Last Time (Don't tell me)



Titel: Last Time (Don't tell me) ~ Letztes Mal (Erzähl's mir nicht)
Autor: KanshinX Disclaimer: all rights reserved
Warnungen: Violence, angst, depri, death, lime
Genre: One-Shot/ Slash (?!) [u.U. FF]
Länge: 2 Seite
Entstehung: 05.09.2005
Rating: 16
Sonstiges: Was mache ich, wenn ich in einem eiskalten Zimmer sitze und "Der letzte Tag" höre?! Genau, ich schreibe "Last time" xd Eine Slash, die keine sein muss und die meine Schreibgrenzen so ziemlich offenlegt... außerdem wollte ich seit Tagen etwas Sadistisches schreiben xxd Und hier ist "Last time"... Das ganze ist in der Theorie eine Art Prolog zu "Reach for the end", auf der anderen Seite weichen manche Punkte voneinander ab. Nur die Thematik ist ähnlich. Außerdem wirkt Rfte relativ friedlich gegen Last Time Oo
Status: abgeschlossen


Höre dein Keuchen, deine Schreie, liebe es. Liebe deinen Geruch, wenn du im Schweiß ertrinkst, liebe deine Stimme in ihrer Ekstase, liebe deinen glasigen Blick, deine weiche Haut, deine Berührungen, die mich in den Wahnsinn treiben. Liebe dieses Gefühl, das mich der Unendlichkeit ein Stückchen näher bringt, liebe diesen letzten Augenblick und deine Stimme an meinem Ohr, deine Küsse, die Spuren, die du in mir hinterlässt. Ich liebe es. Und dich… dich liebte ich auch…

Erinnere mich noch genau, wie du mich ansahst, leidend, so voller Leidenschaft, so unendlich, so schmerzlich, wolltest es wissen. Wolltest mich spüren, wieder und immer wieder. Immer schneller, immer mehr, immer schöner, immer leidender, immer wieder.
Erinnere mich an das letzte Mal, als du vor mir standest. Mit diesem Blick, voller Leidenschaft, voller Verlangen, so hungrig, so durstig, so blind, so klar und nur hier für mich. Sagtest, dass du mich jetzt brauchst. Hier, heute, in diesem Augenblick.
Willigte ein, konnte dir nie etwas abschlagen. Hast mir mein Herz genommen, wenn ich je eines besessen habe.
Für dich brauchte man kein Herz, für dich musste man es nur spüren können. Ewigkeit. Leid. Unendliches Glück. Um zu leben, nur für dich.
Drückest mich aufs Bett, konntest dich niemals sättigen, deinen Hunger niemals stillen. Nur Keuchen, Schreien, mich für einen Augenblick in eine andere Welt entführen. Mir ihn zeigen, einen Ort für uns zwei, an dem wir eins sind, immer sind.
Konntest mich verbrennen mit deiner Haut, mich tausend Tode sterben und tausend Leben leben lassen. Und ich habe es geliebt.
Dich leiden zu sehen, dich lachen zu sehen.
Wieder und immer wieder.

Auch an jenem Tag. Und es war vorbei.
Lagst neben mir, sahst auf zur Decke, sprachest plötzlich in der Stille. Sprachest in die erhitzte Atmosphäre des Raumes hinein. Lauschte deinen Worten, sog jedes einzelne auf, verspeiste sie, riss sie in tausend Teile. Doch dann halte ich ein. Drehe mich zu dir. Frage, was du gesagt hast… und du wiederholst. Meinst, es sei vorbei. Das letzte Mal, das allerletzte Mal. Nie wieder wolltest du es tun, nie wieder herkommen, nie und niemals wieder.
Starre dich an, kann es einfach nicht fassen. Hast du das gesagt? Hast du das wirklich gesagt? Doch du nickst nur, lachst, meinst, es sei nicht so schlimm.

Deine Stimme klingt in meinem Ohr. Jagt tausend Dolche in meine Brust, lässt mich bersten, lässt mich stumm schreien, stumme Tränen weinen. Und du lachst. Lachst und lachst immer wieder. Verstehst das nicht. Kannst es nicht verstehen…

In meinem Zorn springe ich auf, renne, hole etwas und kehre zugleich wieder. Dort liegst du, lachst, lächelst mich gar an. Fragst, ob ich dich verstehen könne. Nicke, bejahe es, ich verstehe, sogar sehr gut.
Freust dich, möchtest aufstehen, fortgehen, doch ich lasse dich nicht. Nicht fortgehen, nicht verschwinden von hier.
Schreist mich an, was ich von dir wolle, willst gehen, dich losreißen. Doch das lasse ich nicht zu. Packe dich, drücke dich zurück in die Kissen. Du schreist dein Leid in die Welt hinaus, ich liebe es, möchte dich leiden sehen, dich schreien hören, der Grund für deine Schmerzen sein…

Verstehst es. Schweigst. Ich sehe sie, die Angst in deinen Augen. Angst? Vor mir? Angst vor dem, was jetzt kommt?
Du brauchst dich nicht zu fürchten, flüstere dir zu, lache leise, reibe mich an deiner weichen Haut.
Wieder schreist du mich an, ich solle dich gehen, dich ziehen lassen. Doch ich schüttle nur mit dem Kopf, halte deine Hände fest, lasse nicht zu, dass du dich bewegst. Fragst mich wieder und wieder, was ich wollen würde.
Antworte nicht, du weißt es, ich weiß es, sehe es dir an. Aber so ist es nicht.

Plötzlich weinst du, salzige Tränen laufen deinen Wangen herab. Tränen? Weinst du wegen mir? Aus Furcht? Wieder lache ich leise, nähre mich deinem Gesicht, deiner Wange, nehme deinen Tränen in mir auf. Schmecke sie, genieße sie.
Wieder ruft mich deine Stimme ins Leben zurück. Möchtest noch immer fort. Mein Blick wird zu Eis, spiegelt meine blinde Wut. Dein Zorn ist schon längst verraucht, dein Stolz gebrochen, deine Stimme nur noch ein heiseres Flüstern. Und ich liebe es.
Lange neben das Bett, greife nach etwas und zeige es dir. Deine Augen weiten sich, spiegeln blinde Panik, Furcht, Angst.

Deine Stimme kehrt wieder, du regst dich, möchtest wieder fort von hier, von mir. Doch auch diesmal lasse ich dich nicht fort. Komme dir näher mit meiner Hand, mit jenem Gegenstand. Du drückst dich tiefer in die Matratze, kannst mir dennoch nicht entkommen. Liebe deine Tränen, deine Angst, dieses Leid in deinen Augen.
Näher und näher komme ich dir…

Halte an, fahre einmal über deine Brust. Du schreist, windest dich unter Schmerzen. Doch nichts geschieht, nichts passiert.
Wieder nähert sich dir mein Gesicht, deiner Brust, lecke ihn auf, jenen wunderschönen roten Saft, dein Leben.
So schön, so wunderbar und nichtig ist dein Leben. Wieder erhebe ich das Messer. Fahre wieder und wieder über deinen eben noch makellosen Körper. Ist bald getaucht in deines Lebens Saft, in die schönste Farbe dieser Welt, spiegelt deinen Schmerz, dein Leid. Doch dein Gesicht entspannt sich, ich sehe es, du löst dich von dieser Welt. Doch nicht von mir.

Dein Blut ist mein, dein Leben ist mein. Bald steche ich zu, erst einmal, dann zweimal. Reagierst kaum noch, schwindest, spürst mich kaum noch. Ich lache. Liebe es, dein Leid, dein fortgetragenes Leben.
Es ist so schön, so rein, so wunderbar…
Mit einem Mal wird es still. Nur noch mein Atem ist zu vernehmen, du bewegst dich nicht mehr. Dein Atem ist versiegt, deine Augen sehen mich nicht mehr an, sehen nirgendwo mehr hin. Ich erhebe mich. Es ist vorbei. Du darfst gehen. Gehst nicht, bleibst hier bei mir.

Ein Lächeln durchzieht mein Gesicht…