
Aki
Wut steigt in mir hoch und ich schwöre mir, nie wieder jemandem zu helfen. Man sieht ja, was man davon hat. Ich hätte einen Unfall bauen können, ich hätte zwischenzeitlich einen Herzinfarkt kriegen können und was noch viel schlimmer ist, ich hätte LAURI VERLIEREN KÖNNEN!
Lauri
Aki sieht nun wirklich wütend aus, während ich einfach fassungslos bin. Ein Scherz, nichts weiter. Ich dachte, ich würde sterben, ich dachte, das sei meine letzte Sekunde... doch nichts. Nur ein Scherz. Ein simpler Scherz. Ein...
Weiter komme ich nicht mehr, mein Kreislauf gibt nun endgültig den Geist auf und ich sinke einfach zu Boden und alles wird schwarz um mich herum...
Aki
Ich 'fange' Lauri noch vor dem Boden ab und sehe den 'Entführer' hasserfüllt an. "Super Scherz! Echt Klasse! Ich hab selten so gelacht!!!", keife ich ihn an und wiege Lauri hin und her, küsse ihn sanft. "Lauri... wach auf..."
~Interlude~
Wortlos sieht der „Entführer“ nun ein Handy hervor und telefoniert mit irgendeiner Person, scheinbar einem Arzt. Kreislaufprobleme eines Darstellers waren nicht im Drehbuch vorgesehen und er fragte sich, welche Auswirkungen eine Klage wegen Körperverletzung für die Verantwortlichen hätte. Obwohl es ihn im Grunde nicht groß kümmerte. Es gab wichtigere Dinge, beispielsweise seine Gage.
Lauri
In der Ferne glaube ich Akis Stimme zu hören, doch sie erreicht den Kern meines Bewusstseins nicht. Die Dunkelheit um mich herum bleibt bestehen. Die Stille, die Finsternis... und ich versinke in ihr, komme zu Ruhe, bis...
... bis ich in einem Bett aufwache und mühsam die Augen öffne. Wo bin ich?
Aki
Endlich öffnet er die Augen. Ich streichle ihm durchs Gesicht. Ich liebe es ja, Fischstäbchen anzusehen, wenn sie stumm und wie tot vor mir liegen und ich sie verspeisen kann... doch wenn Lauri stumm und fast wie tot vor mir liegt, ist das von 'lustig' extrem weit entfernt!
Lauri
Ich spüre Akis warme Hand auf meinem Gesicht und schließe die Augen wieder, da das Licht schmerzt. Dennoch ergreife ich nun das Wort, selbst wenn meine Stimme ein wenig krächzend ist: „Wo bin ich...? Was ist passiert?“ Irgendwie herrscht eine riesige Gedächtnislücke und ich kann mich an kaum etwas erinnern. Der Mann, die Waffe und irgendetwas von einem Scherz geistert mir durch den Kopf.
Aki
"Du bist zu Hause... wir sind zu Hause... " Ich nehme ihn in den Arm und streichle weiter über seine Wange. "Wir wurden aus 'Spaß' entführt und als dieser..." Ich verkneife mir eine Welle von Beschimpfungen für diesen Vollblutidioten und spreche weiter. "... 'Typ' gesagt hat, dass alles ein Scherz ist, bist du ohnmächtig geworden..."
Lauri
„Ah ja...“, die Erinnerung kehrt wieder und ich erkläre dir, dass ich müde sei und noch ein wenig schlafen wolle. Irgendwie hat mich das alles an die Grenzen meiner physischen Fertigkeiten gebracht und ich bin nun todmüde und erschöpft. Für weitere Gedanken bleibt keine Zeit und so sinke ich wieder in einen tiefen und traumlosen Schlaf...
Aki
Ich halte ihn einfach weiter fest und sehe ihm beim Schlafen zu. Und meine Gedanken wandern zu dem erstaunlichen Unterschied zwischen Schlaf und Ohnmacht. Er sieht genauso aus wie eben doch machte mir sein Anblick eben noch Unbehagen und jetzt...? Jetzt sieht er einfach nur friedlich, harmlos und wunderschön aus.
Lauri
Viel später wache ich wieder auf und stelle fest, dass die Müdigkeit so ziemlich von mir gewichen ist. Ich öffne meine Augen und erblicke Aki, der neben mir liegt und ebenfalls schläft. Vorsichtig und sanft streiche ich mit meiner einen Hand über sein Gesicht. Es ist schön, Menschen beim Schlafen zuzusehen. Sie wirken zumeist so friedlich und ruhig. So losgelöst von allen Problemen...
Aki
Durch sanfte Berührungen in meinem Gesicht werde ich geweckt. Ich öffne langsam meine Augen und sehe Lauris Gesicht vor mir. Schön, wenn das erste was man[n] sieht wenn man aufwacht, der Mann ist, den man liebt.
Lauri
„Du siehst so schön unscheinbar und unschuldig aus, wenn du schläfst...“, ich lächele und füge ein „so gar nicht, wie du sonst bist“ hinzu.
Danach setze ich mich auf und strecke mich erst einmal, bin irgendwie vollkommen verspannt. Und jetzt, frage ich mich innerlich. Wie spät ist es eigentlich?
Aki
"Soll ich besser wieder schlafen gehen?", erkundige ich mich und frage mich, ob er es lieber hätte, wenn ich auch sonst so 'unscheinbar' und 'unschuldig' wäre. Hätte er es vielleicht lieber, wäre ich lammfromm?
Lauri
„Och nö... dann wär’s ja langweilig”, erkläre ich grinsend. „Du darfst dich auch gern aktiv wobei-auch-immer beteiligen, ich sehe da keine Einwände...“, nun stehe ich auf und stelle fest, dass ich nicht viel mehr als ein Paar Boxershorts trage. Auch gut, also suche ich im Schrank nach Hose und T-Shirt, während auch Aki nun in die Socken zu kommen scheint.
Aki
Ich schnappe mir einfach Lauri. "Ich soll mich also aktiv beteiligen?..." Ich lächle ihn an. "Dafür brauchst du dann aber keine frischen Söckchen... ich nehme dich liebend gern ganz ohne..."
Lauri
„Ohne was?“, frage ich ihn mit unschuldiger Miene, „Ohne Socken oder ohne alles?“ Nun werde ich nach meinem kurzen Ausflug aufs Bett gestoßen und lande wieder in den weichen Kissen, die immer noch vorwiegend seinen Geruch tragen. Ich atme ihn genießerisch ein und öffne dann wieder meine Augen, stelle fest, dass er sich über mich gebeugt hat.
Aki
Ich mache mich saugend an seinem Hals zu schaffen, kratze leicht über seine Seiten und wandere mit meinen Lippen von seinem Hals zu seinem Ohrläppchen, knabbere daran und lecke kurz drüber. "Ohne alles..."
Lauri
Nach dieser Antwort erwachen meine kurzzeitig erstarrten Hormone wieder zum Leben und wohlige Schauer durchlaufen mich und lassen mich leise aufseufzen und gierig meine Lippen auf die seinen pressen. Das letzte Mal, das letzte Gefühl scheint schon viel zu lange vergangen, verlangt danach, durch etwas Neues ersetzt zu werden...
Aki
Ich erwidere seinen Kuss, löse ihn aber kurze Zeit später wieder. Leider scheint Lauri nicht so verschmust zu sein wie ich, er scheint einfach nur geil zu sein. Trotzdem lasse ich mir meinen Spaß nicht nehmen und lasse meine Zunge seinen Körper liebkosen.
Lauri
So begeistert scheint Aki nicht zu sein und somit zügele ich mein Temperament ein wenig und gehe es ein wenig ruhiger an.
„Wenn du nicht möchtest, kannst du es auch sagen“, erkläre ich ihm und halte inne. Nun sieht er auf und mich an.
Aki
"Ich habe nicht gesagt, dass ich gar nicht möchte... aber wir haben alle Zeit der Welt, Lauri..." Ich sauge hier und da an seiner Haut und versuche schließlich mit minderem Erfolg an seinem Bauchnabel zu knabbern.
Lauri
Erneut seufze ich und meine Hände finden ihren Weg zu seinem Rücken, als suchten sie einen Halt, als hätten sie Angst sich in dem zu verlieren, was jetzt folgen würde. Ich schließe meine Augen, gebe mich ihm hin und warte ab. Hoffe nur, dass er dem nicht abgeneigt ist...
Aki
Mit meinen Händen bearbeite ich seine Boxer so, dass ich mit Absicht fünf Minuten brauche, um ihn zu entkleiden. Lauri scheint das alles viel zu langsam zu gehen aber das ist mir jetzt auch egal.
Lauri
Ellenlange fünf Minuten benötigt Aki, um mich meiner Boxershorts zu entledigen. Ein neuer Rekord, dessen bin ich mir sicher. Was möchte er? Mich foltern? Mich in den nahen Wahnsinn treiben? Sich an meinem Leid ergötzen? Mir ist es vollkommen egal. Ich möchte nur endlich ein Stück vorankommen...
Aki
Ich frage mich, seit wann er so ungeduldig ist. War er schon immer so? Oder ist es meine Schuld? Habe ich in seiner Erziehung IRGENDWAS falsch gemacht? Was denke ich hier eigentlich für’n Müll?
Lauri
Erneut verharrt Aki in der Bewegung und ich drücke mich ihm ein wenig mehr entgegen, fordere ihn zum Handeln auf. Doch nichts passiert.
Nun stelle ich auch fest, dass er noch einige Stofffetzen am Körper trägt und entledige ihnen dieser... immerhin soll das ja anständig werden!
Aki
Ich lecke wieder über seinen Körper, aber er scheint kaum noch Gefallen an meinen Berührungen zu finden, scheint vor Ungeduld fast zu vergehen. Warum ist er so? Bin ich schuld?
Lauri
Wie man es auch dreht und wendet, ich bin heute nicht
unbedingt darauf aus, hier noch weitere drei Stunden in diesem Zustand zu
schwelgen, ich bin ungeduldig und nicht besonders verschmust an diesen Tag. Zu
sehr hat sich am gestrigen Tage und davor alles aufgestaut und jetzt warte ich
darauf, dass ein wenig Tempo aufgenommen wird und werde ein wenig missmutig...
Aki
Was wird das denn jetzt? Schmollt der auch noch? Nicht einmal meinen Kuss erwidert er auf anhieb und als er ihn erwidert dann mit einer solchen Gier, wie ein hungriges Raubtier nach rohem Fleisch.
Lauri
Gierig erwidere ich seinen Kuss, bis er plötzlich
ablässt, sich erhebt und ein paar Schritte Abstand nimmt. Was ist denn jetzt
los? Verständnislos blicke ich ihn an, sehe, wie sein Blick zu Boden wandert.
Was ist, möchte ich wissen und warte ab, bis er dazu ansetzt, etwas zu sagen.
Aki
"Du lässt mir keine Zeit...", antworte ich ihm ehrlich. Habe ich ihn wirklich zu dem gemacht? Hab ich ihn dazu gebracht, nur noch so gierig und ungeduldig zu sein? Sieht er denn nicht mehr den Spaß? Warum steht ihm dabei nur noch das pure Verlangen in den Augen? Sehe ich ihn auch so an? Sehe ich meine Fischstäbchen so an? Habe ich auch diesen Blick drauf?
Lauri
„Zeit wozu?“, frage ich, verstehe nicht. Das ist nicht der Zeitpunkt, um Reden zu schwingen oder groß zu diskutieren, sonst gerne, heute lieber nicht. Abgesehen davon ist er auch nicht viel anders, ansonsten habe immer ich die passive Rolle übernommen. Gefällt ihm das nicht? Soll ich lieber passiv statt etwas dominanter auftreten? Ist das nicht egoistisch von ihm?
Aki
"Zeit, es zu genießen... du tust so als müssten wir in fünf Minuten damit durch sein..." Das tut er wirklich und es missfällt mir. Ich will doch mit ihm schlafen, aber wir sind doch nicht bei den Kaninchen!
Lauri
„Ich genieße doch, außerdem gibt es immer solche und
solche Male. Ich richte mich sonst auch nach dir und deinen Wünschen, doch du
scheinst keinerlei Interesse daran zu haben, was ich ausnahmsweise mal möchte“,
ich setze mich auf, meine Augen funkeln ihn an. Langsam kocht wirklich die Wut
in mir hoch. Als wenn ich ein sexbesessener Egozentriker wäre.
Aki
Ich funkle ihn wütend an. "Du tust so, als würde ich mich von dir nicht anfassen lassen! Ich habe nie gesagt, dass du passiv sein musst... wenn du das gern willst, ist es deine Sache und nicht meine, dann passe ich mich an... aber hast du dir einmal dabei in die Augen sehen? Vermutlich nicht! Ich bin ja kein Spiegel...! In deinen Augen steht nur die Lust geschrieben!"
Lauri
„Schön, dass du glaubst zu wissen, was in mir vorgeht! Außerdem, wenn man keine Lust hätte, käme man auch nicht auf die Idee, so was zu machen! Außerdem...“, ich hole einmal tief Luft und fahre dann fort, „...außerdem kannst du mir dann gerne erläutern, was stattdessen in meinen ach so buchartigen Augen stehen soll!“
Aki
"Ich habe dir doch gesagt, was ich sehe! Lust und nichts weiter! Ich sehe nicht einen Funken Liebe darin, wenn wir miteinander schlafen! Ich könnte genauso gut irgendwer sein!"
Lauri
„Du weist ganz genau, dass das Schwachsinn ist! Als wenn ich mit irgendwem schlafen würde! Du machst dich lächerlicher als du bist!“, meine Augen werden zu schmalen Schlitzen und ich lege die Decke über mich. „Aber wenn du so von mir denkst frage ich dich, warum du überhaupt hier bist...“
Aki
"Weil das zufällig MEINE
Wohnung ist, wenn du dich mal umguckst! Ich habe das Recht hier zu sein! Und
wenn du mich so lächerlich findest, bitte! Du weißt wo die Tür ist!"
Lauri
„Dann
gehe ich eben, wenn du mich los sein willst!“, ich schiebe beleidigt die
Unterlippe ein Stückchen vor und lange nach meiner Boxershorts und dem Rest
meiner Kleidung. Unter normalen Umständen wäre ich jetzt womöglich deprimiert,
so bin ich einfach nur geladen und kann es nicht fassen, dass er mir vorwirft,
ich würde mit jedem schlafen. Das ist eine ziemliche Beleidigung.
Aki
"Ja, dann geh doch!" Werfe ich ihm noch zu und stapfe wütend in die Küche und reiße brutal einige Fischstäbchen aus dem Gefrierschrank. Jetzt foltere ich sogar schon diese himmlischen Köstlichkeiten! So weit ist es also schon mit mir! Hart schließe ich die Gefriertruhe wieder und reiße die Packung auf. 30 Fischstäbchen nur für mich! Frustessen ist angesagt!
Lauri
Geschwind
ziehe ich mich an und suche meine Sachen zusammen, bis ich auch Jacke und
Schuhe anziehe und an der Küche vorbeikomme, in der ich Aki erblicke, wie er
eine unglaubliche Menge Fischstäbchen brät: „Ich hoffe du erstickst an dem
Kram!“ Das zische ich ihm noch zu, bevor ich die Tür zuknalle und mich auf den
Weg in meine eigene Wohnung mache.
Aki
So, ersticken soll ich also. Wunderbar. Klingt ja liebreizend. Klingt echt so, als würde ich ihm wahnsinnig viel bedeuten. Um genau zu sein: GAR NICHTS! Wütend schreiend werfe ich meine Fischstäbchen samt Pfanne aus dem Fenster, welches klirrend zerspringt. Schluchzend sinke ich zusammen.
Lauri
Gerade, als ich aus dem Haus trete, vernehme ich ein lautes Klirren und sehe, wie ein dunkler Gegenstand aus dem Fenster fliegt und auf der anderen Straßenseite landet. Was soll das? Doch ich denke nicht weiter darüber nach, bin viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt und gehe anstatt nach Hause in den Park, um mich dort einige Zeit auf einer Bank niederzulassen. Menschenleer ist es und nach einigen Minuten der Stille fange ich hemmungslos an zu weinen.
Aki
Ich liege heulend auf dem Boden. Warum habe ich nicht einfach so mit ihm geschlafen, wie er es wollte? Warum habe ich ihn gehen lassen? Warum habe ich es zugelassen, dass er sich meinen Tod wünscht? Warum wird sein Wunsch nicht einfach erfüllt? Warum verrecke ich nicht einfach? Hier und jetzt? Ich will nicht mehr! Ich will doch nur ihn! Warum mache ich immer alles kaputt?
Lauri
Gefühlte
Stunden später erhebe ich mich wieder, habe Kopfschmerzen vom Weinen, mir
schmerzen die Augen und ich schleppe mich nach Hause, schließe die Tür auf und
lasse mich an ihr herabsinken. Was habe ich vorhin eigentlich getan? Plötzlich
erscheint mir alles so unwirklich und ich stelle fest, dass ich wohl nicht ganz
bei mir gewesen sein muss. Wieder laufen mir die Tränen meine Wangen herab und
ich bin davon überzeugt, dass er mir sicher nicht verzeihen würde...
Aki
Schluchzend und weinend versuche ich mich aufzurichten. Mit meinen Tränen könnte ich schon jetzt glatt den Boden feudeln. Mein versucht misslingt, ich breche einfach wieder zusammen, bleibe zitternd und schluchzend auf dem Erdboden liegen, krümme mich zusammen und schließe die Augen. Ich will einfach nicht mehr.
Lauri
Stunden sind vergangen und ich sitze wie eine Statur an die Tür gelehnt und meine Augen sind vollkommen rot von den ganzen Tränen, die ich vergossen habe und die in der Zwischenzeit versiegt sind. Wortlos, beinahe leblos denke ich darüber nach, welche Möglichkeiten nun bestehen...
1. umbringen
2.
irgendwie drüber hinwegkommen, allerdings eher
unrealistisch
3.
mich entschuldigen
4.
mit ihm reden
5.
auswandern
6.
mich vollaufen lassen
7.
fällt mir nichts mehr ein
Aki
Ich halte mir meinen
schmerzenden Kopf, in dem sich alles überschneidet. Ich sehe mit geschlossenen
Augen sein strahlendes Gesicht vor mir, sehe wie er ausgelassen lacht, wie
seine Augen mich anfunkeln und doch höre ich immer wieder seine Worte, die sich
in meinem Kopf immer wieder und wieder wiederholen und stetig lauter werden
>Ich hoffe du erstickst an dem Kram!<
Lauri
Ich
weiß nicht, ob ich das könnte, mich umbringen. Ich weiß auch nicht, ob ich
einfach zu ihm gehen könnte, um mit ihm zu reden. Was sollte ich dann sagen?
Mein Kopf ist wie leergefegt und mir fällt nichts ein...
Wäre
es dann besser, jetzt aufzustehen, in unsere Stammkneipe zu gehen und dort
einen zu Heben? ... Um dann am Ende womöglich mit irgendeiner Tusse im Bett zu
landen? Dagegen sträubt sich mein Inneres und so bleibe ich sitzen...
Aki
Irgendwann hört seine Stimme auf in meinem Kopf wiederzuhallen und es wird still. Ganz still. Und dann ganz plötzlich hält er mich in seinen Armen, sagt, dass es ihm leid tut, er nähert sich meinem Gesicht mit seinem, unsere Lippen sind nur noch ein paar Zentimeter voneinander entfern und dann... erwache ich. Allein. Auf dem Boden meiner Küche liegend.
Lauri
Tick... Tick... Tick… die Batterien meiner Küchenuhr landen kurzerhand
im Mülleimer, anschließend schleppend ich mich schwerfällig in mein
Schlafzimmer und lande auf meinem Bett. An der Bettwäsche haftet noch Akis
Geruch und mit einem leisen, verzweifelten Aufschrei befördere ich die Decken
und Kissen in die nächste Ecke. Ich kann ihn nicht ab, seinen Geruch, der mich
noch mehr zerbricht, mir noch größeren Schmerz beschert...
Aki
Nur kurze Zeit später sinke ich wieder zurück in die
Stille. Irre umher und plötzlich laufe ich gegen etwas, blicke auf. Ich sehe
ihn Paulis wutverzerrtes Gesicht. Er deutet in eine Ecke. Dort erscheint ein
Grab. Ich blicke ihn fragend an. "ES IS ALLES NUR DEINE SCHULD AKI! DU
HÄTTEST IHN NICHT GEHEN LASSEN DÜRFEN! UND SCHON GAR NICHT DEINE PFANNE AUS DEM
FENSTER WERFEN DÜRFEN!!!!! DEINE PFANNE HAT IHN UMGEBRACHT!" Ich gehe
langsam auf das Grab zu. "Nein... das kann nicht sein..." Ich breche
vor dem Grab zusammen. Ich höre leise deine Stimme. "Ich hasse dich Aki...
du hast mich umgebracht..." Schluchzend breche ich zusammen. "NEIN!...
ich... ich wollte das doch nicht! Lauri... bitte..." Dann verschwimmt
alles und ich stehe plötzlich wieder. Direkt vor Eero, der mich traurig und
wütend zugleich ansieht. Der Schock und das Entsetzen stehen ihm ins Gesicht
geschrieben. Tränen laufen über seine Wangen. "ES IST ALLES NUR DEINE
SCHULD AKI!!!! WENN DU IHN NICHT HÄTTEST GEHEN LASSEN, DANN WÄRE ER NICHT IN
DEN PARK GERANNT UND NICHT VON DIESEM TYPEN VERGEWALTIGT UND UMGEBRACHT
WORDEN!!!!"
Eero
deutet auf einen Lauri, der blutend, zusammengekauert und tot an einem See
liegt. Ich will zu ihm laufen, doch Eero und Pauli halten mich auf. "Du
darfst nicht zu ihm Aki... er will dich nicht sehen... er will dich nie mehr
sehen... er hasst dich... er wünscht dich an seine Stelle... er wünscht du
wärst tot und er würde noch leben... Aki! Aki er hasst dich... wir hassen dich!
Alle hassen dich! Du hast Lauri auf dem Gewissen!"
Lauri
Hunger,
doch ich bewege mich nicht. Durst, doch ich rühre mich nicht. Schmerz, doch ich
habe kein Mittel dagegen...
Schweigend,
zusammengekrümmt liege ich hier und vegetiere, doch nichts geschieht. Niemand
ruft an, niemand fragt nach mir. Nichts. Was ich tue interessiert niemanden.
Dich erst recht nicht, denke ich. Sicherlich hast du erkannt, dass ich es nicht
wert bin, bei dir zu sein, sicherlich haben auch Eero und Pauli das inzwischen
verstanden.
Vielleicht
wird dann irgendwann einmal die Tür aufgebrochen, da meine Nachbarin der
Ansicht ist, hier würde irgendetwas verwesen... ein schöner Tod. Und sicherlich
nicht „schön“ genug für dich...
Aki
Plötzlich
erwache ich wieder, durch meinen eigenen Schrei. Wieder bin ich allein. Mir ist
kalt. Eiskalt. Ich fühle mich allein und an 'if you ever' erinnert. It
feels so cold but I know it's something I deserve...
Lauri
Leise singe ich vor mich hin, kaum hörbar…
“Sorry
about the things I've done
Same thing what happened before
Waiting for the storm, my face against the wall
Hoping that you could forgive me
You could forgive me
You could forgive me
Forgive me”
Doch nichts
geschieht, alles bleibt, wie es ist. Moment, nicht ganz, denn jetzt durchdringt
ein lautes Schrillen die Stille, das Telefon, denke ich. Wie betäubt greife ich
danach und nehme das Gespräch an, frage mich, um wen es sich handeln könnte...
Aki
Ich liege weiterhin in meiner Küche rum. Eigentlich nicht sonderlich spannend oder ereignisreich aber ich werde hier liegen bleiben. Liegen, bis ich verdurste oder anderweitig verrecke. Ohne Lauri hat es sowieso keinen Sinn mehr irgendwas zu tun. es gibt nur drei Dinge, die mir wirklich wichtig sind:
1.
Lauri
2.
Fischstäbchen
3.
Drummen
Und
ich werde doch nie wieder bei The Rasmus spielen können... außerdem erinnert
mich drummen dann wieder an Lauri. Also ist mir auch dieses Hobby vergönnt.
Lauri
„Wer da?“,
meine Stimme ist schwach, beinahe unhörbar.
„Hier ist
Eero, verdammt Lauri, was ist denn los und wo ist Aki? Der geht nicht ran, wenn
ich ihn anrufe und bald steht unser Yoga-Treffen an! Bist du krank und er
pflegt dich oder was ist los? Du brauchst gar nicht simulieren, ich kenne
dich...“
„Er ist nicht
hier“, unterbreche ich den Redeschwall und lege auf. Anschließend schalte ich
das Telefon ganz ab. Du wirst nicht anrufen und Eero kann mir gestohlen
bleiben.
Aki
Ich frage mich, wie lange sich Tage dahin ziehen können, in denen man dabei ist jämmerlich zu verrecken. Kommen sie einem länger vor? Oder vergehen sie vielleicht schneller, als man denkt? Und wie wird es sein, wenn es endlich soweit ist? Wie wird es sein, wenn Lauris Wunsch erfüllt ist? Was wird dann sein? Wird dann irgendwas sein?
Lauri
Mit
der Zeit reift der Entschluss, doch noch einmal mit dir zu reden. Wenn das
nichts wird springe ich entweder von der Brücke, schlucke Tabletten oder werde
zur Schnapsleiche, wenn es was wird weiß ich auch nicht weiter... genauso
wenig, wie ich weiß, was ich eigentlich erzählen möchte...
Dennoch
springe ich nun auf, verlasse die Wohnung und gehe ein wenig schwerfällig in
Richtung deiner Wohnung. Ich überlege mir, dass ich vielleicht so tun sollte,
als hätte ich etwas vergessen, wenn du mich nicht hineinlassen willst.
Zögerlich, ängstliche klingele ich an deiner Tür.
Aki
Wie aus weiter Ferne nehme ich war, dass es klingelt. Soll es doch. Ich werde mich nicht rühren. Nicht einen Zentimeter. Ich werde sterben. Genau in dieser Position und nicht anders. Hier, in meiner Küche. Hier auf dem Boden. Auf dem kalten Fliesenboden, deren Kälte meinen Körper schon längst bewohnt. Oder ist es doch eher die Kälte, die die Leere meines Herzens darstellt, seitdem die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen ist?!
Lauri
Nichts passiert. Ob er weiß, dass ich hier stehe und klingele? Aber hatte er Eero nicht auch nicht geöffnet? Ich denke kurz nach und klingele dann beim Hausmeister, der wenig später öffnet. In bester Manier erzähle ich dem Hausmeister eine haarsträubende Geschichte, so dass ich wenig später den Zweitschlüssel zu deiner Wohnung in den Händen halte und aufschließe. Was, wenn du jetzt wütend wirst? Soll ich sagen, ich hätte gedacht, du seiest wirklich verstorben? Mir fällt nichts ein. Ich trete ein, alles ist dunkel und vollkommen still. „Aki?“, frage ich ängstlich in die Stille hinein.
Aki
Plötzlich öffnet sich meine Tür. Stinke ich schon? Will sich jemand wegen der Pfanne beschweren? Mir sagen, dass ich Lauri doch getroffen habe? Allein dieser Gedanke bringt meinen Körper wieder zum Beben und ein erneuter Heulkrampf überkommt mich.
Lauri
Keine Antwort, nur ein leises Schluchzen aus Richtung der Küche. Langsam, vorsichtig, ängstlich und beinahe panisch betrete ich die Wohnung nun wirklich und ziehe die Tür hinter mir zu, so dass die anhaltende Finsternis mich verschluckt. Tastend begebe ich mich in die Küche und erkenne dort die Umrisse einer Gestalt, die am Boden liegt. Ist das Aki? „Aki?“, frage ich leise, doch keine Antwort. Nun frage ich etwas lauter und die Gestalt sieht zu mir auf. Es ist wirklich Aki.
Aki
Irgendwer sagt irgendwas. Ich verstehe nicht was die Person sagt und die Stimme klingt seltsam gedehnt. Ich glaube mein Kopf ist einfach schon zu leer vom ganzen heulen. Ich blicke auf und erkenne die verschwommenen Umrisse von Lauri. Ich lasse meinen Kopf wieder sinken. So lange liege ich hier doch noch gar nicht, oder? Wieso habe ich schon jetzt Halluzinationen? Wird es noch schlimmer?
Lauri
Keine Antwort, ob er denkt, er hätte Halluzinationen oder so etwas in der Art? Nun knie ich mich nieder, noch immer erfolgt keine Reaktion auf das Nennen seines Namens.
„Aki...“, flüstere ich und meine Finger berühren seine Wange, eiskalt, „es tut mir leid...“ Und wieder kommen wir die Tränen, tropfen auf sein Gesicht hinab. Ach verdammt... ich bin an allem Schuld.
Aki
Können Halluzinationen so echt sein? Träume ich vielleicht wieder? Bin ich vielleicht sogar schon tot? Bin ich vereinsamt? War meine Sehnsucht nach dem Tod vielleicht so groß, dass ich einfach gestorben bin? Aber es ist mir egal ob Traum, tot oder Realität ich klammere mich einfach an Lauri, bete, dass er sich nicht wieder einfach auflöst.
Lauri
Er klammert sich an mich und unter Schluchzen erwidere ich diese Umarmung. Einige Minuten vergehen, bis ich leise anfange zu sprechen: „Es tut mir leid, ich wollte das nicht... ich hatte sie nicht mehr alle... vielleicht wäre es am besten, wenn ich jetzt gehe. Ich möchte nicht, dass du so unter mir leidest...“
Nun versagt meine Stimme und mein Schluchzen wird lauter, ich möchte nicht loslassen, nicht gehen, aber ich habe auch kein Recht zu verweilen.
Aki
Ich kralle mich fester an ihn. "Nein... nicht gehen..." Ich bin nicht sicher, ob er gehört hat, was ich sage, denn ich selbst habe es kaum vernommen aber ich kann nicht anders als abwarten und beten, dass er mich gehört hat.
Lauri
„Warum soll ich nicht... gehen?“, bringe ich hervor und verstehe nicht. Ich bin es nicht wert, hier zu verweilen, ich kann nicht hier bleiben, ich...
Weine stumm weiter, weiß nicht, was ich sagen soll, verstehe nicht, weshalb er möchtest, dass ich bleibe.
Aki
Ich kuschle mich an ihn, genieße meine Nähe, obwohl ich nicht weiß, wie lange ich das noch darf. „Weil ich... dich... liebe Lauri...", flüstere ich heiser und hoffe, dass dies ein Grund ist, um bei mir zu verweilen.
Lauri
„Warum?“,
höre ich mich fragen doch dann ergänzt sich ein „Ich liebe dich auch“ hinzu.
Leise, beinahe unhörbar, ein wenig unsicher und doch so von sich überzeugt. Das
monotone Schluchzen lässt ein wenig nach, verstummt beinahe und auch der
Tränenstrom versiegt. Es wird still um uns herum und ich lockere die
Umklammerung ein klein wenig.
Aki
Ich kralle mich an ihn, will nicht, dass er mich wieder loslässt, nie mehr. Ich will, dass er bei mir bleibt. Auch wenn das egoistisch ist. Ich brauche ihn bei mir. Ich sterbe ohne ihn. "Bitte... nicht... lass... mich nicht... nicht los... bitte..." Eine Angst macht sich in mir breit, fast eine Panik, ihn wieder zu verlieren. Ich will das nicht.
Lauri
Wieder verharre ich in der Bewegung, nur meine Umarmung wird wieder ein klein wenig fester. Sagen tue ich nichts, fürchte, beim ersten Wort wieder in Tränen auszubrechen. Also schweige ich und umarme ihn, kein Wort, nichts. Folge nur seinen Worten, seinem Wunsch, möchte ihn nicht loslassen, nicht gehen, möchte bleiben. Doch Worte fallen mir nicht ein, die ich jetzt ihm sagen könnte. Kein Trost, keine Entschuldigung, mein Kopf ist wie leergefegt.
Aki
Langsam versuche ich mich aufzurichten. Meine Glieder schmerzen von dem harten Küchenboden aber mein größeres Problem liegt darin, Lauri beim Aufstehen nicht loszulassen. Irgendwie funktioniert das nicht ganz so, wie ich das will. Aufstehen und bei Lauri sein.
Lauri
Mühsam
versucht Aki sich aufzurichten, verzweifelt augenscheinlich daran, sich
aufzurichten und mich nicht loszulassen. Also helfe ich ihm ein wenig, ziehe
ihn mit mir hoch und einige Augenblicke später umarmen wir uns nach wie vor,
stehen uns nun allerdings gegenüber. Und jetzt, frage ich mich innerlich, doch
Aki nimmt mir die Entscheidung ab und zieht mich durch die dunkle Wohnung in
Richtung Schlafzimmer. Was jetzt?
Aki
Ich lasse mich einfach auf das Bett fallen. Da ich Lauri noch immer im Arm halte, fällt er mit mir. Genau auf mich aber das macht mir nichts. Eher im Gegenteil. Ich bin froh, dass er da ist und mein Rücken freut sich über das weiche Bett.
Lauri
Mit einem Mal liege ich auf Aki, doch ich rühre mich nicht weiter, liege einfach nur auf ihm mit geschlossenen Augen und schweige. Auch er schweigt, dennoch ist es an ihm zu entscheiden, was er möchte. Ich hingegen erinnere noch den Streit und möchte nicht wieder ins Fettnäpfchen treten, warte lieber ab. Außerdem fürchte ich es, fürchte nichts so sehr wie einen erneuten Streit zwischen uns. Gut, jetzt ist nicht der Zeitpunkt für solche Dinge, aber dennoch hemmt mich der Gedanke auch in meinem weiteren Tun...
Aki
Er rührt sich nicht. Sagt nichts, tut nichts. Liegt einfach nur da und ich genieße die Stille. Irgendwie herrscht eine stille Übereinkunft einfach nichts zu sagen und die Situation zu nehmen, wie sie ist. Die Stimmung nicht mit lästigen Worten zu zerstören. Noch während ich daran denke, gleite ich einfach ins Reich der Träume.
Lauri
Irgendwann vernehme ich Akis gleichmäßigen Atem und verstehe, dass er wohl in den Schlaf gezogen wurde. Ich rühre mich nicht, schlafe aber auch nicht, genieße nur das Gefühl, umarmt zu werden, hier zu liegen, jemanden zu haben, der einen einfach in den Arm nimmt. Ich glaube, dass das den größten Reiz einer Beziehung ausmacht. Nichts Anderes. Schlafen tue ich nicht, lausche nur dem Geräusch seines Atems und muss ein klein wenig lächeln. Wenn ich Geborgenheit gesucht, so habe ich sie hier und jetzt gefunden.
Aki
Ich träume nur wirren Kram. Aber immerhin kommt Lauri darin vor. Es fängt an damit, dass ich auf einer Autobahn stehe. Autos fahren durch mich durch. Ich schreie, obwohl ich keine Schmerzen habe. Im Gegenteil, es kitzelt eher, wenn ein Auto durch mich hindurchfährt. Doch plötzlich sehe ich, dass in einem der Autos Lauri drin sitzt. Er hat Probleme mit dem Fahren, kein Wunder, er hat ja auch keinen Führerschein. Er fährt genau auf einen Baum zu. Ich versuche ihn aufzuhalten, doch nichts, und kurz bevor er aufprallt, stehen wir auf einer Wiese voller Blumen, sie duftet. Und wir sind beide nackt. Lauri grinst mich an und irgendwas leitet mich an zu lachen und wir rennen Hand in Hand, nackt über die Wiese.
Lauri
Hm? Wo bin ich? Verwundert hebe ich meinen Kopf und blicke Aki an, der unter mir liegt. Scheinbar habe ich nicht geträumt und war einen Moment weg. Jetzt erinnere ich mich wieder und lege meinen Kopf wieder auf seine Brust, die sich im Schlaf gleichmäßig hebt und senkt. Lausche dem Schlag seines Herzens. Was ist, wenn es irgendwann aufhört zu schlagen? Einfach verstummt? Was werde ich dann tun? In Gedanken versunken, bemerke ich erst nach einiger Zeit, dass Aki die Augen geöffnet hat und mich ansieht.
Aki
Als ich die Augen öffne, stelle ich fest, dass Lauri zwar in meiner unmittelbaren Nähe ist, allerdings weder nackt, noch sind wir auf einer duftenden Blumenwiese. Schade eigentlich. Denn außer uns war niemand da... und ich hätte nichts dagegen, Lauri mal auf einer großen, leeren, duftenden Blumenwiese... Gedankenverloren starre ich ihn an, bis er meinen Blick bemerkt.
Lauri
Was er wohl denkt, frage ich mich und erwidere seinen Blick. Einige Minuten scheinen wir uns wortlos anzustarren, hängen keinen bestimmten Gedanken nach, bis ich mich seinem Gesicht ein Stück nähre und die unsichtbare Mauer, die uns gefangen zu halten schien, einreiße. Meine Lippen auf seinen, das Ende einer Gefangenschaft, eine Befreiung aus der Schwebe, in der wir uns für einen Augenblick hielten.
Aki
Ein warmes Kribbeln durchflutet meinen gesamten Körper. Als wäre es unser erster Kuss, als würde wieder Leben durch meine Adern fließen, als hätte ich gerade heißen Kakao getrunken. Angenehm breitet sich die Wärme seiner Lippen in meinem ganzen Körper aus. Es tut so gut seine weichen, zarten Lippen auf meinen zu spüren.
Lauri
Unendlich lange verharren wir in unserem Kuss, unserem einfachen, so bedeutenden, der wie der erste zu sein scheint. Irgendwann lösen wir uns und ich verliere die Balance, rolle von Aki herunter und falle schließlich aus dem Bett. Geplant war das nicht. Meinen Kopf reibend springe ich auf und sehe mich etwas verwirrt um.
Aki
Ich muss lachen und hoffe sogleich, dass er mir das nicht übel nimmt. Ich kann doch nichts dafür, dass ich so gehässig bin. Das war ich schon immer. Es ist, als wäre es mir angeboren.
Lauri
Aki lacht und ich fange ebenfalls an zu lachen, es wirkt einfach befreiend und meine Freude schwingt mit. Irgendwann stehe ich auf, verliere erneut das Gleichgewicht und kippe aufs Bett. Wieder ertönt lautes Gelächter.
Aki
Oh geil! Er ist so süß! Er ist so ein kleines Trottelchen manchmal! Das ist einfach nur zum... ja zum knutschen! Gedacht-getan. Schon wieder kleben meine Lippen an seinen, wollen gar nicht mehr ablassen.
Lauri
Hungrig verlangen wieder unsere Lippen nacheinander und dieses Mal ist es stürmischer und leidenschaftlicher als noch soeben zuvor. Ziehe ihn näher an mich heran, möchte seine Wärme genießen.
Aki
Ich möchte einfach, dass es nie mehr endet, für immer so weitergeht. Er und ich hier auf dem Bett. Für immer. Das wäre, was ich mir ersehne, aber... da gibt es ja leider auch noch so menschliche Bedürfnisse wie Hunger und die Pflicht als Drummer auch mal Auftritte zu tätigen und auf Tour zu gehen. Also... leider keine Chance auf einen ewigwährenden Kuss mit... da kommt mir die Idee, dass ich genau so sterben will. Sterben, während ich Lauri küsse.
Lauri
Aki macht keinerlei Anstalten, sich auch nur im Ansatz von mir zu lösen, erhält die Verbindung aufrecht, raubt mir den Atem in jedem Sinne und...
Plötzlich ein Klingeln, das keinerlei Widerspruch duldet. Hatte ich nicht schon einmal gesagt, man solle das Telefon abschaffen? Dieser Gegenstand ist einfach nur nervtötend!
Genervt springe ich auf und nehmen den Hörer ab.
„Ja, bitte?“, knurre ich und hoffe, dass der Person am anderen Ende die Ironie meiner Worte bewusst wird.
Aki
In meinen Gedanken stelle ich mir böse Dinge vor: Wie ich die Person am anderen Ende der Leitung auf eine Zielscheibe kette, mit Messern auf sie werfen, sie mit einem Flammenwerfer röste, die Asche auffege und in Salzsäure komplett auflöse. Ich HASSE Telefone!
Lauri
Mit einem mörderischen Blick, den ich gar nicht weiter interpretieren möchte, mustert Aki das Telefon. Ich jedoch konzentriere mich auf das Gespräch:
„Hier ist Seppo...“
„Aha?“, frage ich „interessiert“.
„Ich wollte euch nur mitteilen, dass die Tour bald ansteht.“
„Welche Tour?“, ich kann mich keiner entsinnen.
„Die Tour eben. Sag bloß die Liebe vernebelt dein Gehirn soweit, dass du alles um dich herum vergisst?“
Scheinbar schon, denke ich, spreche es dennoch nicht aus: „Ähm nein, ich erinnere mich noch.“
„Gut“, Seppo macht eine dramaturgische Atempause, „dann geht es übermorgen los um acht Uhr!“
Mit diesen Worten ist das Gespräch zu ende und ich stelle fest, dass ich mich dessen wirklich nicht mehr entsinnen konnte. Ist das normal? Ich drehe mich zu Aki und erzähle ihm von dem Gespräch.
Aki
Ich blicke ihn verpeilt an. "Von wegen erinnern... davon hat er nichts erzählt... das wüsste ich..." Ich kratze mich am Kopf. Oder hat er es doch erwähnt?! Kann es sein, dass wir beide Lauri UND ich beide so vergesslich sind und ne ganze Tour mal so eben vergessen?
Lauri
Auch Aki kann sich scheinbar nicht auf sein Gedächtnis verlassen, stelle ich belustigt fest, kommentiere jedoch nicht. Stattdessen beschränkt sich mein Beitrag darauf, ihm zu sagen, dass wir wohl Pech gehabt hätten.
Wie soll diese Tour eigentlich funktionieren? Sind die Kojen im Bus nicht viel zu klein? Außerdem... wann haben wir zuletzt geprobt? Geht das überhaupt?
Immerhin komme ich so nicht mehr dazu, mich vorher mit Eero zum Yoga verabreden zu müssen, das ist definitiv eine Entschädigung.
Aki
"Hast du ein Problem mit meiner unmittelbaren Nähe?!", erkundige ich mich mit beleidigtem Ton, denn er bleibt einfach in der Nähe des verdammten Telefons stehen. Ich HASSE das Teil und wenn es noch einmal unangemeldet und im falschen Moment klingelt, werfe ich es eigenhändig gegen die Wand!
Lauri
„Häh?“, verständnislos sehe ich ihn an, „wie kommst du auf so was?“
Aki setzt seinen Mörder-und-alle-die-nerven-sterben-innerhalb-kurzer-Zeit-sehr-schmerzhaft-Blick auf und ich sehe ihn nur verständnislos an. Verstehe nicht, was er eigentlich von mir will. Habe ich ihm irgendetwas getan?
Aki
"Das verdammte Telefon hat mich deiner kostbaren Nähe beraubt!", fauche ich kaum hörbar und verschränke schmollen die Arme, während das Telefon unter meinen Blicken langsam in Flammen aufgehen müsste. Mürrisch stelle ich fest, dass es noch nicht einmal raucht.
Lauri
Ich beneide das Telefon nun wirklich nicht und lege es etwas ängstlich weg, Aki ist mir unheimlich mit dem Gesichtsausdruck.
Danach gehe ich auf ihn zu, breite meine Arme aus und ziehe ihn an mich heran: „Reg dich nicht soviel auf und konzentriere dich lieber auf die schönen Dinge...“ Das hauche ich ihm ins Ohr.
Aki
"Du meinst dich?!", erkundige ich mich grinsend und vergesse das Telefon nach einem letzten feindseligen Blick endlich wieder.
Lauri
„Da ich Egoist bin, meine ich natürlich mich“, sage ich mit einer Mischung aus Überzeugung und Ironie.
Danach befördere ich ihn mit einem leichten Schubs aufs Bett und setze mich auf seinen Schoß, so dass mir uns nun Angesicht zu Angesicht gegenübersitzen.
Aki
"Egoistische Fischstäbchen?! Wo gibt’s denn so was?", frage ich grinsend. Und drücke ihn an mich. MEIN Fischstäbchen! Wieder drücke ich meine Lippen auf seine, das Telefon gerät nun ganz in Vergessenheit.
Lauri
„Hier“, möchte ich antworten, doch dazu komme ich nicht mehr, da mir mein geliebtes Individuum mit seinen Lippen die meinen versiegelt. Nun gut, lassen wir das und genießen einfach, schließlich bleibt nicht mehr viel Zeit bis zur Abfahrt. Wohin touren wir eigentlich?
Aki
Irgendwas scheint ihn zu beschäftigen, er konzentriert sich gar nicht richtig auf den Kuss. Ich kneife ihm zärtlich in die Seite, um ihn aus seinen Gedanken zu reißen, löse den Kuss aber nicht.
Lauri
Verwundert sehe ich auf, als er mich in die Seite kneift, leidet er unter Aufmerksamkeitsverlusten? Ich erwidere den Kuss wieder mehr und verstärke meinem Druck etwas, so dass er schließlich nach hinten wegkippt und ich auf ihm drauf liege.
Aki
Geht doch! Schon viel besser! Ich drücke ihn noch mehr an mich. Immerhin war er derjenige, der meinte ich soll mich schöneren Dingen zuwenden! Also... ich befolge doch nur seinen 'Befehl'.
Lauri
Der Kuss an sich artet weiter aus und einige Zeit später habe ich das Gefühl, dass sich alles um mich herum dreht, während wir beide in der Bewegungslosigkeit verharren. Selten war etwas so intensiv und berauschend.
Aki
Und wieder wünsche ich mir in diesem Moment in die Ewigkeit einzugehen und schon wieder hindert mich das bescheuerte TELFON an meinem 'Vorhaben'.
Lauri
Wieder zerreißt ein Klingeln die Harmonie und dieses Mal bist du derjenige, der wutentbrannt aufspringt und das Telefon in die Hand nimmt. Die Person am anderen Ende tut mir jetzt schon leid... aber wer ruft bitte jetzt schon wieder an?
Aki
"WAS?!", fauche ich hörbar schlecht gelaunt in den Hörer. Die Person am anderen Ende der Leitung soll ruhig zu hören bekommen, dass sie stört! "Hei... ich bin’s... Eero..." Hui, den hab ich wohl eingeschüchtert. Aber selber Schuld! Was nervt der mich auch! "Was willst du?", frage ich nun noch genervter. "Ich will Lauri sprechen...", antwortet er mir. "Der hat zu tun!", antworte ich ihm. "Wie? Zu tun?!" Ist der schwer von Begriff oder was?! "Lauri. Hat. Keine. Zeit.", sage ich ihm langsam, klar und deutlich. "Was macht er denn?!" Boah! Wie kann man nur so nerven! "Er bereitet sich psychisch und physisch auf die Tour vor!", erfinde ich einfach und Eero gibt kurz Ruhe. "Na ja, richtest du ihm dann bitte aus, dass heute um acht Yoga ansteht?!" Ich verkneife es mir den Hörer gleich gegen die Wand zu schmettern. "Und ich soll dir ausrichten, dass er deinem 'großzügigen Angebot' NICHT nachkommen wird! Er ist für den Rest des Tages verplant! Tschüß!" Ich schleudere den Hörer zurück auf den Apparat und ziehe den Stecker.
Lauri
Bitte, was? Vollkommen unwissend sehe ich Aki an, der zufrieden sein Werk betrachtet. Scheinbar ging es in dem Gespräch um mich, aber was war denn nun los? Ich erkundige mich einfach danach und Aki erklärt mir kurz, dass Eero dran gewesen sei wegen Yoga. Yoga? Schrecklich... für diese gute Tat bedenke ich Aki mit einem sehr dankbaren Blick und einem kleinen Kuss auf die Wange: „Du bist meine Rettung!“
Aki
Ich kuschle mich wieder an ihn. "Nicht nur deine...", nuschele ich und knabbere an seinem Ohrläppchen, sauge daran. Lauri = Verführung pur! Er muss nicht mal was machen.
Lauri
„Hm... Egoismus ist gut, was?“, flüstere ich kaum hörbar und gebe mich ihm dann immer mehr her. Lieber hier mit Aki liegen als Yoga zu praktizieren. Dass Eero auch nie versteht, dass er unsagbar nervtötend ist. Ich meine, glaubt er allen Ernstes, ich würde freiwillig mit ihm Yoga praktizieren? Ich denke, dass ich mich spätestens übermorgen wieder auf eine wunderbare Diskussion mit ihm einlassen darf...
Aki
"Mhm... und wie... ich steh drauf, wenn du egoistisch bist..." Hab ich je erwähnt, dass ich Egoisten verabscheue?! Dachte ich zumindest immer... aber wenn ich die Situation so betrachte... könnte ich dem Übel doch noch einiges Gutes abgewinnen.
Lauri
„Aha...?“, schnurre ich mehr oder weniger und ziehe ihn erneut in einen sinnlichen Kuss. Meine Hand wandert in deinen Nacken und zieht dich näher zu mir heran, mit der anderen streichele ich dir den Rücken, während sich eines meiner Beine über das deine legt. Erst jetzt wage ich auch meine Zunge hervor und bettele sanft, aber bestimmt um Einlass.
Aki
Natürlich währt der Einlass sofort gewährt und meine Hände wagen es, über seinen Körper zu wandern, seine nackte Haut zu berühren. Meine Finger kribbeln, so als würden winzige Schmetterlinge durch sie hindurch fliegen oder als würde von Lauris haut eine knisternde Elektrizität ausgehen.
Lauri
Irgendwann schlafen wir eng umschlungen ein, werden doch vom Schlaf übermannt, der unsere Glieder hinaufkriecht. Der nächste Tag ist hingegen die reinste Packorgie, Kleidung, CDs und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird in unsere schrankartigen Koffer gepackt.
Zufrieden betrachte ich mein Werk gegen Abend: Kleidung, Haarspray, Schminkutensilien und sogar zwei Bücher haben noch Platz gefunden, nachdem ich bereits ein Fach mit Laptop und CDs gefüllt hatte.
Aki
Ich hasse packen und kaum bin ich gegen späten Nachmittag fertig, lasse ich mich sogar ohne etwas zu essen wieder auf das Bett fallen und ratze sogar ohne Lauris kostbare Nähe sofort ein.
Lauri
Seufzend setze ich mich aufs Bett, nachdem ich endlich fertig bin und auch noch ein paar Sachen für den morgigen Tag herausgesucht habe. Zeit zu schlafen, ich muss morgen früh raus. Ich kuschele mich ein wenig an den schlafenden Aki heran und schaffe es, relativ schnell einzuschlafen und eine traumlose Nacht zu verbringen...
Aki
Als ich wieder aufwache, liege ich halb auf Lauri. Er ist unter meinen Beinen begraben. Der Arme. Aber irgendwie ist es auch süß, wie er trotz dieser komischen Lage friedlich da liegt und schläft. Mal abgesehen davon, dass ich mich eh nicht rühren kann, denn irgendwie hat er es geschafft, sich auch noch an mein Bein zu kuscheln und es festzuhalten. Ich betrachte ihn eine Weile...
Lauri
Irgendwann schleicht sich das Bewusstsein in meinen Schlaf hinein und ich erwache, öffne nach einiger Zeit meine Augen und blicke in Akis lächelndes Gesicht. Hm? Warum kann ich mich nicht bewegen? Erstaunt erfasse ich die Lage, in der mich befinde und muss unweigerlich grinsen.
Aki
"Morgen!", sage ich grinsend, nachdem auch Lauri erwacht ist. "Meinst du nicht, dass es gemütlicher währe, mich normal zu umarmen, als mit meinen Beinen vorlieb zu nehmen?", feixe ich.
Lauri
„Mag sein...“, murmele ich verschlafen und löse meinen Klammergriff um sein Bein herum. Danach setze ich mich auf und gähne. Bin wirklich noch todmüde, außerdem hätte ich gern ausgeschlafen... Danach reibe ich mir den Schlaf aus den Augen und überlege, was nun zu tun ist. Laut der Uhr bleibt noch etwa eine Stunde Zeit bis zur Abfahrt.
Aki
Ich stürze mich auf ihn und küsse ihn. "Lass uns duschen gehen! Damit wir wach werden!", schlage ich vor und sehe nur, wie er mich perplex anschaut, weil er wohl mit meiner plötzlichen Umklammerung nicht gerechnet hatte.
Lauri
„Duschen? Aber viel Zeit haben wir nicht...“, füge ich hinzu und gehe in Richtung Bad, ziehe Aki hinter mir her, der mich umklammert.
„Abgesehen davon...“, ich öffne die Tür der Dusche, während ich nebenbei die wenige Kleidung entferne, die ich trage, „... ist nicht gerade viel Platz hier.“
Aki
"Eben... umso schneller wollen wir wieder raus...", weise ich ihn drauf hin, entkleide mich ebenfalls, schiebe ihn mit mir in die Dusche und stelle das Wasser an.
Lauri
„Na dann…”, meine ich und quieke leise, als Aki das Wasser anschaltet, “das ist eiskalt!“
Zum Glück wird es schnell wärmer und schließlich angenehm, so dass ich das Shampoo von der Ablege nehmen kann, um meine Haare damit zu traktieren.
Aki
"Aufgewacht!", sage ich grinsend als er wegen der Kälte aufquiekt. Dann beginne ich damit, meinen Körper einzuseifen. Ist wirklich ziemlich eng, aber was soll’s?!
Lauri
Trotz des Platzmangels werden wir irgendwann fertig und ich greife nach einem Handtuch, das ich mir um die Hüften binde um anschließend das Bad zu verlassen und mich anzukleiden. Nachbleiben tut noch in etwa eine halbe Stunde, bis wir abgeholt werden... seufzend fällt mein Blick auf die Mütze, ich werde sie heut wohl tragen. Aber erst einmal ziehe ich mir etwas über.
Aki
Ich nehme mir auch ein Handtuch und gehe mir schnell was anziehen. Darüber nachdenkend, wie ich meinem Sex-Leben mit Lauri auf Tour gerecht werden könnte und wie wir das allgemein mit dem Schlafen regeln wollen, tapse ich durch die Wohnung und renne voll 'in Lauri'.
Lauri
Aki rennt mich um und ich kippe kurzerhand um, falle aufs nahe Sofa. „Träum nicht beim Laufen...“, maule ich ihn an und setze mich –den Kopf reibend- auf, um mich zu erheben und die Fernsehzeitung in den Schrankkoffer zu quetschen. Fernsehzeitungen gehören zu den unverzichtbaren Dingen und wie ich Pauli und Eero kenne, denken die nicht an derartige Prioritäten.
Aki
"Nächstes mal stelle ich mich halt hin!", zicke ich ihn ungewollte an und versuche meinen Koffer zuzubekommen. Gestern Abend bin ich aus Sschwäche und Müdigkeit daran gescheitert. Nach 10 Minuten Kampf ist er endlich zu und ich bereit.
Lauri
„Wäre schön...“, murmele ich und richte meinen Blick auf die Uhr. Es ist gerade...
Da ertönt die Klingel, wie pünktlich kann der Mensch eigentlich sein? Manche Gestalten sind mir wirklich unheimlich. Nun ziehen wir Schrankkoffer und Rucksack hinter uns her, schließen die Tür ab und treten unseren Weg nach unten in Richtung Bus an. Zeit für eine neue Reise, neue Personen (oder auch nicht) und neue Erfahrungen... wie jedes Mal. Oder eben nicht wie jedes Mal.
Aki
Ich seufze. Warum sind die immer so pünktlich?! Ich wollte mich eigentlich noch bei Lauri entschuldigen, dafür, dass ich ihn angezickt habe. Aber das geht die anderen nun echt nichts an.
Lauri
Schnaufend erreiche ich den Bus und reiche Eero, der wie eine Ölgötze in der Landschaft herumsteht, meinen Koffer, damit er mir hilft, ihn hineinzutragen. Nach anfänglicher Verwirrung bringt er das tatsächlich fertig und ich kehre schnell um, um auch Aki ein wenig zur Hand zu gehen.
Gesagt. Getan. Geschafft. Wir vier sind versammelt, unser Gepäck ist hoffentlich vollständig und es geht los...
„Wohin eigentlich?“, möchte ich wissen.
„Nach Jokkmokk“, erklärt Pauli mir.
Aki
"Hä? Wo ist Jokkmokk?", erkundige ich mich. Ich hasse Geographie. Ich war schon in der Schule immer ne Niete in Geographie. Ich hatte immer ne 5 mit Ach und Krach... aufgrund meiner Anwesenheit konnten sie mir 'leider' keine 6 geben oder noch besser, keine Benotung.
Lauri
„Schweden, du Dödel“, erwidert Pauli mit seiner allseits bekannten ich-weiß-was-Miene.
„Und wo da?“, fragst du weiter, was Pauli erst einmal nachdenken lässt.
„Im Norden“, erklärt Eero gelassen und zeigt auf die Karte, die er gerade auf dem Tisch ausbreitet, „wir sind in Helsinki und da ist Jokkmokk, in Lappland.“
„Ist das Lappland oder Västerbotten?“, aus irgendwelchen Gründen lässt sich die Provinz nicht aus der Karte heraus erschließen.
„Ist doch egal“, Eero klappt die Karte zusammen und sieht mich an, „was war eigentlich vorgestern?“
Aki
"Okay, jetzt kann ich’s ja sagen... ich ähm... war sauer auf Lauri und... habe ihm verheimlicht, dass du angerufen hast...", lüge ich, um Lauri den Ärger zu ersparen.
Lauri
„So so...“, misstrauisch mustert uns Eero einen Moment und wendet sich dann dem Herd zu, auf dem bereits ein Teekessel steht.
Ich lehne mich seufzend zurück und bin einfach nur müde. Wer weiß, wann wir Jockbock, oder wie’s heißt, erreichen. Erst einmal ist noch genug Zeit, sich ein wenig auszuruhen.
Mit den Worten „ich schlaf noch etwas“, krieche ich in die Koje und schließe die Augen.
Aki
Das glaubt der doch nicht im Ernst, oder? Mit einem fiesen Grinsen starte ich einen Kamikazeakt und hüpfe zu ihm in die Koje, liege dann direkt über ihm und ziehe die Vorhänge zu. Mehr Platz ist auch nicht.
Lauri
Mit einem Mal spüre ich ein schweres Gewicht auf meinem Körper und öffne zwingend die Augen: Aki! Wie soll man so schlafen, wenn man nebenbei erdrückt wird?
„Ich wollte schlafen, nicht zerquetscht werden“, murre ich der Gestalt zu.
Aki
Ich strecke ihm nur frech die Zunge raus. "Damit hättest du rechnen müssen!" Eigentlich hätte er damit nicht einmal rechnen können aber... irgendwie muss man sich doch rechtfertigen!
Lauri
„Dann mach dich entweder leichter, dünner oder verschwinde. Du kannst auch ein breiteres Bett beschaffen, aber so kann ich nicht schlafen!“, grummele ich zurück. Kann ich etwa hellsehen, dass der Typ in mein Bett springt? Obwohl Aki seit der „Sache“ so oder so ziemlich anhänglich ist.
Aki
Ich rolle mich von ihm runter. "Okay... wenn du’s so willst... verschwind ich halt..." Ich verschwinde aus der Koje und tapse in meine. Ich kuschele meinen Kopf in mein Kissen und heule stumm vor mich hin. Ihm liegt wohl nicht halb so viel an mir, wie mir an ihm. Ich für meinen Teil könnte ohne ihn gar nicht mehr wirklich gut schlafen... er hingegen scheint lieber ohne mich auszukommen... habe ich irgendwas falsch gemacht? Oder war es nur, weil ich so auf ihn geschmissen habe?
Lauri
Aki verschwindet und ich kann mich wieder bequem zur Seite legen. Innerlich hoffe ich, dass er mich nicht wieder missverstanden hat, aber zum Schlafen sind diese Kojen bei zwei Leuten nun wirklich etwas zu klein. Ich glaube, ich würde als alter Greis morgens aus dem Bett kriechen, wenn ich mich auch noch verrenken müsste. Also nein. Aber um mögliche Folgen werde ich mich später kümmern, erst einmal schlafe ich lieber... und sinke in einen tiefen Schlaf.
Aki
Irgendwann muss ich mich wohl in den Schlaf geheult haben, denn irgendwann werde ich von Mikko wachgerüttelt. "Hey, Schlafmütze! Aufstehen! Ihr habt Soundcheck, du Trottel! Lauri und die anderen sind schon in der Halle! Die warten nur noch auf dich!" Die anderen sind schon in der Halle?! Ich bin es Lauri also nicht einmal mehr wert, dass er mich weckt?! Na toll... ich unterdrücke ein Schluchzen. "Keine Lust...", murre ich und Mikko versucht mich weiter dazu zu bringen, aufzustehen doch ich weigere mich vehement. Irgendwann gibt er es auf und verschwindet.
Lauri
Als ich erwache, sind einige Stunden vergangen und ich erhebe mich halbwegs ausgeschlafen. Über mir befindet sich Akis Bett und ich stelle fest, dass er dort liegst und schläft. Leise, um ihn nicht aufzuwecken, entferne ich mich in Eeros und Paulis Richtung, die berichten, dass wir gleich ankämen. Noch kein Grund, Aki zu wecken, am besten, wir wecken ihn erst kurz vorm Soundcheck.
Als wir ankommen, vertrete ich mir erst einmal die Beine, um dann Mikko zu sagen, er solle Aki doch bitte wecken, damit ich mich schon einmal vorbereiten kann. Zumindest etwas. Jedoch kommt Mikko einige Zeit später wieder und erklärt, Aki würde sich weigern, aufzustehen. Was ist denn nun schon wieder?
Ich gehe zurück in den Bus und nähre mich deiner Koje: „Was ist denn, kommst du jetzt? Es ist Zeit!“
Aki
"Nein...", nuschle ich nur und drehe mich dezent von ihm weg. Er muss nicht sehen, dass ich mir schon wieder seinetwegen die Augen ausheule. Schlimm genug, dass ich so übersensibel bin und wegen jeder Kleinigkeit gleich losheule. Er muss es nicht auch noch sehen. Mit meinen Augen, muss ich aussehen, wie ein halber Albino!
Lauri
„Warum nicht?“, frage ich etwas gereizt, unsere Zeit läuft ab. Und dann dreht er sich von mir weg, etwas ungehalten steige ich auf die Koje hinauf und zwinge ihn dazu, mich anzusehen. Als ich die roten Augen erblicke, entgleisen meine Gesichtszüge etwas. Hat er geweint? Warum? Was ist geschehen?
„Was ist los, Aki?“, frage ich mit einer Stimme, die von gereizt zu sanft gewechselt ist.
Aki
Ich drehe mich abrupt wieder weg. "Ich bin müde, habe kein Bock und will allein sein...", gebe ich ihm als Antwort aber natürlich ist das nicht der wahre Grund.
Lauri
„Du weißt ganz genau, dass das nicht stimmt. Also?“, meine Stimme behält ihren sanften Tonfall bei, duldet dennoch keinen Widerspruch.
„Was ist passiert?“, hake ich nach und sehe Aki erwartungsvoll an.
Aki
Ich drehe mich wieder zu ihm und hopse aus der Koje. "Nichts... ich konnte nicht schlafen, ganz einfach... können wir jetzt?!", frage ich genervt, will eigentlich lieber weiter in meiner Koje liegen und heulen.
Lauri
„Aber du hast doch vorhin geschlafen“, merke ich an und versuche, ihn in eine Umarmung zu ziehen. Doch er wehrt ab und geht schnellen Schrittes voraus. Was soll denn das jetzt? Verständnislos laufe ich hinterher, um den Anschluss nicht zu verlieren. Erst bewegt er sich gar nicht und jetzt so schnell. Außerdem, warum hat er geweint?
Aki
"Du hast vorhin auch geschlafen... vermutlich besser als ich, ich habe Scheiße geträumt und gut ist...", fahre ich ihn im Gehen an. Seine Umarmung wehre ich auch ab. Der kann mich mal! Erst will er meine Nähe, dann wieder nicht, dann wieder doch! Ich lass mich doch von dem nicht verarschen!
Lauri
Irgendwie glaube ich seinen Ausführungen nicht, sage jedoch nichts mehr und trotte wortlos hinterher. Den nachfolgenden Soundcheck bringen wir ohne große Worte hinter uns und schließlich heißt es warten. Also begeben wir uns geschlossen zurück in den Bus und ich versuche, ein Gespräch mit Aki anzufangen, der sich immer wieder entzieht.
„Was ist denn jetzt los? Habe ich dir etwas getan?“, frage ich schließlich mit einer Mischung aus Unsicherheit, Gereiztheit und Enttäuschung.
Aki
"Nein, vergiss es einfach...", weiche ich aus und erhebe mich, verlasse den Tourbus um an die frische Luft zu gehen. Vielleicht tut sie mir ja gut.
Lauri
Traurig sehe ich ihm hinterher und lasse mich schließlich aufs Sofa fallen. Nun krame ich meinen Laptop hervor und logge mich dank unseres Wlans ins Internet ein. Dort schaue ich wenig herum und lese schließlich einige E-Mails von irgendwelchen komischen Mädchen, die mir sagen, wie toll ich sei und dass sie den Auftritt kaum noch erwarten könnten. Schön. Ich kann es auch kaum erwarten, für diese Gänse in die Kamera zu grinsen. Schließlich bin ich Musiker und kein Idol!
Plötzlich steht Aki hinter mir.
Aki
Ich hatte mich gerade dafür entschlossen, mich bei ihm für mein Verhalten zu entschuldigen. Ich habe vermutlich wirklich etwas überreagiert. Ich tapse wieder in den Tourbus. Draußen regnet es außerdem. Ich bin also auch leicht durchweicht. Tropfend stelle ich mich hinter Lauri. Er guckt sich E-Mails an. Zufällig streift mein Blick die Betreffzeilen einiger Mails. Meine Miene ändert sich schlagartig. "Ach, so ist das also wenn ich nicht da bin... ganz super! Wenn Aki nicht da ist, flirten wir halt mit irgendwelchen Chicks per Mail! Klasse! Ich kann mir nichts besseres vorstellen!" Beleidigt und verletzt, verlasse ich erneut fluchtartig den Tourbus und laufe eine Weile durch den Regen. Bei irgendeinem Park angekommen, hat der nächste Mülleimer erst einmal unter meinen Tritten zu leiden.
Lauri
Ich verstehe den Tag heute nicht. Und doch springe ich auf und folge Aki, der irgendwann stehen bleibt und einen Mülleimer lädiert.
Auch ich komme einige Meter entfernt zum Stehen: „Ich flirte nicht per Mail. Als wenn ich etwas dafür könnte, dass unsere Fans lauter Verrückte sind. Das war noch nie anders“, rechtfertige ich mich, obwohl ich das vermutlich nicht tun müsste, immerhin habe ich nichts getan.
„Was ist mit dir los, Aki?“
Aki
Wütend drehe ich mich zu ihm um. "WAS LOS IST??? DAS MÜSSTEST DU EIGENTLICH AM BESTEN WISSEN!!!!", schreie ich ihn an. Mein Körper zittert und ich bin nicht sicher, ob es daran liegt, dass ich friere, ob ich so wütend bin oder ob mein Weinen einem Heulkrampf gleicht. Durch den Regen kann man meine Tränen sowieso nicht sehen.
Lauri
Sein Ausbruch lässt mich zusammenzucken.
„Weiß ich aber nicht... sonst würde ich dich auch nicht fragen“, erwidere ich ruhig, während er vollkommen aufgelöst zu sein scheint. Aber was ist denn nun los? Ist heute irgendetwas passiert?
„Oder denkst du etwas, ich wollte dich vorhin loswerden?“ Irgendwie ein absurder Gedanke.
Aki
"DEUTLICHER HÄTTEST DU ES JA WOHL KAUM SAGEN KÖNNEN! DU HÄTTEST GENAUSO SAGEN KÖNNEN, DASS ICH EIN DÄMLICHER, FETTER, SCHWERER, NAIVER IDIOT BIN, DER SOWIESO NUR NERVT! HÄTTE DAS GLEICHE AUSGESAGT! ICH LASS MICH NICHT LÄNGER VON DIR VERARSCHEN LAURI! JA, VIELLEICHT BIN ICH NAIV! UND VIELLEICHT ZU NAIV FÜR DIESE WELT! ABER ICH BIN NICHT GANZ DUMM, OKAY?!?! ERST WILLST DU MICH LOSWERDEN, DANN HÄLTST DU ES NICHT MAL FÜR NÖTIG MICH ZU WECKEN UND DANN DIESE MAILS! JA, EIGENTLICH GEHN MICH DEINE BESCHISSENEN MAILS NEN BESCHISSENEN SCHEIßDRECK AN UND ICH BIN SICHER NICHT DER MENSCH, DER SIE UNTER NORMALEN BEDINGUNGEN KONTROLLIERT! ABER ES AUF UNSERE FANS ZU SCHIEBEN IST ABSOLUTER SCHWACHSINN! ICH BEKOMME AUCH KEINE SOLCHEN MAILS UND SOLL ICH DIR SAGEN WARUM?!?!?! WEIL ICH SIE NICHT WILL!!! ICH GEBE FANS MEINE MAILADRESSE NÄMLICH NICHT! UND DANN PASSIERT SO WAS HALT NICHT! ALSO VERSUCH NICHT MICH ANZULÜGEN UND MICH AUF DIE SPUR ZU BRINGEN, DU KÖNNTEST NICHTS FÜR DIESE MAILS!"
Lauri
Das
ist nicht wahr. Ich habe meine Adresse nicht weitergegeben, aber irgendwer muss
sie wohl herausgefunden und verbreitet haben. Außerdem wollte ich ihn doch nur
nicht wecken, damit er schlafen konnte. Es ist... unfair...
Nichts
sage ich, sinke nur weinend zu Boden. Es ist unfair. Einfach ungerecht! Ich war
doch nur müde, wollte ihn nicht wütend machen.
Und
jetzt sitze ich hier im Regen und weine hemmungslos vor mich hin. Wenn mich
etwas zum Weinen bewegt, dann Ungerechtigkeiten...
Aki
Ich ignoriere seine Reaktion.
Dass er mir nichts darauf zu sagen hat, sagt doch schon alles. Er hat dem
nichts hinzuzufügen, es ist, wie ich gesagt habe, so und nicht anders. Und ich
Idiot habe die ganze Zeit gedacht, es wäre ihm ernst mit mir! "Ich...
ich... hasse dich dafür Lauri!", werfe ich ihm noch an den Kopf und renne weiter
in diesen komischen Park rein. Ich bin mir bewusst, dass das, was ich eben
sagte, nicht ganz der Wahrheit entsprach. Ich liebe ihn. Ich kann nichts
anderes, als ihn lieben. Aber er hat mir weh getan... mehr als alles andere es
je könnte und ich wünschte, ich könnte ihn dafür hassen, aber der den ich
hasse, das bin ich. Ich hasse mich selbst dafür. Ich hasse mich für meine
Gefühle und dafür, dass ich wirklich daran geglaubt habe, dass mit ihm könnte
was werden, er könnte meine Gefühle je wirklich erwidern.
Lauri
Zitternd,
weinend, schluchzend bleibe ich zurück. Erhebe mich erst nach einiger Zeit, um
den Rückweg anzutreten. Was soll ich sonst tun? Sitzen bleiben kann ich nicht,
vielleicht verschwinden? Aber wohin, ich habe nichts mehr. Langsam gehe ich
zurück, die Tränen wandern wie auch die Regentropfen meine Wangen herab. Nur
das Schluchzen, die mit der Zeit geschwollenen Augen lassen vermuten, dass es
nicht nur der Regen ist, der meine Haut durchnässt.
Irgendwann
stehe ich vorm Bus und mir fallen wieder seine Worte ein.
„Ich
hasse dich“, klingt in meinem Kopf. Dazu zittere ich vor Kälte, da ich vorhin
nur im T-Shirt hinaus in die Kälte gerannt bin.
All
das in der Zusammensetzung lässt mich nun zusammensacken, schwinden von jenen
Worten und der Welt, die plötzlich eingestürzt ist...
Aki
Ich lasse mich in einer Sandkiste sinken. Sie ist natürlich total matschig, aber es interessiert mich nicht. Nichts interessiert mich mehr. Ich habe doch gar nichts mehr, hatte nie etwas. Habe es nur für einige unglaublich schöne Momente lang geglaubt. Ein Lächeln ziert meine Lippen. Ja, es war eine schöne Zeit... auch, wenn ich mich noch nie so oft mit Lauri gezofft habe, wie in dieser Zeit... durfte ich ihm auch nie so nah sein wie in dieser Zeit.
~Interlude~
Als Eero die Tür öffnet, ruft er sofort nach Pauli, der ebenfalls ankommt und den bewusstlosen Lauri entdeckt, der vor dem Bus im Regen liegt. Während Eero versucht, ihn vergeblich aufzuwecken, ist Pauli bereits dabei nach einem Notarzt zu verlangen.
„In fünf bis zehn Minuten“, verkündet er nach kurzer Zeit und hilft Eero, Lauri ins Innere des Busses zu tragen. Draußen im Regen kann es nicht besonders gut sein für ihn.
Während Eero auch weiter versucht, Lauris Zustand zu stabilisieren und ihn zu erwecken, ruft Pauli Aki per Handy an. „Nimm ab, komm schon“, murmelt er vor sich hin und seufzt erleichtert auf, als sich Akis Stimme am anderen Ende meldet.
„Aki, es ist etwas Schlimmes passiert. Wir haben Lauri bewusstlos vorm Bus gefunden und haben den Notarzt verständigt. Kommst du her?“
Dabei denkt er daran, dass das Konzert am Abend wohl abgesagt werden muss. Was die Fans wohl dazu sagen werden? Aber es geht in erster Linie um Lauri, die Fans werden es schon überleben...
~Interlude Ende~
Aki
Mein Handy klingelt und dämlich wie ich bin nehme ich auch noch ab. Pauli ist dran und sagt mir, dass sie Lauri bewusstlos vor dem Bus gefunden hätten. Ich zweifle einen Moment. Soll ich hingehen? Kann es mir nicht egal sein? Es ist nicht länger mein Problem, wie es Lauri geht. Soll es ihm doch schlecht gehen. Mir geht es doch auch schlecht seinetwegen! Aber vielleicht brauchen Eero und Pauli meine Hilfe. Ich sage Pauli, dass ich gleich da wäre und mache mich auf Richtung Tourbus.
~Interlude~
Inzwischen ist auch der Notarzt eingetroffen und bescheinigt Eeros Vermutung von einem Kreislaufkollaps. Ferner ordnet er an, dass der Patient umgehend ins Krankenhaus gebracht werden müsse, damit er das Bewusstsein wieder erlange, fachgerecht versorgt würde und zudem eine Weile unter Beobachtung stehe. Eero nickte nur angesichts der eindringlichen Rede und neben dem Krankenwagen ist inzwischen auch Aki eingetroffen, der zu den Versammelten hinzutritt.
„Du solltest mitfahren, Aki!“, meint Eero zu ihm und führt weiter aus, dass er und Pauli sich um Seppo und das Konzert kümmern müssten. Nach ein, zwei Worten mit dem Notarzt rauschen die beiden aus dem Bus und lassen Aki, Lauri und die Rettungstruppe zurück.
Aki
Ich blicke den beiden verdatterst nach. Wieso soll ICH mit ihm mitfahren?! Aber Wiederrede ist Zwecklos, denn der Notarzt scheint mein Nichtstun als ein 'ich fahre mit' aufgefasst zu haben und quetscht mich in den Krankenwagen. Na toll! Was soll der Müll?! Ich will nicht mit Lauri in einem Raum sein! Schon gar nicht in einem engen Raum! Und ein Krankenwagen IST eng! Und schon gar nicht will ich allein mit ihm in einem Raum sein... Okay, der Notarzt und die Sanitäter na toll... die kennt er aber nicht!
Lauri
Nichts, Dunkelheit... da, ein Licht, aber möchte ich es finden? Möchte ich erwachen? Was werde ich dann sehen? Den Abgrund, dem ich doch entfliehen wollte? Ich denke an mein Versprechen, das ich vor Jahren gab, als ich mir selbst sagte, dass ich niemals durch eigene Hand sterben würde.
Und jetzt? Glaubte ich das noch immer?
Fern ab höre ich leise Stimmen, kenne jene Stimme nicht, die Folgendes sagt: „Sprechen Sie mit ihm, vielleicht reagiert er darauf. Eigentlich müsste er bald aufwachen...“
Wer soll mit mir sprechen? Aki? Nein, das könnte ich nicht glauben... möchte es nicht.
Aki
Ich verschränke meine Arme. "Ich habe ihm nichts zu sagen...", nuschele ich. Ich will nicht, dass er aufgibt. Will nicht, dass er einfach nicht mehr aufwacht. Er soll genauso leiden, wie ich leide! Ich will nicht alleine leiden! Er hat doch selber Schuld... wenn er mir einfach gesagt hätte, er erwidert mein Gefühle nicht, wäre alles gut gewesen... ich habe doch sowieso damit gerechnet, dass er Hetero ist!
Lauri
„...habe ihm nichts zu sagen...“
Ich habe dir auch nichts zu sagen Aki, wenn du mir keinen Glauben schenkst. Wieso sollte ich aufwachen, wenn dort nur Verachtung auf mich wartet? Warum sollte ich aufwachen, wenn mich dort nur das Ende erwartet?
Dennoch...
Öffne ich meine Augen und setze mich trotz der Proteste des Arztes auf. Zwar bin ich noch geschwächt, dennoch stecke ich meine Kraft in diese einzige Handlung: „Da du mir nicht glaubst und mich hasst kannst du gehen, Aki. Verschwinde einfach. Du kannst Eero und Pauli sagen, dass auf mich verzichten müssen.“
Was treibt mich dazu? Egoismus? Angst? Ich weiß es nicht...
Aki
"Ich schwöre, ich bin nicht freiwillig hier... wenn’s nach mir ginge wäre ich sicherlich ganz woanders! Ich kann nichts dafür, dass Eero beschlossen hat, dass ausgerechnet ich mit dir fahren soll! Und du kannst selber mit Eero und Pauli reden! Ich bin nicht dein Dienstbote... Nebenbei habe ich nie gesagt, dass ich dich hasse... ich hasse dich nur für das, was du getan hast..." Ich wende mich an den Notarzt "Kann ich jetzt gehen?!"
Lauri
„Ich habe nichts getan... du legst dir irgendeinen Blödsinn zurecht, wie er dir passt...“, erwidere ich und sinke dann in die Kissen zurück, mein Kopf schmerzt. Der Arzt meint noch zu Aki, er solle mich nicht so aufregen und könne gehen. Die Spritze, die mir in den Arm gesteckt wird, trägt mich innerhalb weniger Minuten in einen traumähnlichen Zustand. Dabei wollte ich doch gehen...
Aki
Ich diskutiere noch eine Weile
mit dem Arzt, bis der auch mal einsieht, dass ich schlecht im Fahren aussteigen
kann. Also halten sie den Krankenwagen an und ich steige aus. Super. Jetzt stehe
ich irgendwo im Nirgendwo.
Lauri
Viel
später erwache ich in einem weißen Zimmer, still und so hell. Niemand ist hier
und mein Kopf schmerzt, wenn ich an Aki denke. Ich liebe ihn, das ist die
einzige Erkenntnis, die ich treffen kann.
Ansonsten
ist alles leer, ich kann ihn nicht überzeugen, ihm nicht sagen, dass das alles
nicht stimmt. Denn er glaubt mir nicht und die Worte, denen er glaubt, die
kenne ich nicht.
Aki
Ich setze mich seufzend auf den Boden. Was soll ich denn machen? Ich hab keinen Plan wo wir sind, ich weiß noch immer nicht wirklich wie der Ort heißt, weiß nur, dass ich irgendwo in Schweden hocke und es mir total dreckig geht. Ich hasse meinen Sinn für Geographie. Wo in Schweden gibt es eigentlich Flughäfen? Gibt es überhaupt Flughäfen in Schweden? Wie komme ich wieder zurück nach Finnland? Will ich überhaupt zurück? Zurück in die Stadt, in der mich jeder Winkel, jede noch so kleine Gasse an Lauri erinnert? Zurück in meine Wohnung, die vermutlich noch von seinem Duft erfüllt ist?! Ich weiß nicht... ich bin mir nicht sicher, ob ich das will...
Eero
Als
wir endlich mal fertig sind mache ich mich mit einem Taxi auf den Weg ins
Krankenhaus, will sehen wie es Lauri geht, da Aki es auch nicht für nötig hält
mal anzurufen! Lauri hätte in der Zwischenzeit sterben können und wir hätten
alle keinen Plan, was eigentlich los ist! Was denkt Aki sich dabei?! Oder kann
er Lauri nicht einmal 5 Minuten zum Telefonieren alleine lassen?!
Lauri
Ich
bin wach, als Eero das Zimmer betritt und sich erstaunt umsieht. „Wo ist Aki?“,
fragt er, scheint verwundert.
„Nicht
hier“, antworte ich nur, meine Stimme zittert ein wenig, ich kann nicht mehr.
„Wo
ist er?“
„Überall
nur nicht hier“, lautet meine Antwort. Was auch immer er eigentlich sagen
wollte, er hat es vergessen.
„Was
ist passiert?“, erkundigt Eero sich, lässt mir keine Möglichkeit zur Flucht.
„Er
hasst mich. Oder nein. Er hasst mich, weil er mir angeblich egal wäre und ich
irgendwelche bescheuerten Fanmails erhalte“, erkläre ich.
„Das
kann ich mir nicht vorstellen.“
„Es
ist aber so, er... hasst mich, er will mich loswerden...“, bei diesem Gedanken
laufen wir Tränen übers Gesicht, während mich Eero in den Arm nimmt.
Etwa
eine Stunde später steht er auf, verabschiedet sich und geht. Was jetzt?
Eero
Kaum
habe ich Lauris Zimmer verlassen, beginne ich zu rennen. Irgendeine Schwester
ruft mir noch nach, dass ich im Krankenhaus nicht laufen soll aber ich bin eh
schon so gut wie draußen. Draußen angekommen gießt es immer noch in Strömen.
Ich setze meine Kapuze auf und stecke mein Handy ans Ohr. Durch die Kapuze wird
es nicht nass. Ich rufe Pauli an und informiere ihn, dass es Lauri gut geht.
Die Sache mit Aki lasse ich erst einmal aus. Das kann ich ihm auch später noch
erklären. Ich habe jetzt weder Lust noch Zeit für Fragen.
Lauri
Trotz
aller Motivation wage ich es nicht, aufzustehen und zu gehen. Wage es nicht, zu
beenden, was ich jetzt gern beenden würde. Mein Schwur bleibt bestehen, das
Leid bleibt, es will einfach nicht dahinschwinden...
„Wirst
du mir dann verzeihen?“, frage ich in den Raum hinein. Niemand antwortet. Wer
auch?
Aber
sicherlich wird er mir nicht verzeihen. Niemals. Auch dann nicht. Was wäre
dann? Würde er mich noch mehr hassen? Würde ich dann zufrieden sein? Konnte ich
dann überhaupt zufrieden sein?
„Bin
ich dann zufrieden, wenn...“ Ich führe den Satz nicht fort, er ist viel zu
absolut, endgültig, als dass ich ihn sprechen könnte.
Eero
Ich
rufe mir ein Taxi und mache mich auf den Weg zurück. Auf dem Weg sehe ich Aki
auf dem Boden hocken. Er hat die Knie angewinkelt und sein Gesicht in den
Händen vergraben und lehnt an einen Baum. Ich befehle dem Taxifahrer anzuhalten
und steige aus. Meine Wut auf ihn unterdrückend, zerre ich ihn in das Taxi und
er lässt es ohne Wiederworte mit sich machen. Die ganze Fahrt über herrscht
Schweigen.
Lauri
Stunden
sind vergangen, immer wieder habe ich es überdacht, bin doch zu keinem Schluss
gekommen. Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage. Tun oder nicht tun.
Aber was habe ich davon außer noch mehr Leere? Oder lauert am Ende die
Zufriedenheit? Langsam erhebe ich mich, noch ist mir etwas schwindelig, doch
ich möchte das jetzt wissen. Möchte ihn noch einmal sehen und dann entscheiden.
Endgültig. Absolut. Zufrieden öffne ich die Tür und gehe hinaus. Ist
„zufrieden“ das richtige Wort?
Aki
Grummelnd sitze ich mittlerweile wieder im Tourbus und höre mir zig Vorwürfe von Eero an, antworte auf die meisten nicht. Als er endlich schweigt, erzähle ich ihm meine Variante der Geschichte. Er scheint mich irgendwo zu verstehen, trotzdem verteidigt er Lauri. Ich tue so, als würde ich zuhören, habe aber eigentlich auf Durchzug geschaltet.
Lauri
Irgendwie
schaffe ich es trotz dürftiger Schwedischkenntnisse ein Taxi zu rufen und dem
Fahrer zu verstehen zu geben, wo ich hinmöchte. Zum Glück ist mir das noch
ungefähr im Kopf verankert. Dort angekommen zahle ich die Summe und steige aus,
trete meinen Weg zum Bus an. Soll ich dort hineingehen?
Im
nächsten Augenblick entscheide ich mich dagegen und beschließe, noch ein paar
Kippen zu kaufen, bevor ich ihm gegenübertrete. Obwohl ich dem Rauchen
eigentlich nicht mehr frönte, überkommt mich in diesem Moment das Verlangen
danach.
Aki
Ich hocke bzw. liege mittlerweile wieder in meiner Koje. Mir ist schlecht und eiskalt. Irgendwie vermisse ich Lauri und andererseits möchte ich ihn nie wieder sehen. Ich verfluchte mich dafür, ihn so abgöttisch zu lieben. Wie ich schon immer befürchtet habe, irgendwann bringt mich meine Liebe zu ihm um... und ich habe das dumpfe Gefühl, diesem Tag deutlich näher zu sein als sonst.
Lauri
Nach
längerer Zeit kehre ich zum Bus zurück und drücke die Kippe aus, nehme meinen
Mut zusammen und öffne die Tür. Drinnen ist es still, Eero und Pauli scheinen
ausgeflogen. Zumindest soweit ich das überblicke. Aki hingegen liegt in seiner
Koje, bemerkt mich und stiert mich mit undefinierbarem Gesichtsausdruck an. Ich
lasse mich nicht beirren.
„Möchtest
du mich loswerden?“, frage ich. Eisige Stimme, ausdruckslos, offenbart den Sinn
jener Frage nicht.
Aki
"Nein, aber du mich...", antworte ich ebenso kalt und überzeugt. Ich werde ihm nicht noch einmal offenbaren, wie ich wirklich fühle. Ich werde eine Schranke um mich aufbauen, und niemandem mehr zeigen, wie ich wirklich bin. Niemand wird mehr den Aki kennen, der ich eigentlich bin. Niemand wird mich mehr verletzen. Auch Lauri nicht. Niemand. Ich werde unnahbar sein und nur wenn ich sicher bin, dass niemand da ist, lasse ich meine Maske abfallen und kann ich selbst sein.
Lauri
„Du
hast es erfasst”, für einen Augenblick frage ich mich, ob das meine Stimme ist,
die hier spricht. Warum habe ich mich da reingeritten? Warum kann ich jetzt
nicht einfach umdrehen und weglaufen?
Ich
gehe an seinem Bett vorbei in die Küche, hole dort etwas und kehre an den
vorherigen Platz zurück. Argwöhnisch bedenkt er mich mit einem Blick.
„Wenn
ich schon nicht sterben darf, kannst du es wenigstens!“
Für
einen Augenblick zögere ich, als ich die blitzende Klinge erhebe, vor seinem
Bett stehe, nur wenige Zentimeter entfernt. Will ich das? Kann ich das? In
diesem Augenblick öffnet sich die Tür und ich fahre herum...
Aki
Ich erhebe mich, blicke zur Tür. Eero kommt in den Bus. "Eero, kannst du bitte gehen?! Lauri wollte mir gerade etwas Wichtiges sagen!" Eero nickt nur leicht und will wieder verschwinden. "Ach ja... und sag bitte auch den anderen, sie sollen nicht stören..." Er nickt und verschwindet dann grinsend. Scheint sich zu freuen, dass Lauri und ich 'reden' Ich nehme Lauris Hand mit dem Gegenstand in meine und führe sie an meinen Hals. "Entschuldige bitte die Störung... du warst noch nicht fertig, nehme ich an...?!"
Lauri
Irritiert
starre ich ihn an. Noch nicht fertig? Mein scheinbar nicht mehr ganz
funktionsfähiges Gehirn gibt scheinbar langsam den Geist auf. Das heißt, dass
meine Zeit knapp wird, lange halte ich es nicht mehr aus, hier herumzulaufen.
Warum hat er
ihn weggeschickt? Ich bewege mich nicht. Rühre mich nicht und eine Frage kommt
auf in mir:
„Warum?“
Aki
Ich drücke ihm meine Lippen auf. "Weil ich dich liebe...", hauche ich an seine Lippen, bevor ich sie wieder mit meinen berühre. Kann er mich jetzt nicht einfach töten?! Er will mich doch los sein! Bitte, lass es ihn jetzt tun... dann sterbe ich so, wie ich es mir ersehn habe... ich nehme seinen Kuss mit in die Ewigkeit.
Lauri
...Liebt
mich? Ich spüre die Lippen auf meinen, so vertraut, so berauschend und doch so
unwirklich. Eine Geradwanderung, ein seltsames Spiel, dessen Regeln ich noch
nicht begriffen habe. Ich. Er. Jene Verbindung, die wir aufrechterhalten in
diesen Sekunden.
Mein Blick
fällt auf meine Hand, die er immer noch mit festem Griff an seinen Hals hält.
Und dann, höre ich mich in Gedanken fragen. Doch die Antwort kenne ich nicht.
Mit aller
Macht befreie ich meine Hand. Erkenne, das es falsch war. Es wird nicht
funktionieren...
Löse die
Verbindung nicht, sehe den Gegenstand in meiner befreiten Hand an. Wird er auch
mich befreien? Langsam und zielstrebig findet er seinen Weg zu meinem Hals.
Aki
Ich öffne die Augen, löse unseren Kuss jedoch nicht. Doch was ich sehe, lässt mich stocken. Ich nehme seine Hand wieder fest in meine. Er verzieht das Gesicht, hat Schmerzen. Ich bin nicht sanft zu ihm und zerre seine Hand von seinem Hals.
Lauri
Ich
löse mich von ihm, doch meine Hand bekomme ich nicht frei.
„Lass
los! Das ist meine Sache!“, meine ich, doch jeder Widerstand ist zwecklos, ich
kann meine Hand nicht aus seinem Griff befreien.
Langsam
kehrt auch der Schwindel wieder, meine Zeit neigt sich dem Ende...
Aki
"Stimmt nicht! Das ist nicht deine Sache! Du kannst mich umbringen, wenn du willst, aber erwarte nicht von mir, dass ich zulasse, dass du dich meinetwegen umbringst! Das kann und will ich nicht! Und ich werde es nicht zulassen!!!" Ich sehe ihn wütend an.
Lauri
„Warum
nicht?“, ich bemühe mich, aufrecht stehen zu bleiben, „Ich habe nichts mehr.
Darf ich nicht einmal mehr sterben? Willst du mich noch mit dem Leben
bestrafen?“ Meine Kraft lässt nach und meine freie Hand krallt sich unbemerkt
ins Bettgestell. Noch nicht. Denke ich.
Aki
Ich schlinge meine Arme um ihn. Er ist so baff, dass er sich noch nicht gleich verletzt. Ich drücke mich an ihn. "Weil ich egoistisch bin... ich will nicht, dass du stirbst... du willst mich loswerden?! Okay, bitte, kannst du haben... wenn du es so wünscht, rühre ich dich nie mehr an... aber auch wenn ich dich nicht haben kann, ändert das nichts an meinen Gefühlen für dich... ich liebe dich Lauri und ob ich es will oder nicht, das ändert sich nicht so mal eben... und auch wenn ich dich nicht haben kann, möchte ich dich zumindest noch sehen können..."
Lauri
„Ich...
liebe dich... auch...“, bringe ich hervor, bevor mir das Messer aus der freien
Hand auf den Fußboden fällt. Danach lässt meine Kraft endgültig nach und ich
sinke am Doppelbett herab zu Boden. Irgendetwas scheint er noch zu sagen, doch
ich bekomme es nicht mehr mit, Schwärze umfängt mich, doch mein letzter Gedanke
ist ein Glücklicher. Er liebt mich. Ich liebe ihn...
Aki
Ich
sinke mit ihm zu Boden, schüttle ihn leicht. "Hey...
hey Lauri! Mach doch
kein Scheiß jetzt! Ich bin mit dir noch nicht fertig!" Ich rüttle weiter
an ihm. "Du kannst jetzt doch nicht einfach schlapp machen!"
Lauri
Leere. Stille. Was ist geschehen? Ich bin umgefallen, zu groß die
Belastung. Wann werde ich wieder aufwachen und was werde ich dann sehen? Wird
er dann bei mir sein oder war das eben nur eine Illusion meiner Träume? Eine
Projektion meiner naiven Wünsche? Und was wäre dann... könnte ich mich je für
meine Absichten rechtfertigen oder entschuldigen?
Aki
Ich drücke ihm meine Lippen auf. "Komm schon! Wach auf! Du kannst mich jetzt nicht allein lassen! Ich habe noch ne Menge mit dir zu besprechen!" Ich drücke ihn schluchzend an mich. Das kann noch nicht alles gewesen sein. Das darf es einfach nicht.
Lauri
Irgendwann,
Zeit ist vergangen, regt sich mein Bewusstsein wieder und ich vernehme eine
Stimme, die sich in mein Bewusstsein schleicht und die Dämmerung meines Geistes
vertreibt. wer ist dort? Langsam, unter großen Anstrengungen öffne ich meine
Augen, werde geblendet von dem grellen Licht. Schmerzhaft ziehe ich die Augen
zusammen. Was ist geschehen? Wo bin ich?
Aki
Kürz öffnet er die Augen. Ich drücke ihn näher an mich. "Lauri..." Ein paar Tränen bahnen sich meine Wangen herab. Ich streichle ihm durchs Gesicht.
Lauri
Aki.
Ich höre seine Stimme, nehme seinen Duft über meine Nase auf und spüre seine
Wärme. Mein Leben.
„Was...
ist?“, bringe ich mühsam hervor, öffne meine Augen nun ganz, zu großen,
sonstigen motorischen Handlungen fühle ich mich hingegen nicht gerade befähigt.
Stattdessen lasse ich meinen Blick durch den Raum schweifen, bis ich Akis
Tränen bemerke. „Warum weinst du?“
Aki
"Weil ich mir Sorgen gemacht habe, verdammt! Darf man das nicht mehr? Du bist beim Soundcheck von der Bühne gefallen und hast dir den Kopf angeschlagen... weißt du das nicht mehr?", frage ich ihn erstaunt und blicke ihn fragend an.
Lauri
„Nein,
ich dachte...“, was denke ich, frage ich mich. Sollte ich erzählen? Von dem
Versuch, dich umzubringen? Unserem Streit? Alledem? Ich sehe dich an und
verneine es innerlich, es ist besser, wenn ich schweige.
„...
ich dachte mein Traum wäre real gewesen...“ Du siehst mich fragend an, doch ich
führe es nicht weiter aus.
„Wann
fängt das Konzert an?“
„In
vier Stunden, aber...“
„Nichts
aber, wir geben das jetzt“, lege ich fest und überlege, dass wir im Traum wohl
kein Konzert gegeben hätten.
Aki
Besorgt sehe ich ihn an. "Bist du sicher, dass du das willst?", erkundige ich mich bei ihm. Wer weiß ob er nicht einen ernsten Schaden davongetragen hat?! Ich meine, er war eine ganze Weile ohnmächtig... und er ist von der Bühne gefallen! Muss das nicht irgendwelche Auswirkungen haben?
Lauri
Zweifelnd blickt mich Aki an, doch ich winke ab und stehe ein wenig schwankend auf. Bis zum Konzert ist noch etwas Zeit und außerdem bin ich das den Fans schuldig, wen interessiert es, wenn ich danach zwei Tage unbrauchbar bin?! Veranstalter und Fans sicherlich nicht.
Außerdem habe ich nach dem Traum das Gefühl, mich ablenken zu müssen. Wie auch immer. Vorher drehe ich mich allerdings noch einmal zu Aki: „Tut mir leid vorhin, ich wollte dir nicht vor den Kopf stoßen.“
Aki
Ich lächle und kuschle mich an ihn. "Schon okay... mir tut es leid... ich habe überreagiert... du wolltest doch nur schlafen..." Ich habe das Gefühl, eigentlich wollte er gerade was machen und schon wieder klebe ich an ihm. Also lasse ich ihn wiederwillig wieder los.
Lauri
Unglück abgewendet und ich denke die Chancen sind gering, dass sich alles wie im Traum entwickelt, einem erschreckend realen Traum. Doch wie auch immer, vielleicht sollte er mir eine Lehre sein... aber hätte ich so reagiert? Hätte ich ihn umgebracht? Wäre ich bzw. auf eine derartige Idee gekommen?
Ein merkwürdiger Gedanke.
„Gehen wir noch einen Kaffee trinken?“, unterbricht Eero meine Überlegungen und ich nicke ihm zu, sehe Aki an, ob er mitkommen möchte.
Aki
Ich schüttle nur den Kopf, als Eero noch Kaffee fragt. Kaffee ist jetzt wirklich das letzte, was ich brauche, aber wenn ich Eero sage, ich brauche Ruhe, fängt er wieder mit seinem bescheuerten Yoga an oder dreht mir 'ich-schmecke-so-widerlich-dass-meine-Trinker-eigentlich-auf-der-Stelle-umfallen-müssten-Tee an. Das möchte ich verhindern und lehne also ab.
Lauri
Aki lehnt also ab, etwas verstimmt laufe ich Eero hinterher, der mir auf dem Weg alles mögliche über die verschiedenen Formen des Yoga berichtet und davon erzählt, dass der Tee in Schweden besser als z.B. in Deutschland sei. Wen interessiert es? Mich sicherlich nicht.
Als wir uns hinsetzen, er einen Tee bestellt und weiterspricht, höre ich nur mit halbem Ohr zu. Was wohl Aki gerade macht...?
Aki
Ich sehe Eero und Lauri nach, wie sie verschwinden. Pauli und der Rest der Crew sind auch ausgeflogen. Seufzend setze ich mich und krame meinen Laptop raus. Ich ziehe ein paar Lieder aus dem Internet. Legal versteht sich! Aber mein MP3-Player - oh ja, auch ich besitze so ein Teil- ist langsam nervig! Ständig ein und dieselben Lieder! Da muss ich halt mal was dran ändern! Und ein paar neue CDs könnte ich auch mal brennen... ich bin zu faul, mir die CDs zu kaufen, immerhin zahle ich schon fürs Ziehen!
Lauri
Irgendwann kann ich mich mit den Worten „ich muss mich noch vorbereiten“ loseisen und lasse Eero zurück, soll er sich doch mit den Papierblumen auf dem Tisch unterhalten! Ich kehre nun in den Bus und finde dort Aki vor, der vor seinem Laptop sitzt.
Kurz nicke ich ihm zu, bevor ich mich neben ihm fallen lasse und seufze. Eero mit Maulkorb käme mir sehr gelegen.
Aki
Ich grinse Lauri nur wissend an. "Ich wusste schon, warum ich nicht mit will...", sage ich und schließe meine Dateien ab. Ich habe jetzt endlich das neue Album der Red Hot Chillipeppers und auch ein paar andere und meinem MP3-Player geht’s wieder bestens! Also kann ich mich daran machen ein paar Mails zu beantworten. Wie immer sind es zu viele Spam-Mail... wieso wollen die mir eigentlich alle Viagra andrehen?!
Lauri
„Jaha...“, ich gehe nicht weiter auf die Neckerei ein, „woher weiß eigentlich das Internet, dass du Viagra brauchst? Verheimlichst du mir etwas, Aki?“ Interessiert sehe ich ihn an, wenn ich es auch ironisch meinte.
Dann rücke ich noch ein Stückchen näher heran und lasse meinen Kopf auf seine Schulter fallen, das ist doch um einiges bequemer.
Aki
Ich blicke ihn gespielt geschockt an. "Was mir viel mehr Sorgen macht ist, woher DU weißt, dass ich Viagra brauche! Im Internet habe ich halt so meine Dealer... aber DU solltest davon eigentlich nichts wissen... das ist mir doch peinlich..." Ich grinse und schon sind alle dämlichen Spam-Mails gelöscht.
Lauri
„Tja... ich habe auch Augen und so Verpackungen gefunden... danach war ich überzeugt“, ich erwidere sein Grinsen und weiche vor seiner Reaktion aus.
„Ach Aki nimmt Viagra?“, Pauli stürmt den Bus und starrt uns breit grinsend an.
„Ähm...“, setze ich an, werde jedoch unterbrochen.
„Lauri, vielleicht bist du einfach nicht attraktiv genug“, fügt er hinzu und lässt den Gedanken zu, dass zwei Bananen quer in den Mund passen könnten.
Aki
Na toll. Das war ja klar. Nie kann man Scherze machen. "Pauli... halt
den Rand... Lauri weiß auch, dass ich zeitweilig für dich Viagra bestellt hab
und das ich welches brauch liegt nicht an Lauris mangelndem Sexappeal sondern
schlicht und ergreifend daran, dass der Gedanke daran, ständig genervt zu
werden echt abtörnend ist...", weise ich ihn drauf hin und Pauli sieht
mich geschockt an. "Warum sagst du ihm das?!"
Lauri
„Weil es
mich unsäglich interessiert“, werfe ich anstatt Aki ein und funkele Pauli
genervt an. Das Konzert rückt in immer größere Nähe und ich muss hier über
Viagra diskutieren! Als wenn es nichts Sinnvolleres gäbe...
„Außerdem
brauchen wir so was nicht“, ergänze ich und sehe plötzlich Paulis Augen
interessiert funkeln. Das interessiert ihn?
Aki
"Hä? Aber ihr habt doch grad noch das Gegenteil gesagt...", meint Pauli ziemlich irritiert. Ich seufze. Muss der eigentlich immer alles so derbe ernst nehmen? "Vergiss es einfach Pauli...", sage ich gelangweilt, doch sein Interesse scheint geweckt. "Nein, sagt doch... muss euch doch nicht peinlich sein, wenn ihr Viagra braucht! Ich mein ich geb’s ja nicht gleich an die Presse weiter!", versucht er uns zu überreden, zuzugeben, wo es nichts zuzugeben gibt.
Lauri
„Ich
sehe schon die nächste Schlagzeile vor uns: Ohne Viagra läuft nichts –
Teenie-Star Lauri Ylönen packt aus!“, werfe ich ein, „die Zeitung hat
sicherlich einen unglaublichen Umsatz und überall auf der Welt fragen sich die
Fans dann, ob das stimmt oder nicht...“ Auf was für Ideen Pauli so kommt.
Jedenfalls kann ich mich nicht entsinnen irgendwelche sexuellen Probleme zu
haben. Wirklich nicht.
„Ich
schlage vor, dass wir in die Halle gehen, bevor wir einen von irgendwelchen
Fanatikerinnen versperrten Weg vor uns haben.“ In diesem Augenblick erhebe ich
mich schließlich.
Aki
Ich stehle mich hinter ihn und streiche ihm über den Bauch und die Seiten und zupfe leicht an seinem Shirt. "Hast du etwa ein Problem damit, wenn dich massenhaft Mädchen betatschen?!" Also ICH habe ein Problem damit, wenn ihn massenhaft Mädchen betatschen, aber das tut hier erst einmal nicht zur Sache.
Lauri
„Soll
ich mich darüber freuen?“, ich ziehe die Augenbrauen hoch und betrachte ihn in
meiner Skepsis. Dann spähe ich aus dem Bus heraus und stelle fest, dass der Weg
frei ist, gut so. Mit halber Lichtgeschwindigkeit sieht man einige Sekunden
später uns drei in die Konzerthalle verschwinden und erst einmal verschnaufen.
Wer sich als Star präsentiert, geht immer gewisse Verpflichtungen ein. Dennoch
frage ich mich, was genau Fans damit zu tun haben. Ich meine, wir sind für die
Musik und nicht für Fotos und Autogramme da. Nur versteht diese Denkweise kaum
einer. Leider.
Aki
Immer noch habe ich mich an ihn geheftet. Hat hier einer schon mal ein ganzes Konzert gespielt?! Ja?! Hat auch schon mal jemand hier ein ganzes Konzert gespielt und ständig einen verführerischen, knackigen Hintern vor sich her wackeln gesehen, und durfte ihn die ganze Zeit nicht anfassen?! Weder den Hintern noch irgendwas anderes, was zu dieser Person gehörte?! Nein?! Freut euch! Denn ICH habe das jetzt schon wieder vor mir! Und das ist jedes Mal Überwindung, also... muss ich die Zeit, die ich JETZT noch habe, nutzen!
Lauri
Aki
spielt Klette und ich ziehe ihn hinter mir her in Richtung Aufenthaltsraum.
Währenddessen frage ich mich, mit wie vielen Leuten heute Abend zu rechnen
ist... ich meine, Jokkmokk ist nicht gerade etwas, das ein normaler Mensch als
Großstadt bezeichnen würde. Gut, wir sind in Skandinavien, da ist immer alles
etwas kleiner und überschaubarer... aber dennoch weiß ich beim besten Willen
nicht, für wie viele Personen wir hier eigentlich auftreten.
Vielleicht
ist es auch besser, das nicht zu erfahren, was weiß ich. Jokkmokk. Was für ein
Name...
Aki
Langsam habe ich das Gefühl, ich bin ihm echt zu klettig und er mag meine Nähe nicht mehr sonderlich. Er tut zumindest so, als wäre ich gar nicht da. Aber wenn er mich wieder los sein will, muss er es halt sagen! Ich muss ja nicht ohne Grund wieder abdrehen, ich mein, vielleicht bilde ich es mir ja auch nur ein, dass er es nicht gern hat. So wird’s sein. Vermutlich merkt mein Naivchen nicht einmal, dass ich mir solche Gedanken darüber mache.
Lauri
Im Aufenthaltsraum
lasse ich mich mit Aki auf einer kleinen, etwas abgewetzten Couch nieder und
wir warten einige Zeit, verbringen sie mit den üblichen zwischenmenschlichen
Aktivitäten (nein, damit nun auch wieder nicht!) und werden schließlich
benachrichtigt, dass uns noch 5 Minuten bis zum Auftritt bleiben. Endlich ist
es soweit. In Konzentration versuche ich, mir meine sehr dürftigen
Schwedischkenntnisse zu vergegenwärtigen.
Aki
Glücklich darüber nicht reden zu müssen, höre ich Lauri dabei zu, wie er die letzten paar Minuten ein paar winzige Schwedischvokabeln zu nuscheln versucht. Klingt aber nicht so, als hätte er Erfolg. Tja, Pech gehabt... so ist es, wenn man Sänger ist und viel reden muss! Da lobe ich es mir doch, 'nur' der Drummer zu sein!
Lauri
Ich strecke
Aki die Zunge heraus, als ich seine belustigte Miene angesichts meiner
verzweifelten Versuche bemerke. Soll er es doch besser machen. Zu viert
betreten wir nun während den Intros die Bühne und ich bewege mich in Richtung
des Mikros, ergreife es und murmele einige Worte: „Välkommen Sverige! I’m
pleased to meet you all here in Jokkmokk and hope that you all will enjoy this
concert!” Das kommt
davon, wenn man in der Schule nicht aufpasst. Immerhin kann ich noch ein wenig
Englisch...
Aki
Ich muss mir stark das Lachen verkneifen, als Lauri irgendwas Schwedisches faselt und kurz darauf doch auf Englisch umsteigt. So ist es halt, wenn man nicht alle Weltsprachen beherrscht. Ich würde mit meinem Englisch nicht mal wirklich weit kommen. Klar kann ich bisschen Englisch, aber... von gut bin ich wohl weit weg! Ich bin froh, wenn ich einen verständlichen Satz rausbringe, der dann auch noch das aussagt, was ich wirklich sagen wollte...
Lauri
Nach
dieser etwas dürftigen Ansprache zählst du den Takt vor und unser erstes Lied,
Night after Night, erklingt in der überfüllten (?) Konzerthalle von Jokkmokk.
Dafür, dass wirklich nur um die 200 bis 300 Personen hier sind, ist die
Atmosphäre wirklich großartig. Die Zuschauer wirken weder aufdringlich, noch
einschläfernd, geradezu perfekt...
Es macht
Spaß, hier zu singen und dennoch... überkommt mich ein wenig Freude, als ich
gegen Ende an den Rand der Bühne trete und mein nicht vorhandenes Schwedisch
präsentiere: „Tack, tack... och adjö...“
Aki
Als Lauri gegen Ende schon wieder sein Schwedisch auspackt merke ich, wieso ich mich nicht für Schwedisch interessiere und warum ich den Unterricht immer geschwänzt habe. Es klingt einfach jedes Mal bescheuert! Es klingt - zumindest bei mir - jedes Mal irgendwie auswendiggelernt oder viel zu stocken! Das ist ätzend! Ich hasse Fremdsprachen!
Lauri
Geschafft!
Mit einer gemeinsamen Verbeugung und einer regelrechten Flucht vor einigen
Fans, kommen wir müde, geschafft und doch zufrieden im Tourbus an und ich lasse
mich erst einmal in die Couch sinken. Zumindest bis Eero im Bademantel an mich
herantritt und mich ermahnt, doch auf der Stelle duschen zu gehen.
Schwerfällig
erhebe ich mich und gehe in Richtung Badezimmer.
Aki
Ich blicke Lauri nach. Was soll denn das jetzt? Seit wann hat Eero zu bestimmen, wer wann duschen geht?! Na ja... ich kümmere mich nicht weiter darum und beschließe freundlich zu sein. Ich bewaffne mich mit einem Stift und stelle mich ein paar Fans. Der Tourbus steht zum Glück so, dass sie nicht direkt rankommen. Also latsche ich zum Zaun, gegen den sich die Massen drücken. Und einmal mehr frage ich mich, was einen Menschen zu solchen Taten bewegt?! Wie kann man sich freiwillig gegen ein Gitter quetschen lassen, bis man keine Luft mehr bekommt, nur um eine Unterschrift von jemandem zu bekommen?
Lauri
Genießend
lasse ich das warme Wasser an mir herunterlaufen, um im Endeffekt aus der
Dusche zu steigen und mir zugleich neue Kleidung anzuziehen. Erst jetzt sehe
ich mich um und stelle fest, dass Aki fehlt. Auf Nachfrage hin, wird mir
erklärt, dass er sich heute einmal freiwillig zu den Fans begeben hat. Ich
hoffe doch inständig, dass er das überlebt und trinke einen Schluck. Heute
Nacht geht es weiter nach Stockholm, nach Malmö, Kopenhagen, Amsterdam, Paris,
Bordeaux... und schließlich nach Deutschland. Relativ spät dieses Mal...
Aki
Erst nach Stunden kehre ich zurück. Komischer Weise war es dieses Mal richtig lustig! Ich hab mich super mit einer kleinen Gruppe Fans unterhalten. Aufdringlich waren sie heute eigentlich weniger. Es war eigentlich eher verhältnismäßig locker, so wie es einem gefällt! Niemand, der einem plötzlich seine Liebe gesteht, obwohl er dich nicht einmal wirklich kennt!
Lauri
Später
kehrt Aki zurück und wir setzen unsere Reise fort. Eigentlich ohne größere Misserfolge
oder Probleme, egal ob Stockholm oder Paris, die Fans sind uns gut gesinnt und
der eine oder andere Fehler, mein mieses Französisch oder das Mikrophon, das
zunächst nicht an war, all das spielt keine Rolle. Heute hoffentlich auch
nicht, da das vorletzte Konzert der Tour ansteht: Hamburg!
Öfter
ist Hamburg immer eine Art Auftakt gewesen, dieses Mal jedoch nicht und so
freue ich mich dennoch, es ist eine nette Stadt mit netten Läden und netten
Kneipen. Mir gefällt sie wirklich ganz gut.
Aki
Einmal mehr führt uns unsere Tour nach Hamburg und neigt sich dem Ende zu. Ich freue mich, dass es zu Ende geht. Ich liebe es zwar, auf Tour zu sein und Auftritte zu haben, aber nach so langer Zeit, fängt man doch an, seinen Heimathafen zu vermissen! So geht es zumindest mir. Ich werde die letzten Konzerte noch genießen und auspowern und dann erst einmal wieder die kurzen Ferien genießen. Nach der Tour ist schon zwei Wochen später eine neue Singleauskopplung geplant bzw. der Videodreh für die Singleauskopplung!
Lauri
Wir
haben noch etwas Zeit, stelle ich fest und frage Aki, was er die nächsten
Stunden beabsichtigt zu tun. Immerhin könnten wir ein wenig in die Stadt gehen
oder ein wenig einkaufen... ich hatte letztens von so einer wunderbaren
Einkaufsstraße hier gehört, Marktstraße oder wie sie heißt.
„Kommst
du nun mit?“, ich sehe Aki bittend an.
Aki
Seufzend erkläre ich mich dazu bereit mitzugehen. Ich mag Shoppen ja nicht sonderlich aber okay. Wenn er meint... und ich habe ja nichts dagegen, bei ihm zu sein. Also lasse ich mich in besagte Straße mitschleifen.
Lauri
Mit
einer kindlichen Begeisterung streune ich in der so genannten Markstraße von
Laden zu Laden und begutachte begeistert Schuhe, Kleidung und andere
Szenen-Mechandise, die hier geradewegs aus dem Boden zu wachsen scheinen. Kaum
hat man diese Straße betreten, begegnet man nur noch dunklen oder bunt
gekleideten, auffälligen Gestalten, einfach eine andere Welt.
Bis
plötzlich jemand vor mir steht und mich breit anlächelt: „You’re Lauri, right? I’m
pleased to meet you…”
Aki
Wer ist denn die? Lauris Blick nach zu urteilen weiß er es auch nicht. Aber na ja, woher sollte er auch Leute aus Hamburg kennen? So oft sind wir hier ja schließlich auch nicht. Okay, einige Leute trifft man natürlich öfter mal wieder und redet mit ihnen aber trotzdem. Die hab ich noch nie gesehen.
Lauri
Ich
nicke nur langsam, irgendwie hat sie mich in diesem Augenblick ein wenig
überrumpelt.
„Yeah“,
sie scheint sich zu freuen und grinst noch ein wenig breiter, „I ever wanted to
meet you, you know. I’ve been on many concerts of yours, but
it is really amazing to meet you here... so you like this Gothic- and
Punk-Shops in here?” Ich
nicke erneut. Aus irgendeinem mir nicht ganz so geläufigen Grund hat es mir
gerade die Sprache verschlagen.
Sie
lässt sich jedoch nicht beirren und streicht sich das blonde Haar aus dem
Gesicht: „This evening I’ll visit your concert as well. I
don’t know if you have a little time, but I would be really glad to spend some
time with you. Hope you’re not angry, ‘cause I’m that nervy.”
Dieses
Mal schüttele ich –immer noch geistesabwesend- mit dem Kopf.
Aki
Skeptisch blicke ich zwischen meinem Fischstäbchen und dem Mädchen hin und her. Will die sich uns jetzt etwa anschließen? Oder hab ich sie falsch verstanden? Warum ist mein Englisch auch so schlecht? Ich blicke weiter erwartend zwischen den beiden hin und her.
Lauri
Aki
schaut etwas bis ziemlich ratlos aus der Wäsche und ich erkläre ihm schnell,
dass das Mädchen wohl ein Fan sei und mit uns reden wolle. Soweit so gut, ein
Blick auf die Uhr bestätigt mir, dass wir noch Zeit haben und so frage ich sie,
ob sie ein Café in der Nähe wisse, woraufhin sie uns begeistert in irgendeine
Richtung mitzieht.
„Not far from here is a really nice café. You’ll like it…”, erzählt sie
noch nebenbei und ich stelle fest, dass ihr Englisch wirklich gut ist.
Erstaunlich. Ob die Engländerin ist?
Doch
bevor ich weiter darüber nachdenken kann, stehen wir vor einem kleinen Café mit
einem vielsagenden und unverständlichen Namen, den ich auch zugleich wieder
vergesse. Dort setzen wir uns etwas abseits an einen Tisch und sie erkundigt
sich nach unseren Wünschen. Cafétrinken mit Fans. Seit wann machen wir das?
Aki
Jetzt stehen wir an irgendeinem Tisch, in irgendeinem Café... was wird das hier eigentlich? Okay, wir sind nach den Gigs ja schon öfter Mal mit Fans einen trinken gegangen, aber... mit einem einzelnen Fan, einen Kaffee trinken?! Das ist echt noch nie vorgekommen und irgendwie weiß ich auch nicht, wieso Lauri sich dazu hat überreden lassen... wenn ich für irgendwas die Shopping-Tour unterbrechen wollte, hat er auch immer abgeblockt...
Lauri
Aufgeregt
und fröhlich, denn sie ist scheinbar ein sehr offenherziger Mensch, berichtet
uns Fei –so heißt sie nämlich- von Hamburg, davon, dass sie sich freuen würde,
uns zu treffen und dass sie bereits einige Konzerte besucht hat und begeistert
war. Sie betont, diese kreischsüchtigen Mädchen nicht zu verstehen und erklärt,
dass in dieser Gegend mich wohl der eine oder andere erkennen würde.
Ich
nicke, werfe einige Fragen oder Erzählungen ein und bemerke am Rande, dass Aki
sehr still geworden ist.
Aki
Ich sehe den beiden beim Reden zu und irgendwann gebe ich auch das auf und blicke aus dem Fenster. Langsam zieht es grau zu. Ob wir noch trocken in die Konzerthalle kommen werden oder schamlos dem Regen ausgesetzt sein werden?
Lauri
Draußen
wechselt das himmelblau zum himmelgrau und nach einiger Zeit fallen die ersten
Tropfen zu Boden. Ich sehe ihnen kurz zu, bis ich mich wieder Fei zuwende, die
meint, dass in etwa drei Stunden das Konzert beginnen würde und sie jetzt wohl
keinen guten Platz mehr abbekommen würde.
„Ich
verschaff dir einen Platz in der ersten Reihe“, erkläre ich schließlich und bin
wieder über mich selbst erstaunt. Dieses Handeln passt nicht zu mir, aber
irgendwie ist mir diesen Mädchen gegenüber sympathisch.
Aki
Ich sehe die beiden an und beuge mich dann zu Lauri. "Ich lass euch zwei dann mal allein... im Gegensatz zu dir muss ich noch duschen... und ich kann eh nicht gut genug Englisch... also, bis später dann..." Ohne noch ein weiteres Wort verschwinde ich aus dem Café. Irgendwie mag ich dieses Mädel nicht... aber das muss sie ja nicht wissen. Ich will ja keinen Fan vergraulen und im Gegensatz zu mir, scheint sie Lauri sympathisch zu sein.
Lauri
Relativ
rasch verabschiedet sich Aki und ich sehe ihm ein wenig ratlos hinterher, bis
ich mich wieder Fei zuwende, die meint, sie fände Aki sehr sympathisch.
„Drummers are a really important part of a
band. And Aki’s seems to be very passionate and loves to drum, that’s
wonderful, I like to watch him…”
Ich
stimme zu, Aki, mein Aki...
„Can
I ask you a favour?“, unterbricht sie meine Gedankengänge, ich sehe auf.
„Are you really in love with Aki? I heard
this in the internet…”
Für
einen Augenblick bin ich still. Dann schüttele ich mit dem Kopf. Warum?
Aki
Ich versuche also den Weg zum Tourbus zu finden aber irgendwie habe ich echt keine Ahnung, wo musste ich jetzt noch mal lang? Von wo kamen wir? Mann! Warum ist mein Orientierungssinn so schlecht? Ich wollte doch duschen... na ja okay, eigentlich wollte ich eher weg von ihr. Ich wollte Lauri ja nichts vermasseln... es ist sowieso eine Seltenheit, wenn er wirklich ausgelassen mit einem Fan redet. Meistens sind die Gespräche schnell vorbei.
Lauri
Nach
einer Weile erheben wir uns, langsam geht auch mir die Zeit aus und mit ihr
zusammen mache ich mich auf in Richtung der Konzerthalle, wobei ich nebenbei
von der bisherigen Tour erzähle. Mit ihr kann man sich wirklich gut
unterhalten, sie drängt sich nicht wirklich auf, erscheint vernünftig...
„However, I didn’t ask, how old you
are...“, frage ich
sie schließlich.
“20”,
antwortet sie mit einem netten Lächeln, “and I’ll also watch your concert in
Helsinki next week…”
Wir
erreichen die Halle und ich begebe mich mit Fei unauffällig zum
Backstageeingang, wo ich sie an einen Angestellten “überreiche”, der ihr einen
Platz in der ersten Reihe besorgen soll. Danach mache ich mich auf die Suche
nach dem Rest...
Aki
Immer noch irre ich irgendwo in dieser Stadt rum und finde den Tourbus nicht wieder. Ich mache mich auf den Weg zurück zum Kaffee um mir die Blöße zu geben und Lauri oder das Mädel irgendwie nach dem Weg zurück zu fragen, doch als ich ankomme muss ich feststellen, dass sie und er beide schon verschwunden sind. Na toll. Also irre ich weiter planlos durch die Gegend.
Lauri
Ich
treffe auf Eero und Pauli, die mich fragen, wo Aki sei, woraufhin ich sie
erstaunt ansehe, er war doch vor uns gegangen.
Eine
halbe Stunde warten wir, doch er ist immer noch nicht anwesend, woraufhin mich
ein Geistesblitz trifft und ich die Nummer seines Handys anwähle. Tuten,
tuten... und schließlich nimmt er doch ab. Ich freue mich und frage ihn, wo er
denn bliebe.
Aki
Ich muss mich erst aus dem mittlerweile strömendem Regen unter ein Überdach retten, um an mein Handy zu gehen und erleichtert festzustellen, dass es Lauri ist, der sich erkundigt, wo ich bin. Verzweifelt blicke ich mich um. Kein lesbares Straßenschild oder Sonstiges in Sicht. "Ich weiß es nicht... das ist es ja...", sage ich und versuche nicht einmal meine Verzweiflung zu unterdrücken.
Lauri
„Ähm...
das ist schlecht“, spreche ich mehr zu mir selbst, als zu ihm, „dann such doch
bitte irgendeinen Anhaltspunkt bzw. ein Straßenschild, damit wir dich ein wenig
lokalisieren können...“
Pauli
hat in seinem Laptop inzwischen das Straßenkartenprogramm gestartet und wartet
nur noch auf eine Konkretisierung von Seiten Akis.
Aki
Hahaha! Lauri kann ja soooo witzig sein! "Aber es gießt!", gebe ich zurück. "Wie soll ich euch irgendwas sagen, wenn mein Handy einen Wasserschaden bekommt?" Und den würde es sicherlich bekommen!
Lauri
„Dann
frag irgendwen oder geh in irgendeinen Laden...“, in knapp einer Stunde beginnt
das verdammte Konzert und wir sind nicht vollzählig. Das kann ja heiter werden.
Ob uns Fei vielleicht helfen könnte? Obwohl ich bezweifle, dass jemand anhand
der Gebäude jemanden in Hamburg genau orten kann, außer man steht vor
irgendeiner berühmten Sehenswürdigkeit.
Aki
Ich blicke mich um. Wo bin ich eigentlich? "Ich steh aber irgendwo im Nirgendwo! Hier ist... ne Kirche oder! Und sonst nur Bäume... und Menschen sind hier auch nicht... ist wie ausgestorben...", gebe ich zu Lauri durch und irgendwie weicht meine Erleichterung seine Stimme zu hören langsam wieder der Verzweiflung.
Lauri
„Diese
Kirche, wie sieht die aus? Oder kommst du dahin? Vielleicht wäre der Name
hilfreich...“, helfe ich ihm weiter. Ob Fei wüsste, welche Kirche gemeint ist?
Nachdem Aki meint, er würde dort nicht hingehen können wegen dem Regenguss,
hole ich Fei und gebe Aki an sie weiter, damit sie hoffentlich erfährt, wo
genau sich Aki befindet.
„Yeah,
I know where he is...”, meint sie nach einiger Zeit und nennt Pauli den Namen
einer Straße.
Aki
Jetzt musste ich auch noch Englisch reden! Aber wie es scheint, wissen sie jetzt, wo ich bin. Ist ja toll. Aber eine Frage beschäftigt mich da... warum ist SIE noch da?! Müsste sie nicht eigentlich zusammen mit wat-weiß-ich-wie-vielen-Fans warten, dass das Konzert beginnt?
Lauri
Nach
einer Weile übernehme ich wieder und beschreibe ihm einen Weg, bis zu einer
U-Bahnhaltestelle, an der ihn ein Taxi, das Eero kurzerhand bestellt hat,
abholen wird. Zum Glück haben wir das jetzt geklärt, also danke ich Fei für
ihre Hilfe und sie verlässt zusammen mit einem Angestellten den
Aufenthaltsraum. Innerlich frage ich mich, aus welchem Grund sich Aki derart
verlaufen konnte, er hätte doch auch auf uns warten können, wenn er sich nicht
auskennt...
Aki
Grummelnd finde ich den Weg zur U-Bahn und steige in das Taxi. Der Taxifahrer textet mich sogar mit irgendwelchem Müll zu. Na toll, besser konnte es ja nicht werden. Nach unendlichen 12 Minuten und 47 Sekunden erreichen wir unser Ziel und ich verlassen das Taxi, so schnell ich kann.
Lauri
Endlich
ist er wieder da und ich umarme ihn kurz stürmisch, als der Raum betritt. „Da
bist du ja wieder...“, meine ich mit einem Lächeln und ich ziehe ihn mit in
Richtung der Couch.
„Also...
wir spielen heute mal Rakkauslaulu, aber sonst bleibt die Playlist vollkommen
identisch...“, kläre ich ihn auf und lehne mich dann ein wenig an.
Aki
Ich rücke von Lauri ab und gebe ihm einen Kuss. "Okay... ich zieh mir eben schnell trockene Sachen an!" Gesagt - getan. Kaum bin ich endlich in trocknen Klamotten setze ich mich zu Lauri und kuschle mich endlich an. Jetzt muss ich ja auch keine Angst mehr haben, ihn durchzuweichen.
Lauri
Wortlos,
schweigend warten wir auf das Konzert und als wir einige Zeit später die Bühne
betreten, ist die Stimmung wirklich überwältigend. Alle scheinen nur auf uns zu
warten und die Atmosphäre wirkt auf mich für einen Augenblick wie die in einem
Fußballstadion. Zumindest wenn man die zahlenmäßigen Unterschiede außer Acht
lässt.
Ich
erblicke Fei in der Mitte der ersten Reihe und zwinkere ihr zu, woraufhin sie
lächelt. Hübsch ist sie schon, das muss ich zugeben. Nicht wie Aki, aber
niemand ist wie Aki. Jeder Mensch ist anders und Fei fasziniert auf ihre Weise.
Was
denke ich hier eigentlich? Doch das erste Lied beginnt, bevor ich mich noch
gedanklich vertiefen kann.
Aki
Ich setze mich hinters Drum und mache meinen Job. Ich konzentriere mich einfach mal nicht auf Lauri, sondern voll und ganz auf mein Drum. Das tut auch mal wieder gut. Es kann mir auch nur schaden, Lauri ständig beim Rocken auf den Arsch zu gucken, außerdem fällt es auf Dauer auf!
Lauri
Konzentriert
singe ich meine Stücke und da ich kaum dazu komme, mich umzudrehen, werfe ich
immer mal wieder einen Blick zu Fei, die mich auf irgendeine Art und Weise
irritiert, mich aus der Bahn bringt. Nur warum?
Ein
Fan, ein ganz normaler Fan... und doch nicht ganz so normal, wie es mir
scheint. Weshalb habe ich sie vorhin belogen? Was denke ich hier?
Aki
Ich genieße es, dieses Konzert zu spielen und auch ein paar Aki-Schreie an mein Ohr dringen zu hören, okay ich stehe nicht so auf die fanatischen Fans, die rumkreischen, dass einem fast das Trommelfell platzt, aber es baut schon auf, wenn man in dieser Menge auch mal seinen eigenen Namen hört.
Lauri
„I’ll
take the shot for you, I’ll give my life for you...“, singe ich, meinen Blick zu
Fei gerichtet, Aki ist hinter mir, zu weit weg, nicht erreichbar.
„I
won’t let him touch you, I love you…”, meine Augen verweilen in ihrer Bewegung.
Was
mache ich hier? Doch das Lied, die Menschen halten mich davon ab, nachzudenken.
Ich singe, weiß nicht, warum, weiß nicht, für wen...
Aki
Ich sehe kurz auf, sehe kurz zu Lauri. Er scheint sich schon wieder einen Spaß daraus zu machen, irgendwelchen Fans beim Singen in die Augen zu sehen und sie dem Wahnsinn nahe zu bringen. Eero hasst das! Ich weiß es, Pauli weiß es, Lauri weiß es. Wir alle wissen es. Eero hasst es, wenn Lauri so zu den Fans ist. einige von ihnen machen sich Hoffnungen, wenn er sie ansingt. Natürlich nicht alle von ihnen aber Eero findet es nicht in Ordnung.
Lauri
Plötzlich
fange ich Eeros Blick auf, der mich vernichtend ansieht, woraufhin ich ihn mit
einem ebenso vernichtenden Blick bedenke.
Für
einen Augenblick komme ich aus dem Takt, da ich ein großes Plakat einige Meter
vor der Bühne erblicke: „Kalapuikko, minä rakastan sinua!“ Was ist das bitte?
Ich schüttele nur mit dem Kopf und singe schließlich –einen Takt zu spät-
weiter, ohne, dass es jemand groß bemerkt hätte, wie mir scheint...
Aki
Irgendwas scheint Lauri aus dem Takt gebracht zu haben. Die Fans scheinen es nicht bemerkt zu haben, aber ich habe es. Und Pauli hat es auch bemerkt. Er kommuniziert vor den Fans unbemerkt mit Eero, wirft einen kurzen Blick zu Lauri und verdreht dann die Augen. Ich tue so, als hätte ich es nicht bemerkt und drumme einfach für den Rest der Show weiter, wie ich es schon von Anfang an tue.
Lauri
„Dankeschön,
thank you, ich hoffe es...“, jetzt fehlen mir die deutschen Vokabeln, „hope you
enjoyed this concert. You were wonderful!“
Großer
Jubel, wir treten vor uns wenig später lässt Aki einige seiner Sticks ins
Publikum wandern. Nach einer weiteren, kurzen Verbeugung verlassen wir die
Bühne und ich setze mich erst einmal aufs Sofa im Aufenthaltsraum. Dank einer
verlorenen Wette dürfen heute Aki und ich uns in den Fanrummel stürzen, doch
darauf heiß es sich erst einmal seelisch vorzubereiten.
Aki
Ich gehe einfach unter die Dusche in Backstage-Bereich. Es ist nicht unbedingt toll, wenn Fans denken, man stinkt. Ich denke man sollte sich schon sauber in die Horde begeben also... werde ich das tun!
Lauri
Aki
verschwindet erst einmal in die Dusche, während ich mich umziehe und notdürftig
ein verwendbares Deo suche. Duschen muss bis später warten, erst einmal muss
ich diese verfluchten Haare in Ordnung bringen! Für wen, das weiß ich auch
nicht so genau, ich tue es jedenfalls, warte auf Aki und gehe schließlich mit
ihm zusammen hinaus in die Hölle, die auch den Namen Fans trägt.
Automatisch
setze ich mein Fotolächeln auf und bin höflich zu jedem dieser Wesen, die
beinahe umkippen, wenn ich fürs Foto mit ihnen posiere.
Aki
Kaum sind wir draußen, bin ich pflichtgemäß so gut wie Luft für Lauri. Kein Wunder bei der Horde an Fans, die ihn gleich umschwärmen. Da kann er ja gar nicht anders. Also konzentriere ich erst einmal auf ein anderes 'Bündel' von Fans. Denn Lauri zu erspähen ist eine Sache der Unmöglichkeit. Er ist klein, die Fans sind viele. Es macht also einfach keinen Sinn, ihn dort suchen zu wollen und da sich die Fans eh gleich zwischen uns geschoben haben, hatte ich auch keine Chance, in seiner Nähe zu bleiben. Manchmal habe ich das Gefühl, die Fans machen das mit Absicht. Sie trennen uns, damit wir die besseren Opfer abgeben. So wie die alten und schwachen Tiere einer Gnuherde in der Savanne, die von den Löwen zerfleischt werden.
Lauri
Wie
ein Roboter unterschreibe ich und lege den Arm um irgendwelche Personen, alles
ein Akt vollkommener Monotonie. Wie oft sich das wiederholt, vermag ich nicht
zu sagen, doch plötzlich steht eine Person mit blitzenden, braunen Augen vor
mir: Fei.
„Hi
again, I forgot to ask for an autogramm…”, verwirrt starre ich sie eine
Weile an, bevor ich verstehe, ihren Zettel in die Hand nehme und unterschreibe.
„Thanks
my dear“, sagt sie, als die den Zettel annimmt, „see you again in Hell...“
Langsam
nicke ich und drehe mich erschrocken um, als ich eine Hand auf meiner Schulter
spüre. Aki.
„Wir
müssen weiter“, klärt er mich auf und zieht mich in Richtung Bus.
Aki
Mit leichter Panik im Gesicht dreht Lauri sich zu mir um, als ich ihn an der Schulter Packe und ihn darauf hinweise, das wir weiter müssen. "Sag mal träumst du beim Autogramme geben?", frage ich ihn, als er mir ziemlich roboterartig zum Bus folgt. Was ist nur in letzter Zeit mit ihm los?
Lauri
Meine
Gedanken schwirren in meinem Kopf ziellos herum, ich denke an Fei und ihr
„Versprechen“, freut es mich? wenn ja, warum freut es mich? Ich kenne sie
immerhin nicht weiter, sie ist ein Fan, eine von vielen anderen... und doch...
ich weiß nicht. Mein Blick fällt nun auf Aki, der mich ein wenig besorgt
ansieht.
Er
fragt mich etwas und ich antworte reichlich eisig: „Nein, tue ich nicht, und
wenn ja, wäre es auch egal!“
Aki
"Wow... ist ja okay... Tschuldigung, dass ich es gewagt habe den Herren anzusprechen...", zicke ich reichlich beleidigt zurück. Immerhin habe ich ihm nichts getan! Und daran, dass ausgerechnet wir raus mussten, bin ich auch nicht allein Schuld! Da hat er Mitschuld, also muss er mich dafür nicht annörgeln! Beleidigt stapfe ich in den Tourbus, lege mich in meine Koje, ziehe den Vorhang zu und beginne in irgendeinem Buch zu lesen.
Lauri
Beleidigt
stapft Aki davon und mir tut mein Ausbruch beinahe schon wieder leid,
allerdings auch nur beinahe, den Grund dafür kann ich nicht ersehen.
Im
Bus angekommen setze ich mich zu Pauli und spiele ein wenig Playstation mit
ihm. Wie immer verliere ich haushoch, um letztendlich doch dazu durchzuringen,
mich bei Aki zu entschuldigen, der in seiner Koje liegt und liest...
„Hey,
das vorhin... das tut mir leid...“
Aki
"Is okay...", sage ich nur knapp und widme mich weiter meinem Buch. Meine Augen huschen über die Buchstaben und Wörter doch keins bleibt mehr hängen. Irgendwie überzeugte die Entschuldigung nicht. Sie klang nicht so ehrlich, wie sie vielleicht klingen sollte. Eher gezwungen und der Freundlichkeit wegen... nicht, weil ihm irgendwas leid tut. Wieder lese ich die selben Zeilen. Die ersten 3 Worte bleiben hängen, aber der Rest verfließt, als hätte ich ihn gar nicht gelesen.
Lauri
Scheinbar
glaubt mir Aki nicht. Also setze ich mich zu ihm in die Koje und fange noch
einmal von vorne an: „Es tut mir wirklich leid, dich angefahren zu haben, ich
wollte das nicht...“ Ist das ehrlich gemeint? Ich denke einen Augenblick nach
und bin dann von der Ehrlichkeit meiner Worte überzeugt. Weshalb sollte ich das
nicht sein? Man fährt seinen Freund nicht einfach so an...
„Verzeihst
du mir?“
Aki
Ich wende mich von meinem Buch ab und sehe ihn an. "Hab ich ne andere Wahl?", frage ich ihn und grinse dann. Was soll ich anderes tun als ihm nicht zu verzeihen? Ich liebe ihn... und das viel zu sehr als das ich wegen so einer Kleinigkeit unter vollem verstand riskieren würde, dass es auseinander geht.
Lauri
Freudig
erwidere ich sein Lächeln, beuge mich zu ihm hinüber und ziehe ihn in einen
kurz andauernden Kuss.
„Ich
liebe dich“, flüstere ich ihm ins Ohr und knabbere kurz am Ohrläppchen. Für
einen Augenblick bin ich verunsichert, doch dann fahre ich fort und drücke ihm
ein weiteres Mal meine Lippen auf, schiebe dieses Mal auch meine Zunge ein
Stückchen vor...
Aki
Etwas verpeilt erwidere ich seine Küsse, hätte im Moment eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich auch nur irgendeine Zärtlichkeit von ihm zu spüren bekomme, also genieße ich es umso mehr. Irgendwie habe ich ein Gefühl in der Magengegend, das mir sagt, ich sollte es genießen, solange er noch vorhat, irgendwas mit mir zu tun.
Lauri
Ein
wenig zögerlich reagiert er, doch ich schenke dem wenig Beachtung, fahre
einfach fort. Er kippt nach hinten über, so dass ich halb auf ihm liege, doch
auch das hält mich nicht ab, es scheint viele Minuten zu dauern, bis ich mich
wieder von ihm löse und meinen Kopf auf seine Brust bette, schweige.
Aki
Ich betrachte ihn lächeln und erwidere das Schweigen. Genieße einfach nur seine Nähe und versuche nebensächlich das Buch unter meinem Kopf hervorzuziehen, um Knicke zu vermeiden.
Lauri
Meine
Gedanken schweifen ab, erinnern jenen denkwürdigen Traum. Im Traum wollte ich
sterben, wenn er mich verstößt... in der Realität des Augenblicks erscheint mir
diese Entscheidung vollkommen irreal, unwirklich und ich kenne den Grund nicht.
Sterben würde ich nicht... aber wollte ich das je? Ein weißer Nebel trübt die
Erinnerungen...
Aki
Irgendwann gelingt es mir und ich sinke in das Kissen ein. Ich mag mein Kissen! Es ist schön weich... und gehört nicht zur normalen Tourausstattung... ich nehme es immer einzeln mit. Und auch nur auf Tour. In dem Kissen kann man fast so schön versinken, wie in Lauris Augen.
Lauri
Zeit vergeht, verrinnt in ihrer ewigen Schleife... bis...
„Seid ihr für oder gegen ein Hotel?“, ertönt es plötzlich aus unmittelbarer Nähe und ich hebe irritiert den Kopf.
„Was denn jetzt? Pauli ist gegen das Hotel, was meint ihr?“, ich ordne die Frage Eero zu und entdecke ihn schließlich auch, er steht neben der Koje und beugt sich zu uns hinab.
Aki
"Mir egal...", nuschle ich nur und konzentriere mich wieder auf mein Kissen und auf die Person, die ihren Kopf mittlerweile von meiner Brust erhoben hat. Schade eigentlich, aber vielleicht legt er ihn ja gleich wieder hin.
Lauri
„Bleiben wir doch hier...“, ich gähne einmal kurz und bringe meinen Kopf wieder auf Position, er ist viel zu schwer, um ihn groß zu erheben.
Trotz unser derzeitigen Nähe kommt es mir vor, als würden wir uns immer weiter voneinander entfernen... unerreichbar werden...
Obwohl das vermutlich nur ein Effekt dieser Tour ist, auf der man kaum zur Ruhe kommt.
Aki
"Aber... aber... versteht ihr denn nicht... im Hotel hab ich viel mehr Zeit und Platz für mein Yoga.... bitte ihr zwei, das könnt ihr mir nicht antun! Ich... ich..." Eero seufzt. "Ich lasse euch auch mit dem Yoga-Kurs in Ruhe, wenn wir ins Hotel gehen!"
Lauri
Mit einem Mal sind alle hellauf begeistert von Eeros Idee und es wird beschlossen, das nächstbeste Hotel herauszusuchen. Wo sind wir eigentlich?
Wie spät ist es?
Laut meiner Uhr ist der Tag nach dem Konzert bereits fast wieder vorüber und die Straßenschilder sehen aus, als seien sie schwedischer Natur.
„Wo sind wir eigentlich?“, frage ich nun Eero, der begeistert erklärt, wir hätten Stockholm bereits hinter uns gelassen. Was soll mir das jetzt sagen?!
Aki
Stockholm... ich kratze mich am Kopf. Wo lag das noch mal?! In Schweden... das weiß ich... das lag doch... im Norden! Stimmt! Stockholm lag im Norden! Oder... war es doch der Westen?! Man ich hab keine Ahnung! Ich schiebe das jetzt einfach in den Norden! Das bedeutet... von Helsinki sind wie noch ziiiieeeeeeemlich weit weg.
Lauri
„Und werden in Falun rasten, das ist eine Stadt etwa in der Mitte...“, klärt uns Pauli auf und ich nicke verstehend. Von Falun habe ich bereits etwas gehört, soweit ich weiß, ein beliebter Wintersportort bzw. zumindest Ort von einigen Sportaustragungen.
„Und das Hotel?“
„Drei oder vier Sterne im Ortskern, wir haben bereits reserviert...“, erwidert Eero nun stolz und in unserer müden Gemeinschaft baut sich so etwas wie Freude auf. Endlich wieder ein warmes, weiches Bett.
Aki
"Hä? Was ist Falun? Kann man das essen?" Apropos Essen... ich hab Hunger! "Schmeckt das auch wie Fischstäbchen?", ist also meine nächste Frage. Und die Blicke, die ich von Lauri und Eero bekomme sagen mir, dass irgendwas meiner Fragen nicht ganz zusammen passte.
Lauri
Typisch, Aki. Ich seufze leise und erkläre ihm, dass Falun eine Stadt etwa in der Mitte von Schweden ist.
„Warum machen wir eigentlich solche Umwege?“, wirft Eero ein, der routinierte Reiseplaner. „Keine Ahnung“, erwidert Pauli, „aber theoretisch hätten wir von Stockholm oder so aus mit der Fähre fahren können, so ist das ein ziemlicher Umweg...“
„Wir haben aber noch einen kleinen Auftritt in Kiruna“, kläre ich sie auf und setze mich ans Fenster, beobachte die vorbeiziehenden Lichter.
Aki
"Also keine Fischstäbchen?", frage ich niedergeschlagen und ernste Kopfschütteln. Wieso gibt’s es in Hotel NIEMALS Fischstäbchen?! Das fand ich schon immer eine ungeheure Frechheit! "Wie stehts eigentlich mit der Zimmeraufteilung, wie immer?", erkundige ich mich und warte nur darauf, dass jemand 'ja' sagt. Wie jedes Mal. Ich liebe es die Bestätigung zu haben, mit Lauri in einem Raum schlafen zu dürfen.
Lauri
„Nein, leider nicht“, klärt uns Eero auf, „die Doppelzimmer waren belegt und wir konnten nur noch vier Einzelzimmer buchen...“
Akis Blick sieht tödlich aus, ich halte mich neutral und Pauli grinst breit, da er endlich einmal nicht so unsäglich früh von Pauli geweckt wird.
„Aber da wir relativ spät gebucht haben, leben wir etwas „einfach“ und müssen uns jeweils ein Bad teilen...“
Das wird ja immer besser, denke ich mir.
Aki
"Toll... und Essen?! Kriegen wir gar keins...?", grummle ich deutlich schlecht gelaunt. Ich glaube seit Anbeginn der Tour hat meine Laune jetzt den Tiefpunkt erreicht. Schlimmer kann es doch nicht mehr kommen. Bis auf die Ausnahme eben, die Eero unterbrochen hat(!!!) ist Lauri ziemlich auf Abstand gegangen während der Tour, ich hatte nicht einmal Fischstäbchen und dann heißt es schon, wir schlafen in einem Hotel und dann kann ich nicht einmal den Vorteil nutzen näher an Lauri zu sein! Das ist doch alles zum Kotzen!
Lauri
„Essen ist im Preis inbegriffen... es gibt ein Jägermenü mit Pilzen und Hirschragout“, zählt Pauli auf, woraufhin ich ein wenig das Gesicht verziehe, ich mag kein Wildfleisch. Aki sieht nun endgültig aus, als wolle er Amok laufen und ich schweige lieber.
„Da vorne ist es“, Eero zeigt auf ein größeres Gebäude, das gerade voraus liegt und ich ziehe mir schnell Jacke und Schuhe über.
Aki
Pilze... na wunderbar! JETZT kann mich echt gar nichts mehr aus der Bahn werfen. Mehr Pech kann ein einzelner Mann gar nicht haben! Mir reicht’s! Ich steige aus! Endgültig! Ich habe kein Bock mehr, ich zu sein! Kann man eigentlich aufhören, man selber zu sein? Wenn ich jemand anders wäre... hätte ich dann nicht trotzdem noch genauso viel Pech nur eben als jemand anderes?! Als meine Gedanken nur die Antwort 'Ja' zulassen, entscheide ich mich um und bleibe doch weiterhin ich. Miesgelaunt betrete ich mit den anderen das Hotel.
Lauri
Vorsorglich halte ich etwas Abstand von Aki, der einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch gleicht und betrete das Hotel. Während Eero an der Rezeption die Schlüssel abholt, reißt mich eine wohlbekannte Stimme aus meinen Gedanken:
„Hey there, Lauri, I didn’t expect you to be
here. Such a coincidence (Zufall)!”
Ich drehe mich um und blicke in Feis Gesicht, bin erst erstarrt und brauche einige Zeit, bis ich fragen kann, was sie hierher führt.
„I’m heading for Helsinki and this damned
ferry-boats are too expensive. After all I wanted to visit Falun, it’s a nice
city, you watched it?”
Ich schüttele mit dem Kopf und werfe einen kurzen Seitenblick zu Aki, der bald auszurasten scheint. Warum nur?
Aki
Als ich kurz zu Lauri blicke erstarre ich. Er unterhält sich schon wieder mit diesem Mädchen. Wie hieß sie noch?! Faiß oder so... ist mir auch egal! Wütend reiße ich Eero den Zimmerschlüssel aus der Hand und düse ab. Das muss ich mir nicht noch mit angucken! Was macht die überhaupt hier?! Verfolgt die uns?!?
Lauri
Ich bin doch etwas erstaunt, Fei hier zu treffen und auf Nachfrage hin, beteuert sie, dass es sich um einen Zufall handele und sie bereits gestern hier angekommen sei. Zufälle gibt’s... aber es gibt sie, allen die Tatsache, dass einer den anderen liebt ist ein unglaublicher Zufall, nicht wahr?
Währenddessen ist Aki verschwunden und auch Eero und Pauli verabschieden sich. Nun stehe ich ein wenig verloren im Eingangsbereich, bis Fei mich aus dieser Melancholie herausreißt:
„You wanna drink something? There’s a nice
cocktail-bar in this hotel…”
“Well… ok…”, lasse ich mich überreden, bestehe jedoch vorher darauf, noch schnell mein Gepäck ins Zimmer zu bringen. Warum stimme ich zu?
Aki
Ich knalle die Tür von meinem Zimmer zu und danach umhüllt mich Stille. Na toll. Und was mache ich jetzt? Grummelnd schiebe ich meinen Koffer in irgendeine Ecke, hole meinen MP3-Player raus, lege mich aufs Bett und singe etwas mit. Hört oder sieht mich hier ja eh keiner.
Lauri
Als ich die Sachen ablege, spiele ich für einen Augenblick mit dem Gedanken, Aki Bescheid zu sagen, doch dann erinnere ich dessen Stimmung und unterlasse es lieber. Geräuschlos ziehe ich mich um, bringe ich meine Haare in Ordnung und gehe wieder in die Lobby zu Fei, die bereits auf mich wartet.
„Here they have a special cocktail, which tastes really good, you know...“, erklärt sie mir begeistert und wir nehmen auf zwei Hockern am Tresen Platz.
„En „Älg-o-mat“, please…”, mein Schwedisch ist wirklich mies.
Fei bestellt dasselbe und verwickelt mich in ein langes Gespräch...
Aki
Durch meine Musik bessert sich meine Laune ein wenig. Ich mache sie deshalb wieder aus und verschwinde ins Bad. Uns wurde gesagt, dass das Bad die Verbindung zwischen jeweils 2 zimmern ist und meins führt zu Lauri. Also schiele ich durch die Tür auf seiner Seite und stelle fest... er ist weg. Na toll. Grummelnd schließe ich die Tür wieder und schleiche wieder in mein Zimmer, wo mir meine Musik wieder Gesellschaft leistet.
Lauri
Langsam aber sicher steigt mir der Alkohol zu Kopf und meine Bewegungen werden ein wenig unkoordinierter, dennoch begreife ich noch in meinem Restbewusstsein, dass die ebenfalls angetrunkene Fei versucht mit mir zu flirten.
Aus irgendwelchen –mir wieder einmal nicht geläufigen- Gründen lasse ich mich darauf ein und genieße das Spiel, dessen letzte Ausführung bereits Ewigkeiten zurückzuliegen scheint.
„You wanna go...?“, fragt sie mich und zieht mich ohne eine Antwort abzuwarten mit.
„Everywhere you want...“, bringe ich noch hervor und stelle fest, dass wir kurze Zeit später vor meinem Zimmer stehen.
Aki
Ich bin mittlerweile wieder bester Laune. Was daran liegt, dass ich meine Umwelt einfach vergessen habe. Vergessen, dass Lauri sich kaum mit mir beschäftigt, vergessen das es keine Fischstäbchen gibt, vergessen, dass es heute Pilze gibt und für mich somit gar nichts zu essen! Einfach alles vergessen! Ich bin mittlerweile sogar soweit, dass ich mit einem meiner Sticks in der Hand auf dem Bett rumrocke und den Stick als 'Mikro' verwende. Was tut man nicht alles, wenn einem langweilig und man zu dem allein ist.
Lauri
Plötzlich spüre ich weiche Lippen auf meinen und eine Zunge, die energisch versucht, Einlass zu gewinnen. Ein neuer Geschmack, dem ich nicht standzuhalten weiß, wie eine Sehnsucht, die sich mit einem Mal erfüllt.
Es ist anders als bisher, kein brennendes Gefühl, eher seicht, warm, beruhigend. Ich ziehe sie näher an mich heran, genieße den Augenblick.
Akis Bild, das im ersten Augenblick vor meinem geistigen Auge erschien, verblasst zusehend, es schwindet, vermag nicht zu bewirken, dass ich erwache und mich nach einem Grund frage...
Aki
"YES I WISH YOU TO HEAVEN, I'LL TAKE YOU TO HELL!!!", schreie ich mittlerweile fast mit. Trotzdem weiß ich, dass mich niemand hört. Die meinten, die Wände sind spezielle abgedichtet, also kann ich mich vor niemandem blamieren. Gut gelaunt springe ich auf meinem Bett rum, wie ein kleines Kind und singe immer noch in meinen Stick.
Lauri
Unter Mühen, ohne die Verbindung zu lösen, öffne ich mit einer Hand die Tür zu meinem Zimmer, ziehe sie mit hinein, woraufhin sie über Oberhand übernimmt und mich aufs unberührte Bett stößt. Dem seichten Anfang wich eine Leidenschaft, die mit einem Mal von mir Besitz ergreift.
Beinahe schon hektisch beugt sie sich über mich und haucht im nächsten Augenblick:
„You really wanna do this?”
Schweigen. Gedanken, die sich im Kreis drehen. Ein Nicken.
Aki
Gefährlich kracht das Bett unter meinen Sprüngen aber
es bricht nicht. Noch nicht. Aber ich nehme keine Rücksicht, springe weiter und
'singe' in meinen Stick. "I
can still remember... like it was yesterday... walking hand in hand making
future plans... feels you were heaven send... you told me that you love me...
but that's your greatest fear... so you closed the door... to make sure
before... you could be standing in the rain... It will never be the same...
never be the same condition... left me standing in the rain... it take away my
passion... it will never be the saaameee... gave you all, men can give you...
but you need twice as much... it's got to be wrong to trust in you, 'cause you
can't get enough... maybe someday you will find out, that you can't find your
way... without the risk to open up your heart... you will follow the full
days... It will never be the same... never be the same condition... left me
standing in the rain... it take away my passion... it will never be the
saaameee... you told me that you love me... but it was yesterday... you have
closed the door, afraid of love, afraid of all you could be standing in the
rain... never be the same... never be the same condition... left me standing in
the rain it take away my passion... it will never be the same never be the same
condition... left me standing in the rain it take away my passion... it will
never be the same... standing in the rain... never be the same again! Left me
standing in the rain!"
Lauri
Fühle mich berauscht, fühle mich, als wäre ich aus einer langen Traumphase erwacht und hätte etwas längst Verlorenes wiedergefunden. Die Zeit vor Aki, so lange her... hatte ich sie vermisst?
Sie, welche Rolle spielt sie, welche Rolle spiele ich?
Es ist nicht der Rausch, den man am Anfang der Liebe verspürt, es ist die Lust, Die Erregung, die für einen Moment Besitz ergreift und gegen deinen Verstand agiert...
Plötzlich, ein Geräusch... ich sehe auf...
Aki
Plötzlich ein eigenartiges Geräusch und meine Musik erstirbt. Ich knicke um und knalle vom Bett. Fluchend reibe ich mir meinen schmerzenden Kopf. Augenblicklich ist meine üble Laune wieder da. Ich lege meinen MP3-Player weg und richte mich auf. Grummelnd stelle ich fest, dass mein Rumgehopse Spuren hinterlassen hat. Schweißspuren. Also führen mich meine Tribbelfüßchen ins Bad, wo ich stundenlang nach dem Deo suche. Ohne Erfolg. Nebenan höre ich irgendwelche ganz dumpfen Geräusche... ich schließe daraus, dass Lauri wieder in seinem Zimmer sein muss und beschließe einfach, ihn nach dem Deo zu fragen. Ich öffne die Tür auf seiner Seite und schaue durch die Tür. "Hei L..." Ich erstarre bei dem Anblick, der sich mir darbietet.
Lauri
Eine Stimme, eine bekannte Gestalt, innerhalb weniger Sekunden ist der Zauber gebrochen.
Meine Gesichtszüge entgleisen, ich höre Feis entsetzten Aufschrei und das verlorene Bewusstsein kehrt zurück, ergreift wieder Besitz von mir.
Was tue ich hier? Was ist geschehen?
Bin erstarrt, rühre mich nicht, spreche kein einziges Wort.
Aki
Endlose Sekunden starre ich ihn an, starre sie an, kann keinen klaren Gedanken fassen und denke, dass es besser so ist. Nur Sekunden, in denen ich ihn ansehe und dennoch scheint in diesen Sekunden alles zu brechen. Meine Welt scheint mit einem lauten Rauschen in meinem Kopf einfach zu zerbrechen. Alles was je Sinn machte, wirkt sinnlos und alles was je schön war, wirkt hässlich und grau... alles was mich je gefreut hat, macht mich unsagbar traurig und sogar der Gedanke an Fischstäbchen reizt mich nicht mehr... bringt eher die Übelkeit in mir hoch. Nach unendlichen Sekunden schließe ich die Tür mit einem lauten Knallen wieder. Ich knalle auch die andere Tür, die in mein Zimmer führt hinter meinem Rücken zu, schließe sie ab, will mich abschließen. Will nicht mehr sein. Und nur eine einzige Frage macht sich in meinem Kopf breit: Warum? Warum ich? Warum gerade sie? Warum?
Lauri
Das Knallen der Tür lässt mich zusammenzucken und ich kneife für einen Augenblick die Augen zusammen, bis mich eine bekannte Stimme aus meiner Trance herausreißt:
„You betrayed me, did you?”
Ich sehe auf, in ihre Augen, die mich mit einer Mischung aus Belustigung und Abscheu betrachten.
„I...“, ja, was, ich weiß nichts zu sagen, nichts entgegenzusetzen. Plötzlich möchte ich einfach nur noch weg, aufwachen, feststellen, dass es wieder nur ein verrückter Traum war.
„Nothing „you“, think about what you’ve done and what you want, my dear...“, sie steht auf, sucht ihre Kleidung zusammen und verlässt das Zimmer, lässt mich zurück.
Erst jetzt begreife ich.
Aki
Ich werfe mich auf mein Bett, weiß nichts mehr zu tun. Nur, dass mich jetzt die Fragen überhäufen. Fragen, ob es an mir liegt, ob ich irgendwas falsch gemacht habe?! Ob es Rache dafür war, dass ich so anhänglich war? Ob er mich vielleicht doch nie geliebt hat, nur mit mir gespielt hat?! Fragen über Fragen, auf die ich einfach keine Antwort weiß. Warum? Warum tut er mir das an? War es vielleicht sogar abgesprochen? Von Anfang an so geplant? Hasst er mich für meine Gefühle und wollte es mir so zeigen? Wollte er mich einfach nur zerstören? Was hat er sich dabei gedacht? Wie oft hat er es schon gemacht? Wie oft wird er es noch tun? Und wie soll ich mit dem Wissen noch weiter existieren können? Was soll ich tun, da der, den ich liebe mich verarscht? Mich für dumm verkauft und hintergeht? Warum? Warum weiß ich keine Antworten auf all meine Fragen... warum hilft mir keiner? Und warum verschwört sich alles und jeder gegen mich und versucht mein Leben zu zerstören?!?!?!?!
Lauri
Es war mein freier Wille das zu tun, es war meine freie Entscheidung, es gibt keine Entschuldigung, die ich vorbringen könnte. Was sollte ich ihm auch sagen? „Sorry, aber ich hatte gerade Bock darauf“? Was ist das für eine Antwort?
Obwohl sich im Grunde nur bewiesen hat, was ich immer wusste: Ich bin es nicht wert.
Ich bin es nicht würdig, bei Aki zu sein, bin nicht der Mensch, den er sucht. Bin jemand, der sich selbst nicht versteht, nie fähig war, Beziehungen zu führen, der nicht an die Ewigkeit glaubt...
Aber das entschuldigt mich nicht. Schwerfällig erhebe ich mich, ziehe mir etwas über und klopfe gegen Akis Zimmertür.
Aki
Ein Klopfen reißt mich aus meinen Gedanken, trotzdem reagiere ich nicht darauf. Ich will allein sein. Ich habe einen Entschluss gefasst, der vielleicht noch mehr weh tut als alles andere. Ich werde zu Eis werden. Ich werde niemandem mehr zeigen, was ich wirklich fühle und schon gar nicht werde ich je wieder lieben. Nie mehr! Ich werde nie mehr jemandem mein Herz schenken. Ich habe es vor langer, langer Zeit einmal Lauri geschenkt und nun existiert es nicht mehr. Er hat es gebrochen, es in über 1000 Teile zerbarst. Doch es gehört dennoch ihm. Es wird nie einem anderen gehören... ich werde nie mehr einem anderen gehören. Ich werde nie mehr irgendwem gehören. Denn so wie es scheint, will Lauri mich nicht und ich will keinen anderen. Und ich werde nie mehr jemandem so vertrauen. Ich habe es immer gewusst, dass man keinem vertrauen kann und doch war ich naiv genug, Lauri mein Vertrauen zu schenken, mein Herz zu schenken, meinen Körper zu schenken, meine Liebe zu schenken... ihm alles zu schenken, was ich besaß... und was ist nun das, was ich davon habe? Nichts! So, wie ich es eigentlich immer vorausgesagt habe.
Lauri
Keine Antwort, ich wende mich ab, setze mich auf mein Bett. Meine Schuld. Aber wie macht man eine Schuld wieder gut, die man aus freien Stücken verursacht hat? Soll ich ihm sagen, dass das eine Folge des Alkohols war? Soll ich sagen, dass ich es freiwillig getan habe? Soll ich sagen, dass ich ihn liebe, ihn nicht liebe? Soll ich sagen, dass ich es bereue? Sagen, dass es so geplant war?
Was soll ich tun...
Was könnte ihm helfen...? Nichts? Was, wenn ich einfach verschwinden würde?
Ich sehe hinaus, betrachte die Lichter der Stadt, erinnere jenen Traum. Könnte er doch wahr werden?
Aki
Irgendwann schlage ich die Augen auf. Ich muss eingeschlafen sein. Den getrockneten Tränen auf meinem Gesicht nach zu schließen und den Kopfschmerzen, muss ich mich in den Schlaf geheult haben. Ich rufe mir in Erinnerung, was passiert ist und wünsche mir so gleich, es nicht getan zu haben. Diese Bilder verfolgen mich, haben sich innerhalb von Sekunden in mein Hirn gebrannt. Er, sie... zusammen, nackt... auf seinem Bett...
Lauri
Die Zimmerdecke ist grau, monoton, Licht kommt, Licht geht, die Fliege, die ihre Kreise zieht, gibt mir keine Antworten.
Frage nach dem nächsten Schritt.
Leben oder Tod.
Und was für ein Leben?
Wann habe ich mich damals in Aki verliebt?
Er, mit den schönen Augen, dem ansteckenden Lachen, seinem Glauben an das Gute und das Glück. Ein Kind der Ewigkeit.
Und was bin ich?
Warum begreife ich nicht?
Aki
Ich sehe auf die Uhr, stelle fest das es Zeit ist zu Essen. Also erhebe ich mich, schleiche in Richtung Bad und schließe die Tür auf, will mein Gesicht von den Tränen befreien und bete, dass Lauri nicht in den Raum kommt. Denn ich will ihn nicht sehen. Ich kann das nicht... vielleicht noch nicht, vielleicht nie mehr... vielleicht kann ich ihn nie mehr ansehen... vielleicht aber auch doch... irgendwann... aber sicher nicht jetzt. Ich kann jetzt auch nicht reden, fühle mich nicht im Stande dazu also kann ich nur still hoffen, dass Lauri diesen Raum nicht ausgerechnet jetzt betritt.
Lauri
Keine Tränen, die meine Wangen herablaufen, kein Schmerz, der mich von innen heraus zerbricht, kein Glück, das mich lachen lässt, nichts...
Die Leere des Augenblicks hat mich ergriffen, sehnt sich nach etwas Undefinierbarem...
Ich vernehme leise Geräusche aus dem Bad, das wird Aki sein.
Doch ich mache keine Anstalten, mich zu erheben, ihn zu sehen. Vermutlich würde er dann nur noch mehr leiden... und das möchte ich nicht.
Möchte, dass er frei von Leid ist.
Doch wie erreicht man das?
Aki
Zu meinem Glück betritt er nicht das Bad. Also drehe ich das Wasser wieder ab, trockne mein Gesicht mit dem Handtuch ab, verlasse das Bad wieder und schieße erneut die Tür. Und das alles erfüllt von einer ungeheuren Leere. Es ist, als wäre Lauri nicht mehr da, als wäre er gegangen und hätte alles, was das Leben lebenswert macht mit sich genommen. Langsam schleiche ich zu meiner Tür. Die Pilze warten... aber ich gehe nur hin, in der Hoffnung auf Nachtisch oder einen Salat.
Lauri
Eine Tür schlägt leise zu, verlässt er sein Zimmer?
Mein Blick fällt auf die Uhr, die neben dem Bett auf dem Nachttisch deponiert wurde: Neun Uhr morgens.
Frühstück... ob Eero und Pauli da sein werden? Was soll ich ihnen erzählen? Nichts? Alles? Langsam, beinahe ein wenig ängstlich, erhebe ich mich irgendwann doch und gehe den Weg zum Speisesaal, erblicke Aki an einem Tisch mit Eero und Pauli. Nein, denke ich für einen Moment, doch mein Gesicht bleibt ausdruckslos.
Aki
Ich sitze bei Eero. Die Frage, warum es zum Frühstück keine Pilze gibt hat sich schon längst verworfen und ich bin ziemlich am Lachen. Pauli hat heute Morgen gute Witze drauf. Außerdem kann ich hier nicht rumsitzen wie ein trauriges Schlückchen Wasser in der Kurve. Denn mein 'Schildaufbauen' habe ich schon angefangen. Ich werde ihnen nicht zeigen, wie sehr ich wirklich leide. Und momentan scheinen sie mir meine gute Laune auch abzukaufen. Nur als ich bemerke, wie Lauri den Raum betritt entgleisen meine Züge kurz, was von Eero und Pauli aber unbemerkt bleibt also schmiere ich mir ein Weiteres meiner kleinen Baguettescheibchen.
Lauri
Sehe ihn lachen, so frei, unbeschwert. Braucht er mich nicht? War ich so egoistisch zu glauben, er würde unter meinen Taten leiden? War das alles nichts weiter als ein Versuch, meine Position zu behaupten? Was wollte ich erreichen? Wollte ich sehen, dass er mich nicht braucht?
Ich kehre auf dem Absatz um, verlasse beinahe fluchtartig den Speisesaal. Möchte das nicht sehen, kann es nicht sehen...
Aki
Als ich wieder aufsehe ist Lauri verschwunden und eine Art Erleichterung macht sich in mir breit. "Hey Aki, hast du Lust mit mir ein bisschen zu spielen?", fragt mich Eero und ich bekomme schon Angst. Doch Eero grinst nur. "Gegenüber ist ne Tennisanlage!" Ich sehe ihn skeptisch an. "Eero... ich hasse Sport?!" Er grinst. "Och komm schon! Nur ein bisschen!" Nach einigem Murren lasse ich mich auf ein Spiel ein. Ablenkung tut mir wahrscheinlich noch gut.
Lauri
Er braucht mich nicht.
Diese Erkenntnis trifft mich wie ein zusammenstürzendes Hochhaus.
Welcher Illusion gab ich mich hin? Dass er verletzt sei und ich mir sagen konnte, ich sei ein schlechter Mensch, ist es das?
Doch er lacht. Leidet nicht.
Sein oder nicht sein. Ich stütze mich an die Wand, mein Kopf schmerzt ein wenig.
„What’s up?“
Sie wieder. Ich sehe sie an. Habe ich für sie irgendeine Bedeutung?
Aki
Dann sind wir mit dem Essen fertig. "Ich zieh mir nur eben schnell etwas Anderes an!", werfe ich Eero grinsend zu und bin dann verschwunden. Mache mich auf den Weg zu meinem Zimmer. An der Wand in der Nähe seines Zimmers steht Lauri. Sie ist auch bei ihm. Ich bin mir sicher, sie weiß nichts von uns. Ich schlucke schwer, setze ein Lächeln auf und grüße freundlich. "Good morning!" Dann verschwinde ich so schnell ich kann in mein Zimmer und lehne mich erst einmal gegen die wieder geschlossene Tür. Das war Überwindung.
Lauri
Es schmerzt, dieser Freude zuzusehen.
Ich sehe sie an, sie sieht mich mit einem
undefinierbaren Blick an: „So it was true? You have a relationship with him?”
Meine Augen blicken starr in ihre. Es ist wahr, ich habe sie belogen, aber...
„I do not have“, erwidere ich, beuge mich vor, um von ihren Lippen zu kosten.
Die Tür neben der meinen öffnet sich, doch unsere Verbindung hält an...
Aki
Kaum habe ich meine Sachen zusammen gesucht und auch angezogen, mache ich mich auf den Weg zu Eero. Draußen steht er, küssend mit ihr. Es versetzt mir einen tiefen Stich in der Magengegend, ob ich will oder nicht. Ich scheine ihm wirklich nie das Geringste bedeutet zu haben. Automatisch werden meine Schritte schneller und ich unterdrücke die Tränen, die in mir aufkommen. Als ich in der Empfangshalle ankomme, habe ich meine 'Maske' bereits wieder aufgesetzt und lächle Eero an. "Können wir?"