Liquefy Teil 1



Teil 1


Aki

Ich glaube, es war jener denkwürdiger Tag, an dem ich „ihn“ zum ersten Mal bemerkte. Nicht bemerkte im Sinne von „hey, der existiert“, aber bemerkte im Sinne von „warum eigentlich nicht der?“. Ja, warum eigentlich nicht? Ich meine, wir waren beide jung, alleinstehend und irgendwie nutzte mein Gehirn diese Tatsachen in jenem Moment aus und schien mir all das vor Augen zu halten... und dich.

Gerade sitzt du dort, neben mir, erhebst dein Weinglas, um davon zu trinken. Es gibt viel zu feiern. Zum ersten Mal dürfen wir ein wenig feiern und das nutzt du natürlich sofort aus, um den besten Wein des Hauses in wenigen Minuten bis auf letzten Tropfen zu vernichten. Typisch...

 

Lauri

Leicht müde schwenke ich den guten Wein in meinem Glas. Es ist der beste Wein des Hauses, ein süßer Rotwein. Rotwein trinke ich gerne, genauso wie du. Wir haben so viel gemeinsam, sind schon fast wie Zwillinge. Will nun endlich den süßen Wein in mich aufnehmen und setze das Glas an meine Lippen. Flink fließt der Wein über meine Lippen, überquert meine Zunge und verschwindet in meinem Rachen. Es gibt heute viel zu feiern, wir haben unser 5.Album endlich aufgenommen. Es wird den Titel 'Dead Letters' tragen und ich bin innerlich ziemlich stolz auf dieses Werk. Wie auch zuvor habe ich alle Kraft in die Texte gesteckt, mit Liebe und Kraft für die Aufnahmen gesungen, für die Fans, für euch und am meisten für dich. Ich kann deinen Blick auf mir spüren, er durchbohrt mich fast, fixiert mich. Sieh mich nicht so an...

 

Aki

Interessiert betrachte ich deine Person, sehe, wie du das Weinglas ansetzt und trinkst. Gibt es etwas Faszinierenderes, als dir beim trinken zuzuschauen? Wie deine weichen Lippen... nun gut, ich weiß nicht, ob sie weich sind, aber bestimmt sind sie es...

Plötzlich schlage ich mit der Faust auf den Tisch und du siehst erstaunt auf. Ich muss mich einfach beherrschen. Immerhin habe ich noch nicht einmal etwas getrunken und...

Als könntest du Gedanken lesen, gibst du mir ein Glas und ich schenke etwas Wein ein. Ich liebe das Zeug. Selbst, wenn ein wenig Wodka sich jetzt durchaus besser machen würde in meiner Situation. Ich seufze leise.

 

Lauri

Als du plötzlich mit der blanken Faust auf die Tischplatte schlägst, schrecke ich leicht auf, mein Wein schwappt über. Er läuft langsam mein Kinn herab, bildet sich den Weg über meinen Hals und verschwindet in meinem Hemd. Ein kühler Wein ist das wirklich. Eine Gänsehaut breitet sich auf meinem Körper aus, was mich erschaudern lässt. Du möchtest auch etwas trinken, ich sehe es dir an. Stumm schiebe ich dir ein Glas zu, erfreut schenkst du dir den guten Tropfen ein. Du nimmst einen Schluck und seufzt leise. Erneut bekomme ich eine Gänsehaut, der Wein rinnt immer noch über meinen Hals.

 

 

 

Aki

Erstaunt blicke ich zu dir und stelle fest, dass du scheinbar nicht in der Lage warst, den Wein bei dir zu behalten. Stillschweigend suche ich ein Taschentuch, krame es hervor und gebe es dir mit den Worten: „Du hast wohl Probleme mit dem Trinken, Lauri. Ich dachte, dass man das in den Jahren gelernt haben sollte...“ Mit merkwürdiger Miene siehst du mich nun an. Nicht gut? Aber Stille ist nun einmal nicht wirklich etwas für mein Gemüt. Vor allem nicht, wenn du hier neben mir sitzt, Wein trinkst und ich dazu neige, mir Dinge vorzustellen, die ich mir hier und heute lieber nicht vorstelle.

 

Lauri

Nun scheinst du mein Missgeschick bemerkt zu haben. Suchst kurz, findest dann ein Taschentuch.„Du hast wohl Probleme mit dem Trinken, Lauri. Ich dachte, dass man das in den Jahren gelernt haben sollte...“, meinst du noch, als du mir es reichst. “Danke...“, murmele ich, will dir an meinem Missgeschick nicht die Schuld geben. Verlegen lächle ich dich an und wische mir über den Hals und Kinn. Dann widme ich mich wieder meinem Weinglas, nippte sanft an ihm, so wie ich gerne an deinen Lippen saugen würde, sie küssen würde. Träume vor mich hin.

 

Aki

Irgendwie wirkst du heut ziemlich abwesend. Ob du im Grunde jetzt auch lieber im Bett lägest und... ach, lassen wir das. Wenn ich das genauer ausführe, komme ich heute nicht mehr dazu, ruhig zu schlafen. Du regst mich wirklich auf, deine Anwesenheit, deine Person, deine Gestalt, deine Hände, deine Lippen. Ahhhh... ich drehe hier noch durch, verflucht noch mal! Alkohol, wo bist du, wenn man dich braucht?! Etwas verstimmt wende ich mich dem Ober oder was das ist zu und bestelle einen Doppelten Wodka. Manchmal muss man Prioritäten setzen, vor allem, wenn du hier bist.

Was du wohl jetzt schon wieder von mir denkst?

Ich wende mich dir zu und versuche ein Gespräch anzufangen: „Sag mal, was machst du eigentlich morgen so?“ Im nächsten Moment ohrfeige ich mich dann in Gedanken für die platte Frage.

 

Lauri

Mir bleibt fast der Wein im Halse stecken, als du plötzlich bei dem Ober einen doppelten Wodka bestellst. Möchtest du dir jetzt wieder die Kante geben? Und ich darf dich dann wieder bei mir unterbringen, mit dir ein Bett teilen? Ich bin froh, wenn ich mal in Ruhe schlafen kann, aber wenn du neben mir liegst, leise vor dich hin schläfst, drehst und wendest, Worte flüsterst, die ich nicht verstehen, da kann ich nicht schlafen. Bin viel zu viel auf dich fixiert, mustere dich auf jedes Mal neu. Du bist für mich ein Engel, ein 'verbotener' Engel für mich, denn Engel ist es nicht gestattet, meine Gefühle zu erwidern. Ich renne jedes Mal in das pure Verderben, verliebe mich und werde ausgenutzt. Glaubte ich wirklich, als ich dich anfing zu lieben, bei dir könnte es anders sein? Ein so reiner und schöner Engel wie du, könnte mich glücklich machen...? „Sag mal, was machst du eigentlich morgen so?“ Leicht verwirrt blinzle ich zu dir rüber, hast mich aus meinen Gedanken gerissen.„Nichts besonders... Wahrscheinlich wie immer alleine in meiner Wohnung sitzen...“ Ich zucke leicht mit den Schultern.

 

Aki

Du erklärst mir, dass du am morgigen Tag aller Voraussicht nach nur allein in deiner Wohnung sitzen wirst. Mich beschleicht zugleich ein Gedanke, den ich ohne groß darüber nachzudenken auch äußere: „Wenn du dich langweilst, könnte ich ja mal vorbeikommen. Falls du dich erinnerst, wollten wir diesen Film schauen... ähm... wie hieß der gleich noch...“ Etwas verzweifelt ringe ich mit den Worten und blicke dich an. Grüne Augen, leuchtend, Sterne in der Finsternis. Zerfressen mich, teilen mich in abertausend Teile, sind zu schön für diese Welt. Seit wann denke ich so was?

Ich wusste schon immer, dass ich ein romantischer Mensch bin... aber so was? Es kommt mir vor, als würde ich wirklich langsam aber sicher auf irgendeinen mir unbekannten Abgrund zusteuern...

 

Lauri

Da kommt auch schon ein Vorschlag von dir, möchtest zu mir kommen und diesen Film sehen, auf dessen Namen du versuchst zu kommen. Schon fast verzweifelt siehst du mich an. Dancer In The Dark...“, helfe ich dir auf die Sprünge und kann schon förmlich die Glühbirne über deinem Kopf erscheinen sehen, wie sie erfreut aufblickt und du erlöst schaust. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, muss mich nun langsam wirklich beherrschen nicht mit dir sofort auf eine der Toiletten zu verschwinden... Ich kämpfe schon gar nicht mehr gegen diese Gedanken an, auch wenn sie mich immer mehr zerfressen, das ich nicht dein sein kann, du nicht mein sein kannst... Erkenne ich da ein verwirrtes Grinsen in deinem Gesicht? Du bist viel zu süß für diese Welt Aki...

 

Aki

Aus irgendeinem mir unbekannten Grund fixierst du mich, saugst mich und löst mich auf. Dabei wollte ich die heutige Nacht noch überleben. Wenn auch vermutlich ohne dich, ohne...

Aki, jetzt reiß dich aber mal zusammen! Du bist alt genug, um ruhig zu bleiben... oder auch nicht, denn mit wachsendem Erstaunen sehe ich meiner Hand zu, die sich zu deinem Weinglas bewegt, es nimmt und an meine Lippen setzt. Ich trinke einen kleinen Schluck, sehe deinen ungläubigen Blick und stelle es zurück mit den Worten „Ich wollte nur mal probieren, ob der anders schmeckt als der von vorhin“.

Was für eine blöde Ausrede, um über meine wahren Absichten hinwegzutäuschen. Aber sollte ich jetzt sagen, dass ich das Verlangen hatte, aus deinem Weinglas zu trinken? Besser nicht...

 

Lauri

Noch immer erstaunt blicke ich dich an, dann zu meinen Weinglas, das du nun geleert hast. „Und?Schmeckt er besser?“, harke ich dann auch gleich nach, richte meinen Blick auf dich. Doch da kommt der Ober mit deinem doppelten Wodka, den du genüsslich ext. Ich kann mir ein Seufzen nicht verkneifen. Du fängst schon an zu lallen. Dich muss man nicht wirklich verstehen, warum du das machst...

„Laurüüüü... Kannscht du mia noch einen Schluck Wain gebööööön?“ Ich dir jetzt noch Wein geben? „Nein Aki...Wir gehen jetzt...“ Schnell winke ich den Ober herbei und verlange die Rechnung. Langsam wird es auch klebrig auf meiner Brust, doofer Wein! Als wir das kleine Lokal verlassen, stecke ich mir erst einmal eine meiner geliebten Malboro Menthol-Zigaretten an und sauge gierig den Dunst in mich ein. Wenigstens kannst du noch gerade gehen...

 

Aki

Kaum habe ich dieses Wodla... ähm Wodka-Zeugs getrunken, breitet sich bereits der Alkohol in mir aus und alles wird ein wenig verschwommener. Du verwehrst mir energisch meinen Wunsch nach weiterem Wein und so tröste ich mich damit, mich einfach bei dir aufzustützen. Musst du ja nicht wissen, dass ich theoretisch noch ganz gut allein zurechtkomme.

Hm... ich bin besoffen, hänge dir mehr oder weniger um den Hals und... um das ganze noch zu perfektionieren spiele ich nun einen völlig Besoffenen. Weiß genau, was du dann tun wirst. Das, was du immer tust. Innerlich freue ich mich schon auf dein Doppelbett. Bin ein wenig zu betrunken, um daran zu denken, dass das keine so gute Idee war...

Lauri

Nun scheinst du nicht mehr stehen zu können, hängst mir an meinem Hals. Seufzend rauche ich zuende und lass die Zigarette auf den Boden sinken, trete sie aus. Ich stütze dich etwas mehr, lege deinen einen Arm um meine Schulter und legte meinen Arm an deine Hüfte. Es kribbelt angenehm. So beschaffe ich dich zu meiner Wohnung, während zu mir voller Energie ein Lied 'vorsingst', du lallst eher. Ich schließe die Tür des Wohnhauses auf und du 'singst' weiter irgendwelchen Quatsch. „Schsch... Aki, die Nachbarn schlafen schon...Es ist 2 Uhr nachts!“ Ich nutze die Chance und lege dir meinen Zeigefinger auf die Lippen, als Zeichen das du Schweigen sollst. Natürlich verstummst du sofort. Deine Lippen sind weicher als eine Feder... Ich wiederstehe der Versuchung über deine Lippen zu streichen und nehme meinen Finger wieder weg.„Danke...“, hauche ich dir sanft zu und hieve dich Treppen hoch in den letzten Stock.

 

Aki

Du legst mir deinen Finger auf die Lippen und augenblicklich verstumme ich. Mein Restbewusstsein bewahrt mich davor, jetzt die Lippen zu öffnen und deinen Finger in den Mund zu nehmen. Vermutlich würde dir das nicht besonders zusagen, also unterlasse ich es und zucke ein wenig zusammen, als du mir ein „danke“ zuhauchst und mich in deine Wohnung hievst. Wie paralysiert lasse ich mich ziehen und trotz des Alkohols ist mir noch vieles bewusst. Zum Beispiel dieser Wunsch, dich einfach umzuwerfen und...

Gesagt, getan. In meinem Rausch bringe ich es fertig, mich noch einen Tick schwerer zu machen, dich aus dem Gleichgewicht zu bringen und zu erreichen, dass du einfach umfällst. Nun liege ich auf dir und nehme dein Gesicht nur noch verschwommen wahr. Ich muss meine Brille bei dem Fall verloren haben.

 

Lauri

Gerade haben wir meine Wohnung betreten, gibt es einen Knall. Du bist plötzlich schwerer geworden und wir sind umgefallen. Nun liegst du über mir und blinzelst wie verrückt, schon komisch, seine Brille auf einmal zu verlieren... Aber es sieht so süß aus, wie du blind durch die Gegend blinzelst. Was hält mich davon ab, dir jetzt und hier meine Lippen aufzudrücken? Du bist betrunken und würdest es nicht merken... Und genau das hält mich ab, ich möchte dich nicht benutzen, dafür liebe ich dich zu sehr. Vorsichtig schiebe ich dich von mir runter, helfe dir auf und klopfe mir den nicht vorhandenen Staub von der Hose. Dann hebe ich deine Brille auf und setze sie dir auf, nebenbei schließe ich die Haustür.„Kannst du dich alleine ausziehen oder soll ich dir helfen?“ Ylönen, 1000 Punkte. Noch dümmer kannst du nicht kommen, nur um etwas von Akis nackter und weicher Haut, ja sie ist weich, ich habe früher oft in deinen Armen nach einem Alptraum gelegen. Ich weiß es daher, da wir beide nur in Boxershorts schlafen.

 

Aki

Enttäuschenderweise reagierst du völlig normal und ich bin stolz auf mich, dass ich in diesem zustand auch noch ein neutrales Gesicht zustande bringe. Dann fragst du mich, ob du mir helfen solltest, mich auszuziehen...

Ähm... wie bitte? Du willst mir beim Ausziehen helfen? Verwirrt starre ich dich an und stelle fest, dass du meine schweigende Verwirrung als „ja“ aufgefasst zu haben scheinst. Also lasse ich mich von dir ins Schlafzimmer ziehen und du fängst an, an den Knöpfen meines Hemds herumzuhantieren.

Wie schön wäre das unter anderen Umständen. Ich genieße es dennoch und fixiere dich. Nehme den Geruch des Raumes in mir auf. Er riecht nach dir, nach Rauch, nach Shampoo, nach etwas Undefinierbarem. Eben nach dir, ich liebe es einfach...

 

Lauri

Sanft ziehe ich dich in mein Schlafzimmer und beginne Knopf für Knopf dein Hemd zu öffnen. Deine Haut glänzt so schön im fahlen Licht meiner Glühbirne an der Decke, sie flackert leicht und gibt bald den Geist auf. Weiter beobachte ich deine Haut, wie sich deine Brust gleichmäßig senkt und hebt. Streiche dir sanft und zärtlich das Hemd vom Leib. Streiche dabei über deine schönen Drummerarme. Sie sind so schön stark und muskulös. Wie sehr ich mir wünsche, du würdest mich einmal in meinem Leben mit ihnen tragen, nicht als bester Freund, sondern als festen Freund, als Verlobter oder Ehemann, mich in unser neues Heim tragen. Leise seufzte ich, ich sollte mein Wunschdenken langsam wirklich mal lassen. Als ich dann deine Nietengürtel öffne, wird es verdächtig eng in meiner Hose.

 

Aki

Ein wohliger Schauer durchläuft mich, als du mir mein Hemd abstreifst, über meine Arme fährst. Als du dich dann an meinem Gürtel zu schaffen machst, hältst du kurz inne, was ich mit einem verwunderten Blick rentiere. Du scheinst ihn nicht bemerkt zu haben und fährst etwas langsamer, vielleicht etwas unsicher mit deiner „Aufgabe“ fort. Vermutlich sind diese Eindrücke auch nur vom Alkohol herrührend und so denke ich nicht weiter darüber nach. Seufze nur leise, als du den Gürtel entfernst und versuchst, meine Hose zu entfernen. Plötzlich siehst du auf und starrst mich an. Verdammt, denke ich noch...

 

Lauri

Als ich merke, dass du meine enge Hose nicht bemerkt hast, versuche ich deine Hose zu entfernen, verdammt, es wird schon wieder eng. Ich sehe auf. „Ähm...Ich denke, aus der Hose kannst du selber steigen... Ich geh schnell duschen...“ Hastig nehme ich mir eine frische Boxershort aus meiner Schublade und flüchte in das Bad. Mit einem Klacken des Schlüssels habe ich mich erfolgreich in das Bad eingesperrt. Also... nie wieder Aki anbieten, ihm beim Ausziehen zu helfen, das gibt am Ende nur enge Hosen. Schon fast verzweifelt entkleide ich mich und stelle mich unter die Dusche. Eiskalt nehme ich zuerst, nach ein paar Minuten schiele ich an mir runter... Gut... enge Hosen sind beseitigt... Schnell drehe ich das Wasser wieder auf warm und beginne leise zu singen. Wasche mich und meine Haare.

 

Aki

Plötzlich flüchtest du und lässt mich zurück mit den Worten, dass du duschen gehst. Seufzend befördere ich meine Hose in die Ecke zum Rest der Kleidung und lege mich aufs Bett. Du und Duschen, das kann Ewigkeiten beanspruchen. Also nehme ich die Decke, die einzige, die es gibt, und decke mich zu, warte im Halbschlaf auf deine Rückkehr.

Scheinbar sind wirklich Jahre vergangen, denn als ich deine Schritte vernehme, bin ich bereits beinahe eingenickt und nicht mehr in der Lage, groß darauf zu reagieren. Also bleibe ich schweigend liegen, bemerke, dass du dich aufs Bett fallen lässt und verzweifelt versuchst, ein Stück meiner Decke zu ergattern. Tja, Pech, wenn du es bisher nicht für sinnvoll empfunden hast, dir eine zweite Decke zuzulegen...

 

Lauri

Als ich meine Haare endlich beendet habe, beginne ich mit meiner Ganzkörperrasur, für wen eigentlich? Ich weiß es nicht, es gehört halt zu mir, was mein Aussehen angeht, kann ich ziemlich eitel werden. Ich rasiere mich noch schnell im Gesicht, nachdem ich die Dusche verlassen und meine Zähne ordentlich geschrubbt habe. Als ich ins Schlafzimmer komme, bist du schon halb am Schlafen. Also kann ich hier in Ruhe meine Boxershort wechseln, was ich flink tu. Dann krabbele ich auf mein Bett und versuchte vergebens etwas von MEINER Decke zu bekommen. Mann Aki, es ist kalt! Du bist gemein! Ich seufzte leise, es gibt wohl nur noch diese Möglichkeit. Ich krabbele unter die Decke und kuschele mich einfach an dich. Nach ein paar Minuten schaffe ich es tatsächlich einzuschlafen.

 

Aki

Wenn ich eben noch todmüde war, bin ich jetzt hellwach. Du kuschelst dich an mich! Gut, das war meine tiefe Absicht gewesen, aber musst du meine Wünsche denn immer befolgen? So kann ich nicht schlafen. Stattdessen spüre ich deinen Atem in meinem Nacken, spüre deine Hände, von denen sich eine auf meinen Arm gelegt hat. Bin ich ein Kuscheltier? Scheinbar schon. Schön und gut. Unter Umständen wäre das alles wunderbar.

Wenn ich nur schlafen könnte und nicht das Gefühl hätte, dass das hormonell gesehen nicht lange gut gehen kann. Wie sollte es auch?

Plötzlich bewegst du dich leicht und dein Gesicht scheint noch näher an mich herangerückt zu sein. Hilft mir doch mal einer! Hilfe!

 

Lauri

Mein Traum raubt mir fast den Verstand. Wie kann es sein, dass ich träume, dass du auf einmal mich beim Duschen störst, mich an die Wand drängst und... Ich seufze tief. Ein toller Traum, hoffentlich merkst du nicht, wie ich leise deinen Namen murmele. Ich liebe dich Aki... Ich liebe dich einfach... Am nächsten Morgen weckt mich die Sonne, scheint mir in mein Gesicht. Ich öffne meine Augen. Du schläfst noch seelenruhig. Leise löse ich mich von dir und schleiche aus dem Schlafzimmer um in der Küche Frühstück zu machen und dir ein Glas Wasser und eine Kopfschmerztablette bereit zu stellen. Tief sauge ich den Duft der Pfannkuchen in mich auf, wieder eine der Dinge, die wir beide lieben. Pfannkuchen mit Sirup und Butter, dafür würden wir fast alles machen... Und als ich an meinen Traum von heute Nacht denke, muss ich leise aufkeuchen.

 

Aki

Im Laufe der Zeit kuschelst du dich immer mehr an mich und murmelst leise irgendetwas. Ich verstehe kaum etwas und versuche es auch erst gar nicht, vermutlich will ich gar nicht wissen, von wem oder was du träumst. Zumindest scheint es ein positiver Traum zu sein, denn du wirkst noch relativ ruhig.

Irgendwann schlafe ich dann auch tatsächlich ein, keine Ahnung, wie ich das genau fertiggebracht habe...

Als ich dann am nächsten Morgen die Augen öffne, bist du nicht mehr da. Ist wohl schon spät, kein Wunder, dass ich so lange schlafe. Außerdem schmerzt mein verfluchter Kopf, Alkohol ist doch nicht so toll. Ächzend stehe ich auf und bewege mich gen Küche. Vernehme ein Keuchen. Hm? Was machst du in der Küche? Stehst du jetzt auf Pfannkuchen? Neugierig –wenn auch vorsichtig- öffne ich die Tür und frage, was los sei.

 

Lauri

Als du plötzlich die Tür öffnest und fragst, was los sei, fahre ich erschrocken zusammen. Ich kann doch jetzt nicht sagen: 'Ja, ich musste an meinen Traum von heute Nacht denken, wo wir es hemmungslos getan haben?!' Nein, das sag ich auf keinen Fall! „Ach, mir ist eben das... Nudelholz auf den Fuß gefallen!“ Ich danke Gott dafür, dass das Nudelholz auf dem Boden liegt, auch wenn ich nicht weiß wieso. Du bist so nett und kaufst mir meine Ausrede ab. „Kopfschmerzen?“, frage ich neckend und schiebe dir das Wasser und die Tablette hin. Dann bringe ich die Pfannkuchen zum Tisch.

 

Aki

Du sagst, dir sei das Nudelholz auf den Fuß gefallen. Und tatsächlich... dort liegt das Nudelholz auf dem Boden. Das „alter Trottel“ verkneife ich mir in diesem Moment und setze mich an den Tisch. Dann schiebst du mir Wasser und Tablette hin und fragst, ob ich Kopfschmerzen hätte. Dankbar ergreife ich das Glas und löse die Tablette darin auf. Du kennst mich eben zu gut. Zum Glück nicht so gut, dass du jetzt in diesem Moment meine Gedanken lesen kannst. Ich glaube, ich würde mir dann den Tod wünschen.

Doch jetzt stellst du nur die Pfannkuchen vor mir auf dem Tisch ab, ich greife mir einen, Sirup und Butter und bestreiche mit Pfannkuchen mit jenen Sachen. Anschließend fange ich an zu essen und sehe dir zu, wie du ebenfalls deinen Pfannkuchen zum Verzehr vorbereitest. Wäre es nicht schön, das jeden Morgen beobachten zu können?

Plötzlich siehst du mich fragend an und ich lenke meinen Blick schnell in Richtung Teller. Was für eine bescheuerte Reaktion!

 

Lauri

„Schmeckt es dir nicht?“, frage ich verwundert, warum starrst du auf den Teller. Eifrig schüttelst du den Kopf. „Okay,dann ist ja gut!“ Ich lächle dich an und beiße dann endlich herzhaft in meinen Pfannkuchen. Und irgendwie war das zu viel Sirup, der 'gemütlich' auf meine nackte Brust tropft.„Mann...“murre ich und seufze. Warum mache ich mich in deiner Gegenwart immer zum Idioten? Das kann doch nicht mehr normal sein, leise grummle ich. Du guckst mich bedröppelt an und dann auf meine Brust. In deinem Gesicht macht sich ein Grinsen breit... ein versautes Grinsen?!

 

Aki

Natürlich schmecken mir deine Pfannkuchen, es ist nur... und dann sehe ich, wie sich ein Teil deines Sirups auf deine Brust verflüchtigt. Dieser Anblick interessiert mich nun wieder und ich stelle mir vor, wie schön es doch wäre, jetzt einfach zu dir zu gehen und dir den Sirup von deiner Brust zu lecken und...

Interessiert siehst du mich an. Habe ich mich jetzt etwa verraten? Grinse ich irgendwie etwas seltsam? Wieder breitet sich dieses Gefühl von „verflucht und zugenäht“ in mir aus und ich sehe wieder zu meinem Teller. Reiche dir noch immer mit dem Blick zum Teller eine Serviette, die du auch annimmst.

Dann reiße ich mich zusammen und lächle wieder zu dir hinüber (wohl immer noch nicht so ganz normal) und frage folgendes: „Du bist echt lustig Lauri, brauchst du jetzt schon jemanden, der dich füttert?“

 

Lauri

„Nein... Ich hab bloß zu viel Sirup genommen...“ Dann wische ich mir schweigend den Sirup ab, stelle mir geheim vor, es sei deine Zunge. Wie sie sanft über meine Brust gleitet und den Sirup aufnimmt. Sanft stupst sie in meinen Bauchnabel, wo sich ein kleiner 'Sirup-Teich' gebildet hat, saugst an ihm. Dann wandert deine Zunge wieder hoch und leckt über meinen Hals, wo gestern der Wein runter gelaufen ist, über mein Kinn und dringt schließlich in meinen Mund ein, nimmt dort den Sirupgeschmack gefangen, ersetzt ihn durch deinen Geschmack. Du schmeckst so gut... Als ich meine Augen öffne, sehe ich, wie ich mir deiner Hand spiele, meine Finger über deine Finger und deinen Handrücken wandern lasse. Sofort werd ich knallrot und starre verlegen auf die Tischplatte. Wie dumm kann ein einzelner Mann sein? Du wirst mich sicher auslachen und allen erzählen, wie ich dich angeschwult hätte...

 

Aki

Plötzlich greifst du nach meiner Hand, spielst mit ihr und lässt deine Finger über meine und den Handrücken wandern. Sofort wird mir unglaublich heiß, gleichzeitig erstarre ich zu Eis. Was tust du da? Warum? Was...?

Dann siehst du plötzlich auf, scheinst selbst erstaunt über dein Tun zu sein und ziehst deine Hand zurück, wirst rot und starrst auf die Tischplatte. Was soll mir das sagen? Denkst du dasselbe wie ich? Das kann doch nicht sein... oder?! Ich räuspere mich und sehe dich an, schüchtern siehst du auf, scheinst etwas Unangenehmes zu erwarten: „Ähm... Lauri, du...“

 

Lauri

Da sprichst du mich plötzlich an. Was kommt denn jetzt? Ich habe Angst vor dem, was deine Lippen vielleicht verlassen wird... Ich fange unweigerlich an zu zittern, aber nur ganz leicht, du merkst es nicht. Wo ist ein tiefes Loch, wenn man es mal braucht? Meine Hände, die ich unter dem Tisch versteckt haben, zittern wie Espenlaub. Ich knete sie wild, habe Angst. Wirst du jetzt so etwas sagen wie: „Lauri... bist du schwul oder was?“ oder „Tut mir Leid, aber bei so einem Rumgeschwule bleib ich nicht länger...“ oder noch viel schlimmer... „Weißt du was, ich steig aus. Du bist mir zu aufdringlich und eigentlich kann ich dich Angeber nicht ab...“ Ohne das ich es will, stauen sich Tränen in meinen Augen auf. Du siehst sie nicht, kämpfe gegen sie an.

 

Aki

Was soll ich jetzt bloß sagen? Einfach fragen, was das sollte? Oder ist das zu taktlos? Am Ende hältst du mich noch für seltsam, dass ich da irgendetwas hineininterpretiere... oder ich weiß auch nicht. Warum immer alle auf mich? Du siehst aus, als würdest du dich am liebsten in den Erdboden verkriechen. Warum? Ist das nur ein Scherz? In Wahrheit nicht so gemeint, wie es aussieht?

Ich drehe hier noch durch...

Dennoch ergreife ich wieder das Wort und fixiere dich erneut: „Lauri... also... ähm... was sollte das da eben?“ Das war wohl die falsche Frage, denn du siehst aus wie eine Salzsäule. Bist erstarrt. Das wollte ich eigentlich nicht erreichen.

 

Lauri

Ich spüre wie die ersten Tränen meine Augen verlassen und ich schluchzen muss. Warum weine ich? Warum mache ich mich vor dir lächerlich? Wieso gerade jetzt? Ich hab doch immer so sonst den gefühlskalten Lauri gespielt, der cool war und nie weinte, vor allem vor seinen Freunden nicht. Habe mich vor euch allen in eine Hülle gesteckt und war nur ich selbst bei mir alleine oder wenn Hanna da war. Ich sinke zu Boden, starre auf ihn. „Es... es tut mir so leid Aki... “Wütend auf mich selbst schlage ich mit der rechten Faust immer wieder auf den Küchenboden ein. Ich wollte mich doch nicht in dich verlieben. Sieh, was du aus mir gemacht hast Aki! Sieh es dir an! Ich bin ein Schwächling! Der keine Kontrolle über seine Gefühle hat... Hass mich Aki... Bitte hass mich...

 

Aki

Du fängst an zu weinen, sinkst du Boden und schlägst mit der Faust auf den Boden ein. Was ist denn jetzt los? Hat dich die Frage so aus dem Konzept gebracht?

Wie in Trance stehe ich auf und gehe zu dir hin, knie mich vor dich und nehme dich in den Arm. Egal, was du jetzt denken magst, aber ich ertrage es einfach nicht, dich so verzweifelt zu sehen. Vergesse vorerst deine Frage und umarme dich einfach, streiche dir sanft über den Rücken. Du zuckst etwas zusammen, doch ich fahre unbeirrt fort: „Ganz ruhig, ist doch alles in Ordnung...“ Das flüstere ich dir ins Ohr.

 

Lauri

„Es tut mir so Leid... Ich wollte mich nicht in dich verlieben...“, schluchze ich, kralle mich an dich. Bitte Aki, hass mich dafür! Bestraf mich für meine Gefühle, schlag mich, beschimpf mich, nimm den Schmerz endlich vor mir. Schlag mich tot, ich bitte dich. Ich will nicht mehr, ich kann nicht deines sein und du wirst nicht meines sein, nie in meinem Leben. Hass mich doch bitte Aki... Ich weine noch mehr, schäme mich nicht für meine Tränen, warum sollte ich das nun tun? Es ist doch eh alles egal. Ich verdiene niemanden auf dieser Welt, bin dafür gemacht alleine zu bleiben, will aber nicht alleine bleiben. Ich... will...hier...weg...

Ich kann nicht mehr, ich fange unkontrolliert an zu zittern, schluchzen, weinen und zu schreien.

 

Aki

Jedoch beruhigst du dich nicht und sagst mir auch noch, dass du mich liebst. Dass du mich liebst...?! Hast du das wirklich eben gesagt? Du liebst mich? Die Schmetterlinge in meinem Bauch feiern plötzlich eine Limbo-Party und meine Umarmung wird unweigerlich etwas fester. Du weinst nur noch mehr, zitterst und fängst an zu schreien.

Ich ziehe dich noch weiter zu mir und frage dich leise: „Warum weinst du so? Ich...“ Meine Stimme bricht ab. Was ist los? Ist es so schwer ein „Ich liebe dich auch“ zu sagen? Was ist nur los? Keinen Ton bringe ich mehr hervor...

 

Lauri

Ich schreie weiter, weine weiter. Es tut alles so weh... Fest kralle ich mich an dich, aber ohne dir weh zu tun. Ich halte diesen inneren Schmerz nicht mehr aus, er muss raus. Schreie ihn mir aus dem Leib, schreie meine Seele fort. Sie soll verschwinden, genauso wie meine Gefühle. Ich will wieder gefühlskalt und unnahbar werden, will nicht weiter leiden, als ich es eigentlich verdiene. Nach ein paar Minuten werde ich heiser, schreie aber weiter. Kurz darauf verlässt nur noch ein Krächzen meinen Mund, habe mein Stimme weg geschrieen, aber nicht das, was ich wegschreien wollte. Meine Augen brennen, sind sicher ganz rot und noch immer quellen 1000 Tränen aus meinen Augen. Es tut so weh...

 

Aki

Gehört scheinst du mich nicht zu haben, denn es wird nur noch schlimmer und langsam überkommt mich eine innere Verzweiflung. Ich muss einfach etwas sagen, ich halte nicht mehr aus, dich so leiden zu sehen. Und wofür? Nur, weil ich zu blöd zum Reden bin. So geht das nicht, sage ich mir selbst und beschließe, endlich etwas zu tun, wenn ich schon nicht in der Lage bin, zu reden.

Langsam nähre ich mich deinem Gesicht, das vor Tränen glänzt, und drücke dir einfach meine Lippen auf in der Hoffnung, dass du damit aufhörst. Aufhörst zu weinen, dir die Seele aus dem Leib zu schreien. Du erstarrst, siehst mich mit weit geöffneten Augen an.

 

Lauri

Du küsst mich plötzlich und ich kann nur meine Augen aufreißen. Meine Tränen werden weniger, stoppen nach kurzer Zeit. Meine Augen haben sich von Sekunde zu Sekunde mehr geschlossen. Deine Lippen sind so schön weich, ich will sie nicht loslassen, dich nicht loslassen. Aber ich weiß, dass du das nur tust, damit ich nicht mehr weine, nicht mehr schreie. Es tut erneut weh. Warum tust du mir weh? Willst du das ich daran kaputt gehe? Es ist mir egal, ich will erst diesen Kuss von dir genießen...

Meine Augen sind geschlossen, kann deine Lippen immer noch auf meinen spüren, die Hände auf meinem Rücken, die mich an dich drücken, mich nicht loslassen. Ich liebe dich...

 

Aki

Ich spüre, wie du meinen Kuss erwiderst, fühle das Glück, eine Spur von Ewigkeit. Wünsche mir, dass du mich nie wieder loslässt, dass dieser Moment nie endet. Etwas mutiger geworden streiche ich nun mit meiner Zunge über deine Lippen, die du –scheinbar willig- einen Spalt öffnest, so dass ich eindringen kann. Meine Zunge erkundet deinen Mundraum, umgarnt deine eigene, fordert sie zum Spiel auf, wünscht sich nichts mehr, als einen dieser unendlichen Kämpfe auszufechten. Möchte dich fühlen, dich spüren, dich nimmer mehr loslassen. Ich liebe dich. Auch, wenn ich es nicht sagen kann, hoffe, dass dieser Kuss es dir sagt.

 

Lauri

Als du mich dann mit Zunge küsst, fegen 1000 Feuer durch meinen Körper. Schmetterlinge fliegen Loopings, Krähen krächzen, verteilen ihre Federn über uns. Lass mich dein sein Aki und ich schwöre dir, ich werde dich immer lieben, dir ein guter Freund sein. Nie wieder will ich diese Küsse missen, sie sind so kostbar, kostbarer als jedes Geld und jeder Ruhm auf dieser Welt. Und werde du endlich mein, denn ohne dich kann ich nicht, denn ich liebe dich, mehr als jemanden je zuvor.

Langsam löst du den Kuss, meine Augen öffnen sich wieder, aber nur langsam. Der Kuss ist gelöst und deine Hände streichen sanft und zärtlich über meinen Rücken. Aki... Ich liebe dich so sehr, ich gebe dich nie wieder her...

 

Aki

Langsam löse ich den Kuss, streiche dir langsam weiter über den Rücken und sehe dir in die Augen. Wieder lassen sie mich verstummen. Sind zu schön, zu rein für diese Welt. Sind das Alles, das Nichts, das Tor zu deiner Welt. Und du, du bist meine Welt. Doch wie soll ich das ausdrücken.

Etwas verzweifelt greife ich nach deinen Händen und fixiere dich, du siehst mich fragend an.

„Also... ähm... ich... also, was ich sagen wollte... ich liebe dich auch...“ Ich hab’s geschafft. Ein Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus, egal was jetzt passiert, ich habe es geschafft und es gesagt. Ich erwarte deine Antwort.

 

Lauri

Ich kann nur ein verzücktes „Aki!“ herausbringen und werfe mich an deinen Hals. Du drückst mich wieder an dich. Ich schmiege mich an dich. Oh Aki, ich liebe dich so sehr! Mehr als erfreut zu weinen, kann ich nicht, als du meine Tränen bemerkst, schaust du komisch und verwirrt. Aber ich kann mich nicht zurückhalten und fange noch an, glücklich zu lachen, während meine Freudentränen ganz langsam nachlassen.

„Ich liebe dich so Aki... Ich liebe dich...“, murmele ich und hüpfe bald vor Freude umher. Du bist der Engel, der mich glücklich machen wird und ich werde dir all die Liebe schenken, die du verdienst mein Engel.

 

Aki

Wieder weinst du, verwirrt sehe ich dich an, freust du dich denn nicht? Doch dann beginnst du plötzlich zu lachen und ich lächle wieder, als du auch noch beginnst, durch die Gegend zu springen. Auch ich springe auf, laufe dir hinterher, erwische dich schließlich und ziehe dich in eine Umarmung.

„Du liebst mich also? Bleibst du auch immer bei mir?“, flüstere ich dir ins Ohr und kann es mir nicht verkneifen, dein Ohr an zu knappern.

 

Lauri

„Ja Aki... ich bleibe für immer bei dir, bin für immer dein!“ Ich schmiege mich glücklich an dich. Du bist so warm und so weich. Deine Haut ist so zart. Und nun kann ich ohne Bedenken mit deinen Fingen spielen. Streiche wieder über sie, necke sie sanft und lasse meine Finger zwischen deine gleiten, umschließe so unsere Hände, ziehe dich noch näher an mich ran. Kann mich nicht zurückhalten und will es auch nicht. Ich kuschele meinen Kopf an deine Brust, seufze glücklich.

Ich will das es nie endet Aki, hörst du? Lass mich nie wieder allein...

 

Aki

Du kuschelst dich an mich und ich umarme dich nur noch fester, ziehe dich aufs Sofa. Dort schmiegst du dich an mich und ich verschränke meine Hände vor deinem Bauch. Möchte dich nie wieder loslassen, dich nimmer missen. Dann werde ich magisch von deinem Nacken angezogen und bevor du weißt, wie dir geschieht, übersähe ich ihn mit Küssen. Seufze leise zwischen den Küssen, sauge mich fest. Möchte mein Zeichen hinterlassen. Dass du mir gehörst, mein bist, mein Leben.

 

Lauri

Leise seufze ich. „Markierst du deinen Eigentum immer so?“, necke ich dich und schmiege mich weiter an dich. Du blinzelst kurz. Frech recke und strecke ich mich, du lässt ein „Hey!“ vernehmen und dann lachst du. Ich drehe mich zu dir um und bedecke deine Lippen mit meinen, sauge an ihnen. Du bist so schön Aki! Ich richte meinen Blick in dein stürmisches Meer von Augen, seufze leise in den Kuss.

Ja, so bin ich glücklich und will es bleiben. Gerade möchte ich deinen Mund mit meiner Zunge erobern, als es gemeiner weise klingelt. Innerlich breche ich fast zusammen, nach außen seufze ich nur und lasse ungern von dir ab. Wenn das jetzt nicht wichtig ist...

 

Aki

Das Türklingeln lässt uns hochschrecken und ich springe etwas unfreiwillig auf und begebe mich zur Tür. Wer auch immer das ist, der kann etwas erleben! Zwei arme Elute stören, also das geht nun wirklich zu weit. Etwas gereizt öffne ich die Tür und plötzlich klebt mir irgendwer am Hals.

Höh? Moment mal, was ist denn jetzt los? Vor mir steht ein Mädchen mit breitem Grinsen und erzählt mir folgendes: „Hi, ich bin’s, Honey, hast du mich schon vermisst?“

Honey? Vermisst? Häh? Ich habe das Mädel doch noch nie gesehen. Wer zum Teufel ist das?!

Genau das frage ich sie auch zugleich, mal sehen, was sie antwortet.

 

Lauri

Ich kann eine weibliche Stimme vernehmen. Wer ist das? Ich erhebe mich und gehe zu Aki an die Tür. Dort steht er total perplex und ihm hängt ein Mädchen um den Hals, das irgendetwas erzählt. Ich merke schon, wie meine Ohren laaaaaangsam rot werden, das werden sie bei meiner heißblütigen Eifersucht immer. Wer ist dieses Mädchen?! Schon fast wütend räuspere ich mich. Das will ich jetzt wirklich wissen!

Das Mädchen dreht sich zu mir um. Sie blinzelt kurz und dann fängt sie zu grinsen an. Was will die hier und warum guckt sie so dämlich aus der Wäsche?!

 

Aki

„Oh, Lauri, ich dachte schon, du hättest dich zu deinem Nachteil stark verändert“, sie lässt von mir ab und stürmt auf Lauri zu. Erst werde ich hier beleidigt und dann beantwortet sie nicht mal Fragen. Komisches Mädel. Also halte ich sie am Kragen fest und zwinge sie somit dazu, stehen zu bleiben. Man steht erst mal Rede und Antwort!

„Wer bist du?“, frage ich sie kühl und sehe zu Lauri hinüber, der auch nur verwirrt den Kopf schüttelt und sie nicht zu kennen scheint.

 

Lauri

Das Mädchen blinzelt Aki an. „Lauris Freundin seit einem Jahr! Ich war doch in Deutschland!“ Ich kann sie nur fassungslos anstarren, wie schlecht ist DAS DENN BITTE?! „Ähm... Hallo? Ich kenn dich nicht mal! Und du bist höchstens 14...!“ Sie nickt. „Ja, ich bin 14!“ Sie grinst. „Und ich war mit dir zusammen und bin es!“ Ich muss genervt aufstöhnen. Ich muss schon wieder umziehen, ein Groupie hat meine Wohnung gefunden.

„Lass mich raten... du bist heute morgen aufgestanden und du dachtest, du wärst mit mir zusammen!?“ Sie nickt. Ich seufze. „Tut mir Leid, aber das war dann wohl ein Traum!“ Ich schiebe sie aus der Wohnung und schließe die Tür. „Groupies...“ Ich verdrehe die Augen.  

 

Aki

Schon wieder einer dieser Groupies, nervig, diese Freaks. Lauri schiebt sie aus der Tür und seufzt. Wieder muss er umziehen, es wäre schön, wenn ihm das endlich mal erspart bleiben würde. Wieder ziehe ich ihn in eine Umarmung und küsse seine Lippen, wandere dann zu seinem Hals. Genüsslich seufzt er und ich fahre fort, während ich ihn zurück ins Wohnzimmer ziehe.

 

Lauri

Mit einem Rascheln lassen wir uns auf dem Sofa nieder. Noch immer liebkostst du meinen Hals. Ich stoppe dich und du blickst mich nur verwirrt an. „Lass uns ins Schlafzimmer gehen Aki...“, hauche ich leise. Mein Sofa ist für kuscheln nun wirklich zu klein. Ergeben nickst du, als ich dich an der Hand in mein Schlafreich. Wir lassen uns auf dem Bett nieder. Und dieses Mal liebkose ich deinen Hals, sauge hier mal dort, hinterlasse rote Male und arbeite mich zu deiner Halsbeuge hin.

Verhalten keuchst du auf, als ich an deinen Brustwarzen knabbere, über sie lecke und mit den Lippen an ihnen zupfe. Meine Hände streichen über deine Arme, liebkosen sie mit meinen Fingerkuppen.

 

Aki

Leise keuche ich auf, weiß nicht so recht, wie mir geschieht. Hoffe nur, dass du es nicht übertreibst, da dieser Tag langsam aber sicher an meinen Nerven zerrt und sich eine gewisse Müdigkeit in mir ausbreitet. Noch ist es Vormittag, doch es ist bereits viel zu viel geschehen, als dass ich noch groß wüsste, wo mir gerade der Kopf steht.

Also ziehe ich dich in einen Kuss und deute an, dass ich müde sei. Du verstehst und ich ziehe die Decke über uns und kuschle mich an dich. Lasse deinen Geruch durch meine Nase ziehen, wie ich ihn doch liebe, wie ich dich doch liebe. Und das sage ich dir auch zugleich...

 

Lauri

Mit einem Lächeln auf den Lippen bette ich meinen Kopf auf deine Brust, meine Hand lege ich auf die andere Brustseite und streichelt sie sanft. „Schlaf gut Aki...“ Ich hauche dir ein paar Küsse auf die Brust und schließe meine Augen. Nach ein paar Minuten schlafe ich ein und träume wieder von dir, meinem Engel. Im Schlaf kuschele ich mich noch mehr an dich, will dich nie wieder loslassen oder deine Nähe missen, egal was die anderen sagen werden.

 

Aki

Nach kurzer Zeit bist du bereits fest eingeschlafen und ich beobachte noch einige Minuten dein friedfertiges Gesicht, bevor auch ich ins Reich der Träume entschwinde. Dabei träume ich dann ein merkwürdiges Zeug. Wir stehen vor einer Klippe und du erzählst mir, du würdest springen wollen. Und ich gehe zu dir hin und versetze dir einen Stoß, so dass du die Klippe hinunterstürzt und bewegungslos liegen bleibst. Dann drehe ich mich um gehe davon. „Nein“, meldet sich mein Verstand zurück und ich schrecke aus dem Schlaf.

 

Lauri

Als du plötzlich aus dem Schlaf schreckst und ich unsanft aus dem Bett geworfen werde, sehe ich zu dir auf. „Alles Okay...?“ Verstört siehst du zu mir runter und ich klettere wieder zu dir in mein Bett und schließe dich in meine Arme. Ich sehe es dir an, du hattest einen Alptraum. Sanft streiche ich über deinen Rücken, will dich beruhigen. „Schsch... Beruhige dich!“ Sanft streiche ich dir über die Arme und den Rücken.

Du beruhigst dich und ich küsse dich sanft, lächle dich an. „Schlaf noch etwas...!“, hauche ich dir zu, du nickst.

 

Aki

Versehentlich habe ich mich aus dem Bett geworfen, doch du nimmst mich wieder in den Arm und deutest mir, noch ein wenig zu schlafen. Ich nicke langsam und eine Träne rollt mir über die Wange, bin froh, dass dieser Traum nicht der Wirklichkeit entsprach und du noch hier bist... bei mir.

Dann kuschele ich mich erneut an deine Brust und schlafe erneut ein. Dieses Mal traumlos. Als ich wieder aufwache, ist es bereits dunkel draußen und du... liegst nicht mehr an meiner Seite. Verwirrt blicke ich mich um.

 

Lauri

Als du tief und fest geschlafen hast, habe ich ein paar wichtige Dinge erledigt. Zum Beispiel endlich meine Haare wieder gefärbt. Nein, nicht mehr wasserstoffblond, sondern schwarz! Ab und zu hab ich ins Schlafzimmer geschaut und musste bei deinem Anblick lächeln. Gerade stehe ich in der Küche und bereite das Abendessen vor. Für dich gibt's heute extra Gemüselasagne á la Lauri! Die liebst du doch total. Als ich die Lasagne in den Ofen schiebe, beginne ich leise zu singen und decke den Tisch mit Kerzen und kitschigen Rosenblättern. Ich bin sehr romantisch, sogar meist der Romantiker der Band. Was stand mal in einer Zeitschrift?! 'Lauri, der coole Romantiker'. Leise lache ich auf und decke weiter den Tisch. Angezogen bin ich inzwischen auch, habe mich extra für dich etwas in Schale geworfen.

 

Aki

Ich suche meine Anziehsachen zusammen, ziehe sie an und mache mich auf die Suche nach dir. Dort bist du nicht... dort auch nicht... schließlich erreicht der Duft von Gemüselasagne meine Nase und ich folge dem Geruch in die Küche, in der du stehst und...

Du?

Mit dem Rücken zu mir steht eine kleine und schwarzhaarige Gestalt. Wer ist das? Bist du das? Die Größe würde hinkommen... aber diese schwarzen Haare?! Mit offenem Mund bleibe ich in der Tür stehen. Die schwarze Gestalt dreht sich um, sie scheint mich gehört zu haben.

 

Lauri

„Guten Abend, auch schon wach?“, meine ich neckend und küsse dich, nachdem ich zu dir an die Tür gekommen bin. Aber Aki, warum starrst du mich denn so an? Seh ich so schrecklich aus? Ich blinzele dich an und fahre mir durch die rabenschwarzen Haare. „Sind sie hässlich?“ Das muss ich jetzt wissen, vielleicht hab ich mich für meinen Engel nun unschön gemacht, es sieht doof aus und dann willst du dich nicht mehr mit mir zeigen!

Noch immer warte ich auf deine Antwort. „Ich wüsste schon gerne deine Meinung...“, murmele ich.

 

Aki

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln und erwidere, dass ich nur erstaunt sei über die Aufmachung. „Sieht wirklich schön aus...“, meine ich nun und lege meine Arme um dich. Du lächelst und ich schiele zum Kochtopf hinüber. „Gleich fertig“, meinst du nur und ich grinse breit, ich liebe Gemüselasagne. Und dich liebe ich auch. Also setze ich mich an den mit Kerzen und Rosenblättern gedeckten Tisch und warte ab. Sinn für Romantik hast du ja, bewundernswert...

Lauri

Als die Gemüselasagne endlich fertig ist, stelle ich dir und mir einen Teller hin. Dann setze ich mich und zünde die Kerzen an, lösche dank dem Lichtschalter, der neben mir ist, das Licht und nur die Kerzen tauchen die Küche in angenehmes Licht. „Lass es dir schmecken!“ Ich lächle dich an, du lächelst zurück. Wir beginnen zu essen und die Lasagne lasse ich mir auf der Zunge zergehen. Hm... ich liebe Gemüselasagne! „Sag mal Aki...Was hältst du eigentlich von abgöttischer Liebe?“

 

Aki

Die Lasagne schmeckt wirklich gut. Du bist ein wunderbarer Koch, beneidenswert. Ich schaffe es gerade mal, die Milch nicht anbrennen zu lassen und ein Gericht in die Mikrowelle zu schieben.

Nach kurzer Zeit fragst du mich, was ich von abgöttischer Liebe halten würde. Abgöttische Liebe? Wie stellst du dir das vor? Genau das frage ich dich auch zugleich.

 

Lauri

„Hm... na ja... so was wie, dass man wirklich alles für den anderen machen würde... oder sich umbringt, wenn der andere ihn verlässt, weil er genau weiß, dass er nur den Einen lieben kann...“, gebe ich dir als Beispiel. Du ziehst eine Augenbraun hoch und beginnst zu überlegen. Ich falle derzeit über meinen Teller her und esse glücklich die Lasagne.

Noch immer überlegst du, richtig süß siehst du aus.

 

Aki

Ich denke angestrengt über deine Frage nach und ringe mich schließlich zu einer Antwort durch: „Also, ich könnte mir vorstellen, alles für den anderen zu tun... aber...“ Du siehst auf. „...Ich würde mich nicht umbringen, wenn ich verlassen werde von der anderen Person. Solche Handlung kann ich nur schwer nachvollziehen. Selbst, wenn das Leben ohne den anderen zur Hölle wird... ich könnte nicht einfach sterben. Ich denke, dass es trotzdem Leute gäbe, die von dieser Entscheidung dann wirklich enttäuscht wären.“ Dann sehe ich zu dir hinüber, unwissend, ob du meinen Standpunkt verstanden hast.

 

Lauri

Verstehend nicke ich. „Sehe ich auch so...!“ Sanft lächle ich zu dir hinüber. Nach dem Essen hole ich den Nachtisch. Schokoladenpudding, den liebst du auch. Ich mag ihn auch, aber ich mag Vanille mehr. „Oh toll!“, freust du dich über den Pudding und 'haust' rein. Bis du schließlich satt bist, sind ein paar Schalen Pudding von die vernichtet worden. Kleine Nimmersattraube. Leise kichere ich und räume ab, draußen stürmt und regnet es wild, du gehst es dir auf dem Sofa bequem machen.

Oh ja, Sofa... Da müssen wir gaaaaaanz nah zusammensitzen und kuscheln, wir wollten doch heute eh 'Dancer In The Dark' gucken.

 

Aki

Langsam erinnere ich mich wieder, was ich eigentlich ursprünglich hier wollte. Mit dir diesen Film gucken. Also setze ich mich aufs Sofa und warte darauf, dass du zu mir kommst und ein wenig mit mir kuschelst. Was gibt es Schöneres als in trauter Zweisamkeit einen Film anzusehen? Ich weiß es nicht.

Also suche ich schon mal die DVD und werde nach einiger Zeit auch fündig. Worum geht es noch mal? Fragend lese ich die kleine Zusammenfassung auf der Rückseite der DVD-Hülle.

„Dancer in the dark ist eine faszinierende Geschichte von einer Frau, die das Augenlicht verliert und sich abschottet von der Außenwelt. Erst mit der Zeit findet sie wieder Anschluss und trifft einen kleinen Jungen, der ihr die Hoffnung am Leben zurückgibt...“

Klingt ein bisschen kitschig. Aber was soll’s? Der Film soll nicht schlecht sein.

 

Lauri

Schnell komme ich zu dir ins Wohnzimmer und setzte mich zu dir, kuschele mich sofort an und das Licht ist auch aus. Draußen blitzt es. Schöne Atmosphäre... wir sehen uns den Film an, ich finde ihn einfach schön. Hart prasselt der Regen gegen die Scheiben der Fenster und ab und zu erhellt ein Blitz das Wohnzimmer.

Hm... es ist zu schön! Gewitter und in deinen Armen liegen, was will ich mehr?

 

Aki

Trotz des etwas merkwürdigen Textes auf der DVD ist der Film wirklich gut und ich muss sagen, dass er wirklich wunderschön ist. Dennoch nehme ich mir die Zeit und liebkose deinen Hals ein wenig. Draußen gewittert es und ich schmiege mich noch etwas näher an dich. Es wirkt so gemütlich, wenn man während Gewitter und Regen irgendwo drinnen sitzt und auch noch mit jemandem kuschelt. Vor allem mit dir. Ich wünschte, dieser Augenblick würde zur Ewigkeit werden...

 

Lauri

Meine Hand streichelt sanft über deinen Bauch und deine Brust. Wir gucken uns noch einen alten Horrorschinken an, der gerade im Fernsehen läuft. Wir sind aber eher damit beschäftigt zu kichern und den anderen zu liebkosen. Gegen drei Uhr werden wir langsam müde und gehen in mein Schlafzimmer. Morgen bzw. heute müssen wir wieder arbeiten. Fest kuschele ich mich an dich und schlafe kurz darauf ein.

Träumen tu ich von dir, wie wir beide während einem Gewitter spazieren gehen und warmen Kakao schlürfen, als wir zu Hause ankommen.

 

Aki

Fest aneinander gekuschelt schlafen wir irgendwann ein und erneut werde ich von einem Traum heimgesucht. Sagte ich, de letzte sei schrecklich gewesen? Dann habe ich jenen hier noch nicht geträumt...

Ich stehe vor dir, du liegst am Boden, wie besessen steche ich mit einem Messer auf dich ein. Überall Blut. Dein Lebenssaft verlässt dich. Du schreist nicht einmal mehr, scheinst bereits tot zu sein. Doch mein Traum-Ich hört nicht auf, sticht zu... immer und immer wieder...

Schreiend wache ich auf, Tränen laufen mir über das Gesicht...

 

Lauri

Als du plötzlich auch die Nacht schreiend aufwachst, kümmere ich mich sofort um dich. Nehme dich in den Arm, streichle dich, wiege dich sanft hin und her. Flüstere dir beruhigend zu, küsse dich sanft und lasse dich nicht los. Ich gebe dir den Halt, den ich bekommen hatte. Im Moment werde ich zum Glück von den Alpträumen verschont und kann mich um dich kümmern. Sanft wische ich deine Tränen fort, flüstere dir immer wieder ins Ohr, dass ich da bin und nicht gehen werde, dich nicht alleine lasse oder loslasse.

 

Aki

Verwirrt sehe ich dich an. Du bist da, lebst. Außerdem umarmst du mich und versuchst mich scheinbar zu beruhigen. Dennoch fließen die Tränen in einem Fort. Warum träume ich so was? Bin ich gefährlich für dich? Ich kann dir doch so was nicht antun... oder doch?! Verzweifelt erwidere ich deine Umarmung, flüstere leise, dass ich das nicht tun werde. Es niemals tun werde.

 

 

Lauri

„Schsch... ich bin da Schatz... ganz ruhig...“ Langsam wiege ich dich in den Schlaf und wache über dich. Warum wirst du jetzt von Alpträumen gequält? Ich wünschte, ich würde sie wieder haben und du würdest wieder normal träumen... Oder hat das vielleicht damit zu tun, dass wir ein Paar sind? Ich hoffe nicht...

Ich will die Quäl der Träume von dir nehmen, aber wie? Während du schläfst, streiche ich hauchzart über deinen Rücken.

 

Aki

Nach einiger Zeit falle ich wieder in einen tiefen, diesmal traumlosen Schlaf. Dennoch frage ich mich immer wieder, warum und wieso ich im Traum zu solchen Taten fähig bin. Werden Träume nicht in gewissem Maße vom Träumenden bestimmt? Kann das sein? Ich weiß es nicht. Ich will es nicht wissen.

Viel, viel später wache ich auf, blinzele kurz und nehme verschwommen deine Umrisse wahr. Noch immer bist du an mich gekuschelt und schläfst scheinbar noch. Mehr oder weniger blind taste ich nach meiner Brille auf dem Nachttisch...

 

Lauri

Als ich erwache bist du nicht mehr im Bett. Schwermütig erhebe ich mich und reibe mir die Augen und mein Blick fällt in den Spiegel, der gegenüber von meinem Bett steht... Das war ein Fehler!

Ich sehe aus, als hätte ich in eine Steckdose gefasst. Seufzend schlage ich die Decke weg und begebe mich auf die Suche nach dir. Aber du bist nicht da... In keinem Raum meiner Zweizimmerwohnung bist du...

Aki, wo bist du? Das ist doch sonst nicht deine Art, einfach zu gehen, ohne Tschüss zu sagen...

 

Aki

Ob es in Ordnung war, dich einfach kurz alleine zu lassen? Ob du den Zettel auf dem Küchentisch schon gefunden hast? Inständig hoffe ich es. Immerhin wollte ich doch nur kurz Brötchen holen, um dir Frühstück zu machen. Das dürfte ich mit meinem kulinarischen Fähigkeiten noch hinbekommen. Seufzend stehe ich nun in der Schlange und warte darauf, endlich an die Reihe zu kommen. Was ist das hier überhaupt für ein Auflauf? Ist ja unmenschlich. Und das um die Zeit.

 

Lauri

Langsam bekomme ich Angst. Bist du geflüchtet? Hast du Angst vor einer Beziehung mit mir? Leise schleiche ich auf meinen Balkon und zünde mir eine Zigarette an. Vielleicht bist du ja auch einfach nur frische Klamotten oder so holen gegangen. Schon fast besessen sauge ich den Dunst der Zigarette in mich. Hm... sie beruhigt...

Ich schließe die Augen und lehne meinen Kopf an die Hauswand, atme zwischen meinen Zügen an der Zigarette tief ein und aus. Dann wird mir langsam kalt und die Zigarette schnippe ich über das Balkongeländer. Dann gehe ich wieder rein und beschließe mir einen Kaffee zu gönnen. Plötzlich entdecke ich einen Zettel auf den Küchentisch. Du bist nur Brötchen holen. Ich beginne den Tisch zu decken und setze Kaffee auf.

 

Aki

Endlich bin ich an der Reihe, kaufe Brötchen und stürme wieder aus dem Laden. Verflucht lange hat das alles gedauert. Also beeile ich mich, wieder zu dir zu gelangen und stehe schließlich –wenn auch etwas geschafft- wieder bei dir in der Tür.

„Hast... du den Zettel gefunden?“, frage ich dich atemlos, als ich dich in der Küche erblicke. Du nickst nur und ich muss lächeln. „So ein Glück“, füge ich hinzu und hänge erst einmal meine Jacke an der Garderobe auf.

 

Lauri

Als der Kaffee fertig ist, stelle ich ihn auf den Tisch und du kommst in die Küche, lässt dich am Frühstückstisch nieder und schlägst zu. Ich nippe abwesend an meinem Kaffee, habe keinen Hunger. Ich bekomme diese Gedanken nicht aus dem Kopf.

Warum jetzt? Warum dann, wenn es so schön ist? Muss ich wirklich immer alles kaputt machen oder bekommen? Keiner hält es länger als eine Woche mit mir aus, ich wäre ja ziemlich kompliziert...

Gedankenverloren starre ich in den schwarzen Kaffee, der sich plötzlich heller färbt. Ich sehe auf und beobachte dich, wie du mir meine Milch in den Kaffee gießt.

 

Aki

Irgendwie wirkst du ziemlich abwesend auf mich und blickst erstaunt auf, als ich dir Milch in den Kaffee gieße. „Ist alles in Ordnung?“, frage ich und lehne mich zurück, während ich mit meiner Hand mein Marmeladenbrötchen ergreife. Ich liebe Erdbeermarmelade, nichts geht über Erdbeermarmelade. Genüsslich beiße ich ein Stückchen ab und erwarte deine Antwort.

 

Lauri

Ich nicke leicht und denke weiter nach. Haben sie es mit mir nicht ausgehalten, weil ich zu viel nachdenke?

Weil ich mich abgrenze? Aber warum grenze ich mich ab? Ich weiß es nicht... Dabei will ich mich nicht abgrenzen... Nein, und deine Liebe verlieren, will ich auf den Tod nicht. Ich blicke auf und schaue eindringlich zu dir.

„Bin ich kompliziert?“ Ich sehe dich ziemlich ernst an.

 

Aki

„Klar...“, erwidere ich auf deine Frage und du siehst mich mit geweiteten Augen an. Doch bevor du etwas erwidern kannst, fahre ich fort: „Du bist kompliziert. Aber wäre es nicht langweilig, wenn du unkompliziert wärst? Würde ich dich mögen, wenn du unkompliziert und einfach wärst? Ich weiß es nicht... aber ich mag dich, auch, weil du kompliziert bist.“ Mein Brötchen ist aufgegessen und ich sehe mich nach einem weiteren um.

 

Lauri

Ich kann erst einmal nur auf die Tischplatte starren. Ich bin echt kompliziert...

„Haben sie alle mich deswegen verlassen? Weil ich wirklich kompliziert bin?“ Oder hast du recht mit deiner 'Ansprache'? Ich weiß nicht, was richtig oder was falsch ist. Hilf mir doch Aki... Sag mir doch, warum ich so alleine bin...

 

Aki

„Ich weiß nicht, warum dich Leute verlassen haben. Aber du musst auf die achten, die bleiben, das sind diejenigen, die du achten solltest. Denke an Eero, an Pauli... haben die dich verlassen?! Nein, genau... und das ist es, was wirklich zählt. Nicht die, die gehen, sondern die, die bleiben“, schließe ich meine „Ansprache“ und sehe zu dir hinüber.

 

Lauri

Ich kann nur leicht nicken und seufze. „Du hast ja recht...“ Leicht lächle ich dich an, wende mich meinem Kaffee zu und frühstücke nun auch endlich. Genüsslich knabbere ich an meinem Brötchen, das nur mit Butter beschmiert ist und schlage die Zeitung auf.

Aki

Scheinbar habe ich dich endlich überzeugen können. Jedenfalls wirkst du jetzt deutlich besser gelaunt und schlägst auch die Zeitung auf. Interessiert sehe ich dir dabei zu und so entgeht es mir auch nicht, dass du plötzlich die Augen aufreißt und gebannt in die Zeitung starrst. Was dort wohl steht? Ich frage dich und du erklärst es mir.

 

Lauri

Das gibt's doch nicht! Wie... haben die das so schnell herausgefunden!? Verdammt. „Die... haben unsere Beziehung... aufgedeckt...“ Ich schlucke leise. „Sogar mit Foto....“ Ich schiebe dir dann stumm die Zeitung zu. Wieso immer ich? Bin ich verflucht oder so? Ich kann langsam nicht mehr, ich habe das Gefühl... unsere Liebe wird diesen Druck von der Presse nicht standhalten... Verdammt noch mal!

 

Aki

Fassungslos starre ich den Artikel an, wirklich, dort steht, dass ich und du zusammenwären, dass wir bereits verlobt wären so und ein Zeug. Außerdem ist dort ein uraltes Foto von uns beiden zu sehen. Wie konnten die das bloß so schnell erfahren? Überwachen die jetzt schon Lauris Wohnung? Ängstlich sehe ich mich um, kann jedoch nichts erblicken. Immer noch blickst du geschockt in die Gegend, bist zur Salzsäule erstarrt. „Ist alles in Ordnung?“, frage ich und wedele mit der Zeitung vor deinem Gesicht hin und her.

 

Lauri

Ich schrecke auf. „Was?! Ähm... ja... ja... alles okay...“ Ich habe langsam Angst vor der Presse. Wenn uns jetzt die Fans wegrennen... Obwohl... sie haben keine Beweise, nur das uralte Foto! Vielleicht... lässt sich das ja glatt bügeln...

 

Aki

Du wirkst ziemlich nervös, doch ich gehe nicht weiter darauf ein, sondern frage dich, was wir jetzt wegen dieser Sache zu unternehmen gedenken. Immerhin kann es um unsere Zukunft gehen und es muss auch nicht unbedingt sein, dass die Presse unser Privatlegen der Öffentlichkeit zugänglich macht.

 

Lauri

„Wir... könnten abstreiten, sie haben... ja keine festen Beweise...“ Ich kaue auf meiner Unterlippe herum. „Aber... das heißt, wir müssten uns verleugnen...“ Und das ist gerade das, was ich nicht möchte. Dich und meine Liebe zu dir verleugnen... Es geht aber um unsere Zukunft... Du hättest sicher Chance auf eine Arbeit, aber ich?! Ich hab nicht einmal einen Abschluss... Das ist doch alles zum Kopfzerbrechen...

 

Aki

Du wirkst wirklich verzweifelt und so küsse ich dich einmal lang und zärtlich und erkläre dir Folgendes: „Egal, was kommt. Wir schaffen das bestimmt gemeinsam, ich kann mir nicht vorstellen, dass uns auf einmal alle Welt hassen würde. Davon bin ich überzeugt.“ Du siehst zu mir auf und ich denke darüber nach, welchen Weg ich für den besten halten würde. Komme jedoch zu keinem endgültigen Schluss.

 

Lauri

Nervös spiele ich mit meiner Kaffeetasse. Der Kaffee ist schon längst kalt und ungenießbar geworden. Was machen wir denn jetzt... Irgendwie möchte ich weinen, aber kommt das nicht ziemlich dumm? Ich bin immerhin schon fast 22...

 

Und jammern will ich auch, kann es mir aber in meiner Position und meinem Alter nicht erlauben... Dann nur, wenn ich mir sicher bin, dass du und ich alleine sind...

 

Aki

Auch weiterhin fange ich deine verzweifelten Blicke auf und beschließe abzuräumen. Also suche ich die Essenssachen zusammen, verfrachte sie in den Kühlschrank und stecke das Geschirr in den Geschirrspüler. Anschließend gieße ich deinen inzwischen eiskalten Kaffee in den Ausguss und ziehe dich mit mir ins Wohnzimmer. Bin etwas ratlos und setze mich einfach aufs Sofa. Ohne große Worte setzt du dich daneben und wir beide beginnen, die Löcher in der Decke zu zählen.

 

Lauri

Nun sitzen wir hier, ahnungslos und verzweifelt. Ich spüre Tränen in meinen Augen, die unweigerlich raus wollen. Ich will nicht weinen! Aber die Tränen sind stärker...

Stumm verlassen sie nach und nach meine Augen, erst schüchtern, aber dann immer stärker, und klatschen auf den Holzboden.

 

Aki

Mit einem Mal fängst du an zu weinen, schluchzt immer mehr. Erstaunt drehe ich mich zu dir, schlinge meine Arme und dich und streiche dir beruhigend über den Rücken: „Shsh... alles ist in Ordnung. Ganz ruhig, wir schaffen das...“ Ich drücke dich fester an mich und hoffe, dass du dich ein wenig beruhigst. Füge jedoch hinzu, dass du ruhig weinen kannst, dich bei mir ausweinen darfst, wenn es dich erleichtert.

 

Lauri

Ich kralle mich leicht an dich, weine mich aus. Es tut gut, alles raus zu lassen. Du bist so lieb zu mir... mein einziger Lichtblick in dieser grausamen Welt, die kein Erbamen zeigt.

Menschen die auch glücklich sein wollen, werden zur Schau gestellt wie Tiere im Zoo. So fühle ich mich, wie ein Medientier, gefangen in den Medienkäfigen, gefallen und in deinen Armen gelandet. So fanden sie mich wieder, wollen mich zähmen...

Aber was kann ich für meine Gefühle? Und eintauschen, dass will ich sie nicht!

 

Aki

Du weinst und mein T-Shirt verfärbt sich dunkel durch die ganzen Tränen. Vermutlich brauche ich es bald nicht einmal mehr in die Waschmaschine befördern, sondern lieber gleich in den Trockner. Aber an solche Sachen denke ich eher weniger, stattdessen halte ich dich einfach nur schweigend in den Armen. Denke an das, was sein wird. An die Artikel, an das Leben und an die Fans, die entweder gehen, kommen oder bleiben. Es gibt solche und solche...

 

Lauri

Nach und nach werden meine Tränen weniger und weniger. Bis sie schließlich trocknen und einen leichten Salzfilm auf meinen Wangen hinterlassen haben. Dein Shirt habe ich ganz nass geweint, tut mir leid...

"Möchtest du etwas von mir zum Anziehen?" Ich deute auf dein Shirt, ich bin ja auch schuld daran, dass es so nass ist.

 

Aki

Zur Zustimmung nicke ich und bedanke mich. Denn mit meinem T-Shirt ist wirklich nicht mehr allzu viel anzufangen und nackt möchte ich nun auch nicht in der Gegend herumlaufen. Also warte ich und wenig später erscheinst du mit einem deiner Thunder-Shirts wieder bei mir. „Welche Ehre“, meine ich lachend und du musterst mich nur etwas skeptisch. Dann ergreife ich die Fernbedienung und schalte den Fernseher an. Gerade scheinen Nachrichten zu laufen...

 

Lauri

Ich setze mich zu dir und reiche dir eines meiner Shirts. Im Fernseher laufen Nachrichten, aber wirklich interessieren tun sie mich nicht. Ich spiele mit meinem Rasierklingenarmband, schiebe es auf meiner Haut herum. Dann beginne ich auch noch Däumchen zu drehen. Unruhig werfe ich Blicke durch die Fenster, ich fühle mich beobachtet!

 

Aki

Scheinbar bist du nervös, denn ständig bist du in Bewegung und wirfst Blicke aus dem Fenster. „Ist was?“, frage ich und du berichtest, dass du das Gefühl hättest, beobachtet zu werden. Ich gehe zum Fenster und lasse die Rollos herunter, danach ist es stockfinster im Wohnzimmer.

Hat das nicht etwas Beruhigendes an sich?!

 

Lauri

Tief seufze ich. Das war eine gute Idee von dir. "Du, ich geh baden..." Ich erhebe mich und gehe in mein Bad, lasse mir Wasser ein. Schaue den Tropfen zu wie sie fliegen und auf dem Wasser zerschlagen, wie ein Glas in 1000 Splitter. Das hat auch etwas Beruhigendes an sich. Ich gehe zum Fenster und lasse auch hier das Rollo herunter, beim Baden will ich meine Ruhe erst recht haben! Dann stehe ich vor meinem Regal. Hm... was nehme ich denn? Schaumbad mit Rosenduft... das hab ich mal von Hanna bekommen... Mh... Ja, nehme ich! Und Shampoo wie immer!

 

Aki

Du verabschiedest dich also ins Bad... und ich?! Gelangweilt sehe ich mich um mache jedoch vorher erst mal das Licht hier an. Ansonsten laufe ich noch Gefahr, mit einem wörtlichen Brett vorm Kopf herumzulaufen. Anschließend setze ich mich vor ein kleines Regal mit Büchern, ein großer Leser scheinst du jedenfalls nicht zu sein. Meinen Blick lasse ich über die einzelnen Bücher schweifen... Stephen King, Hakan Nessar und noch ein paar, die mir nichts sagen. Plötzlich stutze ich und nehme mir ein Buch heraus, scheinbar ein Jugendbuch. So etwas liest du? Belustigt lese ich den Text auf dem Umschlag…

 

Lauri

Nachdem das Wasser so weit ist, mache ich es aus und entkleide mich. Seufzend lasse ich mich in der Wanne nieder. Hm...tut das gut nach all der Aufregung... Ich schließe die Augen und versuche mich etwas zu erholen und denke nach.

 

Aki

„Die Mitte der Welt“ steht dort als Titel, woher der Autor stammt vermag ich nicht genau zu bestimmen. Die Geschichte handelt von dem Jungen Will und seiner großen Liebe... Nicholas dem „Sprinter“. Kommt mir das nicht bekannt vor? Angestrengt überlege ich und komme zu dem Schluss, dass Nicholas Will am Ende mit Wills bester Freundin betrügt und dass Nicholas ein Auge verliert, weil... der Rest ist mir leider entfallen. Jedenfalls ein schönes Buch. Und ein trauriges, füge ich in Gedanken hinzu.

 

 

 

 

Lauri

Als ich dann meine Haare gewaschen habe und das Wasser kalt wird, verlasse ich die Wanne und trockne mich ab, föhne meine Haare. Dann binde ich mir das Handtuch um die Hüften und gehe ins Schlafzimmer. Mir ist irgendwie kalt. Ich schlüpfe in eine Boxershorts, eine warme schwarze Jogginghose, ein einfaches Tanktop und die Jacke von dem Jogginganzug ziehe ich auch an. Dann noch dicke Wollsocken und ich tapse zurück zu dir.

 

Aki

Als du zurückkehrst, habe ich bereits die ersten Seiten wieder angelesen und hebe grinsend meinen Kopf, als du mit einem Mal vor mir stehst. „Wie findest du das Buch?“, frage ich und du setzt dich neben mich, legst deinen Kopf auf meine Schulter. Angesichts der Wollsocken schätze ich, dass du etwas frierst und so lege ich meinen Arm um dich, vielleicht wird dir so ein wenig wärmer...

 

Lauri

"Das Buch ist wirklich sehr schön... Manchmal konnte ich mich mit Will und Nicholas vergleichen und sie verstehen... Es ist aber ziemlich traurig..." Das stimmt, es ist wirklich traurig. Ich kuschele mich an dich, du bist so schön warm und jetzt sind wir vor Reportern geschützt, können in Ruhe die Nähe des anderen genießen.

"Ich liebe dich Aki..."murmele ich leise, als ich über deine Wange streiche.

 

Aki

„Und ich liebe dich...“, erwidere ich –ebenfalls leise- und ziehe dich zu mir in einen Kuss. Ich liebe das Gefühl, wenn unsere Lippen sich treffen, liebe deine Stimme, liebe dich.

Als ich nach einiger Zeit die Augen wieder öffne, fällt mein Blick auf die Uhr. Schon bald Abend. Wie die Zeit vergeht, denke ich...

 

Lauri

Ich seufze glücklich. Was kann schöner sein, als mit dir eine Beziehung zu führen? Ich weiß nichts! Du bist für mich das Schönste auf Erden!

Plötzlich ein Krachen und das Licht fällt aus. Draußen blitzt und donnert es wirklich heftig, man hört den Wind pfeifen. Stromausfall im ganzen Haus... Na super...

"Och nö!", maule ich leise. Warum denn jetzt?

 

Aki

Und dann fällt der Strom aus. Typisch, nie darf man den perfekten Tag genießen... Aber was soll’s? Ich stehe auf, krame ein wenig in deinem Schrank und kehre mit zwei Kerzen und einer Packung Streichhölzer wieder. Zum Glück hast du vorgesorgt, da hier um diese Jahreszeit gern mal der Strom ausfällt.

Ich stelle die Kerzen in zwei Kerzenständer und zünde sie jeweils an. Dann hole ich uns eine Decke, denn leider ist die Elektroheizung ebenfalls ausgefallen...

 

Lauri

Als du verschwindest, um eine Decke zu holen, bin ich mit einer anderen Kerze in die Küche gewandert. Ich habe ja noch mein Gasherd. Auf dem koche ich Wasser auf und mache uns heißen Kakao und nehme einen Teller mit Keksen zum Knabbern. Das wollte ich eigentlich schon immer mal machen...

Mit der Liebe meines Lebens unter einer Decke gekuschelt zu sein bei einem Stormausfall und dann heißen Kakao trinken und Kekse essen.

 

 

Aki

Freudig greife ich nach deiner Rückkehr nach einem  Becher Kakao und einem Keks. Dann kuscheln wir uns unter die Decke und ich frage dich, was wir heute Abend noch machen wollen. Das Rollo bleibt jedoch vorerst unten und das Beschäftigen mit der Presse und ähnlichen Institutionen sollten wir aller Wahrscheinlichkeit nach auf morgen verschieben...

 

Lauri

Du fragst was mir heute Abend machen. Hm...Vielleicht kuscheln? Ich zucke mit den Schultern und kuschele mich näher an dich. Nippe an meinem Kakao... Mh... Schön warm! Dann sehe ich zu dir auf, lächele leicht.

Morgen werden wir das mit der Presse klären und ohne Storm lässt sich nichts machen.

 

Aki

Du lächelst mich an und ich versinke im Meer deiner grünen Augen, die wie zwei Kristalle die Finsternis erhellen. „Du lässt mich niemals allein... oder?“, flüstere ich und blicke dir in die Augen. Du lässt mich in ihnen lesen, deinem Spiegel der Seele...

 

Lauri

"Nie im Leben lasse ich dich alleine...", flüstere ich zurück. Dann küsse ich dich sanft, muss mich etwas strecken. Das ist der Nachteil wenn man so klein ist wie ich. Aber ich habe keinen Grund zu meckern, ich finde alles gut, wie es ist!

 

Aki

Eine Träne läuft mir über das Gesicht. Alles ist so... wunderschön... und so unwirklich. Weiß nicht genau, warum ich jetzt weine... Vielleicht kann ich es nicht glauben, vielleicht glaube ich es gerade jetzt oder vielleicht weiß ich es nicht so genau. Aber es überkommt mich einfach, durchzieht mich, ergreift von mir Besitz.

 

Lauri

Ich lächele dich an, ich finde dich so süß Aki... Ich kuschele mich wieder mehr an, streife dabei aus Versehen deinen Schritt. Ich spüre Röte in mir aufkommen. "Tut mir leid...", murmele ich leise und sehe dich verlegen an. Immer noch verlegen sehe ich dich an. "Steht morgen irgendwas an?" Ich blinzele dich an.

 

Aki

Ein Kopfschütteln weicht meinem erschrockenen Blick. „Bei dir?“, stelle ich die Gegenfrage und starre in den leeren, dunklen Bildschirm des Fernsehers. Still. Finster. Nichts. Ich lehne mich ans Sofa zurück und denke ein wenig nach. Mir kommt es vor, als wäre mir irgendetwas entfallen... Nur was...?!

 

Lauri

Leise seufze ich und schüttele auch den Kopf. Meinen Kopf bette ich auf deiner Brust und schließe leicht die Augen und döse vor mich. Deine Nähe ist so angenehm...

 

Aki

„Ah, verdammt!“, rutscht es mir heraus, denn ich erinnere mich wieder. Wie konnte ich das nur vergessen? Du siehst mich entgeistert an und ich erkläre es dir. „Ich habe ganz vergessen dir zu sagen, dass Pauli und Eero heute mit uns feiern gehen wollten. Eero hat mich heute morgen angerufen und ich habe es vergessen...“ Ich bin wütend auf mich selbst, so vergesslich kann auch nur ich sein...

 

Lauri

"Oh..." Feiern? Och nö... Ich will mit dir hier bleiben und kuscheln. Aber wenn du feiern gehen willst... dann bleib ich halt zu Hause, auf den Presserummel habe ich nämlich keine Lust. Ich warte bis du etwas dazu sagst.

 

Aki

„Große Lust habe ich auch nicht“, gebe ich zu, „aber Eero und Pauli werden ziemlich wütend sein. Extra für mich wollten sie so einen Kasten Wodka kaufen. Die werden mich erschlagen, wenn ich absage...“

Leise seufze ich und stelle mir vor, wie sie sich an mir rächen werden. Zum Beispiel das Schlagzeug in Einzelteile zerlegen... oder Reiszwecken im Schuh... oder lebenslanges Kühlschrankverbot bei Pauli...

 

Lauri

"Dann will ich dich nicht aufhalten..." Ich mache dir Platz, damit du aufstehen kannst. Gerne lasse ich dich nicht gehen, aber bevor Eero und Pauli böse auf dich sind... lasse ich dich lieber gehen.

 

Aki

„Willst du nicht doch mit?“, bettle ich und sehe dich flehend an. Immerhin handelt es sich um eine Privatparty und die Presse wird wohl kaum bei dem Sturm draußen vorm Fenster stehen...

 

Lauri

"Nein... tut mir leid... mir ist nicht nach Party..." Ich sehe dich entschuldigend an. Es tut mir wirklich leid. Irgendwie ist das normal bei mir. Bin ich Hals über Kopf verliebt und vergeben, will ich nicht mal mehr Party machen! Ich weiß auch nicht warum, ist halt einfach ein Charakterzug von mir. Und wahrscheinlich werden wir die ganze Zeit wegen der Zeitung angesprochen... darauf habe ich auch keine Lust...

 

Aki

Seufzend bleibe ich sitzen. Was soll ich mit Paulis Wodka, wenn ich auch hier bleiben kann? Außerdem, die Reiszwecken und das zerlegte Schlagzeug werde ich verkraften können. Womöglich sogar das Kühlschrankverbot, obwohl ich mir das noch genau überlegen müsste. Also hole ich mein Handy aus der Hosentasche, tippe eine Nummer ein und warte ab, dass jemand rangeht.

 

Lauri

Was wird denn das? Ich habe gedacht, Wodka lässt er sich auf keinen Fall entgehen. Angespannt sitzt er da und wartet bis jemand an das Telefon oder Handy geht. Ich bin mucksmäuschenstill.

 

Aki

Endlich nimmt dieser Spinner ab, hat immerhin lange genug gedauert. Eine lallende Stimme dröhnt in mein Ohr und ich antworte: „Hier ist Aki, ich wollt’ nur sagen, dass ich heut nicht kann.“ Schweigen, lautstarker Protest, ich nehme den Hörer etwas vom Ohr weg, taub werden wollte ich heute nicht. Irgendwann hat sich die Stimme beruhigt und ich rede weiter: „Ja, die Einzelteile sind mir egal. Die Reiszwecken können mich auch mal. Kühlschrank? Da ist doch sowieso nie etwas drin, bei deinen Essgewohnheiten!“ Schnell drücke ich den Anruf weg und schalte das Handy aus. Soviel dazu. Die nächste Probe wird sicher lustig...

 

Lauri

Verwirrt blinzele ich dich an. Das hat aber jetzt mal gesessen. Pauli und Eero machen dir die Hölle heiß... Hm...Ich könnte dich ja vor den beiden beschützen... Keine soooooo schlechte Idee! Na ja, aber jetzt lieber zu dir, zu mir... zu uns!

Ich kuschele mich wieder an dich und knurre genießend.

 

Aki

„Was tut man nicht alles für dich, mein Vogel, hm...?“, du blinzelst mich an und lächelst dann. „Mein Vogel“, betone ich dann und lege meine Arme um dich, so dass kein Entkommen möglich ist. Du lachst nur und kuschelst dich weiter an. Du bist mein, ich bin dein... und so soll es wohl auch sein. Gehe ich jetzt unter die Lyriker? Ich weiß es nicht...

 

Lauri

„Danke Aki...“ Ich lächele zu dir auf. „Ich liebe dich!“ Du lächelst nun ebenfalls. „Was machen wir jetzt?“ Ich blinzele dich an. Du schlägst Kuscheln vor. Hm... keine schlechte Idee! Also kuschele ich mich fester an dich und seufze leise. Deine Nähe ist so schön. „Danke Aki... “ Verwirrt siehst du mich an.

 

Aki

Du nimmst meinen Vorschlag dankbar an und bedankst dich bei mir. Nur warum? Verwirrt blicke ich dich an, verstehe nicht, warum du dich bei mir bedankst. Wenn sich jemand bedanken sollte, dann ich bei dir und nicht etwa umgekehrt. Gespannt warte ich auf deine Erklärung.

 

Lauri

„Danke das ich endlich glücklich werden kann, und das auch noch mit dir!“ Ganz verliebt lächele ich dich an. Endlich darf ich glücklich sein, das muss ich natürlich ausnutzen und will es auch machen! Noch immer herrscht der Sturm draußen und es gewittert. Und langsam werden die Kerzen ziemlich klein! Ich kuschele mich wieder an dich, möchte für immer und ewig in deinen Armen liegen. „Du... Aki?“

 

Aki

Ich lausche deinen Worten, eine Welle von Glück bahnt sich ihren Weg durch meinen Körper. Sehe, dass die Kerzen bald ihr Ende erreicht haben werden und sehe wieder zu dir, der mir eine zu stellen wollen scheint. Auffordernd blicke ich in deine kristallgleichen Augen.

 

Lauri

„Was hältst du eigentlich von heiraten?“, frage ich dich ganz vorsichtig. Ich habe von heiraten in meiner Jugend nicht viel gehalten, fand es immer total spießig! Aber jetzt kann eine Hochzeit für mich etwas Schönes sein! Bald heiratet Hanna und ich darf den Trauzeugen spielen und vielleicht... Ja, vielleicht heiraten wir ja auch... Du und ich... Es wäre zu schön um wahr zu sein...

 

Aki

„Heiraten?“, ich sehe auf, fixiere irgendeinen Punkt in der Finsternis, „Ich weiß nicht... einerseits schon, wenn man sich ganz sicher ist, dass das etwas werden würde.“ Ich lächele in deine Richtung. „Aber man sollte es sich gut überlegen und sich etwas Zeit lassen, denkst du nicht auch?“

Dann erreichen die Kerzen ihr Ende und gehen im kurzen Abstand voneinander aus. Völlige Schwärze umhüllt uns nun.

 

Lauri

„Ja, finde ich auch! Man sollte sich erst wirklich sicher sein, denn das ist ein großer Schritt im Leben! Man übernimmt praktisch die Verantwortung für den anderen und schwört bei Gott den Partner zu lieben und zu ehren! Vor allem sollte man nicht von heute auf morgen heiraten, aber ich finde bei Verloben ist das etwas Anderes! So ist man ja nicht indirekt verheiratet, sondern nur stärker verbunden, denke ich...“ Ich beende meine kleine Ansprache mit einem Lächeln.

 

Aki

„Du möchtest dich gern verloben?“, ich muss lächeln, „Mit wem denn? Kenne ich die betreffende Person?“ Währenddessen versuche ich ein wenig, meine aufkeimende Müdigkeit zu unterdrücken, die sich langsam in meine Glieder schleicht. Es ist so schön mit dir hier zu sitzen... ich rücke doch ein Stückchen näher an dich heran, soweit das überhaupt noch im Bereich des Möglichen liegt.

 

Lauri

Du fragst mich, ob ich mich verloben will. Liebend gerne, aber ich weiß nicht, ob du das machen würdest. Ich seufze leise, du weißt doch, dass ich mich mit dir verloben möchte, warum fragst du dann? Ich höre dich gähnen.

„Wollen wir schlafen?“ frage ich leise und du stimmst zu. Gemeinsam gehen wir in mein Schlafzimmer.

 

Aki

Dort lassen wir uns aufs Bett fallen und ich ziehe die Decke über uns, nachdem wir uns zum Teil entkleidet haben. Todmüde bin ich inzwischen, dennoch lege ich meinen Arm um dich, hauche dir noch einen Kuss auf und flüstere dir zu: „Wenn es dein Wunsch ist, werde ich mich mit dir verloben...“

 

Lauri

Ich kann nur lächeln und schlafe dann schon ein. Die ganze Aufregung von heute macht mich ziemlich müde. Wir werden uns verloben! Ich freue mich wirklich sehr und träume von uns. Wir haben eine ganz kleine Familie. Ich sehe uns beide im Park spazieren, lächeln uns an und ich trage ein kleines Baby auf meinem Arm. Wir sehen glücklich aus, genauso wie das Baby das fröhlich lacht. Ein schöner Traum...

 

Aki

Wie üblich nehmen meine Träume merkwürdige Formen an... was ist bloß los in letzter Zeit? Das vermag ich noch zu denken, bevor ich in eine finnische Traumlandschaft katapultiert werde, in der mein Traum-Ich dich erblickt. Stehst am See und lächelst mich kalt an.

„Hi Aki, es ist vorbei. Das Spiel ist zuende...“, erklärst du mit eisiger Stimme, möchtest dich dann abwenden und gehen. Doch ich lasse dich nicht gehen, werfe dich zu Boden, halte dich fest...

Kalter Stahl blitzt auf, bohrt sich in deiner makellosen Körper, meine Hände färben sich rot und...

„Nein!“, rufe ich und finde mich im Bett wieder, du liegst in meinen Armen. Scheinbar hat mein Ausbruch dich aufgeweckt.

 

Lauri

„Hey... Hey... Schsch... Ganz ruhig Aki... !“ Leicht und zärtlich streichele ich dir über den Rücken. Warum hast du jetzt diese ständigen Alpträume? Ich will sie von dir nehmen, dich doch beschützen! Langsam beruhigst du dich und kuschelst mich an dich.

„Was träumst du denn die ganze Zeit... ?“, frage ich leise und sanft.

 

Aki

„Das... ähm... vergesse ich immer beim Aufwachen, ich weiß es nicht so genau“, antworte ich dir, möchte dich nicht ängstigen und es dir auch nicht unbedingt sagen. Wer möchte seiner großen Liebe schon erklären, dass man sie im Traum jedes Mal umbringt?! Ich sicherlich nicht...

Also kuschele ich mich wieder an dich und schließe erneut die Augen in der Hoffnung, dass ich... und in erster Linie du diesmal verschont bleiben.

 

Lauri

Ganz sachte streichele ich dich in den Schlaf und wünsche dir schöne Träume. Irgendetwas wird passieren, in den nächsten Tagen, zwischen uns beiden! Nichts Negatives, etwas ziemlich Positives, aber was? Leise seufze ich und schließe meine Augen, du schläfst wieder. Meine Lippen streifen leicht deine Stirn.

„Schlaf gut mein Schatz... “, hauche ich ganz leise und schlafe dann auch ein.

 

Aki

Diesmal verschont mich die Traumfabrik und draußen ist es hell, als ich meine Augen zum zweiten Mal öffne. Ein Blick auf den Wecker verrät mir, dass es bereits elf Uhr ist und du liegst immer noch schlafend neben mir. Lächelst im Schlaf, bist so süß, dass ich dir einfach einen Kuss auf die Wange geben muss. Doch der war scheinbar zu auffällig, denn kurz darauf schlägst du deine Augen auf und blinzelst mich an.

 

Lauri

„Guten Morgen!“ Ich lächele dir entgegen und du lächelst zurück. Ich strecke mich und richte mich leicht auf. Verwirrt sehe ich mich um und hebe die Decke an. Oh... mein... Gott... Das darf doch nicht wahr sein! Ich schlage schnell die Decke wieder zu. Ich hoffe du hast es nicht gesehen... Das wäre mir so verdammt peinlich...

 

Aki

Auf einmal hebst du die Decke an, erstarrst einen Augenblick und lässt sie dann wieder fallen. Was sollte denn diese Reaktion? Verwundert sehe ich in deine Richtung kann beobachten, wie du mich etwas verlegen ansiehst. Verlegen? Decke? Mir kommt da so eine Idee...

 

Lauri

Oh Nein, ich glaube du hast deine Spürnase wieder genommen und weißt es. Wieso heute? Wieso jetzt? Immer ich! Dass es bei Männern immer so auffallen muss, wenn sie mal einen Traum haben, der unter die Gürtellinie geht...

Ich seufzte innerlich, so was Peinliches! Du weißt es, 100%!

 

Aki

Ich sehe, wie dein Gesicht einen rötlichen Schimmer annimmt und du geradewegs auf die Decke starrst. Schon niedlich... also werde ich das mal etwas ausnutzen...

„Was hast du denn heute Nacht so geträumt, Lauri?“, frage ich ihn und sehe belustigt zu, wie du knallrot anläufst. Das wird ja immer besser...

 

Lauri

Ich bringe kein Wort raus, es würde nur in Stottern enden. Du kannst so gemein sein, Aki! Dafür hasse ich dich! Ich könnte mir selbst in den Arsch beißen, dass ich meine Hormone nicht kontrollieren kann! Ich bin dumm! Und wie dumm ich bin! Und lernen muss ich das auch noch! Ich muss 'Klein-Lauri' steuern lernen...

 

Aki

„Hm... möchtest oder kannst du mir nicht antworten?“, frage ich dich, da du unter anhaltender Röte immer noch betreten auf die Decke starrst und schweigst. Also gut, dann eben Schritt zwei.

„Kann ich dir irgendwie behilflich sein?“, erkundige ich mich und stelle fest, dass das die richtige Frage für dich war. Im nicht ganz ernst gemeint Sinne, versteht sich...

 

Lauri

Ich werde noch röter als ich es bin. Danke Aki... Finde ich echt nett von dir. Ich habe mir es nicht ausgesucht einen Ständer zu bekommen! Willst du mich jetzt deswegen aufziehen...? Ich finde das echt gemein von dir.. Als würde ich es wollen, das ich durch Träume heiß werde...

 

Aki

Scheinbar verzweifelt er bald, aber wenn er keine Hilfe möchte... mit den Worten „Ich gehe Frühstück machen“ stehe ich schließlich auf und begebe mich in die Küche, möchte ihn ja nicht weiter unnötig quälen...

Jetzt stehe ich also in der Küche und sehe mich um, stelle fest, dass ich nicht weiß, was er essen möchte und kehre noch einmal zurück, um ihn zu fragen...

 

Lauri

Als du gehst, vergrabe ich mich unter der Decke. Spüre Tränen in meinen Augen brenne die ausweichen wollen, will sie unterdrücken, aber schaffen tue ich es nicht. Warum ich? Wieso bekomme ich jedes Fettnäpfchen ab? Verachtest du mich jetzt?

Die Tränen werden stärker, durchnässen das Betttuch und auch ein Stück der Decke.

 

Aki

„Was möchtest du eigentlich ess....“, der Rest des Satzes bleibt mir im Hals stecken, als ich ein Schluchzen vernehme und erkenne, dass du dich unter die Bettdecke verkrochen hast. Wenig später sitze ich auf dem Bett neben dir und wühle dich frei. Ich erblicke dein tränenverschmiertes Gesicht und drücke dich an mich, frage dich, was los sei. Stockend antwortest du mir schließlich...

 

Lauri

„Es... Es tut mir Leid Aki... alles mache ich... ich falsch... “, bringe ich nur raus und weine weiter. Ich bin der größte Idiot auf Erden, ich weiß doch, dass du und ich nie... nie eine Bettgeschichte haben werden, das... das traust dich nicht, du hast Angst vor Sex mit Männern, das hast du mir vor Jahren mal erzählt.

„Es tut mir so leid... “

 

Aki

„Was tut dir leid? Wo liegt dein Problem? Sag’s mir doch einfach...“, meine ich und halte dich weiter im Arm, streiche dir über den Rücken. Du wirst wieder ein wenig ruhiger und setzt wieder zu einer Antwort an. Aufmerksam lausche ich deinen Worten.

 

Lauri

„Na das!“ Ich deute auf die Decke, die es verdeckt. Ich schäme mich so dafür... Ich muss wirklich meinen Körper besser unter Kontrolle halten, sonst kann ich unsere Beziehung vergessen, weil du dich sicherlich bedrängt fühlen würdest.

„Ich... Ich weiß doch das du Angst davor hast... Ich... Ich bin dumm... “

 

Aki

„Ach, Blödsinn... du kannst doch gar nichts dafür... außerdem... wieso sollte ich Angst davor haben?“, fragend sehe ich dich an und stelle fest, dass deine Tränen langsam weniger werden.

 

Lauri

„Weil du es gesagt hast! Du hast Angst vor Sex mit einem Mann... “ Ich sehe weg. Es tut weh. Ziemlich weh. Ich kann dich haben, aber nicht ganz. Ich sollte es akzeptieren, solange noch kuscheln und streicheln geht, denn ganz ohne dich zu berühren, das schaffe ich nicht!

 

Aki

Erstaunt höre ich dir zu und antworte schließlich: „Das ist Jahre her... außerdem vertraue ich dir doch, warum sollte ich also Angst vor dir haben?!“

Wieder schniefst du laut und blickst mich dann unter Tränen an, antwortest...

 

Lauri

„Weiß... weiß ich nicht... “, schniefe ich. „Aki... Versprich mir, dass... dass diese Tatsache nie... nie zwischen uns stehen wird... Bitte, ich will dich nicht deswegen verlieren!“

 

Aki

„Ich verspreche es dir...“, erwidere ich und meine es auch so, verstärke meinen Griff um dich und merke, dass du noch einmal hemmungslos zu weinen anfängst, bevor du dich allmählich beruhigst und ganz verstummst.

 

Lauri

Du beruhigst mich nach und nach von meinen Heulanfällen. Wie kannst du nur so eine Geduld mit mir haben? „Aki... “,wispere ich leise, „wir müssen heute zur Probe... “ Es fiel mit gerade erst ein und bald steht schon der Videodreh von unserer Single „In The Shadows“ vor der Tür!

 

Aki

„Ah, verdammt“, jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Ich wusste doch, dass da irgendetwas war. Dann blicke ich wieder zu dir in dein tränenverschmiertes Gesicht: „Du solltest dich lieber erst einmal unter die Dusche wagen... und ich mache das Frühstück fertig“, erkläre ich und lasse mit einem Lächeln von dir ab.

 

Lauri

Ich nicke leicht und stehe auf um mir ein paar Klamotten raus zuholen. Nachdem ich mich mit einem schwarzen Pulli und einer warmen schwarzen Baggy, Strümpfe und Boxershorts gewaffnet habe, verschwinde ich im Bad und gönne mir erst einmal eine warme Dusche inklusive Haar- und Körperpflege. Auch meine „tägliche“ Rasur darf und wird nicht fehlen! Genüsslich lasse ich das warme Nass über meinen Körper laufen, drehe das Wasser nach 10 Minuten wieder ab und rasier mich erst einmal in Ruhe.

 

Aki

Gefühlte Stunden später steht Lauri fertig in der Küche, bis dahin habe ich den Tisch zehnmal aufgedeckt und die Pfannkuchen sind bereits wieder kalt geworden. Aber es gibt Schlimmeres und so bitte ich Lauri zu Tisch und beginne selbst mit dem Frühstück. Wirklich ganz ordentlich geworden und scheinbar fehlt auch nichts für den Vogel mir gegenüber. Mein Blick fällt auf die Uhr, wir haben noch etwa zwanzig Minuten Zeit, um „in aller Ruhe“ zu frühstücken...

 

Lauri

Die Pfannkuchen sind inzwischen kalt und nach einem Blitzfrühstück von 5 Minuten machtest du dich endlich fertig. Ich räume derzeit den Tisch ab und strecke mich. Was werden die anderen zu dem Bericht in der Zeitung und zu meiner neuen Haarfarbe sagen?! Irgendwie habe ich Angst davor, ihnen über den Weg zu laufen...

 

Aki

Du wirkst sehr nervös, als wir genau zwanzig Minuten später vor dem Studiogebäude stehen und Eero und Pauli uns entgegenkommen. „Was jetzt?“, scheinst du dich zu fragen und auch ich muss zugeben, dass es mir nicht viel anders geht. Pauli wedelt mit irgendetwas in der Hand hin und her, eine Zeitung, wie ich nach kurzer Zeit feststelle. Was sagt mir das jetzt?!

 

Lauri

Ich muss schlucken. Verdammt, das ist die Zeitung mit dem Bericht... Was machen wir denn jetzt?! Helft mir doch! Pauli winkt uns zu, also winken wir brav zurück und warten bis er und Eero bei uns ankommen.

 

Aki

„Hi ihr“, beginnt Eero, das ist ja schon einmal ein vielversprechender und aussagekräftiger Anfang. „Hi“, bringen wir mühsam hervor und inzwischen steht auch Pauli neben Eero und hält uns den besagten Zeitungsartikel vor die Nase. Was sonst? Ich wette, ganz Finnland hat diesen verdammten Artikel gelesen.

„Was ist das?“, fragt Pauli schlicht in deine Richtung.

 

Lauri

„Ein Zeitungsbericht?“ Ich versuche so lässig wie möglich zu klingen. Innerlich bin ich total fertig und durcheinander. Ein reinstes Chaos herrscht in meinem Inneren. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte und hoffte, mich nicht zu verplappern.

 

Aki

„Und... was sagt ihr dazu?“, fragt Pauli weiter und man spürte, dass er nur augenscheinlich so ruhig fragte. Eero machte hingegen ein ausdrucksloses, neutrales und unbeteiligtes Gesicht. So etwas konnte er wirklich gut. Du greifst plötzlich nach meiner Hand, umklammerst sie, ich sehe in dein Gesicht, sehe deine Nervosität, die du zu unterdrücken versuchst.   

 

Lauri

Ich bringe kein Wort raus, meine Kehle ist wie zugeschnürt. Aki, hilf mir doch! Ich drücke deine Hand! Sag was! Bitte, ich bringe keinen Ton heraus!

 

Aki

Scheinbar möchtest du mir das Reden überlassen. Auch schlecht. Also erkläre ich Pauli einfach, dass das so wohl stimmen wird und dass das besagte Bild echt ist. Nun verliert auch Eero sein ausdrucksloses Gesicht und Pauli fällt die Zeitung aus den Händen, die einzelnen Blätter werden vom Wind fortgetragen. Warum habe ich nur das Gefühl in einem dieser Western von früher gelandet zu sein, in dem sich zwei Leute –hier vier- zu einem Duell auf menschenleerer Straße treffen?!

 

 

Lauri

Ich schlucke. Ihre Gesichter sind so geschockt. Ich habe Angst. Das wird das Ende werden. Ich wusste es... Ich hätte es nicht zulassen sollen... Hätte meine Stimme doch bloß mitgespielt...

Ich hasse meine Stimme dafür, sie hat nicht auf mich gehört und alles kaputt gemacht...

 

Aki

„Warum habt ihr uns denn nichts erzählt?“, fragt Eero schließlich mit einem nahezu perfekten Omnibus-Blick. Allerdings klingt er nicht gerade unfreundlich. Nun ist es an dir und mir Eeros Blick zu imitieren.

„W... wir...“, fängst du an und stockst zugleich.

„Ihr hättet uns wirklich alles erzählen können“, erklärt nun Pauli mit vorwurfsvoller Stimme.

 

Lauri

„Wir haben euch nicht gesehen in der Zeit!“, verteidige ich uns schließlich. Ist ja auch so und sooooo lange sind wir nun auch noch kein Paar! Irgendwie fühle ich mich jetzt selbstsicherer.

 

Aki

„Na ja, trotzdem...“, Pauli klingt etwas beleidigt, „dafür dürft ihr jetzt auch gleich alleine ein Interview geben. Viel Spaß. Seppo hat eure Stellungnahme zum Zeitungsartikel organisiert.“ Die letzten Worte klingen etwas schadenfroh und Eero grinst mich mitleidig an. Das „Wie bitte?“ bleibt mir im Hals stecken und tonlos frage ich nach dem Ort des Grauens, der mir auch zugleich genannt wird.

 

Lauri

Monoton und schweigend verschwinden wir zu dem bösen Ort und warten. Ich hasse warten... Ich hasse es ausgefragt zu werden und dann auch noch über so etwas... Das geht die doch nichts, wirklich NICHTS an!

 

Aki

Doch nach einiger Zeit trifft auch schon eine bekannte Reporterin ein, schüttelt uns die Hand und bittet uns schließlich, uns uns doch zu setzen. Diesem Vorschlag kommen wir nach und kurz darauf stellt sie bereits die erste Frage, flehend blicke ich in deine Richtung. Ich bin einfach nicht der Mensch für Interviews: „Nun, Sie haben sicherlich den Sie betreffenden Artikel gelesen... und nun wüssten unsere Leser gerne eines: Können Sie die gestellten Thesen offiziell bestätigen?“

 

Lauri

Unsicher werfe ich einen Blick zu Aki. Was machen wir jetzt? Halten wir es vor der Öffentlichkeit geheim oder 'stellen' wir uns dem Feind? Es ist schwer, vor allem weil wir unseren Versuch in Deutschland groß raus zu kommen, starten wollten.

 

Aki

Ich nicke dir nur aufmunternd zu. Besser die Wahrheit als unzählige Halbwahrheiten. Außerdem würde ich gerne wieder auf die Rollos verzichten. Gespannt hält dir die Reporterin das Mikro hin, möchte endlich deine Antwort hören.

 

Lauri

"Es... Es stimmt was in dem Artikel steht... ", murmele ich leise und sehe dann zu dir. Du lächelst mich an. Ja... so war es richtig! Das ist der richtige Weg.

"Ja! Es stimmt alles!", bekräftige ich meine 'Aussage'. Ich sehe zu dir, voller Stolz! Ich habe den vielleicht begehrtesten Drummer in ganz Finnland geangelt!

 

Aki

Nun ist die Tusse völlig verunsichert und blickt nur abwechselnd fassungslos von dir zu mir. Auch gut. Aki Hakala und Lauri Ylönen... die Reporter-Crasher!

„Nu... nu... nun“, die Reporterin ringt weiter mit der Fassung, „Sie bekennen sich also offiziell zu Ihrer Homosexualität. U...und möchten Sie Ihren Fans noch etwas mitteilen?“ Anscheinend hat sie den Rest ihrer Fragen nun über den Haufen geworfen. Auch gut.

 

Lauri

Ich zucke nur mit den Schultern. Und nicke dann, dass ich mich dazu bekenne. Aber unseren Fans noch was sagen? Nö...

 

Aki

Schnell verabschiedet sich die Frau und ich denke, dass sie uns so schnell nicht wieder begegnen wird. Auch gut bzw. umso besser. Jetzt heißt es erst mal Video drehen. Pauli und Eero sind wirklich erstaunt, dass wir so schnell fertig waren. Schnell erzählen und ich von dem Interview und lachend finden wir uns schließlich im Studio ein. Auf geht’s...

 

Lauri

Seppo erzählt irgendwas von Dieben und so. Wir bekommen blaue Anzüge und Räubermasken. Außerdem dürfen wir an unserem Kleiderständer, den wir extra für Videos angelegt haben, uns noch selber Klamotten aussuchen! Ich stöbere etwas und brauche wie immer am Längsten... Hm... Was nehme ich denn?!

 

Aki

Eine halbe Ewigkeit streunerst du um den Kleiderständer herum, während wir uns schon angeregt unterhalten und eigentlich nur noch auf dich warten. Schließlich reicht es mir und ich lege meine Hand auf deine Schulter, erkläre dir, dass du dich doch etwas beeilen könntest.

 

Lauri

"Jaaaa...", gebe ich kleinlaut von mir und greife in den Kleiderständer. Heraus ziehe ich ein olivegrün-weißes Outfit. Hm... Okay sieht nicht schlecht aus. "Was machen wir zuerst? Das im Blaumann oder das mit den eigenen Klamotten?", frage ich in die Runde und bekomme nur Schulternzucken. Als Seppo dann auftaucht, frage ich ihn dasselbe.

 

Aki

Endlich kommst du zu uns und fragst zugleich Seppo, was nun als erstes an der Reihe ist. Dieser zeigt nur auf die „normale Kleidung“. Er erklärt, dass wir die Teile außerhalb des Studios später drehen würden und uns zunächst auf den „normalen“ Part konzentrieren würden. Auch gut, denke ich und begebe mich zu meinem Schlagzeug, das in der Mitte des Studios aufgebaut ist.

 

Lauri

Ich gehe mich schnell umziehen, derzeit spielst du dich etwas ein und etwa 5 Minuten später stehe ich wieder auf der Matte und wir gehen vor das Studio. Dort steht eine große Plattform, auf der wir unseren Bandpart drehen werden. Irgendwie ist die Plattform zu hoch für mich, ich kann springen und mich festkrallen wie ich will, ich bin zu klein um da hoch zu kommen!

 

 

Aki

Du mühst dich vergeblich ab, die Plattform erklimmen zu können. Wir anderen drei stehen nur staunend vor dem Ungetüm und fragen uns –wie du-, wie um alles in der Welt man dort hinaufgelangen soll. Also frage ich einfach Seppo, der stillschweigend neben uns steht und uns belustigt zuschaut.

 

Lauri

Ich springe und kralle mich fest. Ha! Ich hänge an der Plattform! Dann ein Rums und ich liege auf dem Boden. "Aua, mein Hintern... ", jammere ich und richte mich auf. Erst einmal reibe ich mir den Hintern. Und wie komme ich da jetzt bitte hinauf?!

 

Aki

Während du den Fußboden küsst, dich aber scheinbar nicht weiter dabei verletzt, führt Seppo uns um die Plattform herum zu einer versteckten Treppe, die in die Plattform eingelassen ist. So stehen ich, Pauli und Eero bald auf der Plattform und blicken breit grinsend auf dich herunter.

 

Lauri

Bei einem erneuten Versuch rutsche ich wieder ab und spüre Schmerzen. Aua... mein Kopf... Alles dreht sich und überall sind bunte Lichter! Hui, ist das bunt hier! Mein Kopf pocht und ich habe Schmerzen in meinem linken Bein. Durch meine leicht geöffneten Augen flackern Lichter und Melodien von Liedern.

 

Aki

„Alles in Ordnung da unten? Hey? Lauri?“, rufe ich dir zu und nach einiger Zeit ohne jegliche Reaktion siehst du auf zu mir, brauchst einige Zeit, um uns dort oben zu realisieren. Ich hoffe nur, dass bei dir noch alles heil ist, diese Versuche können ja nicht gesund enden.

 

Lauri

Schwermütig rappele ich mich auf. Mein Kopf dröhnt. Erst einmal stütze ich mich an den Rand der Plattform um nicht umzukippen! Tief ein und ausatmen, Lintu! Ich atme ein und aus, gut so! Leicht humpelnd versuche ich mich wieder auf die Plattform zu ziehen.

 

Aki

Als ich das sehe, sprinte ich schnell die Treppe der Plattform herunter und fange dich auf, als du erneut bei deinem Versuch scheiterst. Durch dein Gewicht und den Schwung fallen wir erst mal beide nach hinten auf die Erde. Nun liegst du auf mir drauf und ich brauche einige Zeit, um den Schmerz in meinem Kopf in den Griff zu bekommen.

 

Lauri

"Aki... Aki! Alles okay?" Ich versuche aufzustehen. Mann, verdammter Fuß! Ich hasse dich Fuß! Ich ziehe mich an der Plattform auf die Beine und dich gleich mit. Mann, diese Plattform ist... ist... gefährlich! Lebensgefährlich!

"Geht's?", frage ich besorgt.

 

Aki

„Das Gleiche könnte ich dich fragen...“, erwidere ich nur und brauche einige Sekunden, um wieder zu vollem Bewusstsein zu gelangen, „was hast du dir auch dabei gedacht, da hochklettern zu wollen?“ Ich greife nach deiner Hand und ziehe dich um die Plattform herum zur Treppe.

 

Lauri

"Hier gibt's ne Treppe?", frage ich ziemlich kleinlaut. Warum habe ich die nicht gesehen? Mann, ich bin wirklich dumm. Oder es stimmt wirklich, Liebe macht blind!

 

Aki

„Wie du siehst schon...“, kurz darauf stehen wir dann alle vier auf der Plattform und warten auf unsere Anweisungen. Eine nette Aussicht hier. Danach begebe ich mich in Richtung des Schlagzeuges und warte ab, während Pauli und Eero ihre bereitliegenden Instrumente ergreifen und du neugierig den Mikroständer inspizierst.

 

Lauri

Noch immer muss ich grinsen. Dieser Satz will nicht aus meinem Kopf! Wenn es so weitergeht brauche ich eine Brille! Mein Grinsen wird noch breiter und die Schmerzen in Hand und Bein vergesse ich schnell. Ich sehe zu euch rüber, ich grinse noch immer so doof. Woher ich das weiß? So wie mich Pauli und Eero angucken!

 

Aki

Anscheinend ist doch mehr Schaden entstanden bei deinen Stürzen, denn du grinst uns drei reichlich merkwürdig an und langsam aber sicher ist es im Bereich des Möglichen, drei Bananen quer in meinen Mund zu befördern. Wenn ich nur wüsste, was so lustig ist. Könntest du mich mal bitte aufklären? Das frage ich auch zugleich...

 

Lauri

"Ihr kennt doch sicher den Spruch 'Liebe macht blind', oder?", frage ich euch. Wenn ihr das jetzt nicht rafft, dann weiß ich auch nicht weiter. Ich habe die Treppe ja immerhin nicht gesehen.

 

Aki

Zur Bestätigung nicke ich nur langsam und nehme mir bewusst vor, nicht ganz den geistigen Löffel abzugeben. Zumindest nicht so wie du, der mit notorischer Blindheit getroffen zu sein scheint. Nun kommt auch endlich Seppo angetrabt und erläutert uns alles im Einzelnen, wurde ja auch mal Zeit...

Warum müssen wir eigentlich mit dieser dünnen Kleidung um die Jahreszeit draußen drehen? Inzwischen friert es mich doch etwas...

 

Lauri

Seppo redet wie ein Wasserfall und lässt niemanden zu Wort kommen. Das hasse ich auch! Warum hasse ich soviel? Genau, weil ich viel Liebe empfinde! Das muss es sein!

 

Aki

Das Video läuft eigentlich ganz simpel ab –zumindest dieser Teil- und ich kann mich wieder auf das einzige konzentrieren, was ich eigentlich kann. Schlagzeug spielen, ihr habt es erfasst. Und so mache ich dasselbe wie immer, während vor allem du genauere Anweisungen erhältst. Das Leben ist hart, wenn man Sänger ist und die ganze Arbeit übernehmen darf...

 

Lauri

Ergeben nicke ich und stelle mich in Position. Wenigstens darf ich bei den meisten Sachen meine eigne 'Performence' durchziehen. Neben der Plattform gehen Flutlichter an. Aua, das blendet derbe! Meine Augen brennen!

 

 

Aki

Mein Schicksalsspruch bewahrheitet sich ein weiteres Mal und gefühlte zehn Stunden später sind wir fertig an dieser Stelle. Endlich. Ich bin am Erfrieren! Es ist eiskalt hier, verdammt! In Windeseile renne ich ins Studio und ziehe meine alten Kleidungsstücke wieder an... sofort überkommt mich ein Gefühl von Wärme. Geht doch, denke ich.

 

Lauri

Brrr... Mir ist alles eingefroren! Ganz schön kalt! Ich humple in das Studio und zieh mich schnell um. Dann schnappte ich mir einen heißen Kaffee.

 

Aki

„Ist dir etwa auch kalt?“, frage ich dich, der du zitternd einen heißen Kaffee trinkst. Für manche Aktionen sollte man sich wirklich beschweren. Draußen drehen in dieser Kleidung im Winter, man kann es fürwahr übertreiben.

Dann setzen wir uns beide auf eine Bank und du trinkst deinen Kaffee aus, scheinbar wird dir etwas wärmer.

 

Lauri

Leise seufze ich. Hm, der Kaffee tut gut und wärmt. Und da du neben mir sitzt, kuschele ich mich auch gleich mal an dich. Mhm, Aki, gib mir deine Körperwärme, du bist so schön warm. Du legst deinen Arm um mich. Erneut seufze ich leise, was kann es Schöneres geben, als mit dir zu kuscheln und sich aufzuwärmen?! Bestimmt nippe ich nun schon wie vom guten Geist verlassen an meiner leeren Kaffeetasse. Ich bin heute ziemlich neben der Spur.

 

Aki

Schweigend sitzen wir nun hier auf dieser Bank im Studio und wärmen uns gegenseitig. Ein wenig merkwürdig starren uns die vorbeigehenden Personen an und ich glaube zu vernehmen, dass sie über uns und den Zeitungsartikel tuscheln. Scheinbar sind wir inzwischen wirklich bekannt...

„Wollen wir nach Hause gehen?“, frage ich somit und nicke in Richtung des Raumes, in dem unsere Alltagskleidung aufbewahrt ist.

 

Lauri

Du fragst schon wieder nach Hause gehen. Ich muss grinsen.

"Wir können nicht heim, wir sind hier noch nicht fertig!", grinse ich dich an. Du siehst mich fragend an.

"Na, wir müssen noch einen Teil vom Räuberpart drehen!" Jetzt scheint dir ein Licht aufzugehen und du nickst. Manchmal hast du deinen Kopf echt woanders... Na ja, jetzt kuschele ich mich lieber noch mal in deine starken Arme und genieße die Nähe.

 

Aki

Irgendetwas vergisst man immer... und wenn es am Schönsten ist, ist es vorbei, denke ich noch, als Eero und Pauli plötzlich vor uns stehen und erklären, dass es weitergeht. Andere Kleidung und ab nach draußen. Viel wärmer ist es trotzdem nicht. Seufzend folge ich dir und dem Rest und frage mich, was uns nun erwartet. Können die sich nicht Doubles anschaffen für solche Video-Abschnitte? Wenn wir schon eine Maske tragen...

 

Lauri

Wir dürfen uns in eine Art Laster setzen. Hm... Wärme... Ah, und ich darf mal wieder den Kasper spielen? Na ganz toll... Ich darf mir immer weh tun, bloß die anderen nicht... Leise grummele ich. Aki kurvt so eine dämliche Straße entlang, zu einem Supermarkt oder so... Auf jeden Fall gibt's da einen Tresor. Ich soll den 'knacken'... also springe ich aus dem Auto, nehme ein Abschleppseil -das Ding ist bestimmt von den gelben Engeln- und mache es am Tresor fest.  

 

Aki

Man gibt mir Kontaktlinsen und ich darf Auto fahren. Super. Du, der ewige Leidträger, darfst hingegen draußen deine Stunt-Szenen drehen und ich werfe nervöse Blicke in den Rückspiegel, ob das auch alles mit rechten Dingen zugeht. Redete ich von Doubles? Ich rede immer noch davon... die wären angebracht...

 

Lauri

Ich muss so ein Handzeichen machen. Hihi, das kann ich gut, da ich eh immer mit Händen und Füßen erzähle. Na ja, ich mache eine Art Winker und du fährst los, reißt die Tresortür ab. Hui, nicht so stürmisch. Ich höre die Alarmanlage und dann auch schon die Polizei. Mist, was jetzt noch mal? Ach so, ja. Du fährst los, ich renne und hänge mich hinten an den Kran oder was das nun ist, ich habe keine Ahnung von Autos, schaut mich nicht so an. Uhh... das wird jetzt sicherlich weh tun... schweren Herzens lass ich mich vom Auto auf die Straße plumpsen. Aua, mein Hintern... Jetzt muss ich auch noch gaaaaaaanz schnell wieder aufstehen und hinterher rennen.

 

Aki

Mehr oder weniger begeistert kommst du deiner Aufgabe nach und Eero und Pauli diskutieren hinter mir im Auto, ob du überlebst oder nicht. Soweit ich das recht verstehe, steht es 70 zu 30 gegen dich. Schön zu wissen.

Konzentriert blicke ich auf die Straße und starre hin und wieder in den Rückspiegel. Wie war das noch mal mit den Doppelgängern...?!

 

Lauri

Ich fühle mich beobachtet. Hey, fahr doch nicht so schnell. Ich werfe mich auf die Tresortür und werde mitgeschliffen. Aua, meine Beine sind sicher nachher aufgeschürft und bluten wie ne Sau. Wo bleibt ein Doppelgänger, wenn man ihn braucht? Schließlich 'musst' du den Wagen anhalten und somit ist diese verdammte Szene im Kasten. Aua...

 

Aki

Nachdem die Szene endlich fertig ist, springe ich erst mal aus dem Auto zu dir und frage, ob alles ist Ordnung ist. Besonders erfreut siehst du nämlich nicht aus. Also reiche ich dir meine Hand und ziehe dich zu mir hoch, während uns der Regisseur mitteilt, dass es in etwa einer halben Stunde weitergeht. Wo ist hier das Ende?!

 

Lauri

Meine Beine schmerzen höllisch, wen muss ich verklagen und Schmerzensgeld verlangen?! Das ist schon pure Folterung! Ich kann kaum noch stehen und klammere mich an dich, sonst geben meine Beine nach. Du setzt dich mit mir wohin. Ah... Meine Beine freuen sich, tun aber immer noch so verdammt höllisch weh. Ich schwöre, ich werde in meinem nächsten Leben kein Sänger mehr!

 

Aki

Fluchend klammerst du dich an mich und wir setzen uns irgendwohin. Daraufhin hocke ich mich vor dich und inspiziere deine Beine. Und wirklich, es haben sich Abschürfungen gebildet, die nicht besonders einladend aussehen. Ist so was noch mit drin in der Zumutbarkeit von Arbeit? Ich bezweifle es und suche erst einmal Desinfektionsmittel und eine Möglichkeit, dir etwas die Schmerzen zu nehmen. So geht das nicht, ich verlange Doubles!

 

Lauri

Ich kann nur seufzen, als du mich dort alleine mit meinen kaputten Beinen sitzen lässt. Meine schönen Beine! Ich werde nie wieder Schwimmen gehen können, mit diesen Beinen. Danke sehr, Seppo! Das gibt Rache!! Ich schwöre es.

Ich sehe mich nach dir um, nichts. Pauli drückte Eero grummelnd Geld in die Hand, aber warum? Eero grinst blöd vor sich her und freut sich über das Geld wie ein Kind über einen Lolli. Verstehe einer die Leute. Pauli spielt Papa Pauli, der dem Kind, Eero in diesem Fall, das Taschengeld gibt.

 

Aki

Bald darauf kehre ich auch schon zurück und sehe noch, wie Eero grinsend Geld von Pauli entgegennimmt. Hatte Eero auf dich gesetzt?! Na gut, ich hätte mich gewundert, hätte Eero auf dein Ende gewettet. Schon ein makaberer Verein, diese beiden. Aber ich schenke ihnen keine weitere Beachtung und kehre lieber zu dir zurück, um dich notdürftig zu versorgen. Und Hallejula, ich schaffe es, dich soweit zusammenzuflicken, dass du wieder gehen kannst...

Ich hätte Arzt werden sollen.

 

Lauri

Hach, ich liebe meinen Job, eigentlich! Aber jetzt gerade tu ich es 100% nicht. Hihi, ich darf jetzt rennen! Mit meinen kaputten Beinen! Ich könnte heulen, meine schönen Beine! Und ich weiß nicht einmal wegen was ich rennen muss. Ich werde gequält... Nie wieder Sänger... Nie wieder! Pauli und Eero dürfen gemütlich zum Auto schlendern. Haben die es gut... Und ich wette mit euch, ich Tollpatsch stolpere in dem dunklen Wald über irgendwas...

 

Aki

Mit düsterer Miene begibst du dich wieder auf den Weg und ich sehe dir noch hinterher, bevor ich Eero und Pauli wieder zum Wagen folge. Viel haben wir nicht zu tun, dürfen uns nur irgendwann die Masken runterziehen... warum werde ich in diesem Video eigentlich ohne Brille gefilmt?

Irgendwas fehlt da doch... die anderen meinen auch, sie könnten mich kaum wiedererkennen.

 

Lauri

Jetzt steh ich am 'alten' Auto und warte auf meinen Einsatz. Ich kann Geschnüffel hören.

"LICHT! KAMERA! ACTION!" Hundebellen dringt an mein Ohr... HUNDEBELLEN?! Neiiiiiiiiiiin!

Ich renne los, renne fast um mein Leben. Ich hasse Hunde! Der rennt mir nach! AKI, HILF MIR! Meine Beine tun weh und ein Hund will mich zerfleischen. Plötzlich kann ich fliegen und spüre einen Aufprall. Aua... meine Nase.

Und da rüttelt irgendetwas an meinem Bein, der Hund will mich fressen... Ahhhh....

 

Aki

Plötzlich vernehme ich einen lauten Schrei und sehe in der Ferne eine Gestalt durch die Gegend hetzen. Hm...? Was ist denn jetzt los? Bin ich im falschen Film und wir drehen jetzt 08/15 Comedys? Erstaunt sehe ich der Gestalt hinterher, sehe, wie die Kameras ihr folgen und sehe Eeros skeptischen Blick, der dasselbe zu sehen scheint wie ich.

„Mir scheint, da nimmt es jemand sehr ernst mit diesem Dreh hier...“ Fragend blicke ich ihn an.

„Ich setze 20€ auf den Hund...“, meint nun Pauli und sieht Eero auffordernd an. Ich beginne zu verstehen.

 

Lauri

Noch immer zerrt der Hund an meinem Bein und ich schreie um Hilfe. Verdammt, die Sache ist ernst!

"Hasso, AUS!" Doch der 'liebe' Hasso knurrt nur böse und kläfft bedrohlich und reißt meine Hose kaputt, nur um sich an meinem Bein zu vergehen.

"Ahhhhhhhhhhhhhh!", schreie ich laut, das tut weh.

"Lauri! Beruhig dich! Zeig deine Angst nicht!", ruft Seppo. Ja, leichter gesagt als getan! Ich verklage sie echt auf Schmerzensgeld. Warum hilft mir denn niemand, ich kann schon Blut an meinem Bein spüren... Ich werde sterben... Ich sehe schon den Zeitungsartikel:

"The Rasmus-Sänger Lauri Ylönen bei Videodreh von Hund zerfleischt."

 

Aki

Anstatt die Antwort des Regisseurs abzuwarten, sprinte ich nun los in Richtung Lauris und höre hinter mir noch Eeros und Paulis Rufe. Ich höre nicht auf sie und erblicke in der Ferne bereits Seppo, der neben einem Hund und einer am Boden liegenden Gestalt steht. „Lauri!“, schießt es mir durch den Kopf und als ich näher komme, sehe ich, dass Seppo den Hund am Halsband gepackt hat und Lauri sich wimmernd das Bein hält. Was ist denn das jetzt schon wieder? Wo? Wo –verdammt noch mal- sind Doubles, wenn man sie braucht...?

 

Lauri

"Aua... Mein Bein...", wimmere und jammere ich gleichzeitig. Du kommst zu mir und legst deine Hand auf meine Schulter, ich kann nur wimmernd zusammenzucken. Ich wusste schon immer, dass ich Hunde nicht mag und ich Angst vor ihnen habe. Seit meinem 3. Lebensjahr, als ich mal gebissen wurde. Auch in mein Bein. Ich hasse mein Leben, Hunde und nun auch Videodrehs ohne Double!!

 

Aki

Scheinbar geht es dir nicht besonders gut, also werfe ich unserem Manager einen vernichtenden Blick zu und nehme dich hoch und mit. Gleichzeitig werfe ich Seppo noch folgende Worte an den Kopf: „Du kannst morgen weiterdrehen. Ich und Lauri werden jetzt gehen...“

Sprachlos sieht er uns hinterher. Aber das interessiert mich nicht weiter, genug ist genug!

 

Lauri

Bin ich schon tot? Trägt mich grad ein Engel, der wie Aki aussieht, ins Paradies?

Aber ich lebe noch und Aki trägt mich zu dem Auto, wo Pauli und Eero stehen. Eero gibt Pauli grad 20 Euro in die Hand... Was soll das? Leicht kuschele ich mich an dich und schließe die Augen. 

 

Aki

Vernichtend sehe ich auch Eero und Pauli an, die wieder eine Wette auf Lauris Kosten abgeschlossen haben. Diese Sadisten! Wortlos gehe ich an ihnen vorbei, begebe mich in Richtung der Organisatoren, von denen ich erst einmal ein Taxi verlange. Ich möchte unsere Sachen zusammenkramen und dann schnellstmöglich nach Hause. Außerdem muss ich Lauris Wunde versorgen, Hundebisse sind nicht besonders vorteilhaft.

 

 

 

Lauri

Du hast mich auf einer Bank abgesetzt und willst unsere Sachen zusammen suchen. Irgendwie geht es mir nicht gut. Mir tut alles weh, mir ist schwindelig, schlecht und ich habe Hunger. Das Leben ist hart und ungerecht, immer auf die Kleinen...

Noch immer bist du nicht da, aber deine Blicke waren nicht nett. Weder die für Seppo, noch die für Pauli und Eero. Aber warum geben sie sich Geld?! ...Ich frage dich am besten gleich mal...

 

Aki

Du fragst mich aus welchem Grund Eero und Pauli Geldscheine austauschen. Was sage ich nun? Ah, genau... ich räuspere mich und wende mich dir zu: „Also, es gibt da so ein Gewinnspiel im Radio und Pauli hat die Absicht, mit der richtigen Seriennummer zu gewinnen. Aus dem Grund tauscht er mit den Leuten die ganze Zeit Geldscheine aus...“

Glaubst du mir das?! Überzeugt von meinen eigenen Worten lächele ich in deine Richtung und freue mich, dass endlich das Taxi da ist.

 

Lauri

Aha... Und was will Pauli damit erreichen? Ich weiß es nicht...

Es schwerfällig erhebe ich mich und du hilfst mir zum Taxi, hievst mich hinein und nennst dem Taxifahrer die Adresse. Ich lehne mich zurück und schließe etwas die Augen, will mich ausruhen. Ich werde nie wieder ein Video drehen...

Nicht unter so Umständen, das ich eh nur verletzt werde und auf diese Art auch mental fertig gemacht werde.

 

Aki

Am Studio angekommen, springe ich kurz raus, hole unsere Sachen und geselle mich anschließend wieder zu dir ins Taxi. Danach nenne ich dem Fahrer eine neue Adresse und wir fahren direkt zu mir. Besorgt beobachte ich dich während der Fahrt, scheinbar bist du sehr erschöpft und müde. Als wir ankommen, stupse ich dich an, du blinzelst mich an und ich bringe es fertig, unsere Sachen und dich zusammen zu nehmen. Das soll mir erst einmal einer nachmachen!

 

Lauri

Etwas schwerfällig trägst du mich in dein Reich und setzt mich auf dem Sofa ab. Sofort mache ich es mir gemütlich und döse leicht vor mich hin, während du durch deine Wohnung tigerst und irgendwas suchst.

Leicht gähne ich mit vorgehaltener Hand und seufze darauf hin. Ich bin echt kaputt und würde gerne später dir noch mein Herz ausschütten.

 

Aki

Nachdem ich dich aufs Sofa gebettet habe, begebe ich mich ins Badezimmer und suche fieberhaft diesen Erste-Hilfe-Koffer, den ich irgendwann einmal hatte. Wo ist das verdammte Teil? Fluchend durchsuche ich alles und finde ihn schließlich unter einem Stapel von Handtüchern versteckt. Was das wohl soll?

Ungläubig nehme ich den Koffer mit ins Wohnzimmer zu dir und setze mich zu dir aufs Sofa. Bitte dich, mir deine Wunde zu zeigen.

 

Lauri

Ganz vorsichtig krempele ich das Hosenbein hoch und deute mit meinem Finger auf die Bisswunde, schaue sie mir jedoch nicht an. Sie tut schon so verdammt weh und brennt auch noch. Manchmal kann das Leben hart sein, vor allem meines. Alles viel Trouble und Pi-Pa-Po.

 

Aki

Wirklich schlimm aussehen tut die Wunde immerhin nicht. Vorsichtig entferne ich das Blut und desinfiziere das Ganze. Du wimmerst leise vor dich hin und ich beeile mich, das Ganze zu notdürftig verbinden. Mein armer Liebling ist heute von Verletzungen geplagt. Dann lächele ich in deine Richtung und schließe dich in meine Arme. Es gibt immer einen Morgen und ich werde es sicherlich nicht zulassen, dass du erneut solche Qualen durchleiden musst.

 

Lauri

"Können wir schlafen gehen?", frage ich leise und kuschele mich an dich. Ich lausche deinem Herzschlag und lächele vor mich hin. Er beruhigt ungemein und ich döse wieder für ein paar Sekunden weg, als der Schmerz nachlässt und du mich sanft hochhebst, mit mir ins Schlafzimmer gehst und mich auf dein Bett legst. Du hilfst mir beim Ausziehen meiner Hose und deckst mich zu, ehe zu selber unter die Decke schlüpfst.

 

Aki

„Gute Nacht, mein Honigkuchenpferdchen“, erkläre ich breit grinsend und lege meinen Arm um dich. Schläfrig blinzelst du mich noch einmal an, bevor du die Augen schließt. Auch ich spüre die Müdigkeit in meinen Gliedern, der Tag war wirklich anstrengend...

Dann sinke ich langsam aber sicher ins Reich der Träume. Träume, die ich nicht träumen wollte...

 

Lauri

Ich habe einen ziemlich unschönen Traum. Ich träume vom Videodreh und dem Hund. Er beißt mich und plötzlich sehe ich überall nur noch Blut. Da liege ich, der Hund hat mit zu Tode gebissen und alle stehen stumm dort, lächeln kalt, auch du. Es regnet und ich kann als Geist erkennen, wie Seppo anfängt zu sprechen.

"Was machen wir jetzt?" Du zuckst nur mit den Schultern und gehst einfach davon. Mein Geist folgt dir, zum Studio bist du gelaufen, triffst dich dort mit dem Groupie, der damals an meiner Tür stand. Du nimmst ihre Hand und gehst mit ihr davon...

Ich reiße meine Augen auf und schreie.

 

Aki

...und wieder bin ich ein stummer Zuschauer deines Todes. Den ich verursache. Ich? Bin das ich? Ich, der vor mir steht und mit eisigem Blick auf dich hinabsieht. Ich bin es. Aber ich habe das nicht getan. Ich wollte es nicht tun. Ich würde es nicht tun. Glaub mir bitte, ich flehe dich an... Still flüstere ich es dir zu, doch zu reagierst nicht. Stille. Keine Reaktion.

Bis plötzlich ein Schrei mich aufschrecken lässt. Du bist doch tot? Oder...?

Mit einem Mal wird mir bewusst, dass ich in einem Traum gefangen bin. Krampfhaft zwinge ich mich dazu die Augen zu öffnen und stelle fest, dass eine verschwommene Gestalt neben mir –du- aufrecht im Bett sitzt. Was ist passiert?!

 

Lauri

Was war das für ein Traum? Mir ist so schrecklich kalt. Ich zitterte am ganzen Leib und schlinge die Arme um mich, um mich vielleicht selbst etwas zu wärmen. Meine Schluchzer beben und zittern, sind ziemliche leise und gequält.

Was hatte dieser Traum zu bedeuten? War es, weil mich der Hund gebissen hat und ich noch mehr Angst vor den Tieren habe? Aber was hatte das Mädchen zu bedeuten, warum bist du mit ihr weggelaufen? Warum hast du keine einzige Träne vergossen?

Aki

Wirklich beachten scheinst du mich nicht. Schluchzt nur leise vor dich hin und schlingst deine Arme um dich. Was ist geschehen? Verwirrt sehe ich mich um, der Traum von eben verblasst zusehend und ich stelle fest, dass alles aussieht wie immer. Ein Schlafzimmer, die Sonne scheint und es ist bis auf deine Schluchzer totenstill.

Nachdem ich etwa eine Minuten gebraucht habe, um mich zu orientieren, wende ich mich dir zu und lege meine Arme um dich.

„Was ist geschehen...?“, frage ich leise.

 

Lauri

Noch immer am Zittern, lehne ich mich an dich.

"Ich hatte einen Alptraum.", murmele ich leise und beginne, ihn dir zu erzählen.

"Ich habe vom Videodreh geträumt, der Hund hat mich zu Tode gebissen, keiner von euch hat eine Träne vergossen... und du bist mit einem Groupie... Hand in Hand einfach weggegangen..." Ich kuschele mich leicht an dich, meine Schluchzer verstummen langsam.

 

Aki

„Das würden wir bestimmt nie tun...“, erkläre ich leise und drücke dich fester an mich. Nie würde ich auf so eine Idee kommen. Ich denke, nein, ich weiß, dass auch Pauli und Eero sich niemals so verhalten würden. Auch trotz der Wetten, obwohl ich wegen denen noch einmal ein Gespräch führen sollte. Wetten auf deine Kosten, also nein!

„Außerdem.. liebe ich dich doch...“, füge ich hinzu und starre stumm aus dem Fenster. Sonne, nur Sommer ist nicht.

 

Lauri

Ich schließe meine Augen einen Spalt und beginne dir langsam mein Herz auszuschütten.

"Ich kann langsam nicht mehr Aki... Immer muss ich das Schmerzvollste bei den Videos machen. Ich habe das Gefühl sie wollen mich fertig machen... Ich habe das Gefühl, die Szene mit dem Hund war Absicht, um meine Nerven zu prüfen, wie weit sie gehen können... Sie wissen doch, dass ich panische Angst vor Hunden habe...", murmele ich leise.

 

Aki

Scheinbar beschäftigt dich die ganze Sache mit dem Videodreh ernsthaft. Ich denke eigentlich nicht, dass sie dir wirklich schaden wollen, aber das gestern war nun wirklich oberhalb der Schmerzgrenze angesiedelt. Wenn wir uns keine Doubles leisten können, müssen wir eben etwas Anderes drehen, so sehe ich das und das erkläre ich dir auch.

„Ich werde mich morgen oder so mit Seppo auseinandersetzen. Das wird nicht wieder vorkommen...“, sanft streiche ich dir über deine Wange.

 

Lauri

Ich nicke leicht und schmiege meine Wange in deine Hand. Dann mache ich es mir erst einmal wieder gemütlicher und kuschele mich an deinen warmen Körper.

Hm... ich könnte den ganzen Tag im Bett liegen, aber wir müssen noch das Video fertig drehen und das schnellstens.

 

Aki

Zum Glück ist der Videodreh heute erst irgendwann am Abend angesetzt, bis dahin bleibt noch viel Zeit. Ich sehe, wie sich ein zufriedenes Lächeln in deinem Gesicht ausbreitet und erkundige mich, ob deine Wunde von gestern noch schmerzt.

 

 

Lauri

Ich kann nur nicken, es brennt ganz schön und ich bin froh, dass ich liegen kann. Zudem sind meine Beine noch aufgeschürft und das brennt ebenfalls wie die Hölle.

Manchmal könnte ich Seppo an die Wand klatschen, er achtet nie auf das Wohlergehen der Bandmembers, beziehungsweise auf die des Sängers. Einen guten Sänger kann man ja leicht finden, aber einen guten Drummer, einen guten Gitarist und einen guten Bassisten zu finden ist schwer. Deshalb behandelt euch Seppo auch immer wie die Könige.

 

Aki

Du nickst und ich frage mich, ob es wirklich gut ist, heute weiterzudrehen. Es steht deine Gesundheit gegen unsere etwas geplagte Kasse. So gesehen würde ich eher die Kasse leiden lassen, aber ich denke nicht, dass ich das vor Eero, Pauli und unserem Manager durchsetzen kann, denn leider bin ich nicht der Alleinverantwortliche. Doch soweit ich das überblicke, sind die heute zu drehenden Szenen auch ruhiger als die gestrigen. Immerhin ein kleiner Trost...

 

Lauri

Ich bin immer noch ziemlich kaputt von gestern. Ich kuschele mich in die Kissen und möchte mich noch etwas ausruhen... Ich höre dich noch etwas summen, ehe ich wieder einschlafe. Als ich wieder erwache ist es schon später Nachmittag und mein Bauch verlangt nach essen. Als könntest du Gedanken lesen, bist du gerade am Kochen, wie ich es rieche. Was es wohl gibt? Neugierig stehe ich auf und tapse vorsichtig, aufgrund meiner Beine, zur Küche.

 

Aki

Irgendwann gegen frühen Nachmittag verlasse ich unser Lager schließlich und begebe mich in Richtung der Küche. Wenn du aufwachst nachher, hast du sicherlich Hunger, also sollte ich wohl etwas kochen, um dich zufrieden zu stellen. Fragend sehe ich mich in der Küche um und begebe mich schließlich zum Tiefkühlfach. Als ich dieses öffne, grinse ich breit freue mich, perfekt, genau das Richtige...

Nun mache ich mich daran, die Fischstäbchen zu braten und sehe dich irgendwann in der Küchentür auftauchen.

 

Lauri

Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und strecke mich.

"Was kochst du da?", frage ich dich ganz kleinlaut und setze mich auf einen Küchenstuhl. Ah, das tut meinen Beinen gut. Sie wollen nicht stehen, ein paar Minuten länger und meine Beine hätten den Geist aufgegeben.

Ich beobachte dich, wie du dich von dem Herd abwendest und zur Antwort ansetzt...

 

Aki

„Fischstäbchen... magst du die?“, ich mag sie jedenfalls beizeiten ganz gerne. Hoffentlich habe ich auch deinen Geschmack damit getroffen. Doch du antwortest zunächst nicht und ich bemühe mich schnell darum, die Fischstäbchen zu wenden, nicht, dass sie noch anbrennen. Selbst, wenn ich kein großer Koch bin, anbrennen muss nun wirklich nichts.

 

Lauri

"Mhm, ich mag Fischstäbchen..." Ist ja auch Fisch, den esse ich auch mal ganz gerne, als immer nur Gemüse und Obst. Ich beobachte dich beim Kochen, wie du die Fischstäbchen wendest, die Teller holst du die fertigen Fischstäbchen schon mal verteilst.

 

 

Aki

„Das freut mich“, breit lächele ich in deine Richtung und trage das Mahl schließlich auf. Zum Glück habe ich in weiser Voraussicht den Tisch schon ein wenig gedeckt gehabt und nun stelle ich dir einen Teller mit Fischstäbchen vor die Nase und frage, ob du auch gern etwas von dem Kartoffelsalat hättest. Du nickst nur und ich fülle ein wenig auf deinen Teller.

 

Lauri

"Danke...", sage ich leise und beginne mit dem Essen. Wir müssen gleich los und ich will mir noch eine Dusche gönnen. Ich bin mal gespannt, wie sie mich heute wieder Quälen wollen. Du beginnst auch zu essen. Nachdem ich meinen Teller leer gegessen habe, bringe ich ihn zur Spüle und gehe langsam in dein Bad um zu duschen.

 

Aki

Wie ein gestrandeter Wal schleichst du nach dem Essen ins Bad und mir fällt auf, dass es dir wirklich schlecht zu gehen scheint. Also greife ich nach dem Telefon, tippe eine Nummer ein und versuche jemanden zu erreichen. Zum Glück gelingt mir das auch und ich führe eine kurze Diskussion, bis ich schließlich wieder auflege und ans Bad klopfe...

„Lauri? Der Dreh findet doch erst wieder morgen statt...“

 

Lauri

"Warum?" Warum drehen wir erst morgen weiter. Ich drehe das Wasser ab um mir deine Erklärung anzuhören. Meine Beine brennen durch das Wasser und sie sehen, ich habe mich getraut sie zu betrachten, schrecklich aus. Als wären sie durch einen Fleischwolf gedreht und nicht abgetrennt worden. Allein bei dem Gedanken wird mir übel und schwindelig.    

 

Aki

„Um dein Leben zu garantieren...“, antworte ich nur und frage dann, ob bei dir alles halbwegs in Ordnung sei. Ich hoffe inständig, das du morgen wieder ein klein wenig besser drauf bist, damit nicht alles noch weiter unnötig verschoben werden muss. Aber dich heute zum Dreh zu schicken, gleicht einem Suizidversuch und das werde ich dir nicht zumuten lassen!

 

Lauri

Seufzend lehne ich mich an die kalte Wand von der Dusche. Ich bekomm sicher wieder eine geschrieene Standpauke von Seppo, weil mal wieder wegen mir alles verschoben werden muss. Der Boden in der Dusche ist rutschig und meine Beine machen nicht mehr lang. Verzweifelt versuche ich mich irgendwo festzuhalten, als ich ausrutsche und dann doch auf den Hintern knalle, meine Beine machen Bekanntschaft mit der Wand. Bullshit!

 

Aki

Plötzlich vernehme ich einen dumpfen Knall im Badezimmer. Ob dir etwas passiert ist?! „Lauri? Lebst du noch?“ Keine Antwort. Also reiße ich die Tür auf und stelle fest, dass du in der Dusche umgekippt bist, scheinbar sind deine Beine heute nicht besonders belastungsfähig. „Hast du dir wehgetan?“

 

Lauri

Du fragst, ob ich mir weh getan habe.

"Ja..." Es ist nur ein Flüstern von meiner Seite. Jetzt tut mein Hintern weh und meine Beine brennen noch mehr als vorher. Ein wenig in Rot getaucht grapsche ich nach einem Handtuch und verdecke das Nötigste. Langsam kommst du näher und öffnest die Duschtür.

 

 

Aki

Ich greife in die Dusche hinein und versuche dich hochzunehmen, was wir schließlich auch gelingt. Auf dem Arm trage ich dich nun wieder ins Schlafzimmer und setze dich dort aufs Bett. Zeit, um deine Wunde einzusalben und neu zu verbinden. Vorher hole ich jedoch ein zweites Handtuch und trockne dich mit Ausnahme der Wundstellen ein wenig ab. Nicht, dass nachher das ganze Bett auszuwringen ist.

 

Lauri

Während du das Handtuch wegbringst, ziehe ich mir eine meiner Boxershorts an und warte auf dich. Du willst meine Beine einsalben und verbinden. Was wird Seppo mir morgen wohl wieder vorwerfen? Ich will’s eigentlich gar nicht wissen, denn meine Schuld war es sicher nicht! Er hat doch den ganzen Mist 'angezettelt' und ist an meinen Schmerzen schuld. So ein Idiot!

 

Aki

Nach kurzer Zeit kehre ich mit dem Medizinkoffer in der Hand wieder zu dir zurück und verteile vorsichtig Wundsalbe auf deinen Beinen und achte darauf, keinen größeren Druck auf die Stellen auszuüben. Anschließend verbinde ich das ganze neu und frage dich, was du jetzt machen möchtest. Was weiß ich, ob es in deinem Interesse ist, den Tag über stumm im Bett zu liegen oder ob du lieber im Wohnzimmer fernsehen möchtest...

 

Lauri

Ich entscheide mich für das Bett, ich möchte mich nicht bewegen, meine Beine tragen mich nicht mehr. Ich hoffe morgen geht's ihnen besser, deswegen möchte ich sie schonen. Du nickst, verschwindest aus dem Schlafzimmer und lässt mich alleine zurück.

 

Aki

Gerade als ich gehe, fällt mir etwas ein und ich kehre wieder zurück, frage dich, ob und was du gerne trinken oder essen würdest. Nicht, dass du mir in der Zwischenzeit verhungerst oder verdurstest.

 

Lauri

Ich kann nur den Kopf schütteln, bin noch satt von den Fischstäbchen. Dann gehst du wieder und lässt mich nun wirklich zurück. Ich seufzte leise und vergrabe mich unter der Decke. Ob dir meine 'Pflege' zu viel wird? Bin ich dir etwas zu anstrengend...?

 

Aki

Zurück im Wohnzimmer mache ich mich daran, meine Post durchzusehen und einige wichtige Rechnungen zu beantworten. So selten, wie ich zu Hause bin, stapelt sich die Post jedes Mal und ich bin nicht erpicht darauf, Mahnungen geschickt zu bekommen. Seufzend beginne ich also mit der Arbeit und werde erst gegen Abend damit fertig.

Als ich nach dir sehe im Schlafzimmer, stelle ich fest, dass du scheinbar wach bist...

 

Lauri

Ich höre Schritte, es sind deine und du kommst zu mir ans Bett, streichst mir über den Kopf.

"Warum bist du wach?", fragst du ganz leise.

"Ich kann nicht schlafen...", sage ich wahrheitsgemäß und blicke zu dir auf.

 

Aki

„Woran liegt das...?“, möchte ich wissen und setze mich zu dir aufs Bett, „Soll ich hier bleiben?“ Du nickst langsam und ich lege mich neben dir aufs Bett. Wirklich müde bin ich noch nicht, aber ich sehe dir gerne zu, beobachte dich gerne. Leicht fange ich an zu lächeln. Mich überkommt ein Gefühl von innerer Zufriedenheit in diesem Augenblick.

 

Lauri

Ich kuschele mich leicht an dich und döse etwas. Dein Geruch ist toll, ich sauge ihn in mich ein. Du riechst etwas nach Vanille und nach dir, nach Aki eben. Ich seufzte leise und döse weiter vor mich hin. 

 

Aki

Mit der Zeit überkommt ich dann doch ein Gefühl von Müdigkeit und ich schließe ein wenig meine Augen, habe meinen Arm um dich gelegt. Erst viel später meldet sich mein Bewusstsein zurück und ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es etwa neun Uhr abends ist. Mit einem Mal bewegst du dich und blinzelst mich verschlafen an. Wie soll man das nennen? Seelenbande?

 

Lauri

Ich rolle mich zusammen, will schlafen und die Schmerzen vergessen, nicht an Morgen denken müssen. Ich will nicht dorthin, will nicht wieder von Seppo vor allen, vor der ganzen Crew, zusammengestaucht werden. Das bringt er öfters. Ich erinnere mich zurück. Es war dein erster Tag bei uns als Drummer, ich hatte mich in dich verliebt. Seppo hatte mich dann für etwas zusammen gestaucht, das ich nicht getan hatte.

Das war das einzige Mal, dass ich danach eine Woche mit niemanden geredet und mich in meiner Wohnung eingeschlossen habe. Bis zu mich fandest, mich als kleines Häufchen Elend. Du warst zum Hausmeister gegangen und hattest dir den Schlüssel geholt.

 

Aki

Mein Blick wandert zum Fenster, betrachte die Dunkelheit, sehe vereinzelte Sterne und das Licht des Hauses gegenüber. Der heute gut zu erkennende Mond erhellt dein Gesicht mit seinem Licht, lässt dich für einen Augenblick wie einen wirklichen Engel erscheinen. Zu schön für diese Welt. Zu schön für mich...

Seit wann denke ich eigentlich so? In der letzten, kurzen Zeit hat sich mein gesamtes Denken radikal verändert und erst jetzt und hier fällt es mir auf...

 

Lauri

Ich denke weiter zurück. Du hattest mich aus meiner Wohnung geholt und mich erst einmal wieder aufgepäppelt. Ich war dir damals dankbar, dass du dich um mich gekümmert hast. Aber dann, als es mir wieder gut ging, hat Seppo mich wieder zusammengestaucht, aber dieses Mal bin ich stärker gewesen. Du hattest zu mir gesagt: "Lass dich nicht unterkriegen, Lauri!"

 

Aki

...plötzlich bist du mein Leben und ich habe es nicht einmal mitbekommen. Ist das immer so? Soll das so? Du erhellst plötzlich die Dunkelheit und ich habe vergessen was war, bevor ich dich zum ersten Mal bewusst sah. Was war das für eine Zeit? Wie habe ich dort gelebt? Ich erinnere es nicht mehr...

 

Lauri

Ich sehe zur Uhr. Es ist nun schon 23 Uhr und um 9 Uhr geht morgen alles wieder los. Ich seufze leise.

"Gute Nacht Aki...", murmele ich und schließe meine Augen um zu schlafen. Meine Nacht wird traumlos und um 7 Uhr weckst du mich mit einem Frühstück.

Aki

Diese Nacht überstehe ich traumlos, zum Glück, und am nächsten Morgen springe ich gegen 6 aus dem Bett, um dir ein Frühstück bieten zu können. Vor sieben möchte ich dich auch nicht aufwecken und mache mich schwerfällig daran, zu duschen und Pfannkuchen zu backen. Dabei hege ich die Stille Hoffnung, dass sie dir schmecken werden...

Anschließend lade ich das Essen auf ein Tablett und kehre schließlich ins Schlafzimmer zurück. Sanft rüttele ich dich wach und stehe mit dem Tablett vor dir, verschlafen blinzelst du mich an. Niedlich.

 

Lauri

Gähnend reibe ich mir den Schlaf aus den Augen. Du hast ein Frühstück vorbereitet und lächelst mich an.

"Lass es dir schmecken!", murmelst du leise. Ich nicke eifrig.

"Na klar!" Und schon schlage ich zu. Du hast Pfannkuchen gemacht und du weißt doch, wie sehr ich deine Pfannkuchen mag. Ein Pfannkuchen nach dem anderen verschwindet von meinem Teller, du reichst mir inzwischen schon die 5. Tasse Kaffee.

"Danke!" Warm lächele ich dich an und nehme die warme Tasse an mich, nippe an ihr und leere sie nach einigen Sekunden. Wir müssen ja heute wieder zum Videodreh und ich bekomme sicherlich Ärger von Seppo.

 

Aki

Freudig schlingst du mein Essen hinunter und ich beobachte dich lächelnd. Für einen Moment keine Sorgen haben und für einen Moment nicht daran denken, was nachher sein wird. Das hat doch etwas Entspannendes und Beruhigendes an sich... zumindest bis du dein Mahl beendet hast, aufstehst und mit einem Lächeln in die Dusche verschwindest. Scheinbar bist du heute durchaus bewegungsfähiger als am gestrigen Tage. Schön. Ich hoffe nur, dass der Dreh nicht zu anstrengend sein wird. Ansonsten sehe ich mich gezwungen, ganz andere Seiten aufzuziehen.

 

Lauri

Als ich unter der Dusche stehe, wird mir wieder bewusst, was heute alles zu tun bzw. zu meistern ist. Seppo wird meckern, ich darf mich nicht unterkriegen lassen und auf keinen Fall in Tränen ausbrechen.

Und ich darf auch nicht zurückzicken, ich bin nicht so niveaulos wie Seppo es in diesem Augenblick sein wird. Meinen Stolz habe ich nämlich noch!

Ich nehme mir ein Handtuch, trockne mich ab und ziehe mich an. Dann schminke ich mich schnell, ich war mal so schlau ein paar Sachen von mir bei dir zu lassen, und mache meine Haare. Dann gehe ich zu dir in den Flur, wo du schon wartest und mir meine Jacke reichst.

 

Aki

Ich gebe dir deine Jacke und meine nur: „Auf den Kampf...“ Anschließend schließe ich die Tür ab und wir gehen zu meinem Auto und fahren zum Drehort. Dieses Mal bin ich nicht gewillt zum Taxi fahren und bringe dich lieber selbst hin und auch wohlbehalten zurück. Zumindest habe ich mir Letzteres vorgenommen und geschworen, es auch umzusetzen.

Auf der Fahrt herrscht jedenfalls Schweigen bis du den CD-Player bemühst und leise zu Life 705, der alten Version, mitsingst...

 

Lauri

Leise singe ich die alte Version von Life 705 mit, ich mag die Version nicht wirklich, die von Hell of A Collection war besser.

Langsam aber sicher geraten wir in einen kleinen Stau und müssen mit Verspätung rechnen. Dafür bekomme ich sicher auch die Schuld von Seppo zugeschoben. Ich seufzte nur leise und singe dann noch ein wenig bei den nächsten Liedern mit, bis wir schließlich aus dem Stau herauskommen.

 

Aki

Genervt tippe ich mit meinen Fingern auf dem Lenkrad herum und bin sehr erleichtert, als sich der Stau auflöst und wir wieder freie Fahrt haben. Wenig später kommen wir auch schon an, noch auf die Sekunde genau pünktlich. Eero und Pauli erwarten uns bereits und als wir das Auto verlassen kommt Pauli mir mit folgenden Worten entgegen: „Hi Aki, möchtest du heute nicht auch an der Wette teilnehmen? Etwas höhere Einsätze steigern die Spannung...“

„Was für eine Wette?“, frage ich trocken und schließe das Auto ab, nicht, dass es mir hier noch jemand entwendet.

„Ach, du weißt schon. Dieselbe wie immer. Heute gibt es zwar nicht viel zu wetten, aber wir könnten z.B. darauf wetten, wann er denn nun zusammenbricht. Sagen wir so 30€ pro Nase...“

Entsetzt sehe ich ihn an.

 

Lauri

Während du noch mit Pauli irgendwas am Auto beredest, gehe ich schon mal in das Studio und lasse mich auf der Bank nieder. Irgendwie ist keiner von euch hier im Studio und dann heißt es also für mich warten. Als nach knapp 15 Minuten immer noch keiner auftaucht, schaue ich aus dem Fenster zum Drehort.

Dort sehe ich Seppo wie ein Rohrspatz schimpfen und nach jedem 2. Wort meine ich, meinen Namen zu hören.

 

Aki

Kaum habe ich Pauli abgeschüttelt, sehe ich mich um und... du bist verschwunden. Verwundert sehe ich mich um und vermag dich nicht zu erspähen. Seltsam, denke ich noch, bevor Seppo auf uns zukommt, uns zum Drehort mitschleppt und anfängt, uns anzuschreien. Wobei ich nicht genau verstehe, aus welchem Grund. Ständig nennt er deinen Namen und scheint nicht einmal bemerkt zu haben, dass du nicht einmal anwesend bist.

„Ähm...“, räuspere ich mich und ziehe somit Seppos wütenden Blick auf mich.

 

Lauri

Langsam erhebe ich mich und gehe zu euch. Jetzt schreit er euch an, das will ich nicht!

Seppo sieht nun dich böse an, schließlich komme ich bei euch an. Seppo schaut nun mich an, sein Blick wird immer böser und er beginnt wie ein Irrer mich anzuschreien und mir wieder einmal Vorwürfe zu machen.

"Nie bist du pünktlich, alles muss man wegen dir verschieben! Nie machst du was richtig...", schreit er und sein Kopf ist ganz rot. Eero und Pauli sind schon zurückgewichen, ich glaube sie haben Angst vor Seppo.

 

Aki

Als er beginnt, dich wie ein Verrückter anzubrüllen, werde ich wütend. Als wenn du etwas dafür könntest!

Also stelle ich mich direkt vor Seppo, der einen Moment stockt und mich etwas irritiert anstarrt. Diesen Überraschungsmoment nutze ich nun für meine Retourkutsche aus: „Jetzt mach aber mal halblang! Wir sind Musiker und keine Stuntmen! Du kannst nun wirklich nicht erwarten, dass wir alles mitmachen und dann halbtot weiterdrehen! Außerdem war das meine und nicht seine Entscheidung! Also halt jetzt einfach mal die Klappe und dreh diese verdammte Szene zuende!“

Erschrocken sehen mich alle an. Scheinbar war meine Ansprache doch relativ laut. Aber eines habe ich erreicht, Seppo schweigt nun.

 

Lauri

Nachdem du Seppo angefahren hast, ist er ganz klein mit Hut. Er grummelt nur noch was von letzten Szenen und dann wäre das Video fertig. Der Kameramann gibt mir die Anweisung, die Hunde-Szene... Er meint, ich solle nicht so langsam rennen, aber wenn er meint mit meinem Fuß klappt das. Pauli, Eero und du seid nicht da, ihr scheint im Studio zu sitzen und einen Kaffee oder desgleichen zu genießen.

"Licht, Kamera, Action!" Ich versuche zu rennen, aber raus kommt nur ein misslungenes Humpeln. Nicht mal als der Hund an mir schnuppert bringen meine Beine die nötige Kraft auf, damit ich rennen könnte.

 

Aki

Du wirst zum Drehort geleitet und wir anderen drei begeben uns ins Studio. Während Eero und Pauli dieses Mal wetten, dass du nicht ohne Knochenbruch davonkommen wirst, sehe ich besorgt aus dem Fenster zu. Wirkliches Rennen bringst du nicht zustande. Wie auch? Du konntest gestern schließlich nicht einmal mehr gehen. Ob das dennoch etwas wird? Ein wenig entfernt höre ich bereits einen der Zuständigen mit einem Computerspezialisten diskutieren. Sie möchten es so retuschieren, dass das ganze wie ein wildes Rennen auf den Zuschauer wirkt. Was es nicht so alles gibt...

 

Lauri

Als dann diese Szene endlich im Kasten ist und ich hinter diesem Baum stehe, lasse ich mich erst mal erschöpft an ihm herabsinken. Für einen Moment schließe ich meine Augen und vergesse alles um mich herum und versuche auch nur das kleinste Geräusch zu überhören. Doch da kommt ein ziemlich großes Geräusch.

"Lauri, beweg deinen Arsch! Wir sind noch nicht fertig!", fährt mich Seppo an. Danke, ich weiß, dass wir noch nicht fertig sind. Nutzt es grade aus, dass Aki nicht hier ist.

 

Aki

Schließlich bist du nicht mehr in Sichtweite und ich geselle mich seufzend zu Eero und Pauli, die diskutieren, ob eine Verstauchung nicht auch bereits eine erfüllte Wette darstellen könnte. Ich unterlasse es an dieser Stelle, sie anzufahren, habe keine große Lust darauf und höre lieber einfach nicht hin. Konzentriere mich ganz auf mich selbst. Oder auf dich, der Gedanke meiner freien Gedanken...

„Aki? Was meinst du?“, fragt Eero mich, ich sehe ihn an, „Ist eine Verstauchung nicht auch schon zulässig? Ich meine, Knochenbruch ist doch unfair von Pauli, finde ich...“

„Halt die Klappe...“, sage ich lediglich und starre auf den Boden. Noch ein Wort von denen und ich raste aus!

 

Lauri

Schweigend erhebe ich mich, damit Seppo seine Klappe endlich mal hält. Er schimpft weiter mit mir herum, langsam geht er mir auf die Nerven. Wieder darf ich mir anhören, ich wäre faul, nutz- und talentlos. Noch ein Wort von ihm und ich raste aus. Da kommt auch schon das 'Wort', das als ganzes Diktat hinhalten könnte.

"JETZT HÖR AUF DAMIT! DU HACKST STÄNDIG AUF MIR RUM! SUCH DIR DOCH WEN ANDERES!", schreie ich ihn an und laufe los, Richtung Studio. Seppo, der eben noch wie eine Salzsäule dastand, kommt mir hinterher und hält mich fest.

"LASS MICH LOS!", fahre ich ihn an und kann nur noch ein Klatschen und Schmerz in meiner rechten Wange spüren.

Aki

Ich bin ruhig und ausgeglichen... die Ruhe selbst... niemand könnte ruhiger sein als ich. Ich, ein Wunder der Ruhe, das sogar Eero Konkurrenz macht. Ruhig, ruhiger... hm? Lautes Gebrüll erreicht mein Ohr und ich erhebe mich, sehe aus dem Fenster. Dort stehst du in der Nähe unseres Studios, Seppo hält dich fest und... klatscht dir eine!

Ich glaub’s ja wohl nicht!

Meine Meditation von eben ist vergessen und ich reiße die Tür auf und renne zu dir und Seppo. Du stehst wie vom Donner gerührt in der Gegend herum, verlierst kein Wort und hältst dir nur schweigend die Wange. Ich beachte dich nicht weiter, stelle mich vor Seppo:

„DU HAST SIE JA WOHL NICHT MEHR ALLE! SCHLÄGST LAURI! ICH GLAUBE DU HAST MICH VORHIN NICHT RICHTIG VERSTANDEN, WAS?! ICH WERDE MICH BESCHWEREN BEI DEINER ARGENTUR, DASS DIE SO HIRNLOSE VERRÜCKTE EINSTELLEN ODER WIR WECHSELN DIE ARGENTUR! AUF JEDEN FALL WIRST DU DAS BEREUEN!!!“

Huh, mein Hals schmerzt, wie laut war ich eigentlich?

 

Lauri

Ich kann dich nur Seppo anschreien hören, was du schreist, weiß ich nicht. Vor mir verschwimmt alles und plötzlich kann ich nur noch Stimmen hören, dann einen Windzug. Aufgeregte Stimme um mich, ich liege irgendwo, es ist kalt und hart.

Dann spüre ich warme Luft um mich, die mich fast erdrückt.

Die Stimmen werden leise, ich kann nur deine Stimme hören, verstehe aber kein Wort von dem, was du sagst.

 

Aki

Kaum ist meine Standpauke vorbei, stelle ich erschrocken fest, dass du umgekippt bist. Liegst plötzlich auf dem Boden und ich lasse sofort von Seppo ab und wende mich dir zu. Beuge mich über dich, rufe deinen Namen, doch du reagierst nicht. Seppo steht nur ungerührt da und starrt Löcher in die Luft. Wie nutzlos ist der Kerl eigentlich?! „Hol sofort einen Arzt!“, schnauze ich ihn an und er verschwindet. Gut so.

Dann tauchen auch Pauli und Eero bei uns auf und sehen dich besorgt an, während sie leise miteinander reden: „Eero... ich habe gewonnen...“

„Wieso? Du hattest auf unbeschadetes Überstehen gewettet...“

„Aber ein Knochenbruch ist es doch nicht, eine Verstauchung auch nicht. Also habe ich gewonnen...“

„Schwachsinn...“

Ich glaube, wir müssen nicht „nur“ den Manager wechseln.

 

Lauri

Lichter flimmern vor meinen Augen, als ich diese leicht öffne. Alles dreht sich und ich sehe nur noch bunt.

Ich versuche mich aufzurappeln, doch mein schmerzender Kopf macht mir einen Strich durch die Rechnung. Vor Schmerzen stöhnend lasse ich mich wieder in den Schnee sinken.

Noch immer ist alles bunt um mich und ich kann meinen Namen hören.

Du rufst ihn, es ist ganz klar deine Stimme.

Die bunten Farben weichen in schwarz.

 

Aki

Für einen Moment scheinst du wieder bei Bewusstsein, willst dich aufrappeln... doch dann sinkst du zurück, scheinst ganz dahinzuschwinden. Ich höre mich deinen Namen rufen und verfluche mich innerlich. Schon wieder habe ich versagt und ein Versprechen gebrochen, so geht das nicht.

Auf mich selbst wütend warte ich nun verzweifelt auf einen Arzt, der sich deiner annimmt und der auch kurz darauf auftaucht. Endlich!

Dieser untersucht dich und erzählt uns, dass du einen Kreislaufzusammenbruch erlitten haben würdest, dass du aber bald wieder aufwachen würdest. Erleichtert atme ich auf, als ich erfahre, dass es nicht so schlimm zu sein scheint. Nicht einmal ins Krankenhaus musst du und so entschließe ich mich, dich bei dir zu Hause ins Bett zu verfrachten für die nächste Zeit. Anstrengung ist tödlich, schärft mir der Arzt noch ein.

Seppo bedenke ich noch mit einem –hoffentlich- tödlichen Blick, bevor ich dich vorsichtig hochnehme und überlege, wie wir hier wegkommen.

 

Lauri

Als ich erwache, liege ich weich. Ich schnuppere kurz und erkenne den Geruch. Mein Bett! Ich öffne meine Augen einen Spalt, alles dunkel und auch der Rest der Wohnung.

Und du bist auch nicht da.

Nachdem ein kleiner Seufzer mich meine Augen wieder schließen lässt, kuschele ich mich etwas mehr in meine Decke.

Warum bist du nicht hier?

 

Aki

Irgendwie habe ich es mit Eeros und Paulis Hilfe geschafft, dich in deine Wohnung zu schaffen. Hastig verabschiede ich mich danach von den beiden, einige Gespräche müssen warten. Ich meine, diese Wetterei kann nun wirklich nicht wahr sein, so etwas Geschmackloses!

Lieber ziehe ich dir jetzt einen Teil deiner Kleidung aus und lege dich ins Bett, decke dich zu, anschließend gehe ich in deine Küche, mache mir einen Tee. Wobei ich diesen sehr selten trinke, aber manchmal muss ich einfach ein wenig Grünen Tee zu mir nehmen. Danach nehme ich auf dem Sofa im Wohnzimmer platz und schalte das Licht aus. Mein Kopf platzt gleich. Dieser ganze Stress heute hat meine stressbedingte Migräne „erweckt“ und ich lege mich aufs Sofa, um mir etwas Ruhe zu gönnen.

 

Lauri

Unter leisen Seufzern von meiner Seite aus, versuche ich wieder ein wenig zu schlafen, was mir auch vergönnt ist. Meine Träume werden immer verrückter, aber dieser Traum ist wirklich schön.

Wir stehen beide in einem ziemlichen großen Rosengarten, geschmückt mit schwarzen und roten Rosenbüschen. Und mitten in diesem Rosenparadies steht ein Haus, dort wohnen wir. Unsere Möbel sind geschmückt mit Rosenverziehrungen. Ziemlich kitschig, aber schön.

 

Aki

Der Schmerz in meinem Kopf lässt mich noch lange wachliegen, stürzt mich in abstruse Gedankengänge, die einem Fieberwahn ähneln. Bis ich irgendwann dahinschwinde in einen Traum, den ich nicht träumen wollte. Wieder einmal.

Diesmal ist nur alles anders...

Dieses Mal spüre ich einen unglaublichen Schmerz und sehe, wie das Blut mir aus einer riesigen Wunde spritzt, wie der Boden sich in der Farbe des Lebens einfärbt und ich zu Boden gehe. Schmerzen. Schmerz. Ich kann nicht schreien, möchte jedoch nichts Anderes tun. Einfach nur Schreien. Immer und immer wieder!

... Bis ein Schmerz der anderen Art mich durchfährt und ich meine Augen aufschlage. Scheinbar bin ich vom Sofa gefallen.

Lauri

Mein Schlaf endet als ich einen Knall vernehme. Ist hier gerade was runtergefallen? Langsam stehe ich auf und schleiche in das Wohnzimmer und sehe mich um. Du liegst grummelnd vor der Couch und scheinst von ihr gefallen zu sein. Ich bleibe im Türrahmen stehen, du scheinst mich nicht bemerkt zu haben.

 

Aki

Grummelnd richte ich mich auf und stelle fest, dass der Kopfschmerz fast völlig entschwunden ist. Gut so, Schlaf wirkt wirklich heilend an mancher Stelle. Nun möchte ich mich wieder aufrichten und ziehe mich am Sofa hoch, auf das ich mich danach auch fallen lasse. Erst jetzt erkenne ich deine Gestalt im Türrahmen. Was tust du hier? Ich sehe dich an: „Was machst du hier? Solltest du nicht lieber im Bett bleiben?“

 

Lauri

"Doch, aber ich kann doch nicht die ganze Zeit liegen...", murmele ich leise. In Wirklichkeit vermisse ich nämlich dich und deine Nähe, deine Wärme und die Geborgenheit, die ich in deinen Armen fühle.

"Kommst du auch mit ins Schlafzimmer?", frage ich nun etwas kleinlaut.

 

Aki

Verunsichert möchtest du erfahren, ob ich mit dir ins Schlafzimmer gehe. Ich nicke nur zustimmend und erhebe mich etwas schwerfällig: „Bleib trotzdem lieber im Bett... zumindest solltest du die nächsten Tage hier bleiben.“ Du nickst nur und ich lege im Gehen meinen Arm um mich, führe dich ins Schlafzimmer und befördere dich sanft ins Bett. „Lass uns schlafen...“, davon erhoffe ich mir, dass meine Kopfschmerzen endlich vollständig entschwinden.

 

Lauri

Erneut nicke ich nur und kuschele mich in die Decken. Als du dann in meinem Bett Platz nimmst, kuschele ich mich vorsichtig an dich und warte auf eine Reaktion von deiner Seite.

 

Aki

Als du dich an mich kuschelst, lege ich meinen Arm um dich und meine andere Hand auf deine Brust. Zugleich schwindet der Schmerz ein wenig, alles entspannt sich, meine innere Ruhe kehrt zurück. Ich lächele dich mit geschlossenen Augen an und wünsche dir noch eine gute Nacht. Wie spät ist es eigentlich? Obwohl, das ist immerhin auch egal...

 

Lauri

Ich wünsche dir ebenfalls eine gute Nacht und schließe meine Augen.

Dann lausche ich dem Wind, der gegen die Fensterscheibe peitscht, höre leisen Donner und deinen gleichmäßigen Atem. Ein Blitz erhellt den Himmel, der Wind beginnt zu heulen und augenblicklich schlagen harte Regentropfen gegen die Fensterscheibe, Blitze erhellen ab und zu das Zimmer, Donnergrollen erschüttert die Stille.

 

Aki

Durch ein lautes Donnergrollen werde ich aus meinem Schlaf gerissen und blicke mich verwirrt um, erblicke dich. Eigentlich mag ich Gewitter in Kombination mit Regen sehr gerne, nur jetzt ist das nicht allzu schlaffördernd. Genervt lange ich nach einer Packung auf dem Nachttisch. Ich kenne dich doch, du hast immer eine Packung Ohrstöpsel auf dem Tisch liegen, um an manchen Tagen gezielt das Telefon und sämtliche Klingeln überhören zu können.

Lauri

Noch immer bin ich wach, möchte dem Gewitter lauschen. Du merkst es nicht und suchst nach meinen Ohrstöpseln. Als du sie findest, seufzt du leise und steckst sie dir in die Ohren, legst dich wieder hin und schließt die Augen. Ich richte meinen Blick wieder zum Fenster.

Nur ein paar Minuten später kann ich dich schlafen hören, du schnorchelst. Leicht grinse ich in mich hinein und winde meine Gedanken in eine kleine Träumerei über.

 

Aki

Kurz darauf schlafe ich ein und träume dieses Mal nicht von irgendwelchen blutigen Begebenheiten. Stattdessen träume ich, dass Pauli und Eero mich mit einem Messer verfolgen und mir zurufen, ich solle stehen bleiben. Sie hätten gewettet, wer denn mich am Erfolgreichsten umbringen könnte. Schreiend renne ich davon, du kommst mit einem Auto an und rettest mich schließlich vor den beiden und...

Ich wache auf, blicke in dein lächelndes Gesicht. Ich wünsche dir einen guten Morgen und beginne, von meinem Traum zu erzählen.

 

Lauri

Ich höre dir zu, du erzählst von deinem Traum. Wie kommst du drauf, dass Pauli und Eero wetten? Hast du mich vielleicht angelogen und Pauli macht nicht bei diesem Gewinnspiel mit oder was das war? Und sie haben heimlich gewettet?

Das möchte ich natürlich wissen und blicke dich an.

"Du hast mich angelogen, Pauli und Eero wetten immer?" Du nickst nur leicht.

"Über was wetten sie?" Du scheinst mit dir zu kämpfen, möchtest mir wohl nicht die Wahrheit sagen.

 

Aki

Ach, verdammt, hätte ich bloß geschwiegen. Fluchend überlege ich, ob ich davon erzählen soll. Andererseits ist es ja auch egal, es gibt kaum etwas Schlimmeres als Lügen, nicht wahr?!

„Ähm... also, sie wetten um dich...“

„Um mich?“, ungläubig starrst du mich an.

„Ja, ob du den dreh überlebst oder welche Verletzungen du davonträgst und so...“ Warum sind Erklärungen nur immer so kompliziert?!

 

Lauri

Sie wetten um meine Gesundheit?

Wie herzlos ist das denn?

Ich dachte, ich wäre einer ihrer Freunde, und dann das...

"Das ist doch nur ein Witz, oder Aki?", ich sehe dich flehend an.

Das darf nicht wahr sein!

 

Aki

Flehend siehst du mich an und ich... vernichte deine Hoffnungen:

„Ich wünschte, es wäre einer.“

Danach herrscht Schweigen. Irgendwie ist in letzter Zeit alles seltsam. Seppo, Eero, Pauli… sie alle benehmen sich wie Verrückte und haben nicht mehr alle Tassen im Schrank. In welcher Welt leben wir eigentlich?!

 

Lauri

Als du mir sagst das es kein Witz ist, kann ich nur schweigen.

Ich merke Tränen in meinen Augen, warum? Warum machen sie das? Was haben sie gegen mich? Haben sie mich überhaupt je gemocht oder respektiert?

Mein Gesicht verstecke ich an deiner Schulter.         

 

Aki

Sanft schließe ich meine Arme um dich, flüstere dir ins Ohr, dass ich mit ihnen reden werde, wir werden das schon klären. Dasselbe gilt für Seppo, denke ich im Stille und bin froh, dass ich in der Nacht noch geistesgegenwärtig das Telefon ausgestöpselt habe. Ansonsten wären jetzt wahrscheinlich bereits zwanzig Anrufe hier eingegangen.

 

Lauri

Langsam bahnen sich die Tränen ihren Weg über meine Wangen. Draußen gewittert es wieder und ich frage mich, wieso das Telefon nicht klingelt.

Normal würde Seppo jetzt wieder anrufen und laut stark zu den Proben verlangen. Langsam aber sich werde ich ruhiger.

 

Aki

Tränen tropfen auf meine Kleidung, doch es macht mir nichts aus, ich halte dich einfach nur im Arm und warte, bis sie vollends versiegen und du die Umarmung vorsichtig erwiderst. Ich suche nach deinen Lippen, finde sie und drücke dir die meinen auf. Vielleicht ist es nicht das richtige in diesem Moment, aber ich bin für dich da, egal, was nun auch geschehen mag und egal, was mit den anderen sein mag...

 

Lauri

Dankend sehe ich zu dir auf, nachdem wir den kleinen Kuss gelöst haben. Wenigstens bist du für mich da und lässt mich nicht allein.

"Warum ruft Seppo nicht an, wegen den Proben?" Ich sehe zu dir auf und warte auf eine Antwort. Du überlegst kurz und sagst mir dann, dass du über Nacht das Telefon rausgezogen hast, damit Seppo nicht 20 Mal anruft. Ich kann nur nicken und kuschele mich mehr an dich.

 

Aki

„Außerdem... die Welt wird schon nicht untergehen und Seppo sollte uns zumindest heute und morgen reichlich egal sein“, erkläre ich und denke daran, dass ich ihn heute oder morgen vermutlich auch in seine Einzelteile zerlegen würde, müsste ich ihn sehen oder sprechen. Es gibt noch einige mutierte Hühnchen zu rupfen!

Dann fällt mein Blick auf die Uhr, es ist noch relativ früh und ich denke, dass wir diesen Tag gut und gern verschwenden können.

 

Lauri

Erst mal liegen wir dort und schweigen uns natürlich an. So habe ich genug Zeit mir Gedanken zu machen. Ich frage mich, was mit Seppo, Pauli und Eero passiert ist. Das Seppo so ist, war mir schon früher klar, aber dass Eero und Pauli so... herzlos sind und Wetten über meine Gesundheit festlegen.

Was habe ich ihnen denn getan? Ich werde sie wohl bei Gelegenheit fragen. Plötzlich stupst du mich an und drückst mir deine Lippen auf, ziehst mich eng an dich.

 

Aki

Wieder starrst du etwas traurig in die Leere und aus einem Impuls heraus, ziehe ich dich erneut an mich und ziehe dich in einen leidenschaftlichen Kuss. Anschließend lasse ich meine Lippen wandern, erkunde die Konturen deines Gesichtes, sauge mich an deinem Hals fest und hinterlasse eines meiner Zeichen an ihm. Wieder küsse ich mich höher und knabbere ein wenig an deinem Ohrläppchen...

 

Lauri

Deine Lippen wandern durch mein Gesicht, über meinen Hals, wo du ein rotes Mal hinterlässt, und zu meinem Ohrläppchen, an dem zu zärtlich knabberst. Meine Antwort darauf ist nur ein Seufzen und ein Lächeln auf meinen Lippen.

Es ist schön zu fühlen, wie du zu mir hältst und dass du mich liebst.

 

Aki

„Ich liebe dich...“, hauche ich dir ins Ohr und sehe zu, wie du von einer leichten Gänsehaut gepackt wirst. Wieder nehme ich ein wenig Abstand, sehe dir in deine nicht mehr ganz so trübe erscheinenden Augen. Es ist schön, sich in ihnen, in dir, zu verlieren... und ich möchte mich in dir verlieren. Ein Vertrag auf Lebenszeit.

 

Lauri

"Ich dich auch Aki...", lautet meine Antwort. Ja, dich liebe ich aus vollem Herzen. Niemals möchte ich dich verlieren, du bist mein kostbarer Schatz auf deiner Erde, niemand wird uns trennen, das verspreche ich dir.

Nicht mal der Tod wird es schaffen, ich bin mir sicher meine Liebe geht weit drüber hinaus.

 

Aki

Nach einer halben Ewigkeit, in der wir uns nach wie vor in unseren Gedanken und unserer Umarmung verlieren, reißt mich plötzlich ein Klingelton aus den Gedanken. Klingelton? Ich dachte das Telefon wäre ausgestöpselt?

Es dauert einige Zeit, bis ich realisiere, dass mein Handy diesen Ton erzeugt und so lasse ich von dir ab, springe auf und ziehe das vermaledeite Ding aus meiner Jackentasche: „Ja, was ist?“ Ich höre mich wirklich genervt an, aber ist das nicht verständlich?

„Hei, hier ist Eero...“, meldet sich eine ruhige, ausgeglichene und mir –leider- wohlbekannte Stimme.

„Was willst du?“, ich bin heute definitiv nicht in der Stimmung mit jemand anderem als mit dir zu kommunizieren. Beim besten Willen nicht.

 

Lauri

Nun bist du im Flur und telefonierst. Dann muss ich wohl warten, was ich auch tue.

Ich verschränke meine Arme hinter meinem Kopf und denke ein wenig nach. Irgendwie fröstelt es mich etwas. Kein Wunder, mein Fenster ist nicht dicht gegen Zugluft und draußen stürmt und gewittert es, und ich liege hier nur in Boxer meine die Decke hängt mir grad mal über die Hüften. Etwas umständlich ziehe ich die Decke höher.

 

Aki

„Hier sind alle in heller Aufruhr wegen euch. Wie geht’s Lauri?“, fragt und erzählt er.

„Den Umständen entsprechend...“, erwidere ich halbwegs ernsthaft. Im Gründe würde ich ihn jetzt gerne anfauchen und ihn wegdrücken...

Warum tue ich das eigentlich? Die Idee gefällt mir!

Mit einem schelmischen Grinsen entferne ich das Handy von meinem Ohr und drücke Eero einfach weg. Anschließend schalte ich das Teil aus und kehre zu Lauri zurück, der sich in die Decke gekuschelt hat. Kein Wunder, es ist kalt hierin!

 

Lauri

Da kommst du auch schon wieder und legst dich zu mir, sofort kuschele ich mich an dich und ziehe dich unter die Decke damit du es auch etwas warm hast.

"Wer war das denn?", frage ich neugierig.

"Eero", meinst du nur leise.

Eero? Warum hat er hier angerufen? Vielleicht hat Seppo ihn vorgeschickt oder so. Das würde ich Eero zutrauen, dass er das machen würde, Seppos Hund spielen. Er schließt ja sogar Wetten mit Pauli ab, in denen es um MEIN LEBEN geht...

 

Aki

Ich beantworte deine Frage und füge Folgendes hinzu: „Aber ich habe ihn einfach abgewürgt!“ Triumphierend muss ich grinsen lege meinen Arm um dich, was dich einen Moment zusammenzucken lässt, scheinbar bin ich doch etwas ausgekühlt.

Also entferne ich mich noch einmal aus der von dir ausgehenden Wärme, begebe mich zur Heizung und drehe sie hoch, so geht das nun wirklich nicht...

 

Lauri

Ich beobachte wie du die Heizung anmachst. Dann legst du dich wieder zu mir und kuschelst dich an mich. Hm... du bist viel wärmer als die Heizung.

"Du, Aki?"

Du blickst fragend zu mir runter, da ich meinen Kopf an deine Brust gekuschelt habe.

 

Aki

„Hm... was ist?“, frage ich und sehe dich fragend an. Mir gefällt diese Position hier: Ich, du, dein Kopf an meiner Brust... wirklich gemütlich, erholsam... einfach schön. Doch bevor ich irgendetwas rede wüsste ich gerne, was du mir sagen oder mich fragen möchtest.

 

Lauri

Ich weiß ja nicht, ob das vielleicht ein bisschen zu früh kommt, aber ich frage dich trotzdem.

"Möchtest du vielleicht mit mir zusammenziehen? Du musst natürlich nicht, wenn du nicht willst, weil es dir zu früh ist und du noch ein wenig in deiner Wohnung leben möchtest, alleine.", erkläre ich dir, ich möchte dich nämlich nicht zwingen, sonst macht es uns beide nur unglücklich.

 

Aki

Daher weht der Wind also und mein spontaner Gedanke zu diesem Einfall lautet „ja, natürlich“. Ich habe auch nicht viel davon, allein zu leben und außerdem sind du und ich nach wie vor beizeiten etwas eigenbrötlerisch, d.h. wir würden uns vermutlich auch nicht wirklich in die Quere kommen.

„Ja, klar...“, sage ich nur und lächele in deine Richtung, „wenn du das auch so möchtest.“

 

Lauri

"Gerne!" Ich strahle sicher über das ganze Gesicht, ich bin glücklich! Wir werden zusammen ziehen und zusammen leben, ich freue mich schon so.

Du grinst mich an, scheinst meine Freude darüber bemerkt zu haben. Jetzt habe ich bald dich, meinen Engel, für immer bei mir und ich werde deine Flügel und deine Reinheit vor allem beschützen was kommen mag! 

 

Aki

Erneut reißt das Klingeln des Telefons uns aus unserer wunderbaren Zweisamkeit. Hatte ich das Handy nicht eben ausgeschaltet? Verwirrt sehe ich mich um und stelle fest, dass es sich dieses Mal um das Haustelefon handelt. Warum ist das Teil nicht abgestöpselt? Hatte ich das nicht erledigt? Mein Blick fällt auf dich und du senkst etwas schuldbewusst den Kopf. Ohne weiter darauf einzugehen, angele ich mir das Telefon und frage etwas genervt: „Ja, wer da?“

 

 

Lauri

Bist du jetzt sauer, dass ich das Telefon wieder eingesteckt habe? Ich hoffe nicht... Während du telefonierst mustere ich dich einmal mehr. Ich muss lächeln, deine Haare stehen wild ab und sind total verstrubbelt. Sieht richtig süß aus. Deine Augen sind nur kleine Spalte, weil du nur so etwas, ohne deine Brille, erkennen kannst.

 

Aki

Wo ist eigentlich meine verfluchte Brille? Ich sehe kaum etwas und kneife meine Augen zusammen, um wenigstens zu erkennen. Langsam fangen meine Augen auch an zu brennen, es ist nicht so vorteilhaft, als Brillenträger die ganze Zeit ohne Brille herumzulaufen. Vor allem nicht, wenn man so blind ist wie ich...

Warum antwortet diese Person am anderen Ende der Leitung eigentlich nicht?

„Wer ist denn da nun...?!“, langsam werde ich hier wütend.

„Dein schlimmster Albtraum!“, kommt es aus dem Hörer.

„Seppo? Also ich finde das nicht besonders lustig“, wer könnte sonst mein schlimmster Albtraum sein. Nun gut, vielleicht könnten wir uns auch noch darauf einigen, dass es nichts Schlimmeres gibt als... als... Rote Beete. Ich hasse Rote Beete.

„Ich werde dich leiden lassen...“

Langsam wird mir hier alles zu doof. Wer ruft eigentlich an? Ein verrückter Groupie oder Sektenanhänger?

„Wer ist denn da?“, frage ich erneut genervt, bin gewillt, auf der Stelle aufzulegen.

„Jemand, der dich aufrichtig liebt, Aki...“, ein eisiges Lachen folgt. Langsam wird mir das hier unheimlich. Ich werde jetzt auflegen!

„Du wirst mir gehören, mein Aki... und...“, aufgelegt. So einfach geht das. Aber woher wusste der Anrufer, dass ich hier bin? Werde ich überwacht? Unsicher sehe ich mich um.

 

Lauri

Ängstlich siehst du dich um, schon fast panisch.

"Was ist denn los Aki?" Vorsichtig lege ich meine Hand auf deinen Rücken, erschrocken fährst du zusammen und ich ziehe meine Hand zurück.

"Wer hat denn angerufen?" Dein Blick ist irgendwie panisch und ängstlich. Ich will dir helfen, sag doch was!

 

Aki

Erschrocken fahre ich zusammen, als ich deine Hand auf meinem Rücken spüre. Nun gut, ich merke nicht sofort, dass es deine Hand ist, erst als ich mich umdrehe erkenne ich dich, die Ratlosigkeit ist dir ins Gesicht geschrieben, fragst mich, wer denn angerufen habe.

„Ich weiß nicht... egal...“, erkläre ich schlicht, atme einmal tief durch und drehe mich wieder zum Telefon, um es auszustöpseln. Noch mehr Verrückte möchte ich nicht am Hals haben.

 

Lauri

Nun stöpselst du das Telefon wieder aus und meinst es sei egal. Aber irgendwas bedrückt dich nun, aber was?! Ich will dir immer noch helfen, will dir zur Seite stehen.

"Alles Okay Aki?", frage ich dich leise, als du starr nach vorne schaust. Du schaust mich kurz verdattert an und meinst dann, das alles okay sei.

 

Aki

Erschrick mich doch nicht so!

Doch ich zerstreue deine Sorgen und lächele dich nun breit an. Das eben war sicherlich nicht mehr als irgendein dummer Scherz. Vielleicht mein Seppo jetzt, er müsse mir beweisen, wie unheimlich er sein könne. Ich lasse mich davon jedenfalls nicht beeindrucken! Lieber ziehe ich dich zurück aufs Bett.

 

Lauri

Breit lächelst du mich an und ziehst mich dann wieder zurück aufs Bett, wo du mich bestimmt in die Kissen drückst. Was wird das?

"Schlaf etwas, du musst dich noch ein wenig erholen von deinen Verletzungen und den Wetten..." Ich kann nur nicken und schließe meine Augen. Ich spüre noch wie du die Decke über mich legst und mir einen Kuss auf die Stirn gibst, ehe ich einschlafe. Es war wirklich alles ein wenig viel in den Tagen und dann jetzt noch diese Sorge im Hinterkopf.

 

Aki

Wenigstens du sollst dich ein wenig erholen, nicht, dass du dir jetzt auch noch Sorgen um mich machen musst. Das kann ich nicht zulassen. Mit einem Lächeln sehe ich zu, wie du seelenruhig einschläfst. Nun begebe ich mich in deine Küche und stelle fest, dass nichts mehr zu essen vorhanden ist. In Gedanken daran, dir ein schönes Abendessen zuzubereiten, schreibe ich dir einen Zettel und verlasse das Haus. Außerdem schalte ich mein Handy wieder an. Was könnte ich denn zu Essen machen? Gemüsepfanne?

 

Lauri

Ein Traum bleibt bei mir aus. Schwerfällig öffne ich meine Augen und erhebe mich. Du bist nicht da. Seufzend stehe ich auf und tapse durch meine Wohnung. Dann finde ich einen Zettel von dir, das du einkaufen bist. Ich lächeln überzieht mein Gesicht und ohne weitere Sorgen um dich gönne ich mir eine Dusche. Dann warte ich auf dich, mir geht’s dank dir wieder viel besser! 

 

Aki

Dunkelheit umfängt mich. Wo bin ich? Verwirrt öffne ich meine Augen, stöhne leise auf, mein Kopf schmerzt. Was ist geschehen?

Nichts ist zu erkennen in dieser Finsternis. Ich spüre lediglich, dass meine Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, vermag mich nicht zu rühren.

Was ist geschehen? Verzweifelt versuche ich, mich zu erinnern. Ich kam aus deinem Haus, bin die Straße entlang zum nächsten Supermarkt gegangen und dann... Filmriss, nichts mehr, nur dieser Schmerz.

Ein Überfall? Entführung? Langsam steigt die Panik in mir auf...

 

Lauri

Langsam werde ich ungeduldig. Du brauchst aber lange. Und weil meine Ungeduld fast berühmt ist, trifft das ein, was ich eigentlich nicht wollte. Ich räume die Wohnung um, verschiebe Möbel und bekomme einen richtigen Putzfimmel.

"Voi Paska!", fluche ich als ich den Putzeimer umwerfe.

 

Aki

Die Zeit vergeht. Was du wohl inzwischen machst? Ob du aufgewacht bist und dich fragst, wo ich bleibe? Verzweifelt versuche ich, mich frei zu bekommen, doch nichts passiert, was auch immer mich in diese Haltung zwingt, ich werde es nicht los. Plötzlich fällt mir mein Handy ein, ob es noch da ist? Jedenfalls scheint es nicht mehr in meiner Hosentasche zu sein... ob jemand es mir abgenommen hat?

Plötzlich dringt ein Lichtstrahl ein, eine Tür öffnet sich, eine Gestalt sieht zu mir herunter.

 

 

Lauri

Jammernd über den schönen Holzboden wische ich das ganze Putzwasser auf und beende meinen Putzfimmel. Ich mache mir nun wirklich Sorgen um dich. Also nehme ich mein Handy und wähle deine Nummer. Ich höre das Klingelzeichen und warte.

"Geh schon dran...", murmele ich leise.

 

Aki

Plötzlich durchdringt ein Handyklingeln die Stille und ich stelle fest, dass es das Klingeln meines eigenen Handys ist. Das Geräusch scheint von der Tür aus zu kommen, d.h. das diese Gestalt sich mein Handy genommen hat. „Wer sind Sie?“, frage ich wütend in Richtung Tür, erkenne kaum etwas. Erst jetzt stelle ich fest, dass ich meine Brille nicht mehr trage.

Vollkommen unbeeindruckt zieht die Person an der Tür nun mein Handy hervor und scheint den Anruf anzunehmen: „Ja, mit wem spreche ich bitte?“ Ob du das bist?

„Ja, der ist hier. Aber leider ist er gleich äußerst beschäftigt...“, fährt die Person fort. Ich kenne diese Stimme, habe sie schon einmal vernommen.

 

Lauri

Eine fremde Männerstimme nimmt ab.

"Ja, mit wem spreche ich bitte?", kommt es aus dem Hörer.

"Ist Aki da?", knurre ich leise.

"Ja, der ist hier. Aber leider ist er gleich äußerst beschäftigt..." Was wird das bitte?!

"WAS..." Aber dann hat der Kerl schon aufgelegt... AKI!   

 

Aki

Kurze Zeit später legt die Person auf und bewegt sich auf mich zu, kniet sich vor mich: „Leider konnte ich nicht länger mit ihm reden. Handys vermag man zu orten und wir möchten schließlich nicht gestört werden, nicht wahr, Aki?“

„Was wollen Sie von mir?“

Doch beachtet wird meine Frage nicht, er beginnt einfach irgendetwas zu erzählen: „Ich hätte nie zu träumen gewagt, dass du dieselben Neigungen vertrittst wie ich, honey. Nur hast du dich dann mit dem Falschen eingelassen.“ Er schüttelt belehrend mit dem Kopf. „Ich wäre dir aufrichtig bis in den Tod gefolgt, habe fast jedem eurer Konzerte beigewohnt. Es ist nicht schwer, etwas über Menschen zu erfahren, wenn sie so bekannt sind wie du.“

Was will dieser Typ von mir? Warum habe ich die Ehre von einem Stalker belästigt zu werden?!

 

Lauri

Was soll ich denn jetzt machen? Ich habe Angst um Aki. Vielleicht hat das was mit dem Anruf von vorhin zu tun?! Schnell schnappe ich mir mein Haustelefon und wähle erneut deine Nummer. Ich will wissen, wo du bist! Ich habe dir doch versprochen dich vor allem zu beschützen! Spüre Tränen in meinen Augen. Hoffentlich bin ich noch nicht zu spät... Geh doch ans Handy!

 

Aki

„Ich habe aber kein Interesse an Ihnen“, erwidere ich mit eisiger Stimme. Stalker, diese Menschen habe ich noch nie verstanden. Wozu können Obsession und Wahnvorstellungen bloß führen?

„Außerdem ist das hier Freiheitsberaubung! Lassen Sie mich gehen!“

„Nein, dann wärest du doch weg, mein honey. Ich möchte, dass du mir gehörst, mir ganz allein...“, er nähert sich meinem Gesicht, ich blicke in seine Augen. Sie funkeln, finde sie abstoßend, will fort von hier. Zu dir. Möchte nicht, dass du dich um mich sorgst...

Mit einem Mal merke ich, wie mir jemand unter mein T-Shirt greift, spüre eiskalte Hände auf meiner nackten Haut. „Was...?“, bringe ich empört hervor, bis sich eine Hand auf meinen Mund presst.

„Schrei ruhig, es wird dich niemand hören, honey.“

Die Erkenntnis kommt mit einem Schlag. Ich verstehe. Das Entsetzen breitet sich in mir aus.

 

Lauri

Keiner geht ans Handy. Oh bitte nicht! Vor lauter Verzweifelung feuere ich das Telefon von dem kleinen Schränkchen, das auch gleich in seine Einzelteile fällt. Mein Kopf dröhnt, ich muss dich finden! Aber wo soll ich dich denn bitte suchen!? Helsinki ist groß und wer weiß ob du überhaupt hier in Helsinki bist!!!

Am besten rufe ich die Polizei an, was ich auch gleich tu und sie bitte dich zu suchen. Sie holen mich ab, ich will mit, ich will dich in meine Arme schließen können.

 

Aki

Spüre die eisigen Hände, die mir mein T-Shirt abstreifen, spüre mir unbekannte Lippen auf der Haut, die ihren Weg über meinen Oberkörper suchen, langsam aber sicher hinabwandern, sich bis zu Gefilden erstrecken, die mich noch mehr erzittern lassen, als die vorherigen. Wieder überkommt mich meine Angst, meine Abscheu gegenüber dieser Person, meine alte Phobie gegenüber dieser Sache an sich, die ich nie vollständig überwunden habe... dachte, du könntest mich heilen, mir die Angst nehmen.

Aber wirst du mir die Erinnerung an das, was kommen wird, nehmen? Die Tränen fließen, benetzen meine Haut, fallen zu Boden... vermag nicht zu Schreien, keinen Laut von mir zu geben, zu groß die Lähmung, zu groß die Gewissheit.

 

Lauri

Zitternd sitze ich im Polizeiauto und werde befragt. Nach der Stimme und alledem. Muss ihnen die letzten Tage erläutern, alles Ungewöhnliche berichten. Ich habe so eine Angst um dich. Oh bitte Gott, verschone ihn! Verschone meinen Engel vor allem Übel.

Du wirst mir nie mehr glauben können, wenn wir dich nicht finden, bevor dir dieser... dieser Irrer Böses tut! Dann wissen die Beamten endlich alles, was sie wollen und lassen mich in Ruhe.

 

Aki

Meine Hoffnungen, mein Flehen nach einem Ende, nach irgendjemanden, der kommt und mich rettet wir jäh zerstört. Niemand kommt her, niemand weiß, wo ich bin. Niemand wird mich befinden, bevor hier nicht alles zuende ist...

„Warum weinst du, honey?“, fragt mich eine eisige Stimme, streift meinen Hals, mein Zittern nimmt zu.

„Ich weiß, dass es dir gefallen wird“, eine Hand sucht sich ihren Weg, streift meine Hose ab, eine andere kratzt an meinen Seiten entlang, hinterlässt Striemen.

„Lass mich... gehen...“, mühsam, mit tränenerstickter Stimme bringe ich diese Worte hervor.

 

Lauri

Nach fast 2 Stunden hat die Polizei mich zu Hause abgesetzt. Wir haben dich nicht gefunden... von Tränen die Sicht genommen stolpere ich in meine Wohnung, falle schließlich über den Teppich und bleibe zusammengesunken dort liegen. Wo bist du denn Aki? Wer hat dich, meinen Engel, entführt?

 

 

 

Aki

„Das kann ich nicht“, seine Stimme klingt vorwurfsvoll, „wir sind doch hier noch nicht fertig...“

Ich erwidere nichts, bin gelähmt, kann mich nicht rühren, nichts tun, als sich auch der Rest meiner Kleidung und schließlich die Seine verabschiedet. Starre nur stumm, kann nicht einmal mehr die Augen schließen, es ist, als hätte mich jemand eingefroren. Auf immer und ewig.

Die Tränen laufen weiter, versiegen nicht. Höre sein Keuchen, als er sich an mir reibt, spüre einen ungeheuren Schmerz, als er ohne Vorwarnung in mich eindringt. Ich will sterben.

 

Lauri

Wie lange liege ich jetzt schon hier und will vor Sorge sterben? Wie lange vergieße ich schon Tränen? Wie lange werde ich noch auf dich 'warten' müssen? Das sind alles Fragen, die ich mir im Moment nicht beantworten kann. Mir ist schlecht vor Sorge, mein Kopf dröhnt weiterhin und mein Hals ist trocken. Ich habe Angst um dich mein Engel...

 

Aki

Habe nie zuvor solche Schmerzen verspürt, habe das Gefühl von innen heraus zu zerbrechen, möchte Schreien, einfach nur Schreien und der Welt von meinem Leid mitteilen. Möchte verschwinden, sterben, einschlafen und sterben. Sterben und diesem Schmerz entgehen, dich noch einmal sehen.

Doch kein Laut verlässt meine Lippen, bin schon längst zerbrochen, die Stimme versagt mir den Dienst.

Deutlich vernehme ich sein Stöhnen, spüre die Schweißtropfen, die meine Haut berühren. Höre seine raue Stimme, die mich fragt, ob ich mich nicht auch vergnügen wolle. Zucke zusammen, als er mich berührt.

 

Lauri

Ich halte diese Stille in meiner Wohnung nicht aus, sehe lauter Szenen unsere kleinen Erlebnisse hier in der Wohnung, es riecht unweigerlich überall nach dir. Du hast dich hier eingenistet, in meinem Kopf und in meinem Herzen. Laufe mit schnellen Schritten durch die dunklen Straßen, in der Hoffung dich vielleicht doch zu finden.

 

Aki

Eine Zunge fordert brutal ihren Einlass, kann mich nicht wehren, bin Gefangener meines Traumas. Registriere nur noch den Schmerz, dieses Brennen, spüre, wie mein warmes Blut sich seinen Weg bahnt. Mein Oberkörper brennt, er hat dort seine Striemen hinterlassen... Unbarmherzig höre ich sein Stöhnen, spüre, dass es bald soweit ist. Gleich wird es zuende sein. Vielleicht für immer?

Ein kurzer Schrei, eine weitere Flüssigkeit, die sich mit meinem Blut vermischt. Eine Gestalt, die auf mir zusammensinkt.

Ich will dich noch einmal sehen...

 

Lauri

Stolpere weiter wie ein Betrunkener durch Helsinki, rempele ab und zu Leute an. Plötzlich fühle ich etwas Stoffähnliches unter meinem linken Fuß. Ich blicke zu Boden. Dein Cap... Dein Cap liegt hier vor meinen Füßen... Ich hatte es dir zum Geburtstag letztes Jahr geschenkt... Tränen bahnen sich erneut den Weg über meine Wangen.

Ich hebe das Cap auf, laufe in die kleine Seitengasse. Dort ist eine Tür und ein kleines Fenster. Ich bin mal wieder zu neugierig... Spähe durch das Fenster in die kleine Wohnung, in eine Küche. Der Anblick lässt mich erstarren...

Aki

Die einseitige Verbindung wird gelöst und ich rolle mich zur Seite. Alles schmerzt, aber ich möchte endlich ein Ende, ihn nicht mehr sehen. Möchte fort von hier, verschwinden, sterben. Einfach nur sterben.

Werde ich sterben, wenn ich hier jetzt einschlafe? Werde ich dann verbluten?

Ich komme nicht mehr dazu, darüber nachzudenken, der Blutverlust dämmt meinen Geist ein, alles wird schwarz um mich herum. Irgendjemand rief noch meinen Namen, doch ich nehme danach nichts mehr wahr...

Leer... alles leer... ist es das...? Das Ende aller Dinge...?

 

Lauri

Konnte mich aus meiner Starre lösen. Fühlte den puren Hass in mein Gemüt steigen, Hass gegen den, der auf dir liegt, dich verletzt und demütigt. Er lässt von dir ab, du rollst dich schwach zur Seite, bis kraftlos und gepeinigt. Mein Engel wurde gepeinigt, ich konnte ihn nicht beschützen. Noch mehr Hass staut sich in mir auf, der Hass gegen mich. Schlage gegen die Küchenscheibe, habe meinen Hass in Kraft verwandelt, spüre wie die Scheibe splittert. Er starrt mich an, starrt weiter als ich durch das Fenster klettere. Mein Verstand schaltet aus, greife nach dem Messerblock, nehme eines der Messer raus und schon liegt dein Peiniger unter mir, die Klinge am Hals.

 

Aki

Nichts... leere... alles weiß. Weiß, die Farbe der Unschuld, hier ist alles noch rein, unberührt und so wunderschön. Du bist auch hier, lächelst mich an, breitest deine Arme nach mir aus, freudig renne ich zu dir...

Doch dann...

Wird alles finster, du verschwindest, ich bin allein. Sinke zu Boden. Weiß, dass es seine Schuld ist. Kann nicht zu dir zurück, bin es nicht mehr wert.

 

Lauri

Verängstige Augen schauen mich an. Werfe einen Blick zu dir, der du in eine Ohnmacht gefallen ist, wohl durch die Schmerzen deiner Peinigung.

"Das bekommst du zurück...", hauche ich diesem Abbild des Teufels zu, nehme das Messer von seinem Hals, nur um ihm mit meiner linken Hand die Luft abzudrücken.

"Spür das, was ich dir antue, genießen werde ich es..." Mein Gehirn ist ausgeschaltet, bin nicht mehr ich selbst und das nur wegen dir, mein Engel... Drehe das Messer in meiner Hand, höre ängstliches Wimmern.

"Ja... wimmere, solange du es noch kannst..." Höre meine eigenen, kalten Worte, meine Stimme ist nicht mehr die meinige, ist die des verbogenen Racheengels in mir. Er soll so leiden wie du, mein Engel...

 

Aki

Lachst mich aus, verhöhnst mich, sagst, ich sei es nicht mehr wert. Sei zu finster, um noch in deiner Welt verweilen zu dürfen. Ich weine, schreie, bitte dich um Vergebung, doch du vergibst nicht...

Lässt mich hier allein zurück.

Ganz allein. Und ich habe nichts mehr. Will nichts mehr haben. Will einfach sterben in einer Welt ohne dich.

 

Lauri

Meine Hand drückt noch fester zu, das Wimmern wird leiser... Schließlich beginnt das Monster unter mir zu zappeln, will sich aus meinen Klauen befreien.

Nein... Erst werde ich meine Rache üben an dem Monster unter mir. Sehe mir die Klinge des Messers an, setze an und höre nur kurz darauf einen schmerzerfüllten Schrei.

Ja... Blute du Drecksau! Verrecke an deinem Blut! Schrei so laut du kannst, solange du es noch kannst. Hab ihm das genommen was dich gepeinigt hat, mein Engel... Er wird es nie mehr etwas tun können... Mein Blick ist verschleiert von meiner Wut, benebelt von meinen Gedanken...

Will nur noch die Rache ausüben... Ihn noch mehr quälen, setze das Messer an die Brust des Monsters, ritze hier und da, bis er wimmernd und schreiend unter mir liegt, blutüberströmt...

Verrecken soll er!

 

Aki

Jetzt blicke ich auf mich selbst hinab, habe meinen Körper, den Träger der Schande, verlassen, sehe, wie das Blut von meinen Armen auf den Boden tropft. Habe versucht, die Welt von mir zu befreien...

Niemand kommt, niemand findet mich, mein Leben ist dahingesiecht... und niemand nimmt davon Notiz. So soll es sein, ich habe es verdient, dass mich niemand mehr erinnert...

 

Lauri

Merke wie ihm die Seele entrissen wird, werde ihn nicht gehen lassen. Beginne seine Arme zu ritzen, noch mehr Blut auf dem Boden, an dem Messer, an meinen Händen, an dem Körper des Monsters...

Schreie der Angst, Wimmern der Schmerzen, Bittend der Verschonung...

"Nein... Du wirst es spüren... Tut es gut? Gefällt dir der Schmerz? Sind es Höllenqualen für dich? Weißt du jetzt wie mein Engel sich fühlt? Kannst du seine Schmerzen spüren?" Meine Stimme ist kalt, bricht ein oder zwei Mal.

 

Aki

Es wird kalt hier. Eiskalt. Wenn das eben unwirklich war, ist das hier der Tod. Rettungslos und ewig.

Dabei wollte ich dir noch einmal sagen, dass es mir leid tut und dass ich dich liebe.

Ich wollte Eero und Pauli noch auf die Wetten ansprechen.

Wollte Seppo noch zur Rede stellen.

Wollte mit dir in eine Wohnung ziehen.

Doch nichts.

 

Lauri

Eine Antwort bekomme ich nicht, nur ein Wimmern...

"Gefällt dir das?", hauche ich, festige meinen Griff um den Hals von diesem ekelhaftem Kerl. Lasse seine Arme in Ruhe, schaue mich um. Blut... Blutlache um das Monster... Dennoch lebt es.

"Hast du noch einen letzten Wunsch?" Ein Flüstern meiner Stimme, ein Stich des Messers... Blut... Röcheln...

"Stirb leiser..." Drücke das Messer fester in den Hals... Er soll endlich an seinem Blut ersticken... Drecksau.   

 

Aki

Dich noch einmal sehen.

Dieser Wunsch überkommt mich nun. Ich will dich noch einmal sehen. Ob du hier bist? Unter unendlichen Anstrengungen öffne ich meine Augen... erkenne einen Umriss, deinen Umriss...

Langsam, bedächtig und mit höllischen Schmerzen strecke ich meine Hand nach dir aus, woraufhin ich den Kampf gegen meinen Körper wieder verliere, die Kontrolle verliere und mich nicht mehr bewegen kann. Ich wollte dich noch einmal sehen... Unter Schmerzen, schleicht sich ein kaum sichtbares Lächeln auf meine Lippen. Danke, dass du hier bist.

 

Lauri

Ziehe das in Blut getränkte Messer aus dem Hals...

Lasse es zu Boden fallen...

Blicke zu dir meinem Engel...

Lasse das Monster liegen... Es wird vom Tod mitgenommen... Bekommt nun seine gerechte Strafe...

Sehe zur Seite... Das Monster...

Ich habe ihn umgebracht...

Ihn leiden lassen...

Schnell wische ich hastig das Messer ab, stecke es zurück in den Messerblock... Habe keine Fingerabdrücke hinterlassen...

Sehe erneut zu dir...

Mein Verstand kehrt zurück... Erkenne ein kleines Lächeln auf deinen Lippen...

Deine Augen sind nur einen Spalt geöffnet...

Mein Engel... Ich komme zu dir... Krabbele zu dir... Streiche dir über den Kopf...

"Mein Engel... habe keine Angst mehr... Ich bin bei dir..."

 

Aki

Höre noch einmal deine Stimme, spüre die Wärme, die nun in mich übergeht. Bin jedoch nicht in der Lage, etwas zu erwidern, nicht in der Lage, etwas zu sagen. Du bist bei mir, sagtest du...

Mit dieser Erkenntnis sinke ich wieder in die Tiefe, in die traumlose Finsternis, die nicht mehr ganz so finster zu sein scheint...

 

Lauri

Du schläfst...

Ich schlüpfe aus meinem Mantel... Schlinge ihn um dich.

Leicht und sanft hebe ich dich hoch, will dich mitnehmen... Weg von deinen Qualen... Weg von deinem toten Peiniger...

Laufe leise durch die Nacht... Habe dein Cap immer noch bei mir... Schließe leise die Wohnung auf, lege dich in mein Bett. Decke dich zu und gehe in die Küche.

Mache dir mit dem Rest im Haus eine leichte Brühe... koche einen Tee.

Laufe zu dir... Du bist wach und schwach... Setze mich hinter dich... Beginn dir die Brühe zu geben... Hoffe auf deine Stärkung...     

 

Aki

Irgendwann wache ich auf, liege weich, öffne unter Anstrengung meine Augen... Wo bin ich? Ich kenne diesen Raum, er ist in deiner Wohnung. Dein Schlafzimmer...

Meine Kehle ist vollkommen ausgetrocknet, jede Bewegung schmerzt... alles schmerzt, es ist, als hätte mir jemand bei lebendigem Leib die Haut abgezogen.

Nicht einmal ein Krächzen dringt aus meinem Mund, ich sehe dich, setzt dich zu mir und beginnst, mir Suppe einzuflößen. Bedenke dich mit einem dankbaren Blick.

Bis mir die letzten Stunden wieder bewusst werden.

Ich will verschwinden.

 

 

 

 

Lauri

Spüre ein leichtes Zittern von deinem Körper unter mir.

"Mein armer Engel..." Ich will dir helfen... Streiche dir leicht über den Arm. Zögernd lehnst du dich an mich.

"Möchtest du baden? Oder duschen?" Ich bin für dich da mein Schatz... Werde dir bei allem helfen... Solange ich lebe... Muss ich eigentlich Schuldgefühle haben?

Ich habe einen Menschen getötet... für dich... damit du nicht mehr so leiden musst... Keine Angst mehr verspüren musst...

 

Aki

Langsam schüttele ich mit dem Kopf, würde das nicht überstehen in diesem Zustand. Möchte nur, dass dieser Schmerz verschwindet, habe das Gefühl, blutüberströmt zu sein, habe das Gefühl, einer Leiche zu gleichen...

Ein wenig beruhigt mich die Wärme, die von dir ausgeht, doch sie macht mir auch Angst, erinnert mich an das, was geschehen ist... in meinen Ohren schmerzen noch seine Worte, sein Stöhnen...

Mein Zittern nimmt zu.

 

Lauri

"Schsch... Ich bin bei dir mein Schatz... Er wird dir nichts mehr tun..." Will dich beruhigen...

Ja... Er wird dir gewiss nichts mehr tun.

Habe ihn getötet, werde für diese Sünde in die Hölle kommen... Werde ihn später dort wieder sehen... Werde mich erneut an ihm rächen... Für alle Schmerzen die er dir gab... Die du nicht fühlen wolltest...

Weißt nicht, was ich mit diesem Monster von Mensch getan habe...

 

Aki

Plötzlich fangen die Tränen an zu laufen, fließen einfach, unversiegbar, ohne Anlass... bahnen sich ihren Weg über meine Wangen, fallen hinab, tränken den Stoff in ihre Flüssigkeit. Kann ich überhaupt bei dir bleiben? So, wie ich bin? So verschmutzt...

Sollte ich nicht lieber gehen? Verschwinden? Sterben?

Mühsam drehe ich mich von dir weg, kralle mich ins Bettlaken, weine und zittere. Ich wünschte, ich könnte mich auflösen. Wünschte, du würdest mich so nicht sehen. Wünschte, dass es alles nie geschehen wäre...

 

Lauri

Still weinst du...

Merke wie mir das Herz schwer wird...

Ich habe mein Versprechen gebrochen...

Verdiene dich nicht mehr...

Du verdienst mich nicht, weil ich mein Versprechen gebrochen habe...

Aber ich will dir beistehen... Dir das Vergessen beibringen...

Nehme dich sanft in meine Arme... Wiege dich hin und her...

"Wein mein Engel... Lass es raus... Ich bin bei dir..."

 

Aki

Wieder hältst du mich in den Armen. Obwohl ich es nicht wert bin. Obwohl ich so verabscheuungswürdig bin... ich verstehe dein Handeln nicht.

Will mich abwenden, doch du lässt mich nicht gehen. Warum nicht?

Warum lässt du mich nicht einfach los, einfach in meinem Leid ertrinken. So, wie ich es verdient habe...

„La... lass mich...“, bringe ich hervor, mein Hals schmerzt, sehe dich an, meine Tränen verschleiern mir die Sicht.

 

Lauri

Spüre Tränen in meinen Augen, durch deine Worte in meine Augen getrieben...

Nein...

Ich lasse dich nicht allein...

Nein...

Ich will dir helfen...

"Es tut mir so leid... Ich konnte mein Versprechen nicht halten Aki... Bitte verzeih mir!"

Bitte Aki... Lass dir helfen...

 

Aki

Verweigerst mir den Wunsch. Entschuldigst dich. Wofür? Ich verstehe es nicht...

„Mei... meine Schuld...“, bringe ich hervor trotz der Schmerzen. Sehe dich an, nicht in die Augen, wage es nicht, dir in die Augen zu blicken. Alles ist meine Schuld. Mein Vergehen, meine Strafe. Wird man so bestraft, wenn man glücklich sein möchte?!

Du musst nicht mehr bei mir sein. Bin es doch nicht wert. Nichts bin ich wert. Aber war ich das je?

Dann sage ich es dir, dass du gehen darfst, ich es nicht wert sei, dir deine Zeit zu nehmen.

 

Lauri

Was redest du da?

"Nein... Es ist nicht deine Schuld, Aki... Ich hätte dich beschützen sollen... Hätte dich früher finden sollen..." Muss leise aufschluchzen, du schaust mich nicht an.

"Du bist mir viel mehr wert, als du denkst, mein Engel... Ich will dir helfen... Ich liebe dich Aki... Ich liebe dich so sehr..." Halte dein Kinn leicht in meiner Hand, schaue dir fest in die Augen... Will, dass du siehst, wie ehrlich es meine. Du bist mir alles wert...

Wirklich...

Alles...

 

Aki

Ich schüttele den Kopf, es ist nicht deine Schuld. Es ist meine Schuld, weil ich nicht ehrlich war, weil ich einkaufen war, weil ich mich nicht ordentlich gewehrt habe... weil... es gibt genug Gründe.

Du zwingst mich, dir in die Augen zu sehen. Sagst, du würdest mich lieben.

Kann man mich noch lieben?

Sehe dich zweifelnd an: „Wie... kannst du... mich... lie... ben?“ Meine Stimme versagt wieder ihren Dienst. Ich verstehe dich einfach nicht.

 

Lauri

Du fragst eine Frage...

Ziemlich sinnlos...

"Weil du mein Aki bist... Weil du mein Engel bist, der für mich da ist wenn ich ihn brauche... und genauso will ich nun für dich da sein!", antworte ich dir ehrlich.

Wische mir über das Gesicht und versuche dich ein wenig anzulächeln.

 

Aki

Du lächelst mich wirklich an. Irritiert sehe ich dich an, verstehe dich nicht. Stimmt, ich würde dir bis in den Tod folgen, aber warum du so handelst... das verstehe ich nicht.

„Aber... es ist doch nicht mehr viel von mir übrig...“ Das Schlucken bereitet mir inzwischen höllische Schmerzen, alles brennt, verbrennt.

Ich weiß nicht, ob du meine Worte verstanden hast, aber ich denke, dass sie der Wahrheit entsprechen. Ich bin nur noch ein Wrack, ein Nichts. Zittere sogar in deiner Nähe, wie ein verängstigtes Tier, das auf der Suche nach Dunkelheit und Einsamkeit ist.

 

Lauri

Verstehe deine Worte fast nicht...

"Natürlich bist du noch du..." Ich wische dir leicht die Tränen weg, möchte dich nicht mehr weinen sehen. Nicht mehr sehen wie du wegen diesem Monster Tränen vergießt.

"Schlaf etwas... Dann werde ich mich weiter um dich kümmern, okay?" Ich zwinge mich zu einem kleinen Lächeln. Will dir helfen, dir auf den richtigen Weg zurück helfen.  

 

Aki

Ringe mich zu einem Lächeln durch, sinke zurück in die Kissen, versuche trotz der Schmerzen einzuschlafen. Schaffe es nur schwer, es scheint Stunden zu dauern, bis ich unter deinen gleichmäßigen und ruhigen Worten ins Traumland übergehe. Was mich dort erwartet, möchte ich nicht wissen. Vielleicht er, vielleicht du, vielleicht etwas Anderes... aber ich muss schlafen.

 

Lauri

Du schläfst in meinen Armen ein...

Wenigstens wenn du schläfst will ich dich schützen...

Hieß es nicht einmal, wenn man wem etwas ins Ohr flüstert, während er schläft... dann träumt die Person von den Worten...

Ich muss lächeln... Ein Versuch wäre es wert...

"Träum schön mein Engel... Fühl dich in deinen Träumen geborgen und beschützt...", flüstere ich dir leise ins Ohr, wecke dich damit nicht. Dann sehe ich dir weiter beim Schlafen zu.

 

Aki

Mein Schlaf bleibt traumlos, erinnert mich nicht an die Geschehnisse...

Und erst viel später kehrt mein Bewusstsein wieder zurück, die Schmerzen fahren zurück in meinen Körper und ich öffne meine Augen, stelle fest, dass der Halsschmerz ein wenig nachgelassen hat. Doch der Rest brennt nach wie vor und ich frage mich, ob es nicht doch besser wäre, diese Wunden zu versorgen. Dann schweift mein Blick durchs Schlafzimmer, deine Umrisse sind nicht auszumachen.

Wieder kehren die Erinnerungen zurück und die Angst nimmt mich ein.

 

Lauri

Als ich wieder aus dem Bad komme, bist du wach.

"Hey..." Ich setze mich zu dir aufs Bett, nehme deine Hand in meine.

"Ich war nur kurz im Bad..." Ich erhebe mich, hebe dich vorher hoch. Ein wenig fragend siehst du mich an.

"Ich habe doch gesagt, ich kümmere mich um dich, wenn du aufwachst!" Ich trage dich ins Bad. Dort wickele ich dich erst mal aus meinem Mantel...

Dein ganzer Körper ist lädiert und voller Verletzungen... Ganz vorsichtig setze ich dich in die volle Badewanne und beginne dich zu waschen.

 

Aki

Das warme Wasser brennt auf der Haut und ich wimmere leise, als du versuchst, mich zu waschen. Trotz deiner Vorsicht schmerzt es und ich sehe zu, wie das Wasser einen Rotschimmer annimmt, sehe zum ersten Mal das Ausmaß meiner Verletzungen. Wimmernd vergrabe ich den Kopf in meinen Händen, es tut weh, es zu sehen, es tut weh, dass gerade du mich so sehen musst. Die blauen Flecke, die Kratzer, die dunklen Male überall, die Schnitte...

 

Lauri

Vorsichtig hebe ich dich aus der Wanne und setze dich auf ein großes Handtuch. So vorsichtig ich kann, trockne ich dich ab, tupfe nur leicht an den Wunden entlang, ehe ich beginne, sorgsam und sorgfältig deine Wunden zu verbinden. Es tut so weh, dir nicht wirklich helfen zu können...

Aber ich werde es weiterhin versuchen.  

 

Aki

Verbindest meine Wunden und trägst mich zurück ins Schlafzimmer. Ein wenig zittere ich vor deiner Nähe, möchte und kann dich gleichzeitig aber nicht gehen lassen. Irgendwer hat mein Vertrauen zu Bruch gehen lassen, nur das Vertrauen dir gegenüber besteht noch zum Großteil.

„Wa... was ist eigentlich... mit ihm? Was... wenn er mich holt...?“, bei diesem Gedanken vergrabe ich mich in deinen Armen, beginne wieder zu zittern.

 

Lauri

"Er wird dich nicht holen können Aki..." Ich muss leicht schlucken. So kann man seinen Engel auch beschützen...

Seelen beschmutzen...

Seine eigene Seele für ihn beschmutzen...

Aber du mein Engel bist es mir wert gewesen...

Ich hoffe bloß... Sie finden nicht raus, dass ich es war...

Dass du wegen ihm gelitten hast... Deine Klamotten habe ich weggeworfen... Sie würden dich wahrscheinlich eh nur erinnern...

 

Aki

Für einen Augenblick wirkst du abwesend, fragend sehe ich dich an, doch du gibst mir keine Antwort, keinen Anhaltspunkt, woran du denken magst. Wieder lasse ich meinen Kopf an deine Brust sinken, es ist zu anstrengend, sich groß zu bewegen. Kralle mich ein wenig in den Stoff deines Pullovers, möchte in deinen Armen einfach nur versinken, möchte, dass sie alles auslöschen, was dir und mir schaden könnte...

 

Lauri

Seicht streiche ich dir durch die noch etwas feuchten Haare.

"Er wird nie wieder etwas tun können... Er wird auch nie wieder seine Wohnung verlassen..." Soll ich dir sagen, dass ich ihn erstochen habe in meinem blanken Zorn? Dass ich mich nicht mehr wiedererkannt habe?

Dass ich es genossen habe, ihn zu peinigen für das, was er dir getan hat?

 

Aki

Was meinst du damit? Ich verstehe nicht...

„Wieso wird er... das nicht mehr?“, ich blicke dir in die Augen, du schweigst, weichst mir aus. Was ist geschehen? Wie hast du mich überhaupt gefunden und mitnehmen können? Erst in diesem Augenblick kommen in mir diese Fragen auf.

 

 

 

Lauri

Also beginne ich, dir es zu erzählen. "Ich habe die ganze Zeit auf dich gewartet und vor lauter Ungeduld schon die ganze Wohnung umgestellt... Und dann hab ich dich 2 Stunden mit der Polizei gesucht... Aber wir haben dich nicht gefunden... ich... ich lag im Flur und hab geheult... Bin dann wie ein Betrunkener durch die Straßen gewankt... und... und plötzlich bin ich auf dein Cap getreten... Es lag an dieser Gasse und ich hab in das Fenster geschaut... und... und dich gesehen..."

 

Aki

„U... und dann...?“, ich wollte doch nie, dass er sich Sorgen macht oder wegen mir leidet. All das habe ich immer verhindern wollen. Du stockst kurz und ich frage mich, was geschehen sein mag, nachdem ich das Bewusstsein verloren hatte. Aber möchte ich es wissen? Dein Gesichtsausdruck vermittelt mir das Gefühl, dass ich es nicht erfahren möchte.

 

Lauri

"Ich habe das Fenster eingeschlagen...", fahre ich nun fort. Kämpfe mit mir es dir zu sagen...

Wirst du mich dafür hassen?

Oder Angst vor mir haben?

Ich will dich doch nicht verlieren...

 

Aki

Erneut stockst du. Wieder diese Frage in mir: Was hast du getan? Ich sehe dich an, du siehst ängstlich aus. Aber egal, was es ist, ich werde... was werde ich? Nichts tun? Ich weiß es nicht... ziehe dich ein wenig näher an mich heran, murmele in deinen Pullover, dass du es ruhig erzählen kannst.

 

Lauri

Ich streiche dir leicht über den Rücken.

"Ich habe ein Messer aus dem Messerblock genommen... und... habe lauter Schwachsinn gelabert... Hab ihn gewürgt und... und wollte mich dafür rächen, was er dir getan hat... Ich... ich habe ihm... Ich habe ihm... sein Ding abgeschnitten... und... und ihn aufgeritzt..." Langsam bekomm ich selbst Angst vor mir.

"Ich habe ihn umgebracht, Aki!" Tränen laufen über mein Gesicht, wie konnte dieser 'Racheengel' in mir nur die Überhand gewinnen?!

 

Aki

Umgebracht. Er ist tot. Irgendwie überkommt mich ein Gefühl von Genugtuung bei diesen Worten. Er wird nie wiederkehren, existiert nicht mehr... aber für welchen Preis?! Wie magst du darunter leiden...?!

Ich verstärke meinen Griff noch etwas, soweit das überhaupt im Rahmen des Möglichen ist und auch mir laufen wieder Tränen über das Gesicht. Sitzen hier, halten verzweifelt den anderen im Arm und vermögen nichts zu sagen. Dazu gibt es nichts zu sagen. Keine Vorwürfe, keine Zustimmung... nichts...

 

Lauri

Nachdem ich mich ein wenig beruhigt habe, streiche ich mir die Tränen aus dem Gesicht.

"Aki...?", frage ich dich leise. Will dich was wichtiges fragen... Wenn ich es jetzt nicht tu, ist es vielleicht irgendwann zu spät...

Du siehst nun zu mir auf und ich warte auf ein Wort von dir.

 

 

Aki

„Was ist?“, fragend sehe ich zu dir auf. Höre auf zu weinen, eine Sache, die ich in den letzten Stunden ständig getan habe. Frage mich, was jetzt aus uns wird, hoffe, dass wir nicht daran zerbrechen, an unserem Trauma.

 

Lauri

"Ich habe noch ein Geschenk für dich...", murmele ich leise, greife in meine Nachttischschublade und hole eine kleine, schwarze Kisten raus. Die öffne ich und nehme eine Schatulle heraus und reiche sie dir.

"Mein Geschenk...", sage ich leise und lächele dich an.

 

Aki

Ich nehme die Schatulle in die Hand und öffne sie vorsichtig, woraufhin ich einen schlichten Ring aus Weißgold erblicke. Mit offenem Mund nehme ich ihn vorsichtig heraus, begutachte ihn von allen Seiten.

Dann erblicke ich eine kleine Innenschrift, die ich versuche zu entziffern. Hoffnungslos ohne Brille... also frage ich dich, was dort steht.

 

Lauri

Du fragst was in dem Ring steht. Ich muss lächeln.

"Dort steht 'Immortal love breaking the one last bond '"

Du siehst richtig süß aus. Ich streiche dir eine wirre Haarsträhne hinters Ohr.

 

Aki

Du bist wirklich niedlich, hat dir das schon mal einer gesagt? Wie ein kleines Kind, das einen Lolli bekommen hat, sitze ich jetzt hier und starre diesen Ring an. Obwohl „niedlich“ ja eher kleine Kinder und Mädchen sind... du bist trotzdem niedlich!

Als du mir dann auch noch die Haarsträne hinters Ohr streichst, nähere ich mich dir, deinem Gesicht und hauche dir –nach einer flüchtigen Berührung unserer- Lippen ein „Danke“ zu. Der erste Kuss nach dieser ganzen Sache.

Es geht voran und das Zittern, das deine Nähe bei mir verursacht lässt ein wenig nach. Vielleicht, weil ich dir vertraue, vielleicht, weil wir beide ein viel zu großes Geheimnis plötzlich in uns tragen.

 

Lauri

Du bedankst dich bei mir...

"Kein Problem mein Engel..." Ich habe es wirklich mit "Engel"...

Mhm... Obwohl es eigentlich stimmt, du bist ein Engel... Mein Engel!

Und ich will nur, dass es dir gut geht, also streiche ich dir nur ganz leicht über den Rücken.

Es wird sicherlich seine Zeit brauchen, bis du es verarbeitet hast und bis ich es verarbeitete habe, dass ich einen Menschen getötet habe.

 

Aki

Jetzt nimmst du mir den Ring aus der Hand und steckst ihn mir an den Finger, wonach ich mich dazu durchringe, dich anzulächeln. Dann sinke ich in die Kissen und du deckst mich zu, mich ermüdet das alles hier noch ein wenig. Die unterschwelligen Schmerzen, die ganzen Geschehnisse... all das will verarbeitet werden. Gar nicht so einfach. Außerdem denke ich, dass ich zusammenbreche irgendwann, wenn ich jetzt noch viel tue.

Also endlich ein wenig Ruhe... bis das Telefon schrillt. Wieso ist das eingestöpselt?! Irgendwann werde ich das Teil für immer außer Gefecht setzen! Seufzend stehst du auf uns nimmst den Anruf an.

Lauri

"Hallo?", murmele ich leise und verlasse das Schlafzimmer.

Du brauchst einen erholsamen Schlaf und den will ich dir auch gönnen.

Mal sehen, wer sich da jetzt meldet...

Ich hoffe, niemand Schlimmes...

 

Aki

Du verlässt das Schlafzimmer und ich sehe dir einige Zeit hinterher und frage mich, wer jetzt wohl wieder anruft. Sicherlich Eero oder Seppo... vielleicht auch Pauli. Wer weiß, mich würde es schon interessieren.

Doch dann fallen mir einfach die Augen zu und es dauert nicht lange, bis ich in Gedanken an dich in einen tiefen, leider nicht traumlosen, Schlaf sinke...

 

Lauri

Ich bekomme keine Antwort am Telefon.

"Hallo?! Wer ist denn da?", frage ich noch einmal nach.

Nichts...

Keine Antwort...

Dann das Tuten...

Aufgelegt...

Seufzend ziehe ich das Telefon aus der Dose und gehe zurück ins Schlafzimmer.

Dort nehme ich leicht deine Hand, streichele sie und sehe dir beim Schlafen zu.

 

Aki

In meinem Traum stehe ich ihm, jener verachtungswürdigen Person, gegenüber, breit grinst er mich an und erklärt, dass deine Tat nichts gebracht hätte, er würde trotzdem wiederkehren und sich holen, was ihm „zustand“. Panisch sehe ich mich im Traum, den ich nicht als solchen erkenne, um, niemand ist in der Nähe. Du nicht, niemand. Nur er und ich. Bin vor Angst wie gelähmt und sinke zu Boden, meine Beine tragen mich nicht mehr. Und er kommt näher... näher... streckt seine Hand aus, hat mich gleich erreicht und...

Schreiend springe ich auf, alles ist dunkel, ich laufe los, meine Beine tragen mich wieder und...

Schmerzhaft stoße ich gegen eine Wand, sinke daran herunter und drehe mich um, voller Panik. Jemand kommt auf mich zu...

 

Lauri

Plötzlich bist du mitten in deinem Schlaf aufgesprungen und gegen meine Schlafzimmerwand gelaufen.

Ganz verängstigt sitzt du da...

"Hey... Schsch... Das wird wieder Aki..." Ich knie mich zu dir nieder, halte dir meine Hand hin.

Nun liegt es an dir mein Engel...

Vertraust du mir... dann ergreife meine Hand...

Vertraust du mir nicht... dann lass die Finger von ihr...

Aber egal, wie du dich entscheidest... Ich bleibe bei dir!

 

Aki

Sehe nichts, alles ist finster, die Umrisse zusätzlich verschwommen, panisch drücke ich mich gegen die Wand. Wo bin ich? Wer ist dort? Lauert in der Finsternis?! Möchte schreien, doch bringe keinen Laut heraus.

Plötzlich höre ich eine Stimme, kenne sie, sehe eine Hand, die sich mir entgegenstreckt. Kneife zunächst die Augen zusammen, als hätte ich Angst, geschlagen zu werden. Doch nichts geschieht, alles bleibt ruhig. Also blinzele ich, erinnere die Stimme... deine Stimme... nehme meinen ganzen Mut zusammen und lege die meine Hand in deine.

 

Lauri

Vorsichtig legst du deine Hand in meine.

Glücksgefühle kommen in mir hoch, ein Lächeln schleicht sich auf meine Lippen.

Danke für dein Vertrauen Aki...

Ziehe dich vorsichtig auf die Beine und führe dich zurück zum Bett, decke dich sorgfältig zu.

"Möchtest du etwas essen?" Ich streiche dir leicht über den Kopf.

 

Aki

Schüttele nur mit dem Kopf, verspüre derzeit keinen Hunger, bitte dich nur darum, mir ein Glas Wasser zu geben. Während du dich in die Küche begibst rolle ich mich zur Seite und stelle fest, dass ich wieder am ganzen Körper zittere. Hätte ich deine Stimme nicht erkannt, wäre ich auch noch jetzt blind vor Angst. Was ist das? Warum hört es nicht auf...?!

 

Lauri

Ich nehme ein Glas aus meinem Küchenschrank und gehe zum Kühlschrank.

Mit einem leisen Knarren öffnet sich die Holztür.

Ich war schon immer stolz auf meinen 'Gruselkühlschrank'. Ich nehme die Wasserflasche raus und füllte das Glas mit dem kühlen Nass.

Nachdem die Wasserflasche wieder gut zugedreht ist und im Kühlschrank steht, tapse ich mit dem Glas zurück zu dir.

Langsam helfe ich dir beim Trinken, halte das Glas für dich fest.

Durch dein Zittern würde es dir nur runterfallen...

 

Aki

Inzwischen zittere ich sogar zu stark, um allein trinken zu können. Frage mich nach wie vor, warum das so ist. Verstehe nicht, obwohl ich doch weiß, dass er tot ist und nimmer wiederkehren wird.

Das nimmt mir nicht die Angst. Nimmt mir nicht dieses eisige Gefühl, das mich immer wieder umfängt. Einzig und allein du strahlst noch etwas Wärme aus. Wann finden wir den Ausweg? Gibt es einen? Ich sehe dir in die Augen.

 

Lauri

Du siehst mir nun direkt in die Augen.

Es geht dir schlecht... sehr schlecht...

Zögere noch etwas, ehe ich meine Hand vorsichtig auf deine Wange lege...

Will dich nicht verschrecken oder dir Angst machen...

Wir werden das schon schaffen!

Zusammen schaffen wir es schon!

 

Aki

Mit selbstsicherer Miene siehst mich an und ich sehe dich auffordernd an, möchte nicht mehr alleine hier die Nacht über verweilen. Kuschele mich wieder in meine Decke und warte, bis du es dir auf deiner Seite bequem gemacht hast, dann suche ich nach deiner Hand und drücke sie mit der meinen. Lächele dich noch einmal an, bevor ich erneut die Augen schließe. Ich werde deiner Überzeugung Glauben schenken. Wüsste nur nicht, was werden würde, würden sie dich finden und verurteilen... dann... ich möchte nicht daran denken.

Lauri

Leise halte ich deine Hand...

Draußen ist es stockdunkel und hier im Zimmer auch.

Ich habe irgendwie Angst einzuschlafen, dir könnte etwas passieren und das will ich verhindern!

Also kämpfe ich mit der Müdigkeit und schaue dir beim Schlafen zu.

Ich hatte doch mal irgendwo so Kaffeebonbons... Leise krame ich in meiner Nachttischschublade und fische eins raus.

Ha! Koffein hält wach, also stecke ich es mir in den Mund und lutsche es auf.

 

Aki

Traumloser, relativ ruhiger Schlaf ereilt mich, bis ich wieder aufwache, blinzele, ächzend meine Brille vom Nachttisch nehme, diese aufsetze und feststelle, dass du nicht im Raum bist. Wie spät ist es? Wo bist du? Schwerfällig versuche ich, aufzustehen und humpele mehr oder weniger in Richtung Wohnzimmer, in dem der Fernseher zu laufen scheint. Anscheinend handelt es sich um die Nachrichten...

 

Lauri

Nachdem ich mein Bonbon aufgelutscht habe sehe ich dir weiter beim Schlafen zu. Gegen 8 Uhr gehe ich dann ins Wohnzimmer und schaue ein wenig Fernsehen. Gerade als die Nachrichten beginnen kann ich das Quietschen der Schlafzimmertür vernehmen... Du scheinst aufgewacht zu sein...

 

Aki

Ächzend und schwerfällig nehme ich neben dir auf dem Sofa Platz. Meine Motorik scheint der eines 100-Jährigen zu gleichen und ich fühle mich nicht besonders gut. Dennoch richte ich nun meine Augen auf den Fernseher, in dem eine junge Nachrichtensprecherin gerade die Neuigkeiten anspricht: „Guten Morgen meine Damen und Herren zum Helsinki Journal, mein Name ist Aira Ikonen. Zunächst machte die Polizei in der gestrigen Nacht einen grausigen Fund. Nicht unweit vom Stadtzentrum wurde in einer Wohnung die entstellte Leiche eines jungen Mannes aufgefunden. Laut der zuständigen Beamten handelt es sich bei dem Opfer um Joonas Letholainen, einem 25-Jährigen Versicherungsvertreter. Das Opfer wurde mit Verstümmelungen aufgefunden und es wurden einige Faserspuren ausgemacht, die möglicherweise auf den Täter hindeuten könnten. Allerdings steht zur gegenwärtigen Stunde noch nicht allzu viel fest, somit gibt es auch noch keinen Tatverdächtigen. Aufgrund einiger einschlägiger Informationen heißt es jedoch, dass die Polizei näher im Schwulen-Milieu nach dem Täter forscht. Wir werden Sie auch weiterhin auf dem Laufenden halten...“ Ich schalte aus.

 

Lauri

Scheiße...

Die haben ihn gefunden... Ich hoffe, die finden mich nicht...

Bitte nicht...

Ich will doch bei dir bleiben...

Vielleicht sollten wir auswandern und ich meine Klamotten verbrennen...

 

Aki

Ängstlich rücke ich näher an dich heran, der du erstarrt bist, und drücke dich an mich. Möchte nicht, dass sie dich finden, dich mir nehmen. Was sollte ich dann tun? Dann hätte ich nichts mehr. Nichts... nur noch das Zittern und diese verfluchten Erinnerungen. Dann... würde ich nicht mehr bleiben wollen, würde vorher freiwillig verschwinden.

Lauri

Nach einer Weile beginne ich zu reden.

"Ruh dich besser aus Aki..." Ich lege eine Decke über dich, als dich auf der Couch liegen lasse. Dann setze ich mich in den Sessel.

Darin vergrabe ich mich tief. Ich habe Angst das sie mich finden, mich mitnehmen und uns trennen.

 

Aki

Ich sehe dir zu, wie du dich im Sessel vergräbst und starr geradeausstarrst, was mag jetzt deine Gedanken bewegen? Denkst du auch, was ich denke? Beobachte dich, du bemerkst es nicht, fühle mich wieder ein wenig schuldig.

Wäre mir das nicht passiert, müsstest du jetzt keine Angst haben. Und ich würde es auch nicht zulassen. Genau, ich würde die Schuld auf mich nehmen, wenn sie hierher finden. Vielleicht haben sie auch meine Faserspuren gefunden, wer weiß.

„Ich werde nicht zulassen, dass sie dich mitnehmen...“

 

Lauri

Ich sehe dich an.

"Das kannst du nicht machen, Aki..." Es ist nur ein Flüstern von meiner Seite aus. Nein...

Wir finden schon eine Lösung... Außerdem, wie sollen sie auf uns kommen? Wir sind ja nicht in diesem Milieu.

 

Aki

Antworte dir nicht, sage dir nichts von meinen Absichten oder Plänen im Fall aller Fälle. Ich denke, dass es besser so ist, du würdest mich nur davon abhalten wollen. Also hoffe ich inständig, dass dieser Fall nicht eintreten wird, dass uns nichts passieren wird, dass...

„Ding Dong“... das Klingeln deiner Haustür. Was ist hier eigentlich los? Haben wir eine Anzeige in die Zeitung gesetzt mit „Bitte stören Sie uns“?

 

Lauri

Wer ist denn das?

Seufzend erhebe ich mich und gehe langsam zur Tür. Erneut klingelt es und ich öffne langsam die Tür.

Was ist, wenn dort jetzt die Polizei steht? Wenn sie dich mitnehmen wollen, werde ich meine Klappe nicht mehr hüten.

Ich will nicht, dass DU für meine Sachen in den Knast sollst.

 

Aki

Seufzend begibst du dich zur Tür und öffnest sie, woraufhin ich ein lautes „Lauri! Du lebst ja noch! Geht’s dir wieder besser?“ vernehme. Das klingt nach Eero. Sag bloß, der rennt uns jetzt vor Sorge die Tür ein?! Und das nach diesen Wetten? Skeptisch versuche ich vom Sofa aus einen Blick in den Flur zu erhaschen, bekomme jedoch nichts zu Gesicht. Aber möchte ich ihn überhaupt sehen? Ich weiß ja nicht...

 

Lauri

"Mhm... Sorry Eero... Aber ich habe keine Zeit...", versuche ich Eero weg zu scheuchen. Ergeben geht er nach ein paar Minuten.

Also schließe ich die Tür und gehe wieder zu dir ins Wohnzimmer, setze mich wieder in den Sessel.

 

 

Aki

Nach kurzer Zeit kehrst du wieder, bist Eero scheinbar losgeworden. Wieder herrscht bedrückende Stille, die uns langsam aber sicher zu erdrücken scheint. Vielleicht hätte Eero doch hereinkommen sollen, vielleicht hätte uns das für einen Moment abgelenkt...

Was wohl Eero und Pauli sagen würden, wenn sie all das hier wüssten? Uns verachten? Mein Blick fällt auf die Uhr. Bald ist es zwei. Und ich habe seit Ewigkeiten nichts Essbares mehr zu mir genommen.

 

Lauri

"Möchtest du jetzt etwas essen?", frage ich dich nun.

Aber dann müsste ich erst aus dem Haus gehen und es riskieren, dich alleine zu lassen...

Aber was soll dir denn passieren? Der Kerl ist immerhin tot...

 

Aki

Gedanklich überlege ich kurz und komme dann zu dem Schluss, dass ich dich weder missen noch begleiten möchte oder kann. Also kommt mir stattdessen jene zündende Idee: „Wir könnten uns eine Pizza bestellen. Es kommt mir vor, als hätten wir das ewig nicht getan...“

Du nickst zustimmend und greifst nach dem Telefon, während ihr dir erkläre, dass ich Pizza Mozarella haben möchte.

 

Lauri

Also wähle ich die Nummer vom Pizzaservice.

"Pizzaservice Schnellino! Was kann ich für sie tun?", fragt eine Frauenstimme.

"Ich hätte gern eine Pizza Mozarella und eine Pizza Magarita.", murmele ich. Die Frau nimmt die Adresse auf und sagt dann, dass wir etwa 10 Minuten warten müssten.

Also lege ich auf und gemeinsam warten wir auf unsere Mahl.

 

Aki

Wieder ist es still, beinahe schon erdrückend. Das Klingeln der Tür bedeutet Erlösung und du springst auf, als hättest du auf Kohlen gesessen, bezahlst und kehrst anschließend zurück, drückst mir schweigend einen Pappkarton in die Hand. Ich öffne diesen und beginne mit dem ersten Stück Pizza, die praktischerweise bereits zurechtgeschnitten ist.

Schweigend essen wir so vor uns hin, während ich verzweifelt überlege, worüber man denn nun reden könne.

 

Lauri

"Schmeckt es dir?", versuche ich ein Gespräch zu beginnen. Ich hoffe es klappt ein wenig...

Aber früher oder später muss ich aus dem Haus, sonst haben wir keine Getränke mehr...

Ich will nicht...

Lass uns auswandern Aki...

Irgendwohin, wo uns niemand kennt!

 

Aki

„Und wohin?“, frage ich dich und du siehst erstaunt auf, scheinst gerade erst zu realisieren, dass du die Worte eben laut ausgesprochen hast. Wohin auswandern? Nach Schweden? Nach Norwegen? Nach Deutschland? Ganz woanders hin? Im Prinzip hätte ich ja nichts dagegen... aber unsere Band gibt es schließlich auch noch und niemand weiß, ob sie die Spur wirklich zu dir zurückverfolgen können werden...

 

Lauri

Du fragst wo wir auswandern könnten.

Vielleicht nach Thailand oder so...

Nein... Da ist schon Janne...

Aber wo kennt man uns nicht?

Wo?

Ich weiß es nicht...

"Ich weiß es nicht Aki... Es gibt kaum ein Land, in dem man uns nicht kennt..."

 

Aki

„Könnte sein...“, ich denke nach und klammere erst einmal die Krisenländer aus, denke dann weiter. Ob man uns in Vietnam oder China oder so kennt? Irgendwo in einem abgelegenen Bergdorf? Ich denke angestrengt nach. Wäre nicht die Band, würde ich sofort auswandern mit dir. Auf in ein neues Leben...

 

Lauri

"Aber das Problem ist die Band..." Ich beiße mir auf die Unterlippe.

Ohne die Band wären wir sicher schon weg...

Ach, warum muss alles so kompliziert sein?!

Warum eigentlich immer wir? Als wäre unser Leben noch nicht kompliziert genug, Nein...

Immer mehr neue Probleme...

 

Aki

„Kommt drauf an, wie die Dinge stehen nach diesem Videodreh...“, ich denke an Eero und Pauli und die Wetten, an Seppo... und daran, was wäre, wenn es The Rasmus nicht mehr geben würde. Was wäre dann?

Gut, abgesehen von der großen, faninternen Aufregung... was wäre dann?

Ich meine, arm sind wir nicht, theoretisch hättest vor allem du genug Geld zum Leben.

Aber können wir das tun? The Rasmus einfach Geschichte werden lassen?!

 

Lauri

Hm... Wirklich schwer...

Weiß nicht was ich sagen soll...

Weiß nicht was wir tun sollen...

Ich meine, The Rasmus ist unser Leben...

Und falls sie uns nicht entdecken, dann brauchen wir doch nicht weg zu laufen?!

Aber würden Pauli und Eero das verstehen?

Die Fans würden uns hassen, es gäbe keinen anderen Ausweg als dann The Rasmus aufzulösen und zu flüchten...

 

Aki

Du siehst zweifelnd aus, scheinst nicht zu wissen, was du denken sollst.

„Die anderen würden es verstehen... und Fans... hey, noch viel größere und bekanntere Bands haben sich aufgelöst und nichts ist geschehen...“

Andererseits sollte man nichts überstürzen, vielleicht werden sie nie dich im Verdacht haben. Aber...

Wäre das nicht ein Abenteuer? Einfach einen Rucksack packen und alles stehen und liegen lassen?!

 

Lauri

Deine Worte hallen in meinem Kopf...

Ja... Du hast recht!

Ich sehe dich an und überlege kurz, dann stelle ich diesen Entschluss fest.

"Lass uns einfach irgendwie und irgendwohin abhauen..."

 

Aki

„Einfach so?“, ich fange an zu lachen bei dem Gedanken. Solche Gedanken hegt man normalerweise als kleines Kind und nun überkommt uns der Wunsch, einfach mal ohne die Achtung von Pflichten zu verschwinden. Obwohl, hat das nicht einen Reiz für einen jeden? Freiheit? Ist das nicht so etwas?

Frei von Pflichten und Zwängen...

Ich nicke langsam, stimme dir zu.

 

Lauri

Erst lachst du, dann stimmst du mir zu...

Wir werden flüchten...

Sollen wir vorher Pauli und Eero sagen, das es The Rasmus dann nicht mehr geben wird?

Was sollen wir überhaupt mitnehmen?

Wie kommen wir hier weg?

Einfach laufen?

Aber nicht am hellen Tag... Nein...

"Wir brechen heute Nacht auf Aki..."

 

Aki

Aufgeregt denkst du nach, auch mich packt nun die Aufregung. Man fühlt sich zurückversetzt in die Kindheit und irgendwie euphorisch...

„Heute Nacht? Und wie? Auto? Flugzeug? Wo wollen wir überhaupt hin? Süden? Osten? Westen? Ich meine Norden wird kaum etwas bringen...“ Außer wir möchten den Nordpol besuchen, was ich bezweifle.

 

Lauri

"Wir laufen erst mal... Ich denke vielleicht Richtung Russland, also nach Osten...", teile ich dir meine Gedanken mit.

Du nickst verstehend.

"Sagen wir irgendwas zu Eero und Pauli? Oder nur ein Brief?"

 

Aki

„Sagen führt nur zu langen Diskussionen, ein Brief wird reichen...“, erkläre ich und frage mich, was für Sachen ich mitnehmen und wo ich diese verstauen soll. Vielleicht meinen alten Wanderrucksack, den ich einmal mit im Feriencamp hatte. Ich denke nicht länger nach, springe stattdessen auf und... mir fällt ein, dass ich nach Hause muss. Also drehe ich mich zu dir um und erkläre dir, dass wir uns heute Nacht hier wiedertreffen sollten.

 

Lauri

"Okay... Aber pass auf dich auf... Ich schreibe dann den Brief..." Du nickst und gehst heim.

Derzeit setze ich mich vor den Brief, was schreibe ich? Es wird ziemlich schwer werden Helsinki zu verlassen, aber nur so kann man uns nicht trennen...

Also beginne ich zu schreiben, schreibe mir und dir das Leid von der Seele...

Dann lese ich ihn mir noch einmal durch...

"Lieber Eero, lieber Pauli...

Das ist ein Abschiedbrief von uns. Wir lösen hiermit The Rasmus auf, wir werden Finnland verlassen...

Unsere Reise hat kein bestimmtes Ziel, nur das Ziel von diesen Problemen und den Ängsten, die uns hier in Finnland heimsuchen, wegzukommen...

Vielleicht kehren wir zurück...

Irgendwann...

Vielleicht auch nicht.

Wir danken euch für alles, auch wenn ich, Lauri, es nicht sehr nett fand, dass ihr um meine Gesundheit gewettet habt!

Aber es sei euch vergeben...

Eurer Lauri, eurer Aki

 

Dann stecke ich den Brief in einen Umschlag, beschrifte ihn und erhebe mich.

 

Aki

Etwas ängstlich gehe ich meinen Weg nach Hause, zittere ein wenig und sehe mich ständig panisch um. Ob mich nicht doch gerade jemand verfolgt? Oder hat mich das Geschehen panisch gemacht?

Nun gut, lange her ist es nun wirklich noch nicht und ich habe seitdem auch deine Wohnung nicht mehr verlassen...

Ängstlich, aber doch bemüht standhaft biege ich in meine Straße ein, steige die Stufen des Treppenhauses hinauf und...

 

Lauri

Ich beginne meine Sachen in meinen Rucksack zu packen. Soll ich auch etwas zu essen einpacken?

Gegen Abend beginne ich ein paar Brote zu machen und packe auch ein wenig Trinken ein...

Wir wollen ja da draußen auch überleben...

Dann stopfe ich noch einen Schlafsack in den Rucksack...

Ich hatte doch irgendwo ein 2-Sekunden-Zelt...

Ah... Da...

Das packe ich mit Mühe noch ein...

 

Aki

...meine Haustür steht offen. Verwundert trete ich ein, sehe mich um, doch alles ist still und dunkel. Mehr überrascht als ängstlich bewege ich mich durch die Dunkelheit der Wohnung, bis ich im Wohnzimmer angelange, das Licht anmache und...

feststelle, dass eine Gestalt auf meinem Sofa sitzt und mich breit angrinst.

„Ich habe mich schon gefragt ob du nie ankommst, Aki. Dein Schloss ist wirklich leicht aufzubrechen, nicht so schön, wenn man eine Berühmtheit ist...“

Ich erstarre, die Gesichtszüge, sie kommen mir bekannt vor...

„Sieh mich nicht so an, ich werde dir noch nichts tun“, er lacht, ich bin erstarrt, sehe in die Mündung eines Pistolenlaufs. Dieses Gesicht, diese Stimme... nein!

 

Lauri

Ob es eine gute Idee war dich alleine zu lassen? Ich weiß es nicht...

Schnell werfe ich den Brief an Pauli und Eero ein und warte dann zuhause auf dich...

Wo bleibst du denn?

Da klingelt es auch schon.

Das bist sicher du, ich laufe zur Tür und öffne.

Du, wie erwartet.

 

Aki

In meinem Kopf hallt es, Bilder jagen mir durch den Kopf, alles, jede Szene, jedes Wort, jedes Stöhnen... all das erinnere ich innerhalb weniger Sekunden. Registriere kaum, die die Gestalt aufsteht, mich grinsend am Arm packt und mitschleift: „Du bist ja der reinste Stock, Aki... Ich habe Joonas nie verstanden, warum er dich eigentlich so toll fand. Er war wirklich ein Idiot und hat zu viele Grenzen übertreten.“ Mit einem bedauernden Gesichtsausdruck schüttelt er mit dem Kopf.

„Die Polizei ist auch unfähig, aber wer verdächtigt schon Lauri Ylönen, hm? Obwohl, die Medien würden sich sicher darauf stürzen...“ Er zieht mich mit, ich bin erstarrt, bin leblos, bemerke nicht, dass wir uns deiner Straße, deinem Haus nähren. Die Pistole spüre ich in der Seite, sehe, dass er abdrücken wird, wenn er es möchte. Doch ich vermag nicht, es zu registrieren oder die Situation zu erfassen.

„Und jetzt statten wir dem Schätzchen einen Besuch ab“, wieder dieses Lachen, als er bei dir klingelt, mich vor ihm die Treppen hinaufschiebt und schließlich vor deiner Tür stehen bleibt. Bitte, lauf weg... öffne nicht, Lauri...

 

Lauri

Hinter dir steht ein mir unbekannter Mann...

Wer ist das?

Dein Gesicht ist verängstigt...

Aki, was ist hier los?

Wer ist der Kerl?

... Wer ist der Kerl, der eine Waffe auf mich gerichtet hat!?

 

Aki

„La... lass Lauri...“, würge ich hervor aus meiner Erstarrung heraus. Du siehst uns geschockt an, bist auch erstarrt.

Er grinst nur, kein kaltes, kein warmes Grinsen, nein, das Grinsen eines Wahnsinnigen.

„Oh nein, ich werde den verdammten Mörder nicht ziehen lassen. Er hat mir meinen Bruder genommen...“

Ich beginne zu verstehen, Joonas, der Grund für mein Leid, sein Bruder... plötzlich ergibt es einen Sinn, dass ich Joonas’ Gesicht in dem seinen zu erkennen glaube.

„...und deshalb werde ich ihm nehmen, was ihm wichtig ist...“, wieder dieses irre Lachen, ich beginne zu verstehen. Wie es aussieht darf ich jetzt mein Testament unterzeichnen.

„Das heißt…?“, du siehst ihn fragend an, scheinst nicht zu begreifen.

„Es ist immer am Schönsten, wenn man nichts tun kann gegen die Geschehnisse…“

Dieses Mal hast du scheinbar begriffen, deine Augen weiten sich, während meine ausdruckslos bleiben, ich ahne, was mich erwartet.

 

Lauri

Zögernd hebe ich unbemerkt meine Hand, umschließe den Lauf der Pistole und ziehe ihn von dir...

Jetzt ist der Lauf auf mich gerichtet, noch immer halte ich ihn umklammert.

Ich habe gesagt, ich werde dich beschützen...

Meine Augen scheinen verklärt zu sein, sein Gesicht ist ein wenig erschrocken, dann wieder starr wie eine Maske.

Er sagt etwas, ich höre ihn nur verschleiert und schweige...

 

Aki

Mein Mund öffnet sich, meine Augen weiten sich, als du die Pistole auf dich selbst richtest. Das werde ich nicht zulassen... doch ich schweige, löse mich dennoch unbemerkt aus meiner Erstarrung.

„Du willst den Helden spielen und für ihn sterben? Mann, bist du egoistisch“, er lacht kalt auf, „glaubst du, dein Aki wird weiterleben, wenn du dich für ihn opferst?“

Weiterhin schweige ich, stelle dennoch fest, dass er recht hat.

 

Lauri

Ich antworte ihm nicht. Nur sechs Wörter verlassen meine Lippen...

"Dein Bruder hatte den Tod verdient...", meinte ich kalt.

Der Kerl sieht mich starr an, bereit zum Schießen...

Hey, wenn wir das überleben, schreibe ich einen neuen Text für das nächste Album. Wir wollen ja dann wieder kehren...

 

Aki

Ich erkenne die Wut in seinem Blick, sehe dich, der du relativ ruhig in den Lauf der Pistole blickst. Sehe mich, wie ich mich bewege und dich von der Pistole verdränge, mich an Stelle deiner davor stelle. Was auch immer mich dazu bewegt hat. Es mag mein Egoismus sein, ich möchte nicht zurückbleiben ohne dich...

„Du wolltest mich umbringen, dann befolge deine Worte auch!“

 

Lauri

Ich sehe den Kerl an...

"Ist es nicht schöner jemanden in der Wohnung umzubringen?", frage ich ruhig.

Der Kerl grinst und geht in die Wohnung. Jetzt!

Ich erkenne meine Chance, schnappe mir dich, meinen Rucksack und ziehe dich aus der Wohnung, knalle die Tür zu und verriegele sie vom Flur aus, machte die 5 Sicherheitsschlösser zu.

Der Kerl flucht laut und lädt die Pistole.

"SCHNELL!" Ich schnappe deine Hand und renne mit dir aus dem Wohnhaus. Schnell laufen wir zu dir, holen deinen Rucksack und rennen in den Wald, der an Helsinki grenzt.

 

Aki

Was auch immer in den letzen Minuten geschehen ist, ich weiß es nicht genau. Jetzt stehe ich jedenfalls in der Dunkelheit des Waldes nahe Helsinki zusammen mit Lauri irgendwo und denke darüber nach, wie wir jetzt unsere doch sehr überstürzte Abreise antreten. Wo lang? Nach Russland wandern? Zum Hafen gehen und die Fähre nehmen?

 

Lauri

Fragend siehst du mich an.

"Kannst du laufen?", frage ich dich. Ich glaube eher nicht.

"Komm mit..." Mit den Rucksäcken auf unseren Rücken schleichen wir uns Hand in Hand durch das dunkle Helsinki hin zum Hafen.

Ich blicke mich um und finde ein Ruderboot.

 

Aki

„Das ist doch nicht dein Ernst, Lauri! Mindestens ein Segelboot... sonst kommen wir nie übers Wasser... und wohin eigentlich? Schweden? Russland? Deutschland?“ Fragend blicke ich dich an und werfe dem Ruderboot einen sehr skeptischen Blick zu. Das wäre eine Schlagzeile: „The Rasmus versuchte mit Ruderboot über die Ostsee zu pilgern!“ Ich glaube, ich würde darüber lachen, wenn ich jetzt nicht hier stände.

 

Lauri

"Aber wir können doch kein Segelboot klauen! Und ich kann so was nicht steuern und es ist kein Wind!", versuche ich dir zu erklären. Murrend gibst du dich geschlagen und steigst vorsichtig in das Boot.

Ich löse das Seil und steige zu dir. Vorsichtig setzen wir unsere Rucksack ab. Damit du nicht frierst, wickele ich dir noch eine Decke um, schnappe mit die Ruder und beginne zu rundern.

 

Aki

Etwas grummelnd sitze ich nun in dieser Nussschale hier und sehe zu, wie du ruderst und wir uns langsam vom Hafen Helsinki entfernen. Und wenn jetzt ein Sturm aufkommt? Noch wirkt alles ruhig und sternenklar, aber wer weiß...

„Wohin fahren wir jetzt?“, frage ich dich.

 

Lauri

"Etwa 15 km von hier weg ist eine kleine Insel auf der wir erst mal Rast machen werden... Und dann gehst hoch an der Grenze von Finnland, damit wir zum Teil von Finnland kommen, der nach Russland führt", erkläre ich dir und rudere weiter.

"In meinem Rucksack ist noch warmer Tee, wenn du möchtest...", murmele ich und rudere kräftiger.

 

Aki

Ich nicke langsam, versuche, mich unter der Decke etwas zu wärmen. Es ist eiskalt um diese Jahreszeit, erst recht hier draußen auf See. Mit zitternden Händen fülle ich mir etwas Tee ein und frage auch dich, doch du lehnst ab. 15km sind mit dieser Nussschale immerhin eine weite Strecke, ich hoffe inständig, dass wir und vor allem du das überstehen wirst.

Erst jetzt fallen mir die Ereignisse von vorhin wieder ein. Was wird der Kerl mit deiner Wohnung anstellen?!

 

Lauri

Nach etwa 6km werden meine Arme lahm, aber ich rudere weiter. Im Morgengrauen kommen wir bei der kleinen Insel an.

Vorsichtig helfe ich dir aus dem Boot und baue das Zelt auf. Dann packen wir unsere Schlafsäcke aus, legen uns eng zusammengekuschelt hinein.

Ich habe noch eine warme Thermodecke über uns gelegt und so frieren wir nicht.

 

Aki

Irgendwann erreichen wir unser erstes Ziel und ich schließe entspannt die Augen, als wir endlich zusammen in unserem Schlafsäcken liegen und ich meinen Arm um dich gelegt habe. Heute bin ich zu müde, um an Joonas und seinen Bruder zu denken, bin zu müde, damit mich entsprechende Träume heimsuchen... und froh darüber.

„Gute Nacht, Lauri...“

 

Lauri

"Gute Nacht, Aki..." Langsam schlummern wir ein. Du schläfst noch, als ich erwache.

Inzwischen ist es Abend und ich habe Hunger und Durst. Leise fülle ich mir eine Tasse Tee und nippe an ihr. Dann schnappe ich mir ein Brot und beiße herzhaft rein.

 

Aki

Viel später weckt mich irgendein Geräusch und ich schlage meine Augen auf, nehme deine verschwommenen Umrisse wahr. Dann benötige ich einige Zeit, bis ich mir alles in Erinnerung gerufen habe. Joonas Bruder, unsere Flucht. Wir, auf dieser einsamen Insel. Ich setze mich auf und frage dich, wie spät es sei. Mein Zeitgefühl ist mir verlorengegangen.

 

Lauri

Ich blicke auf meine Uhr. "20 Uhr."

Erneut beiße ich in mein Brot und lasse es mir schmecken.

"Möchtest du auch eins?", frage ich dich und reiche dir nach einem Nicken von dir eines.

Gemeinsam essen wir unsere Brote und machen uns wieder auf die Socken.

 

Aki

Weiter geht unsere Odyssee ins Unbekannte und soweit ich mich recht erinnere, führt uns unser Weg nach Russland. Ein Land, in dem ich nie zuvor war. Ein armes Land, soweit ich mich recht entsinne. Ob wir dort ohne Probleme ankommen?

„Hast du eigentlich Geld mit?“, erkundige ich mich bei dir und helfe dir, unsere Schlafsäcke zusammenzurollen und das Zelt abzubauen.

 

Lauri

"Ja, etwas... zu Not find ich sicher auch einen Geldautomaten...", beruhige ich dich und wir packen alles in das kleine Ruderboot. Dann rudern wir weiter.

...

Ich weiß nicht wie viele Tage wir schon unterwegs sind, aber wir haben fast den 'Übergang' erreicht.

Erleichtert seufze ich auf, als das Boot an den Strand stößt.

 

Aki

Nach Tagen erreichen wir Festland und du scheinst erleichtert, während ich bereits das Boot verlasse und ein wenig den Strand hinaufziehe, damit es nicht abtreibt. Dennoch, wir müssen es nun zurücklassen und unseren Weg zu Fuß fortsetzen. Ich lasse meinen Blick schweifen, wirklich bewohnt sieht die Gegend nicht aus, aber wer weiß...

 

Lauri

"Lass uns bitte eine kurze Pause machen...", flehe ich dich an und lasse mich im Sand nieder.

Meine Arme tun weh. Ich hoffe, wir bekommen kein Regen oder so etwas.

Am Schlimmsten wäre weiterer Schnee...

Seufzend erhebe ich mich nach ein paar Minuten und wir beginnen unseren Weg zu Fuß.

 

Aki

Eine Weile ziehen wir durch einen kleinen Wald, bis wir eine Straße errichtet aus Sand und mit unzähligen Schlaglöchern erreichen. Kein Auto ist weit und breit zu erblicken, nur in der Ferne sieht man ein wenig Rauch aufsteigen. Ich sehe dich an, es ist bereits spät und ich frage dich, ob wir noch nach einem Dorf oder etwas Vergleichbarem suchen sollen oder uns lieber hier im Wald schlafen legen bis zum nächsten Tage.

 

~Interlude~

Mehr oder weniger weit entfernt im allseits bekannten Finnland in dessen Hauptstadt Helsinki betritt gerade ein gewisser Eero A. Heinonen die Wohnung eines gewissen Lauri Ylönen. Dabei telefoniert er aufgeregt mit einem gewissen Pauli Rantasalmi.

„Es ist wirklich erschreckend“, ruft Eero aufgeregt ins Telefon, „die Wohnung ist völlig verwüstet und dort in der Wand...“

Pauli lauscht aufgeregt den Worten Eeros.

„...sind Einschusslöcher oder so etwas... was ist hier bloß geschehen? Ich war ziemlich erschrocken, als mich gestern Lauris Nachbarin anrief und meinte, dass die Tür offen stände. Und dann dieser seltsame Brief vor ein paar Tagen. Löst der einfach die Band auf und verschwindet spurlos. Ich frage mich ob er überhaupt noch lebendig ist...“

„Ich denke schon“, Pauli denkt angestrengt nach, „zumindest wette ich das...“

„Dann halte ich dagegen. Worum wetten wir?“

~Interlude Ende~ 

 

Lauri

Fragend siehst du mich an.

"Ich denke, wir lassen uns im Wald nieder. Sieht ziemlich weit aus und ich möchte nicht im Dunkeln umherwandern."

Langsam bauen wir unser Nachtlager auf. Träge packe ich den Campingkocher aus und mache uns warmes Wasser für Tee und eine Suppe, bei der man nur das Wasser aufgießen muss.  

 

Aki

Später essen wir ein wenig Suppe und verkriechen uns schließlich ins Zelt. Die anfängliche Abenteuerlust ist ein wenig vergangen, unsere Gespräche den Tag über sind nicht sehr ergiebig und Zeit für Zärtlichkeiten bleibt nun wirklich nicht. Inständig hoffe ich darauf, dass wir bald etwas bewohntere Gebiete erreichen oder uns mehr Zeit lassen können. Irgendwie rast das Leben derzeit viel zu schnell an mir vorüber... ich komme nicht mehr hinterher.

 

Lauri

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg in ein kleines Dorf nahe der Grenze.

"Willkommen Fremde!", werden wir begrüßt. Das Dorf erinnert an das Mittelalter, es gibt weder Zeitung, Fernseher oder Radio in diesem Dorf. Aber überall Bauern und Knechte.

"Guten Tag...", grüße ich zurück. Hier kennt uns keiner.

"Wir würden gerne in ihrem Dorf eine Rast halten von etwa... fünf Tagen?!" Ich sehe zu dir.

"Oh freilich! Reisende sind in unserem Dorf immer willkommen! Kommen Sie meine Herren, ich zeige Ihnen das beste Gasthaus des Dorfes!" Die ältere Frau beginnt zu gehen.

 

Aki

Irgendwie bin ich doch im falschen Film. Sind Finnlands Grenzdörfer derart altmodisch? Ich komme mir vor wie in einem Geschichtsbuch, doch ich lasse mir das nicht anmerken, grüße stattdessen freundlich zurück.

Du und ich folgen der älteren Frau zu einem altmodischen Gebäude mit einem großen Schild daran. „Zum glücklichen Rentier“ steht dort auf einem Schild. Die Frau geleitet uns noch in das Gebäude und „übergibt“ uns dort an eine jüngere Frau, die und breit lächelnd empfängt.

 

Lauri

"Was kann ich für Sie tun meine Herren?", fragt die junge Frau.

"Wir brauchen ein Zimmer für 5 Tage." Sie nickt und gibt uns einen Schlüssel und führt uns in ein großes Gemächer mit einem ganz weichem Bett.

"Das Gasthaus befindet sich nebenan. Dort können Sie Speise wie Fisch, Fleisch und Brot zu sich nehmen." Mit einem Knicks verschwand nun auch noch das Mädchen. Schlimm dieses Dorf...

 

Aki

Du siehst dem Mädchen etwas genervt hinterher und ich ziehe dich erst einmal in Richtung Zimmer. Ob die hier bereits den Euro eingeführt haben oder noch Tauschhandel durchführen oder mit Finnmark bezahlen? Ich denke, wir werden es noch erfahren. Doch erst einmal zu den angenehmen Seiten des Lebens.

Und die haben etwas mit dir zu tun.

 

 

 

Lauri

Erschöpft stellen wir unsere Rucksäcke auf dem Boden nieder, schlüpfen aus den Schuhen und lassen uns auf dem Bett nieder.

"Meine Füße tun weh...", murmele ich leise. Wir sind immerhin so lange gelaufen.

"Und meine Arme auch..." Was rudere ich auch so wild?!

"Endlich ein wenig Ruhe..." Ich frage mich was Pauli und Eero machen und was mit meiner Wohnung passiert ist.

"Und jetzt?" Fragend sehe ich dich an.

 

Aki

„Jetzt nutzen wir die Zeit der Ruhe“, erkläre ich und lasse mich neben dich aufs Bett fallen. Etwas Gutes hatte diese ganze Raserei durch die Weltgeschichte: die Tage zuvor haben sich ein wenig aus meinem Gedächtnis verflüchtigt.

Also beuge ich mich zu dir hinüber und drücke dir hungrig meine Lippen auf. Wie lange ist das her...?!

 

Lauri

Langsam lege ich meine eine Hand in deinen Nacken und erwidere diesen Kuss.

Zu lange haben unsere Lippen sich nicht getroffen...

Zu lange haben wir unsere Liebe die Zeit gelassen...

Aber jetzt haben wir endlich 5 Tage Ruhe.

Hier kennt uns keiner und findet uns sicher erst auch einmal keiner.

 

Aki

Der Kuss hält an und ich streiche mit meiner Zunge über deine Lippen, die du daraufhin breitwillig ein Stück öffnest, so, dass meine Zunge ihren Weg in deinen Mundraum finden kann. Dort suche ich deine Zunge, finde sie und beginne ein Spiel, eine Art Gefecht, das mir und dir mit der Zeit den Atem raubt. Doch ich möchte nicht aufhören, kann es nicht...

 

Lauri

Ich schlinge meinen beiden Arme um deinen Hals, will nicht deine Nähe missen und nicht deine Küsse.

Langsam halte ich das Zungenspiel noch aufrecht, als unsere Hände plötzlich unter dem Shirt des anderen wiederfinden.

Leise seufze ich in den Kuss, merke wie du leicht meinen Bauch streichelst.

 

Aki

Wie meine Hand unter dein T-Shirt gefunden hat, weiß ich selbst nicht genau, aber wie dem auch sei... nun löse ich mich aus unserem Kuss und wandere mit meinen Lippen über deine Wangen zu deinem Hals, sauge mich dort fest, während du verhalten aufkeuchst. Sind die Wände hier eigentlich schalldicht?

Doch ich denke nicht weiter darüber nach, schiebe lieber weiter dein T-Shirt nach oben, um es dir irgendwann auch abzustreifen...

 

Lauri

Ein wenig schüchtern ziehe ich dir dein Shirt über den Kopf und küsse dich wieder...

Es ist das erste Mal das wir uns so nahe waren...

Das Gefühl ist irgendwie unbeschreiblich angenehm und schön...

Vielleicht ist das ein Zeichen auf deine seelische Besserung...

Aber jetzt genießen wir erst einmal die Liebkosungen des anderen.

 

Aki

Plötzlich überkommt mich der Gedanke an Joonas und ich halte einen Augenblick inne, sehe dir in die Augen, schüttele dann mit dem Kopf. Nein, er ist nicht Joonas und das hier hat nichts mit Joonas zu tun.

Also setze ich nun meine Male auf deinem Oberkörper und versenke meine Zunge kurz in deinem Bauchnabel, bevor ich mich an deiner Hose zu schaffen mache.

 

Lauri

Leise muss ich aufkeuchen.

Du scheinst mir wirklich immer noch zu vertrauen.

Es freut mich sehr...

Liebkosen uns weiter und entkleiden uns langsam und zart.

Verfallen in zarte und leichte Küsse.

 

Aki

Hunderte Küsse hauche ich dir auf die Lippen, auf den Hals, deinen Oberkörper, bis ich schließlich gen Süden ziehe und dich dann überrasche. Denn plötzlich hast du die Oberhand, liegst nun über mir.

Auffordernd lächele ich dich an und ziehe dich nochmals in einen leidenschaftlichen Kuss.

 

Lauri

Als ich dann über dir bin, beginne ich mit dem Anfang.

Vorsichtig streichen meine Hände über deine Brust und wandern immer zarter nach unten bis zu deinen Shorts.

Fragend blicke ich dich an, schiebe sie ganz leicht nach unten und setze ein paar Küsse auf das freie Stück Haut.

Es scheint dir zu gefallen, das freut mich sehr...

 

Aki

Verhalten keuche nun auch ich auf und meine Arme finden sich auf einem Rücken wieder, wo sie sich bereits ein wenig festkrallen, allerdings noch nicht über der Schmerzgrenze...

Du lässt ab und wanderst wieder nach oben, streifst wenig später meine Lippen. Ziehe dich hungrig an mich, suche erneut das Gefecht mit dir, bis du erneut ablässt und wieder wanderst...

 

Lauri

Ein wenig zögernd wandere ich weiter, versuche es dir angenehm zu machen.

Manchmal keuchst du leise auf...

Ich werde langsamer als ich ziemlich weit unten bin...

Umso zögerlich helfe ich dir vorsichtig aus deinen Shorts, als du mich mit leiser Stimme darum bittest:

"Bitte... Zieh sie mir aus..." Das waren deine leisen Worte, hatte ihnen gelauscht und dir sie ausgezogen. 

 

Aki

Nun liege ich unter dir und du musterst mich mit wachsendem Interesse. Doch der Gerechtigkeitshalber mache ich mich nun auch an deinen Shorts zu schaffen und befördere sie nach kurzer Zeit ohne Rückticket ins Nirvana.

Nun keuchst du erneut auf und lässt sich auf mir nieder.

 

 

Lauri

Ein wenig unsicher 'sitzen' wir nun hier.

Wissen nicht, was wir tun sollen.

Schauen uns einfach nur an, mustern langsam und detailgenau den anderen...

Es ist ein aufregendes Erlebnis für uns beide, ich spüre es an unseren Augen, die so verklärt sind.   

 

Aki

Lasse meinen Blick auf dir verweilen, mustere dich genau... denke ein wenig nach. Ich fürchte das nicht, was jetzt vermutlich folgen wird. Ich weiß auch nicht, früher hat es mich gegruselt, war eine Art Albtraum in meinen Vorstellungen. Jetzt sehe ich dem gelassen entgegen, trotz der Sache mit Joonas. Du bist nicht Joonas. Wie eine Beschwörungsformel wiederhole ich diese Worte in Gedanken, bis du mich aus ihnen herausreißt...

 

Lauri

Langsam wandert meine Hand von deiner Wange aus über deinen Hals, über die Brust bis zum Bauch.

Sanft umschlinge ich deine Hüften, drücke dich leicht in die Kissen unter dir.

Senke meine Lippen auf die deinen und sauge leicht an ihn, während ich den letzten Schritt wage...

Ganz vorsichtig und zart.

 

Aki

Überrascht stöhne ich auf, als du schließlich in mich eindringst, der anfängliche Schmerz verfliegt nach kurzer Zeit und weicht dem Hochgefühl, das mich nun zu fluten scheint. Versuche, meine Augen offen zu halten und dich anzusehen, deinen verklärten Blick aufzufangen und noch mehr in diesen Strom aus Leidenschaft hineinkatapultiert zu werden...

 

Lauri

Bedecke deine Lippen mit meinen und unterdrücke ein Stöhnen...

Es ist unbeschreiblich, dieses Gefühl.

Löse kurz unsere Lippen nur um dir noch Tausende zarte Küsse zu schenken...

Langsam beginne ich mich zu bewegen...

Leicht...

Zärtlich...

Will dir doch nicht weh tun...

Ich kann dir nicht weh tun...

Dafür liebe ich dich zu sehr...

Mein Engel!

 

Aki

Berauscht, ekstatisch suchen sich unsere Lippen erneut, gieren nach dem anderen, können niemals Sättigung erfahren. Es ist wie ein Traum, ein Rausch, der beste Trip meines Lebens, nur, weil es dich gibt.

Weil du mich dazu bringst, deinen Namen zu rufen, hast mich süchtig gemacht, treibst mich in den Wahnsinn.

Doch dir würde ich überallhin folgen, Hauptsache du hörst nicht auf...

 

Lauri

Ich weiß nicht wie lange wir in diesem Rausch gefangen sind...

Es kommt mir nur wie Minuten vor, dabei sind es sicher ganze Stunden...

Will nicht aufhören, doch etwas hindert uns daran...

Fest zusammen gekuschelt liegen wir nun hier, unter einer Decke.

Dein Kopf auf meiner Brust und meine Hand die durch dein leicht nasses Haar streicht.

 

Aki

Irgendwann ist es vorüber... und ich kuschele mich näher an dich heran, suche deinen Duft, deine Wärme, genieße es, wie du mit deiner Hand mein durch den Schweiß nassgewordenes Haar streichst...

„Es... war schön...“, murmele ich leise an deine Brust, weiß dennoch, dass du mich verstanden hast. Wie spät mag es sein? Essenszeit?

 

Lauri

Leicht lächele ich bei deinen Worten.

"Ja... Das war es...", stimme ich dir leise zu und streiche dir weiter durch das Haar.

Es war schön... Es war wunderschön, das füge ich noch hinzu.

Ich werfe einen Blick auf die Uhr...

19.30 Uhr...

Ziemlich spät, also waren es doch nicht nur Minuten.

 

Aki

Ziemlich spät... außerdem meldet sich langsam mein ausgehungerter Magen und ich werfe dir einen Hundeblick zu: „Lass... uns... etwas... Essen...“

Diese Anstrengung, dazu die fehlende Nahrung... ich muss jetzt irgendetwas essen.

Dabei fällt mir auch wieder ein, wo wir uns überhaupt befinden. Nämlich irgendwo im Nirgendwo. Ich hoffe, dass das Essen essbar ist.

 

Lauri

"Okay."

Wir raffen uns auf und kleiden uns wieder an. Zusammen gehen wir in das Gasthaus nebenan. Es ist ziemlich voll hier und wir ergattern uns einen Tisch.

Dann kommt auch schon die Köchin mit einer riesigen Platte und stellt sie auf den Tisch.

"Fisch, Brot und Fleisch vom Besten meine Herren. Lassen Sie es sich schmecken!", meint sie und gibt uns einen Krug mit Wasser.

Wie benehmen die sich denn alle? Sind die alle in der Geschichte hängen geblieben?

Dann geht die Köchin auch wieder.  

 

Aki

Ausgehungert lange ich zu und stelle fest, dass das Essen wirklich gut schmeckt: Finnische Hausmannskost!

Gleichzeitig werfe ich einige Blicke zu dir, der du etwas verhaltener isst als ich. Womit wir wohl nachher bezahlen müssen?

„Lauri, was glaubst du, womit zahlt man hier?“

Denn scheinbar hast du –wie ich- das Gefühl, einige Jahre zurückversetzt zu sein. In eine Zeit, in der die Welt noch nicht technologisiert war... huh, soll ich das gutheißen?

 

Lauri

Du hast mich aus meinen Gedanken gerissen.

"Ich weiß nicht Aki... Ich habe in Geschichte nie aufgepasst...", murmele ich und stecke mir ein Stück Brot in den Mund.

Nachdenklich kaue ich.

Mit was zahlt man wohl?

Wahrscheinlich nicht mit Euro oder Finnmark...

Vielleicht was tauschen, aber mit was? Oder abarbeiten?

Meine Gedanken schweifen wieder zu uns.

 

Aki

Du bist scheinbar genauso ahnungslos wie ich. Nun gut, werde ich mich eben erkundigen, schließlich bin ich nicht auf den Mund gefallen:

„Verzeihung“, die Frau sieht mich fragend an, „aber wie bezahlt man hier?“

Sie verzieht ihre Lippen zu einem breiten Lächeln und zählt mir die Möglichkeiten auf: „Ihr könntet in Euro, in Dollar, in Rupien, in Finnmark, mit MasterCard oder Visa bezahlen, je nachdem, wie es euch passt.“

Soviel zum „altmodischen“ Finnland.

 

Lauri

Ich verschlucke mich fast am Essen. Ich hör doch nicht recht?!

MASTERCARD oder VISA?

Ich glaub, ich bin im falschen Film.

Erst mal essen wir in Ruhe weiter und dann bezahle ich unser Mahl schließlich per... MasterCard...

Ich hatte kein Kleingeld mehr.

Fragend sehe ich dich an.

"Und jetzt?"

 

Aki

„Keine Ahnung... wir könnten uns umsehen oder...“, doch bevor ich weitere Möglichkeiten anbringen kann, hält uns das Mädchen von der Rezeption auf:

„Guten Abend, die Herren. Hegen Sie Interesse an den Veranstaltungen in Ylilinna? Heute Abend findet zum Beispiel unsere Disko nebenan statt. Oder aber auch unser Orgelkonzert in der örtlichen Kirche...“

Ein einem Redeschwall zählt sie uns noch weitere „Attraktionen“ auf und ich habe schon einmal beschlossen, nicht in die Kirche zu gehen. Man hat es so schwer dort als gläubiger Atheist.

 

Lauri

Die Dame erzählt uns von sämtlichen Veranstaltungen.

Na ja... Mir ist eigentlich nach faulenzen und rumliegen.

Leidend blicke ich zu dir auf.

"Können wir uns es nicht hier gemütlich machen?" Ich setze meinen berühmten Hundeblick auf und setze noch eine leicht vorgeschobene Unterlippe dazu.

 

Aki

Ich nicke nur langsam, bedanke mich bei dem Mädchen und lasse mich dann von dir in Richtung unseres Zimmers schleifen. Dort angekommen schließt du auf und ich entledige mich der Schuhe und der Jacke. Hm... mir ist zuvor noch nicht aufgefallen, dass es sogar einen Fernseher in unserem Zimmer gibt. War wohl zu sehr mit „wichtigeren“ Dingen beschäftigt.

Dieser Gedanke verführt mich zu einem nicht ganz jugendfreien Grinsen.

 

Lauri

Müde fällt meine Jacke zu Boden und meine Schuhe landen in der Ecke. Ich bin soooo müde...

So viel laufen, rundern und dann das vorhin...

Ich spüre ein Grinsen in meinem Gesicht als ich mich auf das Bett lege und die Augen schließe...

Alles ziemlich kraftaufwendig.

 

Aki

„Lass uns schlafen“, flüstere ich dir zu, als ich mich neben dir aufs Bett lege und die Decke über uns beiden ausbreite. Du nickst nur und ich lege meine Arme um dich, falle sehr schnell in einen tiefen Schlaf...

Blut, überall ist Blut... durchtränkt meine Kleidung, meine Hände, der Boden hat sich rot gefärbt. Vor mir liegst du, das Messer in deiner Brust und ich weiß, ich habe es getan. Ich schreie, weine, rüttele an deinem leblosen Körper, der sich nicht mehr erhebt...

„Du bist ein Mörder“, ein kaltes Lachen, ich sehe auf, erkenne trotz der Tränen, die meine Sicht verschleiern Joonas entstellte Gestalt vor mir stehen. Er lacht. Und ich schreie auf...

 

Lauri

Plötzlich reißt mich dein Schrei aus dem Schlaf.

Sofort bin ich hellwach und nehme dich in den Arm, wiege dich sanft hin und her, streiche dir über den Rücken.

"Schsch... Ganz ruhig...", murmele ich und streiche dir weiter über den Rücken, bis du dich beruhigt hast.

"Magst du mir nicht erzählen was du immer so Schreckliches träumst, mein Schatz?", frage ich dich leise.

 

Aki

Soll ich es dir erzählen? Kann ich das? Ich sehe ich an, die Besorgnis in deinen Augen. Nein, ich möchte dich nicht damit belasten... außerdem, was wirst du von mir denken?

Ich schüttele mit dem Kopf, erkläre, ich hätte den Inhalt vergessen.

Ob du mir glaubst? Erneut sehe ich dich an.

 

Lauri

Seufzend gebe ich mich damit geschlagen...

Du hast den Traum also vergessen...

Hm.

Ich lege mich wieder richtig hin und ziehe dich an mich.

"Keine Angst Aki! Ich pass auf dich auf!", verspreche ich dir bevor wir beide wieder weiter schlafen.

 

Aki

Du glaubst mir, ich atme erleichtert auf. Frage mich zugleich, wer dich beschützt, wenn ich dich nicht vor mir beschützen kann...

Aber kann man so etwas tun, ohne es zu wollen? Sind Träume nicht nur Schäume?

Etwas ängstlich lege ich wieder meine Arme um dich, kralle mich ein wenig in den Stoff des T-Shirts, das du trägst...

Ich möchte nicht, dass sie wahr werden...

 

Lauri

Leiser Vogelgesang weckt mich.

Hast du den Fernseher angemacht und da läuft grad was von uns? Ich schlage meine Augen auf und blicke zu dir.

Du schläfst...

Der Fernseher ist aus...

Und auf dem Fensterbrett sitzt ein Vogel und singt fröhlich sein Lied. Ich strecke mich leicht.

Es ist ein gutes Gefühl nicht auf der Flucht zu sein...

Aber dieses Gefühl wird nur noch vier Tage andauern...

 

Und in der Zwischenzeit in Helsinki...

 

~Interlude 2~

 

„Sie sind absolut nicht aufzufinden. Es gibt keinerlei Zeugen und auch keine Nachrichten aus der, die Sie erhalten haben, Herr Heinonen. In Herrn Hakalas Wohnung ist das Schloss aufgebrochen wurden und es deutet alles auf einen überstürzten Aufbruch hin, allerdings auch keinerlei Hinweise. Ferner wurden beide Handys zurückgelassen, d.h. sie sind entweder verschwunden oder wurden Opfer eines Verbrechens...“

Eero nickt langsam, er hofft, dass sich die Worte des Polizisten bewahrheiten. Immerhin geht es hier um ein Jahr kostenfreien Ingwer-Tee. Andererseits wünscht er Aki und Lauri eigentlich nicht den Tod.

Immerhin hat er jetzt nicht einmal mehr Arbeit. Das plötzliche Ende der Band, die großen Proteste, die allgemeine Ratlosigkeit...

Und jetzt standen er und Pauli mehr oder weniger mittellos in der Gegend herum. Nun gut, nicht wirklich mittellos, aber vermutlich würden sie arbeiten gehen müssen. Arbeiten. Sie waren noch nie arbeiten, eine unheimliche Aufgabe, die sie nun erwartete.

Eero wusste beim besten Willen nicht, was er mit den beiden Verschwundenen anstellen würde, würden sie je wieder auftauchen!

 

~Interlude 2 Ende~

 

Aki

Viel später blinzele ich, öffne langsam meine Augen und... sehe in dein lächelndes Gesicht, wodurch sich auch auf mein Gesicht ein Lächeln stiehlt. Die letzte Nacht ist vergessen und ein neuer Morgen steht an. Gähnend strecke ich mich einmal und rücke dir dann ein wenig näher, um dir einen Begrüßungskuss zu geben.

 

Lauri

Den Guten-Morgen-Kuss erwidere ich natürlich...

"Du, ich melde mich mal bei Eero und Pauli. Ich meine, wir sind seit fast 3 Wochen jetzt schon weg und haben wirklich alles zurück gelassen..." Du nickst leicht und ich tapse runter zu der Dame.

"Dürfte ich mal telefonieren?", frage ich freundlich.

"Natürlich!" Sie stellt mir das Telefon hin und ich gebe die Nummer von Eero ein.

 

Aki

Ich frage mich, ob das so eine gute Idee ist, Eero und Pauli zu kontaktieren, denn wer weiß, was zu Hause so los ist...

Während ich auf deine Rückkehr warte, schalte ich nun die Flimmerkiste ein und finde einen Musiksender, der eine Reportage über uns sendet. Es wird von unseren Erfolgen berichtet, es werden Bilder gezeigt und einige Interviews geführt, bis unsere Auflösung zum Thema wird. Jetzt erklären sie, du hättest The Rasmus aufgelöst, da du dich mit den anderen Mitgliedern nicht mehr verstanden hättest und es gäbe sogar Gerüchte, du seihst in die Psychiatrie gebracht worden. Die Leute haben wirklich merkwürdige Fantasien...

 

Lauri

Ich höre es tuten...

Geh dran Eero!

Ich weiß nicht wie lange es schon tutet...

Man! Geh dran oder ich melde mich überhaupt nicht!

Nach endlosen Minuten geht der Herr auch mal ans Telefon.

 

Aki

Der Bericht endet und ich strecke mich auf dem Bett aus. Was wohl wäre, wenn wir jetzt einfach zurückkehren würden? Einfach wieder nach Helsinki gingen und sagen würden: „Hey hier sind wir.“ Würde das gehen? Wäre das utopisch?

Was mag Joonas’ Bruder in deiner Wohnung angestellt haben, was mögen Mutter und Schwester jetzt denken...

Vielleicht sollte ich sie anrufen.

 

Lauri

Eero schimpft ziemlich rum und irgendwann reicht es mir und ich lege auf.

Soll er doch sehen wie er uns erreicht!

Grummelnd gehe ich zurück zu unserem Zimmer und werfe mich zu dir aufs Bett.

„Eero hat nur rumgemeckert...“, erkläre ich dir kurz und du nickst.

Ich schließe meine Augen und rege mich ein wenig ab...

Ich öffne meine Augen, erheb mich und sehe dich an.

„Hey, gehen wir zusammen baden? Die Badewanne ist riiiiiiiiiiiiiiesig!“

 

Aki

Zunächst bin ich erstaunt von deinen Gedankensprüngen, doch dann nicke ich langsam und stimme zu. Baden, ich und du. Was sagt mir das?

Im Grunde nichts, lediglich, dass wir gemeinsam baden gehen. Gemeinsam. Irgendwie beflügelt mich dieses Wort mit den verbundenen Vorstellungen.

Dementsprechend verhalte ich mich nun und begebe mich fröhlich mit dir ins Bad. Ob es hier Badesalz gibt oder so?

 

Lauri

Ich mache das Wasser an und die Wanne beginnt sich zu füllen. Ich freue mich schon!

Dann durchsuche ich das Bad nach Badezusätzen und werde fündig.

Fröhlich gebe ich den Zusatz ins Wasser und sehe zu dir.

Du freust dich auch und das freut mich noch mehr. Ich schalte das Wasser aus, die Wanne ist fast überfüllt.

Wir beginnen uns zu entkleiden.

 

Aki

Entkleiden ist eine gute Sache, sofern man baden möchte. Allerdings sollte man dabei nicht zu der Idee gelangen, dir dabei zuzusehen. Krampfhaft möchte ich meine Augen davon abhalten, sich dir zuzuwenden. Nicht anstarren. Ich werde ihn NICHT anstarren. Nein, das werde ich nicht...

Endlich befindet sich meine Kleidung in einer Ecke und ich springe mehr oder weniger in die Wanne und mein Blick fällt auf dich. Ah, nein...

 

Lauri

Langsam steige ich zu dir in die warme Wanne.

Woha tut das gut...

Schön für meine verspannten Muskeln...

Da kommt mir wieder eine Idee...

"Du, Aki? Bist du vom Laufen oder so verspannt?"

 

Aki

„Ein wenig...“, erkläre ich, verspannt, nun gut, ich bin eher angespannt, weil ich gerade hier mit dir in einer Badewanne sitze. Ist das kindisch? Abgesehen davon bin ich sehr selten baden, im normalen Alltag hat man gerade mal Zeit für eine Dusche...

Ich versuche, mich ein wenig zu entspannen. Diese Badewanne ist wirklich recht groß, ich und du sitzen ziemlich tief im Wasser und auch die Länge ist nicht zu verachten. Hm? Dennoch landen meine Beine in der Undurchsichtigkeit des mit Zusatz versetzten Wassers auf den deinen.

 

Lauri

Leicht 'schwimme' ich hinter dich und beginne zart deine Schultern zu massieren.

Vielleicht hilft es ja...

Mit einem Lächeln auf den Lippen setzte ich die meine Arbeit vor und löse deine Verspannungen...

Aber irgendwie verhältst du dich ein wenig komisch.

Kaum sind deine Schultern locker, kuschele ich mich an deinen Rücken.

 

Aki

Ein wohliger Schauer durchfährt mich, als du dich an mich schmiegst, irgendwie ein intensives Gefühl, deine Haut direkt an meiner zu spüren...

Vielleicht sollte ich das inzwischen gewöhnt sein, vor allem seit letztens, aber es ist dennoch hier und jetzt besonders spürbar und gibt mir nicht das Gefühl von Gewohnheit. Eher von erneuter Aufregung.

Die damit verbundene Angst und das Zittern, haben abgenommen, man erkennt sie kaum noch, obwohl sie sicherlich noch präsent sind. Zumindest ein wenig es auch wohl immer sein werden...

 

Lauri

Irgendwann entweicht mir ein Gähnen.

Ich bin froh über die 'freien Tage'.

Kein Weglaufen...

Keine Flüchtlinge sein...

Und das leider nur noch 3 Tage...

Ich wünschte, es wäre nie so weit gekommen, das wir einmal flüchten müssen...

Aber was soll man machen?

Wir können nur für uns und unsere Liebe kämpfen...

Und mit mir im Gefängnis würde unsere Liebe nur zerbrechen und genau DAS will ich NICHT!

 

Aki

„Müde?“, frage ich dich mit einem Lächeln stelle fest, dass auch ich ein wenig schläfrig geworden bin. Bäder und dieser komische Zusatz machen müde, das ist nun erwiesen. Vermutlich sollten wir uns aus der Wanne begeben, also ziehe ich den Stöpsel und steige aus der Wanne hinaus, um ein Handtuch zu nehmen und wieder ins Schlafzimmer zu gehen. Du folgst mir in kurzem Abstand.

 

 

Lauri

Schläfrig schlüpfe ich in Boxershorts.

Keine zwei Minuten später liegen wir dicht zusammen gekuschelt in dem Bett und dösen erst noch ein wenig.

Murmeln ein wenig über unsere nächsten Fluchtziele und wo wir hinwollen...

Aber irgendwann, als es ganz still im Raum wird, schlafen auch wir richtig ein und genießen diese ruhige Entspannung.

 

Aki

Eine Ruhe, eine traumlose Nacht, die befreiend ist. Dennoch überkommt mich irgendwo der Wehmut, wenn ich daran denke, dass wir mit jeder Nacht dem Aufbruch näher kommen. Wohin wird es nun gehen?

Laut dir können wir demnächst die Grenze passieren und am Rande des Ladogasees nach Sankt Petersburg weiterziehen. Obwohl Finnland direkt an Russland grenzt, kann ich mich nicht erinnern, je dort gewesen zu sein. Sankt Petersburg... klingt fern und scheint doch nicht so weit entfernt zu sein. Schon bizarr. Mit diesem Gedanken sinke ich doch noch in einen tiefen Schlaf...

 

Lauri

Ich weiß nicht wie lange ich schlafe, aber du bist schon wach, als ich meine Augen aufschlage...

"Guten Morgen Aki!", murmele ich leise und lächele dich an.

Du drückst mir einen kleinen Kuss auf, den ich nur zu gerne erwidere.

 

Aki

„Noch zwei Tage“, sind meine ersten Worte und ich küsse dich ein zweites Mal. Immer wieder muss ich mir bewusst vor Augen führen, wie auch die Zeit mit dir irgendwie verrinnt, ich glaube, dass ich sonst irgendwann Zeitgefühl und Boden verlieren würde.

„Was machen wir heute?“, frage ich anschließend und sehe dich an, muss ein wenig über deine chaotische Frisur lächeln.

 

Lauri

Nachdenklich kratze ich mich am Kopf. Was machen wir denn heute?

"Mir ist nach faulenzen... Im Bett liegen und es sich gut gehen lassen..." Ich lasse mich verschlafen zurück in die Kissen sinken. Konnte man nicht auch eine Art Ober hier bestellen?

Das bräuchte ich jetzt... Ein Frühstück im Bett...

Kuscheln und Dösen...

Ein saftiges Mittagessen... im Bett!

Dann wieder kuscheln und dösen.

Und dann Abendbrot im Bett...

Und einfach nur schlafen.

Sofort erzähle ich dir von meinen Gedanken. Du freundest dich an und ich rappele mich kurz auf. Die Hauswirtin läuft zufällig im Flur umher. Ich stecke meinen Kopf raus und frage sie freundlich. Ich bekomme Bestätigung von dem Zimmerservice...

Somit wäre der Faulenz-Tag festgelegt!

Müde lass ich mich wieder zur dir ins Bett sinken und döse noch ein wenig, den Kopf auf einer Brust gebettet. Da klopft es auch schon und ein junger Mann bringt uns das Frühstück.

 

Aki

Etwas verwirrt starrt uns der junge Mann an und stellst leicht rot im Gesicht das Frühstück ab und verschwindet wieder. Immer diese verklemmten Menschen von heute! Sex ist eine Sünde, Schwule sind eklig und ich weiß nicht, was die sich sonst noch so alles ausdenken... vermutlich möchte ich es auch nicht erfahren.

Lieber lange ich nach dem Frühstückstablett und hole ein Brot mit Honig zu mir ins Bett, um genüsslich davon abzubeißen, während auch du dir etwas nimmst. Frühstück ist immer gut, erst recht im Bett mit dir.

„Das ist wirklich schön...“, erkläre ich und suche bereits nach dem nächsten Opfer meines Heißhungers...

 

Lauri

Auch ich lange nun zu und nehme mir ein Brot und beiße herzhaft rein. Hach... Ich liebe endlich was Richtiges zwischen den Zähnen zu haben.

Gedankenverloren verputze ich noch 3 weitere Scheiben Brot, bevor ich gesättigt mich wieder auf deiner Brust mit meinem Wuschelkopf nieder lasse und die Seele baumeln lasse.

Mal sehen, vielleicht kann die nette Hauswirtin bei der Küche für uns ein paar Scheiben Brot für die Reise beschaffen. Und vielleicht auch etwas Fleisch für dich. Aber wir haben noch heute und morgen genug Zeit. Jetzt will ich mich entspannen... Auch du bist fertig und strichst du meine Tornadofrisur. Da klopft es und der Mann von eben tritt ein.

Will wohl das Geschirr und alles abholen... 

 

Aki

Wieder ist das Gesicht des Mannes leicht rötlich und ich kann es mir nicht verkneifen, ihn zu fragen, ob alles in Ordnung sei, woraufhin er etwas zögerlich mit einem Nicken antwortet. Diese Menschen verstehe ich nicht. Ich meine, wir sind hier nun wirklich nicht in irgendwelchen anzüglichen Posen aufzufinden...

Doch ich sage nichts mehr, warte lieber, bis der Typ die Tür wieder hinter sich geschlossen hat und ich mich zu dir beuge und über deine Lippen lecke, die ein wenig nach Erdbeermarmelade schmecken. Ein süßlicher Geschmack, der sich mit dem deinen vermischt, unwiderstehlich.

 

Lauri

Warum kann es nicht immer so schön sein? Ich weiß es nicht...

Jedenfalls beginne ich zu dösen und merke nicht einmal wie ich einschlafe. Träumen tu ich nur wirres Zeug wie fliegende Schweine und singende Kühe...

Meine Träume waren auch schon mal sinnvoller!

Als es an der Tür klopft öffne ich meine Augen.

 

Aki

Mit der Zeit verabschiedet sich Lauri aus dem Diesseits und ich nehme irgendwann ein Buch zur Hand, das ich in weiser Voraussicht mitführe: Die Rückkehr des Tanzlehrers von Henning Mankell.

Wirklich unheimlich spannend und ich frage mich, wer denn nun diesen Abraham umgebracht hat, wenn es nicht der Argentinier war, doch...

Ein Türklopfen holt mich und Lauri zurück in die Realität. „Herein“, rufe ich und der junge Mann tritt ein. Was will der denn jetzt? Hat der noch nicht genug von unserem Anblick?

 

Lauri

Schon wieder der Kerl...

"Aki... Warum sehen die denn alle gleich aus?", murmele ich verschlafen und reibe mir die Augen. Leicht richte ich mich auf.

Weija, der Kerl ist knallrot im Gesicht...

Und er starrt mich an...

Hab ich was im Gesicht? Oder bin ich dreckig?

Der Kerl starrt weiter und hat eindeutig das Mittagessen auf diesem Tablett! Hm... Ich kann’s schon riechen!

 

Aki

Scheinbar bringt er das Mittagessen und fixiert nebenbei Lauri, etwas herausgefordert, ziehe ich dich noch weiter an mich heran, möchte damit demonstrieren, dass du mir gehörst. Ist der Typ etwa auch schwul? Er sieht nun etwas betreten zu Boden und versucht, sich aus der Affäre zu ziehen. Ich sage kein Wort und warte, bis er röter als zuvor das Zimmer verlässt, wonach ich Lauri wieder loslasse.

„Kein Respekt, die Typen von heute“, seufze ich und ziehe das Mittagessen heran.

 

Lauri

Ich zucke nur mit den Schultern. Aber der Blick von dir... Hui...

Wenn Blicke töten könnten wäre der Kerl einen irren Tod gestorben!

Neugierig schaue ich dir über die Schulter und auf das Tablett.

Nudel, Reis, Brot, Kartoffel, Fleisch, Wurst, Fisch, Soßen, Gemüse und Obst...

Hm... Lecker! Wir bedienen uns reichlich an der guten Kost und kuscheln schließlich.

Und gerade als wir so liegen, mein Kopf auf deiner Brust, dein einer Arme um mich geschlungen und deine Hand, die meine Hüfte streichelt, klopft es. Wieder der Kerl. Und wieder starrt er. Eindeutig auf meinen freiliegenden Oberkörper, da die dünne Decke zu meiner Hüpfte gerutscht ist.

Also ziehe ich die Decke hoch.  

 

Aki

Wieder ist dieser komische Typ hier und wieder wirst du angestarrt. Und auch ich schaffe es erneut, ihn mit einem Stirb-Freundchen-Blick zu belohnen, das kann doch wirklich nicht angehen! Erneut drücke ich dich an mich und deute dem Mann, schnellstens das Weite zu suchen, was er zu seinem Glück auch augenblicklich tut.

„Dieser Spanner, der regt mich auf...“, knurre ich und lehne mich wieder zurück.

 

Lauri

Seufzend kuschele ich mich mehr an dich. Der Kerl regt einen echt auf. Oder vielleicht hat er uns auch nur erkannt...

Ich weiß es nicht, aber ich habe eben nur auf einen Sabberfaden gewartet, der aus seinem Mundwinkel läuft.

Ich streiche dir über die Hand.

"Gehen wir heute Abend noch mal baden?" Bittend sehe ich dich an und erhalte schließlich Zustimmung. Zufrieden schließe ich meine Augen und mache ein kleines Mittags- und Verdauungsschläfchen.

 

Aki

Als du erneut in das Reich der Träume sinkst, hole ich wieder mein Buch hervor. Endlich erfahre ich, dass die Tochter des Ermordeten eine Faschistin ist und den Erpresser des Ermordeten umgebracht hat. Was für eine Geschichte... es geht doch nichts über einen guten skandinavischen Krimi, denke ich, bevor auch ich mich kurzzeitig aus dem Diesseits verabschiede.

Ein merkwürdiger Traum, ich stehe im leeren Raum, alles ist weiß. Nein, nicht alles, denn mit einem Mal wird alles von einem dunklen Rot durchzogen und ich entdecke eine Gestalt, die neben mir liegt: Du. Ich schreie auf und sitze plötzlich senkrecht im Bett. Was war das schon wieder?

Lauri

Ich bin schon ein paar Minuten wach und auf einmal zieht ein Zucken durch dein Körper.

Du schreist und sitzt dann senkrecht im Bett. Mein Kopf an deinem Bauch und ich schlinge meine Arme um deinen Bauch.

"Schsch... Es war nur ein Traum Aki...", murmele ich an deinen Bauch und du entspannst dich wieder. Langsam dämmert es draußen und ich hör Schritte auf dem Flur... Hm... Und rieche... ABENDESSEN!

 

Aki

„Nicht der schon wieder...“, seufze ich, als es an der Tür klopft, doch diesmal ist es nicht der komische Typ, sondern ein junges Mädchen, das uns das Essen bringt. Hat der Typ jetzt Dienstschluss oder endlich verstanden, dass er unerwünscht ist? Ich weiß es nicht, bedanke mich lieber freundlich für das Abendessen und das Mädchen erklärt mir, dass sie ihren Bruder entschuldige. Ist der komische Spinner ihr Bruder gewesen? Sie tut mir aufrichtig leid...

 

Lauri

Während du dich mit dem Mädchen unterhältst, schmachte ich das Essen an. Hm... riecht das gut! Und es sieht so lecker aus!

Als das Mädchen endlich geht, schlagen wir uns die Bäuche mit dem guten Essen voll. Hm... Ich liebe Lachs mit Nudeln und passender Soße!

 

Aki

Hungrig stürzen wir uns auf das Festmahl und ich frage mich, ob ich nach diesem Tag nicht ungewollt zunehme. Andererseits steht uns noch einiges bevor und ich bezweifle nicht, dass soviel Essen auf einmal uns nicht noch mal so bald begegnen wird.

Genießerisch koste ich vom Lachs in Dillsauce und nehme mir statt der Nudeln Kroketten, die ebenfalls bereitstehen. Wie im Paradies, denn ich liebe Kroketten.

 

Lauri

Voll gefuttert und glücklich reibe ich mir kurz über den Bauch...

Ich mag den Bauch nicht. Wenn ich was gegessen habe, bläht der sich immer so komisch auf und dann habe ich ein kleines Bäuchlein. Sieht lustig aus.

"Ich bin satt!", verkünde ich und strecke mich.

 

Aki

„Und was möchtest du dann jetzt machen?“, frage ich dich und lächele dich breit an. „Baden?“, erkundige ich mich nachträglich und du nickst zustimmend, also stehe ich auf, gehe ins Bad und lasse schon einmal das Wasser ein. Bis die Wanne gefüllt ist, wird es noch ein wenig dauern und so lange können wir uns ein wenig vom Essen erholen.

 

Lauri

Stumm liegen wir nun auf dem Bett und warten auf die gefüllte Wanne. Nach etwa 10 Minuten gehe ich in das Badezimmer und finde die Wanne gefüllt vor.

Also mache ich das Wasser aus und rufe nach dir.

"Das Wasser ist fertig, Aki!"

 

Aki

„Ich komme“, rufe ich zurück und erhebe mich, um mich zu dir ins Bad zu begeben. Dort finde ich dich vor, der du dich bereits entkleidest und schließlich in die gefüllte Wanne steigst. Ich folge deinem Beispiel, setze mich dir gegenüber und lange nach dem Badezusatz, um ein wenig davon ins Wasser zu geben. Anschließend lehne ich mich zurück und sehe dich an.

 

Lauri

Leicht lehne ich meinen Kopf an die Wanne. Das warme Wasser tut gut.

Ich hoffe das dieser Kerl nicht noch einmal auftaucht. Wenn doch, soll er sich bloß vor dir in Acht nehmen...

Denn deine Blicke töten wirklich halb. Und dann drückst du mich immer so besitzergreifend an mich...

Hihi... richtig süß.

 

Aki

Grinsend betrachtest du mich und ich frage, was du denken würdest, doch du lachst nur und ich frage nicht noch einmal. Lieber schließe ich eine Weile meine Augen, bin zufrieden und denke nicht an gestern oder das, was morgen sein wird...

Manchmal muss man sich eine Auszeit nehmen und ich möchte in diesem Augenblick nicht an unsere Reise, an Eero und Pauli oder gar Joonas erinnert werden...

 

Lauri

Ich weiß nicht wie lange wir in der Badewanne sitzen, aber meine Haut ist ganz schrumpelig. Deine auch.

Also verlassen wir die Badewanne, kuscheln uns in Handtücher und kleiden uns an. Mal sehen, vielleicht gibt’s hier ein paar Beschäftigungen.

Wir verlassen das Zimmer und gehen unten fragen.

 

Aki

„Also, Sie könnten Billard spielen, dem Orgelkonzert in der Kirche beiwohnen oder in die ortsansässige Kneipe gehen. Da wir keine Urlaubssaison haben, sind die Angebote ein wenig spärlich“, zählt uns das Mädchen an der Rezeption auf und ich sehe dich fragend an. Das Konzert kommt nicht in Frage für mir, die Auswahl überlasse ich ansonsten lieber dir.

 

Lauri

Ich schlage dir die Kneipe vor. Wie in guten alten Zeiten zusammen ein Bier trinken oder so.

Da fällt mir ein, dass ich schon ziemlich lange keine Zigarette mehr angerührt habe, ich habe auch keine mit. Und wo soll man sich die in der Einöde bitte herzaubern?

"Entschuldigung, kann man hier auch irgendwo Zigaretten kaufen?", frage ich noch freundlich.

"Ja, in der ortsansässigen Kneipe werden welche verkauft."

"Danke!" Gut gelaunt harke ich mich bei dir ein und wir gehen zu der Kneipe.

 

Aki

„Willst du dich schon wieder zuräuchern?“, frage ich und ernte nur einen beleidigten Blick. Nichts dagegen, mit dir einen Trinken zu gehen, aber Zigaretten müssen nun wirklich nicht sein, ich mag sie nicht!

Und so scharf bin ich nicht darauf, passiv zu rauchen...

Wortlos betreten wir wenig später die Kneipe und lassen uns nebeneinander am Tresen nieder. Ich bestelle kurzerhand für uns zwei, während du dich nach Zigaretten erkundigst.

 

Lauri

Sofort bekomme ich die Zigaretten. Ahhh! Malboro Menthol! Hm... Die stinken auch nicht sooo schlimm!

Flink öffne ich die Packung und nehme mir eine raus. Der Kellner stellt mir etwas zu trinken hin und legt noch Streichhölzer dazu.

Was für ein Luxus...

Genüsslich stecke ich mir die Zigarette in den Mund und zünde sie mit den Streichhölzern an.

 

Aki

Genießerisch atmet Lauri den Zigarettenrauch ein, während ich ein wenig abrücke und den Kopf abwende. Ich hasse Rauch einfach, der bringt mir nicht anderes als Kopfschmerzen. Zum Glück dauert es nicht allzu lange und ich kann den Kopf dir wieder zuwenden, um an meinem Bier zu nippen. Ein wenig zu bitter hier, aber es schmeckt noch ganz ordentlich. Wenn ich da an diesen Reiswein in Japan denke... schrecklich!

 

Lauri

Nachdem ich meine Zigarette aufgeraucht habe, stecke ich das Päckchen erst einmal ein. Dann stütze ich meinen einen Arm auf den Tresen und trinke mein Bier.

Hm... Na ja, ich hab schon mal Besseres getrunken. Aber Hauptsache Bier!

Ein Finne ohne Bier ist wie... wie... Salzwasser ohne Salz! ...Wirklich tolles Beispiel, Lauri!

Ich lasse meinen Blick kurz durch die Kneipe schweifen. Und kaum drehe ich mich zu dir, bist du weg.

Suchend sehr ich mich um. Du bist auf der Tanzfläche und tanzt mit einem Mädchen.

 

Aki

Gerade bist du abgelenkt als mich plötzlich jemand an der Hand packt und verwirrt stelle ich fest, dass irgendein Mädchen mich einfach in Richtung Tanzfläche zieht und zu tanzen beginnt. Meine Versuche, mich loszureißen schlagen fehl und sie beschwört mich, den Blödsinn zu lassen. Ich bin ziemlich ungehalten und möchte endlich wieder zu dir, doch jetzt hast du es bereits registriert und kommst auf uns zu.

 

Lauri

Dein Gesicht verrät mir, dass du nicht wirklich tanzen willst. Das Mädchen hängt dir wie eine Klammerkrabbe um den Hals. Also stehe ich auf und laufe zu euch, um dir zu helfen. Ich nehme meine Hand in deine, drücke sie kurz. Dann räuspere ich mich.

"Würden Sie ihn bitte los lassen? Er möchte nicht mit Ihnen tanzen!"

 

Aki

„Schwul woanders rum, Freundchen oder bist du etwa neidisch?“, sie mustert dich abfällig, „Leider bist du auch nicht mein Typ, ich lasse mich selten mit Transen ein...“

Wütend reiße ich mich nun endgültig los, ziehe dich mit mir und unterlasse ein Kommentar, ich glaube, sie wäre nur knapp mit dem Leben davongekommen.

Seufzend lasse ich mich wieder auf den Barhocker fallen und trinke erst einmal einen großen Schluck aus meinem Glas.

 

Lauri

Während du etwas trinkst, entschuldige ich mich bei dir und gehe auf die Toilette. Transe...

Ich blicke mich in der Spiegelwand über dem Waschbecken an.

Ich fasse mir leicht an die Wange.

Sehe ich wirklich wie eine Transe aus? Bin ich vielleicht sogar eine...?

Ich lasse meine Hand sinken und starre in das graue Waschbecken unter mir.

 

Aki

Während du auf der Toilette verschwindest, bestelle ich diesmal Wodka, das hat mich wirklich aufgeregt, diese kleine, verfluchte Spinnerin...

Über meinen einsetzenden Rausch merke ich nicht, dass du erstaunlich lange brauchst, bis du irgendwann tatsächlich zu mir zurückkehrst. Bedauerlicherweise etwas spät, denn inzwischen habe ich zwei weitere Wodkas getrunken und bin entsprechend betrunken.

 

Lauri

Als ich dich betrunken vorfinde finde ich keinen Grund mehr hier zu bleiben. Ich bezahl und gehe dann mit dir im Schlepptau wieder ins Zimmer.

Morgen...

Morgen gehen wir wieder da hin! Der Kellner war so freundlich mir zu sagen, dass diese Spinnerin jeden Tag da ist...

Morgen zahle ich es ihr heim...

 

Aki

Alles dreht sich und singend und lachend habe ich mich um deinen Hals gehängt. Nach längerer Zeit erreichen wir so das Hotelzimmer und ich erzähle dir ein wenig lallend, was ich von dieser Spinnerin halten würde, doch du schweigst nur. Wenig später lasse ich mich schließlich aufs Bett fallen und ziehe dich mit, erkläre dir, dass diese Spinnerin doch keinen Geschmack gehabt hätte. Irgendwie bin ich nicht mehr so ganz Herr meiner Sinne.

 

Lauri

Am nächsten Tag wachst du schließlich mit einem kleinen Kater auf. Der Tag verläuft langweilig.

Schlafen, dösen, essen und kuscheln.

Dann beschließen wir für unseren letzten Abend noch einmal die Bar zu besuchen.

Schließlich verschwinde ich mit meinem Rucksack in dem Bad.

 

Aki

Als wir erneut die Bar betreten, lasse ich mich am Tresen nieder und bestelle zur Sicherheit nur ein Wasser, während du im Bad mit deinem Rucksack verschwindest. Was du dort möchtest, erfahre ich nicht. Ferner werde ich plötzlich wieder von der Spinnerin angesprochen, die sich auf deinen Platz setzt: „Na, hat deine Transe dich verlassen? Hast du dir überlegt, doch ein wenig mit mir zu tanzen?“ Unwirsch schüttele ich mit dem Kopf und wende mich von ihr ab.

 

Lauri

Der zeige ich es! Ich krame aus meinem Rucksack meinen Haarschaum. Hach, wie ich dich vermisst habe Haarschaum!

Ich ziehe mir die Mütze vom Kopf und style meine Haare. Die Mütze verschwindet wieder in meinem Rucksack. Dann fische ich meinen kleinen Stummel-Kajal heraus und schminke mich ein wenig. So...

Auch der Rest meiner Utensilien verschwinden im Rucksack. Ich zupfe noch mein Hemd zurecht und verlasse dann wieder das Bad.

Und plötzlich, oh Wunder, schmachtet mich mindestens 3/4 der Damen in dieser Kneipe an.

Von wegen Transe! Ich gehe gemütlich wieder zurück zu dir...

 

Aki

Irgendwann kehrst du wieder und ich verschlucke mich beinahe, als ich dich erblicke. Lange scheint es her, dass du dich so präsentiert hast, doch hier und heute bist du wieder, wie dich vermutlich der Rest der Welt in Erinnerung hat.

Ich frage dich, warum du dich so herausgeputzt hast und stelle fest, dass das komische Mädchen nach wie vor auf deinem Platz verweilt und sich nun zu dir umdreht.

 

Lauri

"Mir war mal wieder so danach... So bin ich nämlich wirklich irgendwie ich!", antworte ich dir. Die Spinnerin sitzt auf meinem Platz. Wenigstens hast du mein Bier gehütet.

Das wär’s ja noch, wenn die mir MEIN Bier wegtrinkt!

Ich komme nun bei dir und der Spinnerin zum Stehen.

 

Aki

Sie sieht dich an, mustert dich und meint schließlich: „Das wird immer schlimmer mit dir, gestern hattest du ja noch einen Funken Männlichkeit bei dir... ich weiß wirklich nicht, was alle an dir finden. Wir sehen uns, honey.“ Die letzten Worte hat sie an mich gerichtet und nun verschwindet sie im Getümmel, während du dich neben mir auf den Stuhl fallen lässt.

 

Lauri

Ich zucke nur mit den Schultern und greife nach meinem Bier. Ich nehme einen Schluck und habe anschließend einen kleinen 'Bart' vom Schaum an den Lippen.

Grinsend beugst du dich zu mir, leckst den Schaum weg und drückst mir dann deine Lippen auf. Freudig erwidere ich den Kuss.

 

Aki

Du bist einfach zu niedlich und ich lasse es mir nicht nehmen, dein Schaum mit meiner Zunge fortzulecken.

Unser anschließender Kuss hält einige Minuten an, bis ich mich wieder von dir löse und verwundert die Menschenmenge betrachte, die uns anstarrt und sich augenblicklich abwendet. Gibt es so wenig Schwule in dieser Welt, dass wir derartig begafft werden? Manchmal verstehe ich es wirklich nicht. Kein Stück.

 

Lauri

Nachdem ich noch einen Schluck von meinem Bier genommen habe hole ich meine Zigaretten raus. Ich brauche jetzt erst mal was zu rauchen.

Ich stecke sie mir an und drehe extra mein Gesicht ein Stück von dir weg, da ich weiß dass du rauchen nicht leiden kannst.

Deshalb rauche ich schnell auf und mache es mir auf deinem Schoß bequem. Ich sitze nun mit dem Hintern auf deinen Beinen und meine Beine baumeln rechts herab. Mein Kopf an deiner Brust und meine Arme um deinen Hals lassen mich für ein paar Minuten alles vergessen.

 

Aki

Wie du so auf meinem Schoß sitzt, ziehst du wieder alle möglichen Blicke auf dich und zwei Mädchen, die in der Nähe stehen murmeln etwas von „Alle guten Männer sind schwul“. Irgendwie haben sie recht, denn du bist wirklich toll... während ich... nun, ich weiß nicht, ob ich mich als „guten Mann“ bezeichnen möchte, solche Bewertungen überlasse ich dann doch lieber anderen.

 

Lauri

Ich kuschele meinen Kopf an deine Brust. Überall Mädchenstimmen die traurig klingen. Höhö... Hab ihnen den Traummann weg geschnappt...

Und die Spinnerin hockt irgendwie... belämmert in einer Ecke...

Hehe...

Ich kuschele weiter meinen Kopf an deine Brust.

Aki

Zufrieden wirkst du, wie du dort sitzt und belustigt den trauernden Stimmen einiger Mädchen lauscht. Bist beliebt, bist es immer gewesen und wirst es vermutlich auch immer sein. Wobei es immer zwei Lager gibt. Das der Verrückten von eben, jene, die deinem  Äußeren völlig fremd sind, und jene, für die du ein Licht in der Finsternis darstellt, das Absolute.

Erkennen werden sie dich hier wohl nicht, zumindest hoffe ich das. „Wann müssen wir gehen?“, frage ich dich, weiß nicht mehr so genau, wann uns die Zeit wieder vorantreibt zur nächsten Station unserer Reise. Russland, noch immer ein Name, der so bedeutungsschwanger zu sein scheint.