Reach for the end
Titel: Reach for the end (Streben nach dem Ende)
Autor: KanshinX
Disclaimer: all rights reserved
Warnungen: depri, death, shounen-ai (merkt man nicht *drop*), sap
Genre: One-Shot/ Slash
Länge: 1 1/2 Seite
Entstehung: 14.09.2005
Rating: 12
Sonstiges: Ich habe eine Slash geschrieben. Eine theoretische Slash, also nur das Übliche mit einem etwas anderen Gedankengang dahinter Oo Bin erstaunt über mich, ich habe zumindest sowas hinbekommen xd Aber viel mehr bringe ich noch nicht zu stande. Im Hintergrund habe ich "Dead Promises" gehört...
Widmung: Ju-chan & Sarah-chan ~ Als Dank für ihre Slashes, die ich zugeschickt bekomme & allgemein, weil ich es ihnen widmen möchte ^^ Ich schenke ihnen diese Geschichte...
Ich erinnere mich noch ganz gut, es ist heut noch nicht verblasst. Verblasst sind viele Dinge, doch dich erinnere ich noch. Deine Stimme, ihr Klang, ihr Flehen, dein heiseres Flüstern, deine berauschenden Worte. Alle sind sie gespeichert, klingen in meinen Ohren, als würdest du hier sein, direkt neben mir stehen und mir etwas zurufen. Auch deine Gestalt ist mir noch ein.Begriff, noch ein schemenhaftes Bild vor meinem inneren Auge. Sehe dich, lachend, flehend, sehe deine Tränen, deine Hände, die so schön sind, deine Augen, die direkt von der Sonne stammen mögen.
Stehst in Gedanken vor mir, flüsterst leise, lachst, legst deine Hand auf meine Schulter. Doch als ich versuche, nach ihr zu greifen, dich zu spüren, ist dort nichts. Du nicht, keine Wärme, kein nichts. Spüre nur den Stoff meines Mantels und die Kälte, die in meine Fingerspitzen zieht. Es ist kalt, eiskalt, aber auch das bemerke ich erst jetzt.
Niemand hier, niemand, der jetzt anrennt, lacht, mir sagt, ich solle doch endlich reinkommen, endlich zu dir kommen. Weil du nicht hier bist. Weil es dich nicht mehr gibt.
Nichts mehr…
Nur noch diese Erinnerungen. Diese verdammten Bilder in meinem Kopf, dieses Flüstern, das mich verfolgt und mich zersplittern lässt wie Glas.
Zersplittertes Glas, das immer wieder geklebt wird, immer wieder fortlebt, ohne die Vollendung erneut zu erreichen. Wo bist du?
Warum stehst du nicht hier und sagst mir, dass es kalt ist?
Warum kann ich deine Hand nicht fassen, die Wärme in mir aufnehmen?
Warum bist du nicht da, wenn ich jetzt heimkehre?
Warum wartet dort niemand auf mich, der bereits Kaffee gekocht hat? Jemand, der sich freut, dass ich wiederkehre?
Wohin? Sag mir, wohin du gegangen bist…
Wohin hast du mein Herz genommen? Wohin meine Liebe? Wohin mein Lächeln? Wohin den letzten Kuss?
Wohin deine Wärme, die ich eben noch verspüren konnte? Wohin ging dein Geruch? Wohin deine salzigen Tränen?
In ein Schwarzes Loch? In die Ewigkeit? Ins Nichts?
Doch sie brechen weiter. Alte Wunden, bluten ohne ihren Durst zu stillen, erinnern mich an den letzten Tag.
Du sagtest, dass du gehen würdest. Sagtest, dass es nicht geht. Sagtest, dass es uns nicht gibt. Sagtest, dass es dir leid täte und du neu anfangen wolltest. Sagtest, dass es alles nicht wirklich gewesen ist. Nur ein Traum, eine Illusion, eine Dimension für dich und mich, zerplatzt ohne Wiederkehr. Hast nicht geweint, nicht gelacht, nur gesagt, dass es vorbei ist. Dass ich vergessen solle.
Dich vergessen? Ich wollte es nicht glauben, wurde wütend und redete auf dich ein. Fragte dich, was du dir dachtest. Schrie, weinte, wollte das nicht. Doch du, du bist zur Tür gegangen, wolltest gehen. Hielt dich zurück, konnte dich nicht gehen lassen, wollte es nicht ertragen. Plötzlich wurdest du zornig, wolltest mich abschütteln, verschwinden und…
… jetzt sehe ich sie an, lächelnd. Sie blitzt silbern, so klein, so einfach, so absolut. Nehme sie, rufe den Saft hervor, werde müde, taumele, falle zu Boden. Denke an dich, auch jetzt, hier, lässt du mich nicht los. Beherrscht meine letzten Gedanken. Möchte mich entschuldigen, rufe deinen Namen.
Hörst du mich?
Verzeihst du mir?
Auf einmal sehe ich dich, stehst direkt vor mir, beugst dich zu mir herunter. Ich sehe deine Augen, sind leere Höhlen, sehe deine Hand, die nur noch ein Stumpf ist. Sehe Tränen, die aus den leeren Augen tropfen, zu Boden fallen, sich mit dem Saft vermischen. Ich höre deine Stimme nicht, sie ist zu leise, sehe dich kaum noch…
Du nimmst meine Hand, ich sehe dir ins Gesicht. Du lächelst nicht. Schweigst nun, weist nach rechts.
Unter Schmerzen drehe ich meinen Kopf, verstehe sofort, was du mir sagen willst. Es liegt noch dort. Es tut mir leid. Die Kräfte verlassen mich, meine Augen schließen sich, mein Körper rührt sich nicht länger.
Jetzt sehe ich dich nicht mehr. Alles ist still, totenstill. Bist nicht mehr hier, ich weiß es. Habe dich umgebracht, dir alles genommen.
Du kannst nicht mehr hier sein.
Aber ich… ich kann es auch nicht länger…